Willkommen im Atarimuseum 

Wie entstand ATARI? Woher kam die Idee für die Mutter aller Spielkonsolen? Wer entwickelte die ersten Atari-Computer? Warum wären NES, GENESIS und AMIGA beinahe Atari-Produkte geworden, wurden dann aber die schärfsten Konkurrenten? Was steckt hinter der Legende von Alamogordo? Ist E.T. wirklich das schlechteste Videospiel aller Zeiten? Und was wurde aus Atari? Diesen und weiteren Fragen will ich hier nachgehen. Natürlich werden auch die Produkte von Pong bis Jaguar 2 und von 800 bis Falcon 040 selbst näher beleuchtet. Und es wird immer wieder Neues zu entdecken geben. Vorbeischauen lohnt sich also :-)

Wer auf der Suche nach Foren und Gleichgesinnten ist, dem seien hier noch folgende Links ans Herz gelegt:

Und nun viel Spaß beim Stöbern :-)


 Die letzten drei Änderungen

Derzeit wachsen die Spielelisten (links unter "Software → Atari Spiele" zu finden), es lohnt sich also, immer mal wieder vorbeizuschauen! Derzeit (2.11.18) sind aufgeschaltet bzw. fertig: Atari 2600, Atari 5200, Atari 7800, Atari XL/XE, Atari Lynx, Atari Jaguar, Atari Interactive MS-DOS, Sears Video Arcade sowie die ATARISOFT-Seiten für alle Systeme von Apple II bis TI-99/4A.

Alle Unterseiten zu den Jaguar-Spielen auf der → Spieleliste sind jetzt verfügbar (2. September 2018)

Der → Jaguar² hat ab sofort wieder eine eigene Seite (27. August 2018)

Die Seiten der → Jaguar-Konsole wurde komplett überarbeitet (27. August 2018)


 Die letzten drei Neuzugänge

Spielmodule Space Invaders (CX2632), Golf (CX2634) und Slot Racers (CX2606) für das Atari 2600 Video Computer System, jeweils in der Originalverpackung (4. September 2018)

Spielmodul Defender (CX5218) für das Atari 5200 System, komplett (11. Juli 2018)

Programmrekorder 410 (2. Version), originalverpackt in Bestzustand (2. Juli 2018)


 Was geschah im Dezember?

Syzygy Co.
Syzygy Computer Space Computer Space wird von Nutting Associates unter der Modellnummer NA-2010 auf den Markt gebracht. Bushnell und Dabney steuern jeweils nochmal 250 Dollar zu Syzygy bei.


Atari, Inc. & Kee Games, Inc.
1972
Zum Ende des Jahres 1972 beschäftigt die Firma bereits 30 Angestellte.

1973
Harold Lee, bisher bei Standard Microsystems, wird Production Designer im Electrical Engineering Department. Ronald Wayne kommt als Chief Draftsman zu Atari und ersetzt George Faraco, der die Firma verlässt. Am 5. Dezember wird Dan van Elderen eingestellt. Kee Games vergibt eine Lizenz zur Produktion des Spiels Elimination! unter dem Namen Quadrapong an Atari. Die Multi-National Corporation gründet am 20. Dezember die Firma Kee Games International unter der Leitung von Ruth Duncan, Mary Kinne, Harvey Rosbrugh, Sandra Freiburger, Gerri Roe, Robert Finan und John Hopkins.

1975
Jay Miner Jay Miner von der Firma Synertek beginnt für Atari im Auftrag von Al Alcorn mit der Entwicklung eines Grafikchips, der das Herz einer neuen programmierbaren Spielkonsole werden soll, deren Entwicklung bereits bei Cyan Engineering von Steve Mayer und Ron Milner gestartet wurde. Die Cockpit-Version des Spiels Jet Fighter wird unterdessen fertiggestellt. Joseph „Joe“ Decuir, bisher Krankenhausforscher für die nationale Gesundheitsbehörde, wechselt als Entwickler zu Cyan Engineering und arbeitet mit Milner und Mayer an der Spielkonsole. Milner ist dabei verantwortlich für die Hardware, Mayer für die Software, die ersten handverdrahteten Platinen werden von Bob Walker gefertigt und Decuir soll nun einen Prototypen bauen. Die Atari-Europe S.A. wird mit einem Startkapital von 600.000 Franc unter Serge Lievoux, Président du Conseol d'administration, und Jean-Jacques Gaillard, Directeur Général Administrateur, gegründet. Die Firma hat ihren Sitz an der selben Adresse wie die Socodimes-Fabrik: 12 Rue d'Helvétie, Baume-les-Dames.

1976
Gil Williams wird zusätzlich General Manager der Pinball Division und ersetzt dort Don Lang, der die Firma verlässt. Die Spielkonsole Super Pong Pro-Am (Modellnr. C-200) erhält die FCC-Freigabe am 13. Dezember. Jean Morrison wird Administrative Assistant von Gene Lipkin (Vice President Marketing der Coin-Op-Division). John Anderson wird Vice President Administration, John Peterson von Arthur Young & Co. folgt Anderson auf dessen Posten als Assistant Treasurer nach.

1977
Das Spiel Sprint 4, eine Vier-Spieler-Variante des Spiels Sprint 2, wird veröffentlicht. Im Jahr 1977 verkauft Atari 850.000 Spielkonsolen, davon bereits 340.000 VCS-Konsolen.

1978
Atari VCS: Superman Am 9. Dezember wird das VCS erstmals in Australien durch die Futuretronics Australia Limited vorgestellt, es soll für AU$339,00 zu haben sein. Passend zum Kinofilm Superman werden der gleichnamige Flipper und das dazugehörige VCS-Spiel vorgestellt. Auf einer Pressekonferenz in New York werden erstmals die Computer 400 und 800 präsentiert. Beide Computer sollen ab dem kommenden Jahr mit 8 kB Arbeitsspeicher ausgeliefert werden, für beide Systeme sind bereits 25 Programmmodule geplant. Gil Williams wechselt als Vice President Manufacturing nach Tipperary Town, seine bisherige Stelle nimmt Steve Bristow ein. Die Atari Electronic Board Games Division wird in Electronic Toy and Game Division umbenannt. Die VCS-Spiele Hunt & Score (Arbeitstitel: Concentration, Sears-Titel: Memory Match), Codebreaker und Brain Games erscheinen, passend dazu auch die Keyboard Controller (Modell CX-50). Zum Jahresende wird der bisherige CEO Nolan Bushnell auf einen Beraterposten abgeschoben, der bisherige Präsident und Co-CEO Joe Keenan verbleibt im Vorstand. Ray Kassar wird Präsident und CEO von Atari. Das Ganze wurde von Warner-Manager Manny Gerard eingefädelt. Allein im Jahr 1978 wurden bereits 800.000 VCS-Konsolen ausgeliefert, derzeit liegen noch 200.000 Konsolen auf Lager.

1979
Fred Gerson, bisher bei Arthur Young & Co., wechselt als Vice President Finance in die Coin-Operated Division Ataris. Zahlreiche Programme für die Computer 400 und 800 kommen bereits auf den Markt. Michael „Mike“ Moone von der Milton Bradley Company wechselt als Präsident der Consumer Division zu Atari und ersetzt dort Don Winn, der die Firma verlässt. Unter den Top-10-Arcadespielen des Jahres 1979 sind vier Atari-Titel vertreten: Atari Football, Sprint 2, Super Breakout und Video Pinball.

1980
Atari Ireland erhält von der Stadtverwaltung von Tipperary Town die Genehmigung, den Betrieb zu erweitern, es werden weitere 63 Mitarbeiter eingestellt. Steve Bristow wechselt als Vice President Engineering in die Consumer Game Division, Gene Rosen wird neuer Vice President Engineering in der Personal Computer Division und ersetzt dort Bristow. Chris Crawford wird Vorgesetzter der Software Development Support Group. Von Battlezone kommt eine Cabaret-Version auf den Markt. John Constantine wird neuer Geschäftsführer der Atari Far East Limited. Am 19. Dezember wird auf Puerto Rico die Atari Caribe Inc. gegründet. Atari vermeldet zum Jahresende, dass sich die Computer mittlerweile 35.000 mal verkauft haben.

1981
Atari Tempest Die Cocktail- und Cabaret-Varianten von Tempest kommen auf den Markt. Atari und Midway klagen gegen Philips wegen deren Spiel K.C. Munchkin, das dem Spiel Pac-Man sehr ähnlich ist. Das Bezirksgericht des nordöstlichen Bezirks von Illinois entscheidet allerdings am 4. Dezember zu Gunsten von Philips und verwehrt die von Atari und Midway angestrebte einstweilige Verfügung. Im Streit mit Activision einigen sich beide Parteien und Atari willigt ein, alle Klagen gegen Activision fallen zu lassen. Die Tochter Atari Sales Company wird am 15. Dezember gegründet, am 23. Dezember die Atari Clubs Inc., die den Atari Game Club ersetzen soll. Die Leitung von Atari Clubs übernimmt Linda Gordon. Zum Jahresende wird der Preis des 800 von $1080 auf $899 gesenkt. Atari gibt bekannt, dass in diesem Jahr 300.000 Computer verkauft wurden, das VCS wurde nun außerhalb der Vereinigten Staaten bereits 800.000 mal verkauft.

1982
Atari 2600: E.T. - The Extra-Terrestial Atari Ireland beginnt mit der Produktion in Limerick. Atari erwirbt von Destron aus Chicago die Option, die Destron-Produkte (münzbasierte Automaten) für ihre Heimsysteme zu vermarkten. Die Atari-Gruppe steuert mittlerweile ein Drittel des Gesamtumsatzes von Warner Communications bei und ist die am schnellsten wachsende Firma in den Vereinigten Staaten. Der Jahresumsatz 1982 liegt bei zwei Milliarden Dollar. Gegen Ende des Jahres sorgt Atari jedoch für Börsenschlagzeilen: Am 7. Dezember um 14:41 EST verkauft CEO Ray Kassar 5000 Warner-Aktien im Wert von 250.000 Dollar und macht dabei einen Gewinn von 81.000 Dollar. Um 15:04 EST gibt Warner eine Gewinnwarnung aus, wonach der Konzern im vierten Quartal wohl zehn Prozent weniger Gewinn und Atari mehr als eine halbe Milliarde Dollar Verlust einfahren wird. Tags darauf fallen die Warner-Aktien um ein Drittel, landesweit stornieren Händler massenweise Aufträge. Am 14. Dezember beginnen die Ermittlungen gegen Kassar und Groth – beide stehen im Verdacht, Insider-Geschäfte betrieben zu haben. Die Investoren an der Wall Street in New York wenden sich ab. Atari verklagt Coleco auf Grund von Patentrechtsverletzungen vor dem Bezirksgericht des östlichen der beiden nördlichen Bezirke von Illinois. Atari wirft Coleco unlauteren Wettbewerb vor, das Coleco Expansion Module No. 1, mit dem sich 2600-Spiele auf der Konsole ColecoVision abspielen lassen, verletze die Patente 4,112,422 und 4,314,239. Coleco kündigt daraufhin eine Gegenklage wegen Kartellrechtsverletzung an. Am 13. Dezember wird im Plaza Hotel in New York der neue Computer 1200XL samt Kassettenlaufwerk 1010, Plotter 1020 und Drucker 1025 der Fachpresse vorgestellt, am gleichen Tag gibt die Cynex Manufacturing Corporation bekannt, dass sie die Remote Control Joysticks (Modell CX42) produzieren wird. Am 14. Dezember wird die Atari International (Italy) Inc. gegründet, am selben Tag die Atari International (Nippon) Inc. zum Vertrieb der Consumer-Produkte in Japan. Die Arcadeprodukte in Japan werden weiterhin von Atari Far East (Japan) vertrieben. Das 2600-Spiel E.T. – The Extra-Terrestrial erscheint mit einer massiven Werbekampagne und belegt schon bald die vorderen Plätze in den Verkaufscharts, doch sind viele Spieler mit dem im Vergleich zu anderen 2600-Spielen recht komplexen Spiel unzufrieden und tragen es massenweise zu ihren Händlern zurück. Außerdem erscheinen die 5200-Spiele Defender und RealSports Football sowie die 400/800-Spiele Galaxian und Defender. Im Disneyland Hotel in Anaheim wird die zweite Atari Adventure Niederlassung eröffnet, geleitet wird sie von Frank Verkich. Bereitgestellt werden 64 Spiele. Atari spendet zu Weihnachten 1982 über 200 Arcadespiele an gemeinnützige Einrichtungen in der San Francisco Bay Area, darunter an Christmas Exchange of Santa Clara, an das Holiday Project, an die Veterans Administration in Memlo Park und mehrere YMCA-Gruppen. Außerdem spendet Atari 250 Spiele an das Magic Me Projekt der Community Foundation of the Greater Baltimore Area in Maryland. Die Grafik- und Entwicklungsteams der Coin-Operated Division ziehen an den 1501 McCarthy Boulevard in Milpitas um, die AtariTel Division hat das Gebäude an der 1272 Borregas Avenue nun für sich. Atari verkauft in diesem Jahr 400.000 Computer und ist mit einem Marktanteil von 17% Marktführer in den Vereinigten Staaten.

1983
Atari 2600: Sorcerer's Apprentice Erste kleinere Lieferungen des neuen Computers 800XL, die 2600-Spiele Cookie Monster Munch, Sorcerer's Apprentice, Mario Bros., Pengo und – Club-exklusiv – Quadrun sowie das 5200-Spiel Moon Patrol kommen in den Handel. CEO James Morgan schreibt am 13. Dezember einen offenen Brief an die Atari SIG, der per CompuServe übermittelt wird. Darin steht unter anderem, dass Atari zu viele Computermodelle geplant habe und man daher die Produktlinie auf das ausrichten müsse, was sich an die breite Masse auch verkaufen ließe. Eine Gruppe um Ted Hoff soll gegründet werden, um die Computer der nächsten Generation zu entwickeln. Damit gelten die geplanten Topmodelle 1400XL und 1450XLD als eingestellt. Am 15. Dezember vereinbaren Atari und Activision eine Zusammenarbeit zur Entwicklung eines speziellen Übertragungssignals in amerikanische Haushalte, um neue Spiele bewerben zu können. Atari spendet Spielkonsolen und Videospiele im Wert von mehr als 50.000 Dollar an Kinderkrankenhäuser landesweit, sowie weitere Videospiele im Wert von 15.000 Dollar an die Santa Clara County YMCA. Don Osborne, Vice President Marketing der Coin-Operated Games Division, stirbt am 31. Dezember.


Atari Corporation, Atari Games Corporation und Tengen, Inc.
1984
1196 Borregas Avenue, Sunnyvale Am 20. Dezember wird nun doch die Schließung der irischen Atari-Fabrik angekündigt, was zur Bestreikung des Werks führt. Kurz vor Weihnachten zieht die Hauptverwaltung Ataris von der 1265 Borregas Avenue in die 1196 Borregas Avenue (Bild) schräg gegenüber um, das Gebäude 1265 wird verkauft. Die zu Atari Games gehörende Amplifone Corporation wird in Amp Liquidation Corporation umbenannt und später aufgelöst. Die Atari Games-Zentrale zieht wieder zurück in die 1272 Borregas Avenue. Am 735 Sycamore Drive läuft unterdessen die Produktion der Arcadespiele an, die bisherige Fabrik am 790 Sycamore Drive wird stillgelegt. Das Arcadespiel Marble Madness erscheint.

1985
Atari SF314 Das Modem XM301 wird auf den Markt gebracht, ebenso das Diskettenlaufwerk SF314 sowie die beiden Computer 520ST+ und 260ST. Die Verkäufe laufen gut, der ST verkaufte sich seit Marktstart bereits 100.000 Mal, vom 2600 wurden 1985 über eine Million Geräte abgesetzt. Atari France bezieht das Gebäude an der 9 Rue Sentou in Suresnes nahe Paris. Die Hauptverwaltung von Atari Games wird von der 1272 Borregas Avenue in den 675 Sycamore Drive nach Milpitas verlegt. Die von Atari Holdings im Mai beantragte Nachprüfung des Patents Sonic Color Systems ist abgeschlossen, das US-Patentamt bestätigt das erteilte Patent in seiner Gesamtheit. Die französische Warner-Tochter P.E.C.F. Atari in Créteil bei Paris wird geschlossen, deren bisheriger Leiter Peter Richards wechselt zu Metrologie International/Metroservice. Manfred Zumkellner wird der letzte Geschäftsführer der zu Warner gehörenden und inaktiven Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft, er löst Jack Tramiel in dieser Position ab.

1986
Der 520STFM ergänzt die Modellpalette. Das Arcadespiel 720° kommt in die Spielhallen, es wird als Upright-Version im System 2-Standard ausgeliefert. Die zur Warner-Tochter Atari Holdings gehörende Atari International wird aufgelöst.

1987
Tengen-Logo Richter Robert Aguilar weist Nintendos Klage vom Oktober wegen unlauteren Wettbewerbs am 15. Dezember ab mit dem Hinweis, dass Ataris Werbung nicht gegen den Lanham Act verstoße. Atari gelingt in Zusammenarbeit mit Bundesagenten ein Schlag gegen einen Importeur von Raubkopien in Südkalifornien. Allein in Westdeutschland setzt Atari in diesem Jahr etwa 120.000 ST-Computer ab. Da Atari Games vertraglich keine Videospiele unter dem Atari-Logo fertigen darf, wird am 21. Dezember die Tochtergesellschaft Tengen, Inc. gegründet. Der Begriff Tengen (jap. 天元) stammt ebenso wie Atari aus dem japanischen Brettspiel Go und bedeutet etwa Mitte des Himmels bzw. in diesem Fall Mitte des Spielfelds. Unter dieser Marke werden in den kommenden Jahren Videospiele vor allem für Sega-Konsolen und das Nintendo Entertainment System hergestellt. Geleitet wird Tengen von Dennis Wood, COO wird Randall Broweleit, vormals bei Strategic Simulations. Tengen hat seinen Sitz am 1901 McCarthy Boulevard in Milpitas.

1988
NES: Pac-Man Tengen veröffentlicht am 12. Dezember die ersten nicht von Nintendo lizenzierten Spiele Pac-Man, Gauntlet und R.B.I. Baseball für das Nintendo Entertainment System mit dem per Reverse Engineering kopierten Lock-Out-Chip namens Rabbit. Am gleichen Tag reicht Tengen Klage gegen Nintendo of America und deren Muttergesellschaft Nintendo Co. Ltd. ein unter der Anschuldigung, Nintendo hütte den amerikanischen NES-Modulmarkt monopolisiert. Nintendo ist damals für seine sehr restriktiven Lizenzbedingungen bekannt – so darf ein Dritthersteller maximal fünf Titel pro Jahr für das NES herausbringen, dabei für zwei Jahre ausschließlich für dieses System, und es wurde von Nintendo nach erfolgreicher Prüfung ein Kontrollchip, der 10NES oder Lock-Out-Chip, eingebaut, ohne diesen das NES das Modul nicht anerkennt. Nintendo hat hierbei vor allem aus den Ursachen gelernt, die zum Video Game Crash 1983 in Nordamerika geführt hatten, als zahlreiche, teils auch dubiose Drittanbieter eine immer schneller wachsende Anzahl an qualitativ immer fragwürdigeren Spielen für die Atari 2600-Konsole zu immer billigeren Preisen auf den Markt warfen. Damals machten viele dieser Hersteller noch im Jahr ihrer Gründung wieder zu, Mitbewerber wie Coleco oder Mattel mussten ihr Videospielgeschäft aufgeben und auch Atari geriet so stark ins Straucheln, dass am Ende nur der Verkauf der Consumersparte übrigblieb. 1988 hatte Nintendo einen Marktanteil von 80 Prozent in Nordamerika. Am 27. Dezember wird die zu Atari Games gehörende Firma Barrel of Fun, Inc. aufgelöst.

1989
Atari Stacy Zum Jahresende werden die Laptops Stacy 2 und Stacy 4 im Vereinigten Königreich auf den Markt gebracht und weitere sechzehn Federated-Märkte in Houston und Dallas geschlossen. Jerald Shaevitz wird in den Vorstand von Atari Games aufgenommen. Das Namco-Spiel Four Trax wird in der sogenannten Moving Version auf den Markt gebracht. Am 7. Dezember stellt Atari Games zudem noch Strafantrag gegen Nintendo und Pepsi auf Grund eines Werbespots, in dem ein farbig dargestellter Mario auf dem Game Boy-Bildschirm eine Pepsi trinkt, obwohl der Game Boy keinen Farbbildschirm besitzt. Atari Games und Pepsi einigen sich einen Tag später außergerichtlich, Pepsi übernimmt die Verantwortung für die Anzeige. Die zur Atari Holdings gehörende Firma Warner Entertainment (das ehemalige Kee Games) wird aufgelöst.

1990
Atari Games Race Drivin' Am 6. Dezember wird auf einer Pressekonferenz in München der Mega STE samt Laserdrucker SLM605 vorgestellt, der TT030/2 kommt in den USA für knapp dreitausend Dollar in den Handel. Trotz aller Erfolge in diesem Jahr wird deutlich, dass Atari mehr und mehr Boden an die IBM-kompatiblen sowie an den Commodore Amiga im Computersektor verliert und weitere Marktanteile im Videospielsektor an Nintendo und Sega einbüßt. Die Tengen-Spiele R.B.I. Baseball 2 und Klax werden am 3. Dezember von der Parents' Choice Foundation ausgezeichnet. Race Drivin' kommt als Compact-Upright-Version in die Spielhallen.

1991
Ende des Jahres wird Atari Microsystems (vormals Styra Semiconductor) mit der US-Tochter Atari Computer Corporation verschmolzen. Zu Weihnachten wird die Produktion der Spielkonsolen 2600, 7800 und XE Game System für den US-Markt eingestellt, das gesamte Inventar soll an den Supermarktbetreiber Consolidated Stores / Odd Lots aus Ohio verkauft werden, der Support aber nach wie vor aufrechterhalten werden. Im Dezember 1991 erscheint mit der Technoversion von Klaus Doldingers Soundtrack zum Film Das Boot der bekannteste Song vom deutschen Musikprojekt U96. Produziert wurde der Song vom Team Matiz/AC16, bestehend aus Alex Christensen, Hayo Panarinfo, Helmut Hoinkis und Ingo Hauss. Der gesprochene Part des Stücks wurde auf einem Atari ST mit einem Sprachprogramm erzeugt. Das Boot schafft es in acht Ländern in die Top Ten, in Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz gelangt der Titel bis auf Platz 1 der Charts.

1992
Entwicklungsingenieur Tracy Hall verlässt Atari. Tengen stellt eine neue Zubehörlinie für die Spielkonsolen Game Boy, Sega Genesis/Mega Drive, Nintendo Entertainment System, Super Nintendo Entertainment System und Sega Game Gear vor, darunter befinden sich Netzteile, Controller, Bildschirmlupen, Beleuchtungsaufsätze und RF-Umschalter. Die Zubehörartikel wurden teilweise von High Frequency entwickelt. Die gesamte Produktlinie ist jedoch nie erschienen. Die Time Warner-Tochter Atari Games International (UK) Inc., Teilhaber der Atari Games U.K., stellt ihren Betrieb ein.

1993
Atari Jaguar Die Verkaufszahlen des Jaguar im Weihnachtsgeschäft bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, statt der erwarteten 40.000 Einheiten wird in New York und San Francisco nur rund die Hälfte abgesetzt. Zum Jahresende wird die Entwicklungsarbeit in der Computerabteilung eingestellt, die Produktion aktueller Modelle sowie der technische Support und der Vertrieb werden aber aufrecht erhalten, die Lager sind prall gefüllt. Geplante weitere Modelle der Falcon-Serie wie die Microbox oder der Falcon 040 schaffen es nicht mehr zur Marktreife. Tengen bringt das von Electronic Arts entwickelte Spiel PGA Tour Golf für den Sega Game Gear, die Domark-Spiele Desert Strike und Formula One (auch für Game Gear) sowie Dragon's Revenge und Race Drivin' für Sega Genesis/MegaDrive in den Handel.

1995
Time Warner Interactive: Primal Rage (Atari Jaguar) Zweites Treffen der Führungsspitzen von Atari und JT Storage, dieses findet am 14. Dezember in der Zentrale von JT Storage am 166 Baypoint View in San Jose statt. Mit dabei sind diesmal auch Sams Vater Jack Tramiel sowie JT Storage-Präsident T. David Mitchell. Jack Tramiel bekommt einen Posten im JT-Vorstand angeboten. Zum Ende des Jahres hat Atari weltweit noch 73 Angestellte. Die Produktion sämtlicher Jaguar-Hardware wird zum Jahresende aufgegeben. Das Wall Street Journal berichtet erstmals darüber, dass der Time Warner-Konzern die Time Warner Interactive (ehemals Atari Games) verkaufen wolle. Am 19. Dezember erscheint Primal Rage für die Sony PlayStation, zwei Tage später ist das Spiel auch für den Atari Jaguar zu haben.

1996
Das Arcadespiel San Francisco Rush: Extreme Racing wird veröffentlicht. Midway Home Entertainment bringt Arcade's Greatest Hits: The Atari Collection 1 für die Sony PlayStation auf den Markt.

1998
JTS stellt nun selbst einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Dem noch vorhandenen Vermögen von 4,2 Millionen Dollar stehen Schulden in Höhe von 136 Millionen Dollar gegenüber.


Nachfolgefirmen
2000 – Atari Interactive, Inc. (Hasbro)
Am 6. Dezember kauft der französische Computerspielhersteller Infogrames Entertainment S.A. die Hasbro Interactive samt Atari Interactive für 100 Millionen Dollar auf, davon fünf Millionen Dollar in bar. Infogrames erhält zusätzlich eine Langzeitlizenz zur Portierung von Hasbro-Spielen auf aktuelle und künftige Plattformen. Auch die Plattform Games.com wird aufgekauft.

2013 – Atari SA
Insolvenzrichter James Peck stimmt dem Rückzug der US-Tochter Atari, Inc. aus dem laufenden Insolvenzverfahren zu, nachdem Ex-CEO Frédéric Chesnais zusagt, in die Firma zu investieren. Am 24. Dezember erhält die Atari SA die Kontrolle über die US-Tochtergesellschaften zurück


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Letzte Seitenaktualisierung: 1.12.2018
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