Willkommen im Atarimuseum 

Atarimuseum

Wenn der Name ATARI fällt, denken die Meisten an die klassischen Videospiele oder ihren ersten Computer – meist ein 800XL oder eins der zahlreichen ST-Modelle. Und auch wenn es die Firma als solche schon längst nicht mehr gibt, so ist der Name doch noch immer im Bewusstsein vieler eingebrannt.

Doch Atari war mehr als nur ein Videospiel- und Computerhersteller. Die Firma ebnete den Weg für die heute milliardenschwere Videospielbranche, nutzte oft schon früh und ihrer Zeit weit voraus Technologien, die heute selbstverständlich sind. Amiga, NES und Sega Mega Drive wären alle um ein Haar zumindest in Nordamerika unter der Marke Atari vertrieben worden, hätten nicht jedes Mal wirtschaftliche Umstände dagegen gesprochen. Atari experimentierte mit Holografie, Laserdiscs, Virtual Reality, Multiprozessor-Technologien und Spielsteuerung per Gedankenübertragung, um nur mal einige Beispiele zu nennen. Produkte für die Gesundheitsbranche wurden ebenso entwickelt wie Bildtelefone oder Geräte für die Musikbranche. Unter der Marke Atari erschienen auch Flipper, Jukeboxen, Taschenrechner, Taschen-Datenbanken u.v.m… Personen, die bei Atari mitwirkten, nahmen oft auch danach noch großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Technik – so arbeitete Joe Decuir, der die SIO-Schnittstelle der 8-Bit-Ataris entwickelte, später am USB-Standard mit, Amiga-Chefentwickler Jay Miner arbeitete schon an der 2600-Konsole und den ersten Atari-Computern mit, und Steve Jobs war vor der Gründung von Apple freier Mitarbeiter bei Ataris Elektroingenieuren.

Die Marke Atari gibt es zwar auch heute noch – allerdings handelt es sich hier um eine kleine Firma, die bis 2009 Infogrames hieß und sich eher um die kommerzielle Neuverwertung der Atari-Klassiker aus den 1970er und 1980er Jahren auf aktuellen Systemen kümmert oder mit anderen Dingen wie beispielsweise Kryptowährungen experimentiert. Diese Website beleuchtet die Aspekte von der Gründung der Firma Atari im Jahr 1972 bis zur Einstellung des Arcadegeschäfts von Midway Games West im Jahr 2001.

Tauchen Sie ein in die „fantastische Welt von ATARI“, wie es damals schon im Werbefernsehen hieß. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern :-)


Wer auf der Suche nach Foren und Gleichgesinnten ist, dem seien hier noch folgende Links ans Herz gelegt:

Letzte Updates
Der Roboter Kermit und seine Nebenprojekte sowie die Atari Corporate Research Labs sind online

Die Computerprojekte Sierra, Gaza & Mickey sind wieder online und wurden um fehlende Informationen ergänzt

Die Seite der AtariTel Division wurde komplett überarbeitet und um fehlende Informationen ergänzt, ebenso das Atari Bionics System


Letzte Neuzugänge
Mega STE/2-48 (OVP), 1040STFM, SM124, STM1, Commodore 1084S-D1 Monitor (OVP), Elite Joy Board Arcadejoystick, Competition Pro Joystick grün/chrom + Software: Leonardo ST, Spacola, Vroom, Vroom Data Disk, The Secret of Monkey Island, Lemmings, Bolo, Dan Dare III, Mind Games, Shufflepuck Cafe, Wings of Death, Pirates!, Super Cars, Super Cars II, That's Write, MindScape Formula One Grand Prix, Special Forces, Eagle's Rider, Super Space Invaders, Out Run Europa, Oxxonian und North & South (2. Februar 2019)

Spielmodule Space Invaders (CX2632), Golf (CX2634) und Slot Racers (CX2606) für das Atari 2600 Video Computer System, jeweils in der Originalverpackung (4. September 2018)

Spielmodul Defender (CX5218) für das Atari 5200 System, komplett (11. Juli 2018)


Was geschah im April?


Syzygy Company Syzygy Company
1972
Bushnell trifft sich mit John Britz, Executive Vice President bei der Bally Manufacturing Corporation, zum Austausch über die mögliche Entwicklung eines weiteren Spiels. Unterdessen hat sich Computer Space etwa eintausend Mal verkauft, bleibt aber hinter den Umsatzerwartungen von Nutting Associates zurück. Das Spiel ist ohne das Zurateziehen des dicken Handbuchs nicht zu bewältigen, was viele potentielle Kunden eher abschreckt.


Atari, Inc. & Kee Games, Inc. Kee Games  Atari, Inc.
1973
William White wechselt von Kennecott Copper als Director of Operations zu Atari. Mit der Multi-National Corporation aus Los Angeles wird eine Zusammenarbeit vereinbart, um die Atari-Produkte international zu vermarkten. Ronald Gordon wird International Marketing Director. Midway bringt derweil den Pong-Klon Winner auf den Markt.

1974
Die Tochter Atari (Canada) Limited wird unter der Leitung von Theodore Grunau (bislang bei Hewlett-Packard Canada) gegründet. Die Spiele Formula K (Kee Games) und World Cup kommen auf den Markt. Lloyd Warman, bisher Vice President Engineering, wird Vice President Operations für das Atari Leisure Time Game Center-Konzept, Al Alcorn wird wieder Vice President Engineering. Am 15. April stellt Magnavox Strafantrag gegen Atari, Allied Leisure, Chicago Dynamic, Bally und Empire auf Grund von Patentrechtsverletzungen wegen ihrer Arcade-Nachbauten des Magnavox Odyssey 100. Das Patent, um das es geht, wurde 1968 von Ralph Baer (seinerzeit bei Sanders Associates) eingereicht. Die Tochter Merlin Enterprises wird an die Lagoon Corporation verkauft. In Japan beginnt Atari Japan eine Kooperation mit Nakamura Seisakusho Co. Ltd. zum Vertrieb der Atari-Geräte in Japan. Die Auslandstochter Atari (UK) Limited wird geschlossen, den Vertrieb übernimmt ab sofort die Firma Ruffler and Deith Limited aus London. Chas Grossman, bisher bei Ampex, wird weiterer Industriedesigner bei Atari.

1975
Atari: Hi-Way Bill Arkush, Design Engineer for Color Video Games und Schulungsleiter, verlässt Atari. Auf der Hausmesse im Hyatt Regency Hotel in San Francisco werden die Arcadespiele Indy 800 (Kee Games) und Hi-Way in der Sitdown-Version präsentiert. Die Atari (Canada) Limited wird unterdessen wieder geschlossen, den Vertrieb der Atari-Produkte übernehmen wie bisher Dale Distributing und New Way Sales sowie als neuer Vertriebspartner Fountainhead Amusement. Vice President Operations Lloyd Warman verlässt Atari, daraufhin wird das Atari Leisure Family Time Center-Konzept eingestellt. Die ersten Vorbereitungen für einen eventuellen Verkauf Ataris werden getroffen.

1976
Atari: Breakout Dennis Koble, bislang bei der NASA, wechselt als vierter Programmierer in die Atari Coin-Op-Division. Steve Jobs, freier Mitarbeiter in der Electrical Engineering Division, gründet zusammen mit Steve Wozniak (Hewlett-Packard) und Ron Wayne (International Field Service Engineer bei Atari) am 1. April die Apple Computer Company. Bereits am 12. April steigt Wayne wieder aus und bleibt bei Atari. In diesem Monat erscheinen die Arcadespiele Tank 8, Quiz Show und das von Steve Wozniak im Auftrag von Steve Jobs entwickelte Breakout. Das Honorar für Breakout beträgt 5000 Dollar, Jobs gibt Wozniak davon jedoch nur 350 Dollar ab und behauptet, Atari hätte ihm nur 700 Dollar bezahlt. Quiz Show ist das erste Arcadespiel von Atari, das statt auf Logikchips auf einen Mikroprozessor setzt.

1977
Das Arcadespiel Triple Hunt und die Sitdown-Version von Night Driver kommen auf den Markt. C. Marshall Caras, bisher General Manager bei Rowe International, wechselt als Marketingleiter zu Atari.

1978
Das Arcadespiel Avalanche kommt in die Spielhallen. Im hauseigenen Spielekatalog sind erstmals die VCS-Spiele Home Run, Outlaw, Breakout, Football und Basketball zu sehen. Steve Ritchie aus der Pinball Division wechselt zu Williams Electronics.

1979
Atari: Hercules Ingersoll Electronics Limited, Tochter der Heron Corporation, wird neuer Vertriebspartner für die Consumerprodukte im Vereinigten Königreich, Cherry Leisure übernimmt weiterhin den Vertrieb der Arcade-Produkte. Atari geht gemeinsam mit Apple Computer, Interact, Mattel und Radio-Shack gegen die Entscheidung der FCC vor, dem Texas Instruments-Computer TI-99/4 die FCC-Freigabe zu erteilen. Die Firmen legen der Kommission einen sechzigseitigen Bericht vor, in dem sie erläutern, dass der Betrieb des TI-Computers in Wohngebieten massive Störungen verursachen könne. Roger Gerard, vormals bei Fairchild Semiconductor, wird Vice President Administration und ersetzt in dieser Funktion John Anderson, der zum Pizza Time Theatre wechselt. Die Fabrik an der 2175 Martin Avenue in Santa Clara wird stillgelegt, die Endmontage der Arcadespiele zieht in die 1215 Borregas Avenue nach Sunnyvale um. Die Produktion des VCS wird derweil ins Ausland verlagert. Darl Davidson ersetzt Bob Betters als Manager of Customer Service. Der letzte Atari-Flipper Hercules erscheint, ebenso wie das Arcadespiel Atari Football in der Vier-Spieler-Version. Chiptechniker Steve Smith wechselt zu Custom MOS und Rob Zdybel wird neuer VCS-Spieleentwickler. Die Pinball Division wird kurz nach Veröffentlichung von Hercules geschlossen.

1980
Atari VCS: Adventure Die Beschwerde Ataris und anderer Computerfirmen gegen die FCC-Freigabe des TI-99/4 wird von der FCC erneut abgewiesen. Die Cocktail-Version von Asteroids sowie die Arcadespiele Atari Soccer und Monte Carlo kommen in die Spielhallen. Tandy Trower, vormals bei WICAT, wird Gutachter für von Drittanbietern angebotene Programme für die Atari-Computer. Activision kündigt derweil mit Drag Race, Boxing, Checkers und Fishing Derby die ersten Drittanbieter-Spiele für das VCS an. Atari bringt Adventure für das VCS sowie An Invitation to Programming 1, Biorhythm, Hangman, Kingdom und Blackjack für die Computer 400/800 in den Handel. Tom Petit wird neuer Regionalmanager für die Westküste.

1981
Atari: Warlords Die Coin-Operated Division bezieht ein Büro in Tokyo, geleitet wird es von Rivington Right, bisher bei Taito Australia. Von hier aus sollen die Verkäufe in Japan, Australien und dem Fernen Osten gesteuert werden. Die Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft bezieht derweil eigene Räumlichkeiten in der Bebelallee 10 in Hamburg-Winterhude und wird aus der WEA Musik GmbH ausgegliedert. Auf der West Coast Computer Faire in San Francisco werden das Atari Software Acquisition Program (ASAP) und das Atari Exchange Program (APX) erstmals vorgestellt. Bei ASAP können qualifizierte Softwareentwickler Programme für Atari entwickeln, ohne bei Atari angestellt zu sein. Das APX soll vierteljährlich einen Katalog herausbringen, über den man von anderen Benutzern geschriebene Programme ordern kann. Geleitet werden die beiden Programme von Dale Yocum (APX) bzw. Paul Cubbage (ASAP, bisher bei der Wollongong Group). Ken Balthasar wird Leiter des Applications Software Development-Teams und ersetzt in dieser Funktion Yocum. Die Cabaret-Version von Asteroids Deluxe, die Upright- und Cocktail-Versionen von Warlords sowie das VCS-Spiel Missile Command kommen auf den Markt. William Lord, bisher bei Nimbus Waterbeds, wird neuer assistierender Product Manager für das VCS bei Atari International. Atari erwirbt von Namco-America Lizenzen für Videospiel-Umsetzungen der Spiele Pac-Man und Galaxian.

1982
Atari: Dig Dug Perry Odak wechselt von Jovan als Präsident zur Atari Consumer Product Group, die in die Consumer Electronics Division und die International Consumer Division unterteilt ist. Angelo Pezzani wird Vice President und Generalberater der Consumer Products Group. Am 3. April veranstaltet Atari zur Markteinführung von Pac-Man in 27 Städten den National Pac-Man Day. Die Atari Far East Japan K.K. wird in Atari Far East (Japan) Limited umbenannt. Atari bringt das Namco-Arcadespiel Dig Dug auf den amerikanischen Markt, ebenso erscheint die Cocktail-Version von Space Duel. Das Spiel Caverns of Mars erscheint auf Diskette für die Atari-Computer. Thomas McDonough wird Senior Vice President Sales der Atari Home Computer Division und ersetzt Don Kurtz, der die Firma verlässt. Am 21. April wird die ATMC-Fabrik in Taipeh in Betrieb genommen. John Farrand wird Executive Vice President der Coin-Operated Games Division, Don Osborne wird Vice President Sales & Marketing und ersetzt Frank Ballouz, der die Firma verlässt.

1983
Atari 2600: RealSports Soccer Atari verklagt seinen Gründer Nolan Bushnell vor dem Santa Clara Superior Court auf Grund von Vetragsbruch. Nach Ataris Auffassung hätten Bushnell und Joe Keenan nicht mehr in derselben Branche arbeiten dürfen, jedoch würden sie mit Sente Technologies (Tochter des Pizza Time Theatre) und Videa Inc. das Ziel verfolgen, Atari-Kunden abzuwerben. Am 12. April wird in Japan die Konsole Atari 2800 durch die Atari International (Nippon) angekündigt, sie soll ab Mai samt zwei Controllern für 24800¥ zu haben sein. Bei der Konsole handelt es sich um die umetikettierte Sears-Konsole Video Arcade II. 25 Spiele aus dem 2600-Programm soll es zum Marktstart in einer an den japanischen Markt angepassten Verpackung geben, weitere 15 sollen noch 1983 dazukommen. Williams Electronics erteilt Atari eine Lizenz, um Williams-Spiele auf Computer und Konsolen portieren zu können. In diesem Monat finden die 2600-Spiele RealSports Tennis und RealSports Soccer sowie das 5200-Spiel RealSports Tennis den Weg in die Händlerregale. Die Produktion des 5200 an der 1215 Borregas Avenue wird eingestellt, alle Konsolen werden nun in El Paso und Taiwan gefertigt. In Taiwan wird zeitgleich auch mit der 1200XL-Produktion begonnen. Milton Bradley und Atari vereinbaren, dass MB einen Plug-in-Stimmensynthesizer für die beiden Atari-Konsolen entwickeln und produzieren soll, dazu sollen in den nächsten drei Jahren 18 Spielmodule kommen. Im April beginnen zudem Verhandlungen zwischen Atari und dem japanischen Videospielproduzenten Nintendo: Nintendo möchte seine Spielkonsole Family Computer (kurz FAMICOM) auch in Amerika vertreiben und bietet Atari an, die Fertigung der Gehäuse und Verpackungen sowie den Vertrieb des Systems samt Spielen unter der Marke Atari zu übernehmen, erscheinen soll das System im Dezember 1983. Unterdessen macht die Zeitschrift New Atari 5200: RealSports Tennis Media den E.T.-Entwickler Warshaw als Schuldigen für den Zusammenbruch der gesamten Videospielbranche (den sogenannten Video Game Crash von 1983) in Nordamerika aus — völlig zu Unrecht. Denn selbst, wenn E.T. ein so schlechtes Spiel wäre, ist es sicherlich noch lange nicht genug, um eine milliardenschwere Branche zu Fall zu bringen. Viel mehr war die Marktentwicklung der letzten zwei Jahren schuld daran. Nachdem Atari nach einem verlorenen Prozess gegen Activision anderen Herstellern nicht verbieten konnte, Spiele für das 2600 zu entwickeln, drangen mehr und mehr Firmen auf den Markt und unterboten sich gegenseitig, so dass 1983 eine regelrechte Schwemme an qualitativ fragwürdigen Spielen zu Niedrigstpreisen auf den Markt kamen, die Folge war dann eine Abkehr der Kunden von den Spielkonsolen. Daraufhin mussten die Konkurrenten Mattel und Coleco letztendlich die Segel streichen und auch von den Spielefirmen verschwanden viele genauso schnell wie sie gekommen waren. Heimcomputer hatten mittlerweile eine höhere Leistungsfähigkeit als die Spielkonsolen. Ein weiterer Grund war, dass die Manager den Hals nicht voll genug bekamen – Ataris Management wollte weitere zehn Millionen 2600-Konsolen verkaufen, obwohl der Markt bereits mehr als gesättigt war. Großspurige Ankündigungen wie holografische Spielkonsolen, die letztendlich doch nicht auf den Markt kamen, halfen auch nicht gerade. Warshaws Ruf war allerdings dauerhaft beschädigt und er wird in den Folgejahren bei Preisverleihungen der Branche immer wieder übergangen.

1984
Atari Light Pen – Bild © atarimuseum.com Die letzte Ausgabe der Zeitschrift Atari Age erscheint, darin wird das (nicht erschienene) 2600-Spiel Zoo Keeper vorgestellt. AtariSoft bringt weitere Titel für diverse Heimcomputer auf den Markt. Im selben Monat erscheinen auch der neue Light Pen CX75 samt AtariGraphics und Sky Writer sowie das AtariLab Starter Set With Temperature Module. In Milpitas werden 250 Stellen gestrichen, die Niederlassung Atari Caribe auf Puerto Rico wird geschlossen und alle 300 Angestellten entlassen. Die Fabrik in El Paso soll hingegen erweitert werden, damit dort auch Arcadespiele repariert sowie Spielmodule hergestellt werden können, hier soll auch die Erstproduktion künftiger neuer Systeme anlaufen. Bei der westdeutschen Tochter werden David Evans, Detlev Driemeier und Brian Richards zu Prokuristen ernannt. Etliche Topmanager verlassen die Firma in diesem Monat. Die Entwicklung der 5200-Spiele Battlezone, Sport Goofy und Road Runner wird gestoppt. In der Schweiz wird ein weiteres Verkaufsbüro eingerichtet, dessen Leitung Hans-Ueli Hasler übernimmt. Warner Communications beginnt mit der Suche nach einem möglichen Käufer für die schwer angeschlagene Atari Consumer Products Division.


Atari Corporation, Atari Games Corporation und Tengen, Inc. Atari Corporation  Atari Games Corporation
1985
Atari Zentrale Atari Deutschland bezieht zu Monatsbeginn mit vierzehn Mitarbeitern das Gebäude an der Frankfurter Straße 89–91 in Raunheim bei Frankfurt am Main, Klaus-Peter Kuschke wird als Verkaufsleiter eingestellt. Ian Kennedy, bisher Vertriebs- und Marketingleiter, wird Geschäftsführer der Atari (Canada) Corp., der bisherige Interimsmanager Nicholas Lefevre bleibt Berater der Firma. Atari und die Regierung von Nevada geben bekannt, dass Atari den Neubau einer Fabrik sowie eventuell einer Zentrale in Nevada plant. Für Europa gibt es bereits ähnliche Pläne – Logistik, Vertrieb und Administration des gesamten Europageschäftes sollen im niederländischen Rotterdam zusammengezogen werden. Nur kurze Zeit später werden diese Pläne jedoch wieder auf Eis gelegt. DOS 2.5 wird wie angekündigt als Freeware über CompuServe Atari SIG zum Download angeboten. Die Produktion des 800XL wird eingestellt, der produzierte Vorrat sollte aber noch eine ganze Weile halten, weshalb der Computer auch weiterhin auf Messen gezeigt wird. Vom lange angekündigten 32-Bit-Computer fehlt auf der Hannovermesse jede Spur, dieser wird von Atari nun auf den Jahreswechsel 1985/86 verschoben. Vorgestellt werden jedoch 520ST und 130XE. Für den ST wird eine groß angelegte Marketingkampagne für den Mai angekündigt, bis Juli soll die Produktion auf Maximum hochgefahren werden. Die Modelle 65XE, 65XEM, Atari Games: Paperboy 130ST und 260ST werden zwar weiterhin angekündigt, aber nicht mehr ausgestellt. Das neue Diskettenlaufwerk SF314 sowie der Farbmonitor mit eingebautem Diskettenlaufwerk PS3000 werden vorgestellt, eine Festplatte unter der Bezeichnung SH104 angekündigt. Commodore reicht in Chicago Klage gegen ihren ehemaligen Verkaufsleiter David Harris ein unter dem Vorwurf, er hätte etwas an der Aufteilung der Stände auf der Winter CES 1985 zum Nachteil Commodores gedreht. Im Vereinigten Königreich wird der 130XE am 22. April zum Preis von £169,90 erstmals ausgeliefert. Die Montebarro SA wird in SAMA electronics A.G. umbenannt, übernimmt den Atari-Vertrieb in der Schweiz und zieht in die Bahnhofstrasse 7 nach Baden im Kanton Aargau um. Jean-Pierre Jordan bleibt Vorstandsvorsitzender der Firma, Marco Guerra, bisher bei XMIT, wird neuer Geschäftsführer, Sijtje Guerra wird neuer Prokurist. Der Nadeldrucker 1029 wird in Westeuropa und dem Vereinigten Königreich erstmals ausgeliefert. Unter dem AtariSoft-Label erscheinen in Frankreich die XL/XE-Titel Nostradamus und L'Enigme du Triangle. Superior Software veröffentlicht Tempest im Vereinigten Königreich für Acorn BBC Micro / Electron. Atari Games bringt derweil das Arcadespiel Paperboy auf den Markt und im Insolvenzverfahren der Pizza Time Theatre Inc. geht Atari Holdings ein Kontenausgleichsabkommen mit der Firma ein. John Farrand, Präsident und COO der Atari Holdings, wechselt zu Panavision.

1986
Atari 1040ST Der 520ST wird aus der Produktion genommen. Sandi Austin wird neuer Usergroup-Coordinator bei Atari (U.S.) und ersetzt Duberman. Toys'R'Us wird der erste Großanbieter, der den ST ab Mai in seinen Filialen anbieten wird. August Liguori, bisher bei der Knickerbocker Toy Company, wechselt als Vice President Administration zu Atari (U.S.) und ersetzt dort Don Richard, der die Firma verlässt. Eric Cabedoce wird technischer Leiter bei Atari France. Auf der Spring COMDEX in Atlanta werden für die XE-Computer der Drucker XMM801, die Erweiterung XEP80 und das Diskettenlaufwerk XF351 sowie für den ST die Festplatte SH204, der Drucker SMM804 und die DOS-Box erneut vorgestellt, erstmals präsentiert wird dagegen ein 1200 baud-Modem, das für ST und XE gleichermaßen geeignet ist. Die an das Design des SM124 angelehnte Version des Farbmonitors SC1224, welche von GoldStar produziert wird, kommt nach langer Verzögerung auf den Markt, das bisher von JVC produzierte Modell wird eingestellt. Am 3. April übernimmt Atari Games die bisher noch zu Warner gehörende Atari Games International (UK), sie soll Atari Limited als Vertriebsgesellschaft für das Vereinigte Königreich ablösen. Das Arcadespiel Super Sprint kommt als System II-Komplettgerät auf den Markt.

1987
Atari Business PC Eine Vergabe von nachrangigen Pfandbriefen in Höhe von 75 Mio. Dollar an amerikanische Investoren soll nun nicht mehr wie geplant stattfinden, stattdessen sollen diese nun ausschließlich an ausländische Investoren abgegeben werden. Die WordPerfect Corp. kündigt eine Umsetzung der Textverarbeitung WordPerfect 4.1 für den ST an. In der Schweiz wird die SAMA electronics A.G. zum 21. April in Atari (Schweiz) AG umbenannt. In der Champaigne Suite im Novotel in London wird die Atari Computer Show abgehalten, auf der erstmals auch der Atari Business PC zu sehen ist. Vorgestellt werden auch der Atari PC, der Mega ST2 und der Mega ST4 sowie das XE Game System samt der passenden Tastatur. Auch hier soll, wie in Westdeutschland, das XEGS an Stelle der Konsole 7800 auf den Markt kommen. Der Atari Laser Printer wird nun als SLM804 vorgestellt. Hartech Limited gründet in Arizona die Tochtergesellschaft Hartech U.S.A. Limited und der Chiphersteller NSI aus Marlborough in Massachusetts gibt bekannt, dass sich Atari in die Firma eingekauft hat und NSI nun die Chips für die PC-Serie liefern wird. Auf der Messe SICOB in Paris werden ebenfalls die Computer Mega ST2, Mega ST4 und Atari PC gezeigt. Die Pfandbriefe werden zum 29. April an europäische Investoren zum Zinssatz von 5,25% abgegeben, fällig werden sollen diese im Jahr 2002.

1988
Atari XE: GATO Die seit 1987 geplante Forschungseinrichtung nimmt an der Julius-Koengen-Straße 24 in Braunschweig ihre Arbeit auf, sie wird von Helmut Joswig geleitet, der dafür von Commodore zum Atari Computer GmbH Technologiezentrum wechselt. Hauptaufgabe der Einrichtung ist es, weitere Produkte für die PC-Serie zu entwickeln. Frank Schwarzlos wechselt von Sennheiser als Gruppenleiter der Hardwareentwicklung zum Technologiezentrum. Für die XE-Serie erscheinen das Spiel GATO und die Software SX Express! Don Reisinger wechselt von Sega of America als Berater zu Atari. Auf der Corporate Electronic Publishing Systems in Chicago stellt Atari ein DTP-Paket vor: Für $5492 erhält man einen Mega ST4 samt Festplatte SH205 und SLM804 Drucker sowie die Software Softlogik Publishing Partner Professional. Charles Babbit wird neuer Präsident der Computer Division und ersetzt Wilson, Anthony Gould wird neuer Vice President Sales der Computer Division. Auf der Atari User Show im Alexandra Palace in London präsentiert Atari das 520STFM Summer Pack für £399, das mit 22 Spielen beigepackten Spielen erscheinen soll. Die bisher mit SD-Laufwerken ausgestatteten Computermodelle 520STF und 520STFM werden ab sofort mit DD-Diskettenlaufwerken ausgeliefert. Ein Laptop auf Basis des 1040STF unter dem Codenamen Stacy wird erstmals angekündigt. Auf der SICOB in Paris werden die in Frankreich noch nicht erschienenen Computer PC2 und PC4 vorgestellt. Der ABAQ muss aus markenrechtlichen Gründen umbenannt werden, er heißt ab sofort Atari Transputer Workstation. Die Arcadespiele Galaga '88 und Vindicators kommen auf den Markt. Gauntlet und Paperboy werden von Mindscape für Apple IIc/IIe auf den Markt gebracht, Paperboy zusätzlich auch für den Apple IIgs.

1989
Atari 2600: Secret Quest Am 4. April werden 15 der 58 Elektromärkte der The Federated Group in Kalifornien, Texas und Arizona mit sofortiger Wirkung geschlossen, ebenso die Regionalverwaltung und das Regionallager in Dallas. Inventar und Personal gehen auf die Federated-Verwaltung in City of Commerce und die Atari-Verwaltung in Sunnyvale über, etwa 400 Angestellte werden entlassen. Die Federated Group soll sich nun auf Südkalifornien konzentrieren, wo die Kette 21 Filialen betreibt. Auf der Spring COMDEX '89 in Las Vegas werden erstmals mehrere Varianten des Laptops Stacy, das Wechselplattenlaufwerk Megafile 44 sowie eine komplette Zubehörpalette zum nun Portfolio genannten Taschencomputer gezeigt. Michael Katz, Präsident der Electronic Entertainment Division, verlässt die Firma, vorangegangen waren gescheiterte Verhandlungen mit Sega über Produktion und Vertrieb der neuen Spielkonsole Sega Mega Drive durch Atari in den USA – Atari-Boss Jack Tramiel und Sega-Chef Dave Rosen konnten sich über den angepeilten Verkaufspreis der Konsole nicht einigen. Für die Konsole 7800 erscheinen die Spiele Dark Chambers, Crack'ed und Fight Night, für die XE-Serie Crossbow, Mario Bros., Choplifter!, Karateka, Airball, Dark Chambers, Crystal Castles, Desert Falcon, Crime Buster, Summer Games und Thunderfox, für die Konsole 2600 erscheint Secret Quest. Die Erstausgabe vom Atarian Magazine erscheint, herausgegeben wird die Zeitschrift von Atari Explorer Publications, finanziert von Atari (U.S.). Der bisher zurückgehaltene Mega ST1 wird in Europa als Mega 1 auf den Markt gebracht, die Modelle Mega ST2 und Mega ST4 erhalten ein leichtes Facelift und werden nun als Mega 2 bzw. Mega 4 vermarktet. Die Festplatten Megafile 30 und Megafile 60 sowie das Wechselplattenlaufwerk Megafile 44 kommen auf den Markt, die Festplatte SH205 wird nun als Megafile 20 verkauft. Nintendo of America gibt am 6. April bekannt, dass sie vom sowjetischen Staatskonzern Elektronorgtechnika die Exklusivlizenz für die Videospielumsetzung von Tetris erhalten habe. Tengen reicht daraufhin eine weitere Klage wegen Urheberrechtsverletzungen gegen Nintendo ein, laut Tengen habe die Firma bereits im Jahr zuvor eine Exklusivlizenz erhalten, wenn auch nicht von Elektronorgtechnika selbst. Die Atari Expo-Niederlassungen Eastridge Mall und Westgate Mall werden in San Jose eröffnet. Mindscape veröffentlicht das Spiel Indiana Jones and the Temple of Doom für PC und Amiga, Milton Bradley bringt Marble Madness für das NES auf den Markt, Brøderbund Star Wars für den Amiga.

1990
Atari (U.K.) gründet das Atari Research Centre in Cambridge (ARCC) an der 8/9 Bridge Street. ARCC übernimmt nach und nach die Geschäfte von Perihelion, hier arbeiten unter anderem Martin Oldfield, Martyn Gilbert (der die Leitung innehat) und Nicko van Someren. Perihelion wird später geschlossen, die Schwesterfirma Perihelion Software bleibt bestehen. Die Atari (U.S.) Corp. wird zum 11. April in Atari Computer Corporation umbenannt. Ken Jacobsen wird Portfolio Applications Manager und ersetzt Jim Kennedy. Simon Westbrook, Financial Controller, wird zum Vice President Corporate Controller befördert. Die Business Software Alliance geht am 17. April gegen die Atari Taiwan Manufacturing Corporation und die Pacific Electric Wire and Cable Company auf Grund des Verdachts von Raubkopien vor. Die taiwanesische Polizei führt in Zusammenarbeit mit BSA-Anwälten und Computerexperten überraschend eine Razzia durch, bei der eine größere Anzahl von unlizenzierten Kopien der Programme dBASE III Plus und Lotus 1-2-3 gefunden werden. Die taiwanesische EFA Corporation stellt nun im Auftrag Ataris die Lynx-Konsolen für die Märkte im Vereinigten Königreich, in Westdeutschland und Frankreich sowie alle weiteren europäischen Märkte her, die zusätzliche Produktion soll auch die gestiegene Nachfrage in den USA und Japan befriedigen. Bisher wurde die Konsole nur in Japan produziert und bereits 250.000 Mal verkauft (150.000 in den USA, 100.000 in Japan). Das Atari (U.K.)-Softwarelabel ARC bringt das von Llamasoft entwickelte Spiel Photon Storm für Atari ST und Amiga auf den Markt.

1991
Atari Games: Race Drivin' Dana Plotkin wechselt von der Citicorp als Vice President Marketing zur Atari Entertainment Electronics Division nach Lombard und ersetzt dort Ron Beltramo, der die Firma verlässt. Greg Pratt wird Präsident der Atari Computer Corporation. Am 2. April wird ein Deal zwischen Atari und dem israelischen Finanzministerium unter Jitzhak Modai bekannt, wonach Atari in Israel eine neue Fabrik bauen wolle, um die Produktionsstätten in Taiwan abzulösen. Ataris Investition soll hierbei 97,5 Millionen Dollar betragen, die israelische Regierung soll 52,5 Millionen Dollar beisteuern. Zwei Wochen später wird die Atari Finance (Japan)-Niederlassung in Hong Kong geschlossen. Weitere 75 Mio. Dollar sollen in Fabriken investiert werden, die Atari und auch andere Computerhersteller mit Bauteilen versorgen sollen. Im Prozess gegen die Federated-Manager und Goldman Sachs urteilt Richter James Ware gegen Atari und zu Gunsten der Manager, was den Vorwurf des Betrugs angeht, aber zu Gunsten Ataris in Sachen Schadenersatzforderungen. Auf der Corporate Electronic Publishing Systems in Chicago zeigt die neu gegründete Atari Professional Systems Group eine Direct-to-Press-Lösung mit Hilfe eines TT. Dabei wird Software von Linotype/Hell Company, Goldleaf Publishing, ISD Marketing und Soft-Logik Publishing verwendet. Der Portfolio wird am auf der Lap & Palmtop Expo in New York präsentiert. Der Mega STE wird auf der MIDI Music Show im Novotel in London vorgestellt, das Basismodell soll im Vereinigten Königreich für £816,63 auf den Markt kommen, das 2MB-Modell für £1169,12. Eine Auslieferung der Systeme ist für Juli geplant. Die Conversion Kits der Arcadespiele Batman, Rampart und Race Drivin' erscheinen.

1992
Atari Lynx: Super Skweek Super Skweek für den Lynx erscheint. Atari (U.K.) kündigt die Lynx National High Score Competition an, die am 9. Mai in 60 unabhängigen Computerläden beginnen und über fünf Monate laufen soll. In zehn Lynx-Spielen sollen zwölf Top-Scorer ermittelt werden, das Finale soll am 10. Oktober auf der Spitfire Go-Kart-Strecke in Feltham ausgetragen werden. Das Event wird von der Zeitschrift Game Zone und der National Association of Specialist Computer Retailers (NASCR) gesponsert. Gary Weiner, Vice President Marketing & Sales, verlässt am 24. April die Firma. Atari und Rovac Industries kündigen am gleichen Tag den Start des Magazins Atari Explorer Online für den 1. Mai an. Die Printausgabe soll aber nach wie vor ausgegeben werden. GameTek veröffentlicht das Spiel The Humans für den Amiga, wobei es sich um das für den Lynx entwickelte Spiel Dinolympics handelt. Dana Plotkin, bisher Vice President Marketing, wird Executive Vice President und COO der Atari Entertainment Division. Bob Schuricht, vormals National Sales Director, wird neuer Vice President Sales. Elaine Shirley, Leiterin des Kundenservice von Atari Games, wird zum 1. April neue Regionalverkaufsleiterin für die westlichen Bundesstaaten. Holly LaMontagne kehrt als Leiterin des Kundenservice zu Atari Games zurück und ersetzt damit Shirley. Das Arcadespiel Relief Pitcher wird veröffentlicht. Tengen übernimmt ab 27. April den US-Vertrieb für Spiele der britischen Softwareschmiede Domark für die Sega-Systeme Game Gear und Genesis. Domark vertreibt derzeit die Tengen-Spiele für Sega-Systeme in Australien und Europa, zudem seit 1987 auch etliche Tengen-Titel wie die R.B.I. Baseball-Serie, Hard Drivin' oder Pit-Fighter für PCs und Heimcomputer in Europa.

1993
Die US-Händler bekommen erste Falcon-Demonstrationsgeräte. Gabriel Baum wechselt von Info Technology als Vice President Entertainment Software zu Atari, er ersetzt dort Craig Erickson, der die Firma verlässt. Tengen und der amerikanische Sportreporter Dick Vitale unterzeichnen einen Vertrag zur Entwicklung von Videospielen, die von Vitale gestaltet und beworben werden sollen. Das erste Spiel, Dick Vitale's Awesome Baby Basketball, soll zu Weihnachten 1993 für das Sega Genesis-System erscheinen.

1994
Atari Jaguar: Tempest 2000 Atari stellt den Jaguar samt Tempest 2000 und einiger unfertiger Spiele auf der European Computer Trade Show in London erstmals in Europa vor. Am 13. April wird in einem Hotel bei Heathrow eine Entwicklerkonferenz für den Jaguar abgehalten, zu der etwa 100 europäische Softwareentwickler anreisen. Am gleichen Tag erscheint für den Jaguar das Spiel Tempest 2000. Wavefront Technologies und Atari geben am 25. April eine Zusammenarbeit in Sachen Wavefront GameWare bekannt, die die exklusive Spielgrafik- und Animations-Entwicklungssoftware für den Jaguar wird. Atari Games ist ebenfalls auf der European Computer Trade Show vertreten und kündigt zusammen mit den anderen beiden Time Warner-Gesellschaften Time Warner Interactive Group und Tengen Inc. an, künftig gemeinsam unter dem Namen Time Warner Interactive (Kürzel: TWI) operieren zu wollen, den Vorstandsvorsitz soll Geoffrey Holmes übernehmen. Craig Moody wird Executive Vice President, Ted Hoff wird Senior Vice President Sales & Marketing. Die Hauptverwaltung soll in der bisherigen TWIG-Zentrale in Burbank angesiedelt werden. Laut Dennis Wood, Senior Vice President Atari Games, soll die Entscheidung keine Auswirkungen auf die 210 Angestellten von Atari Games und Tengen in Milpitas haben. Geplante TWI-Videospiele sind R.B.I. Baseball '94, Kawasaki SuperBike Challenge und Dick Vitale's Awesome Baby College Hoops, geplante Arcadespiele umfassen Primal Rage, Metal Maniax und T-MEK.

1995
Für den Jaguar erscheint das Spiel Hover Strike. Geoffrey Holmes scheidet am 7. April aus dem TWi-Vorstand aus, er wird durch ein fünfköpfiges Gremium unter dem Vorsitz von John Billock (Home Box Office Executive Vice President) vertreten. Primal Rage wird für Sega Mega Drive/Genesis, Sega Game Gear, Nintendo Game Boy und als PC-Version zum 25. August 1995 sowie für Sega Saturn, Sega 32X, 3DO, Sony PlayStation, Atari Jaguar und Apple Macintosh für den 14. November angekündigt. LG Electronics U.S.A. erhält von TWI die Lizenz zur Portierung von Primal Rage auf das 3DO-System.

1996
Atari Jaguar: Fight For Life Von den geliehenen 25 Mio. Dollar hat JT Storage bereits 19,7 Mio. ausgegeben. Am 19. April erscheint mit dem Jaguar-Titel Fight for Life das letzte Spiel für den Jaguar aus dem Hause Atari und das letzte Videospiel der Atari Corporation überhaupt.

1997
MultiGen teilt mit, dass ihre Tools zur Kerntechnologie der Atari Games-Arcadespiel zählen, insbesondere im Spiel San Francisco Rush Extreme Racing. PC- und PlayStation-Versionen des Spiels sollen im dritten Quartal 1997 auf den Markt kommen, kündigt Atari Games an.

1998
Zu Monatsbeginn wird die Spielesammlung Arcade's Greatest Hits: The Atari Collection 2 für die PlayStation angekündigt, enthalten sein sollen die Spiele Millipede und Crystal Castles (mit Lizenz von Atari Interactive) sowie Paperboy, Gauntlet, RoadBlasters und Marble Madness. Zum 6. April schließt WMS Industries den Verkauf aller Anteile an Midway Games an externe Aktionäre ab, wodurch Midway Games zu einer unabhängigen Firma wird.

1999
KLAX (entwickelt von Digital Eclipse) kommt am 1. April für den Game Boy Color unter der Marke Midway Home Entertainment in den Handel, es gilt als erstes GBC-Spiel, welches nicht mehr mit dem klassischen Game Boy von 1989 kompatibel ist. Das Arcadespiel Road Burners wird veröffentlicht und Mary Fujihara verlässt Atari Games.


Nachfolgefirmen Atari, Inc. Midway Games
2000 – Atari Interactive. Inc. (Hasbro)
Die Sammlung Atari Arcade Hits: Volume 2 kommt für PCs in den Handel, es beinhaltet die Spiele Asteroids Deluxe, Battlezone, Crystal Castles, Gravitar, Millipede und Warlords. GT Interactive, Varcon Systems und Hasbro einigen sich darauf, dass GT und Varcon ihre Versionen von Atari-Spielen künftig nicht mehr vertreiben, da keine Lizenzen dafür erworben wurden.

2002 – Midway Games West, Inc. (Midway Games)
Gauntlet: The Dark Legacy erscheint am 23. April nun auch für die Microsoft Xbox.

2004 – Atari Interactive, Inc. (Infogrames)
Frédéric Chesnais, seit Juli 2001 bei Infogrames Entertainment, wird CEO von Atari Interactive.

2004 – Midway Games, Inc.
Die Midway Arcade Treasures 2 werden am 26. April für Xbox, PlayStation 2 und Gamecube für Herbst 2004 angekündigt.

2005 – Midway Games, Inc.
Die von den Midway Studios Austin entwickelten Versionen des Atari Games-Spiels Area 51 für die PlayStation 2 und die Xbox kommen am 25. April in den Handel.

2008 – Atari, Inc. (Infogrames Entertainment)
Infogrames Entertainment S.A. und Atari, Inc. verschmelzen zu einer Firma. Bisher hat Infogrames nur 51,4% der Anteile an der Atari, Inc. gehalten, die wiederum Mutterfirma der Atari Interactive, Inc. ist.

2014 – Atari, Inc. (1972–1984)
Ab dem 24. April wird der sogenannte Mythos von Alamogordo bestätigt. Bei Ausgrabungen, die von der Stadt unter Bürgermeister Robert Rentschler genehmigt wurden, werden aus sechs Meter Tiefe diverse Atari-Devotionalien zu Tage gefürdert. E.T.-Entwickler Howard Scott Warshaw, dem immer noch ungerechterweise angelastet wird, mit seinem Spiel eine ganze Branche in den Ruin getrieben zu haben, war mit vor Ort. Beteiligt waren auch die Stony Brook University aus New York, die American School of Classical Studies aus Athen, Spieleentwickler und -historiker Mike Mika aus Oakland und Autor Ernest Cline aus Austin. Gegenwehr gab es zuerst von Umweltschützern, u.a. aus Sorge vor eventuellen Schwermetallen im Elektroschrott.
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Letzte Seitenaktualisierung: 1.4.2019
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