Willkommen im Atarimuseum 

Atarimuseum

Wenn der Name ATARI fällt, denken die Meisten an die klassischen Videospiele oder ihren ersten Computer – meist ein 800XL oder eins der zahlreichen ST-Modelle. Und auch wenn es die Firma als solche schon längst nicht mehr gibt, so ist der Name doch noch immer im Bewusstsein vieler eingebrannt und sind damit auch viele – oftmals Kindheits- – Erinnerungen verbunden.

Doch Atari war mehr als nur ein Videospiel- und Computerhersteller. Die Firma ebnete den Weg für die heute milliardenschwere Videospielbranche, nutzte oft schon früh und ihrer Zeit weit voraus Technologien, die heute selbstverständlich sind. Amiga, NES und Sega Mega Drive wären alle um ein Haar zumindest in Nordamerika unter der Marke Atari vertrieben worden, hätten nicht jedes Mal wirtschaftliche Umstände dagegen gesprochen. Atari experimentierte mit Holografie, Laserdiscs, Virtual Reality, Multiprozessor-Technologien und Spielsteuerung per Gedankenübertragung, um nur mal einige Beispiele zu nennen. Produkte für die Gesundheitsbranche wurden ebenso entwickelt wie Bildtelefone oder Geräte für die Musikbranche. Unter der Marke Atari erschienen auch Flipper, Jukeboxen, Taschenrechner, Taschen-Datenbanken u.v.m… Personen, die bei Atari mitwirkten, nahmen oft auch danach noch großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Technik – so arbeitete Joe Decuir, der die SIO-Schnittstelle der 8-Bit-Ataris entwickelte, später am USB-Standard mit, Amiga-Chefentwickler Jay Miner arbeitete schon an der 2600-Konsole und den ersten Atari-Computern mit, und Steve Jobs war vor der Gründung von Apple freier Mitarbeiter bei Ataris Elektroingenieuren.

Die Marke Atari gibt es zwar auch heute noch – allerdings handelt es sich hier um eine kleine Firma, die bis 2009 Infogrames hieß und sich eher um die kommerzielle Neuverwertung der Atari-Klassiker aus den 1970er und 1980er Jahren auf aktuellen Systemen kümmert oder mit anderen Dingen wie beispielsweise Kryptowährungen experimentiert. Diese Website beleuchtet die Aspekte von der Gründung der Firma Atari im Jahr 1972 bis zur Einstellung des Arcadegeschäfts von Midway Games West im Jahr 2001.

Tauchen Sie ein in die „fantastische Welt von ATARI“, wie es damals schon im Werbefernsehen hieß. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern :-)


  NEUES FORUM  
Unter forum.atarium.de ist nun ein neues Forum zu finden! Es wird bei Bedarf noch angepasst und ausgebaut. Im Moment befindet es sich quasi im „Versuchsstadium“, sollte es angenommen werden, möchte ich das gerne wieder zu einer festen Einrichtung machen.

 +++ AUFRUF: ATARI-MITARBEITER UND -HÄNDLER GESUCHT +++ 
 Sie sind ehemaliger ATARI-Mitarbeiter oder Händler? Sie haben die ein oder andere interessante Anekdote zu   erzählen? Melden Sie sich gerne unter kontakt@atarimuseum.de 

Letzte Updates
05.10.19: Die ABC286-Seite wurde komplett überarbeitet und einige Dinge ausgebaut bzw. korrigiert.

07.07.19: Kalender der Veröffentlichungen: Ab sofort kann man die meisten Veröffentlichungen Ataris und deren Tochter- und Nachfolgefirmen in einem Kalender aufrufen, durch Klick auf den Link Kalender der VÖ im Menü unter der Rubrik Über Atari gelangt man auf das erste Kalenderblatt des Jahres 1971 und kann sich bis 2018 durchhangeln. Die meisten Titel sind anklickbar, bei nicht anklickbaren fehlt noch eine Seite oder sie wird derzeit auf den Seiten des Museums nicht eingeplant (z. B. Veröffentlichungen von Atari SA und Midway Home Entertainment).

03.07.19: ATARIMUSEUM goes INSTAGRAM! Seit kurzem ist neben der bereits bekannten Facebook-Seite auch die Instagram-Seite des Museums freigeschaltet. Ihr erreicht sie unter instagram.com/atarimuseum.de


Die letzten drei Neuzugänge
25.10.19: ST-Software: Dragon's Lair, Clown-O-Mania, BoBo, Atari 520STFM Summer Promotion: Winter Olympiad 88 sowie die Atari ST Power Pack-Disketten Afterburner (A), R-Type (B), Gauntlet II (C), Super Hang-On (D), Space Harrier (E), Starglider / Overlander / Super Huey (F), Eliminator / Nebulus / Pac-Mania (G), Bombuzal / Bomb Jack / Xenon (I), Double Dragon (J), Black Lamp / Outrun (K) und Star Ray / Star Goose (L)

16.10.19: ST-Software: 68000er Programm-Service 9/88, Atari ST Germany Language Disk, Atari SH Boot Disk, Flexdisk, Scheibenkleister, NEC Druckersoftware, Atari Advanced Hard Disk Utilities, Atari Mega STE w/o HDD Language Disk, Atari Mega STE/TT Advanced Harddisk Utilities V 5.00, CAD Praxis mit Campus, Geographie-Software ST-Geo, StatiST, DatiST, SDO Merge, Supercharger Systemdisketten, Signum! Zwei, Signum! 3.5 Update, ST-Computer PD-Disketten 389–399, GFA-BASIC 3.0, Omikron BASIC 3.0, TKC Einnahme/Überschuss Expert sowie -Literatur: 2× Omikron BASIC Programmierhandbuch, GFA BASIC Version 3.0

15.10.19: Mega ST4 mit Bildschirm SM124, Maus STM1, Nadeldrucker Panasonic KX-P1124 (originalverpackt), externem 5¼″-Diskettenlaufwerk und Wechselplattenlaufwerk AHW44 (Frank Strauß Elektronik) sowie einigen Büchern (Omikron BASIC Programierhandbuch, Das große Calamus-Buch, Atari ST Grundlehrgang, Das große Signum!-Buch, Atari ST Profibuch, Das Adimens Praxis-Buch zum Atari ST, Das große Buch zu 1st Word Plus) und der Softwaresammlung Kopier mich!


Was geschah im Dezember?


Syzygy Co. Syzygy
1971
Computer Space wird unter der Modellnummer NA-2010 auf den Markt gebracht. Nolan Bushnell und Ted Dabney steuern jeweils nochmal 250 Dollar zu Syzygy bei.

Atari, Inc. & Kee Games, Inc. Kee Games  Atari, Inc.
1973
Harold Lee von Standard Microsystems wird Production Designer im Electrical Engineering Department. Ronald Wayne kommt als Chief Draftsman zu Atari und ersetzt George Faraco, der die Firma verlässt. Am 5. Dezember wird Dan Van Elderen eingestellt. Kee Games vergibt eine Lizenz zur Produktion des Spiels Elimination! unter dem Namen QuadraPong an Atari. Die Multi-National Corporation gründet am 20. Dezember Kee Games International unter der Leitung von Ruth Duncan, Mary Kinne, Harvey Rosbrugh, Sandra Freiburger, Gerri Roe, Robert Finan und John Hopkins.

1975
Jay Miner Jay Miner von der Firma Synertek beginnt für Atari im Auftrag von Al Alcorn mit der Entwicklung eines Grafikchips, die das Herz einer neuen programmierbaren Spielkonsole werden soll, deren Entwicklung bereits bei Cyan Engineering von Steve Mayer und Ron Milner gestartet wurde. Die Cockpit-Version des Spiels Jet Fighter wird unterdessen fertiggestellt. Joseph „Joe“ Decuir, bisher Krankenhausforscher für die nationale Gesundheitsbehörde, wechselt als Entwickler zu Cyan Engineering und arbeitet mit Milner und Mayer an der Spielkonsole. Milner ist dabei verantwortlich für die Hardware, Mayer für die Software, die ersten handverdrahteten Platinen werden von Bob Walker gefertigt und Decuir soll nun einen Prototypen bauen. Die Atari-Europe S.A. wird mit einem Startkapital von FF600.000 unter Serge Lievoux, Président du Conseol d'administration, und Jean-Jacques Gaillard, Directeur Général Administrateur, gegründet. Die Firma hat ihren Sitz an der selben Adresse wie die Socodimex-Fabrik: 12 Rue d'Helvétie, Baume-les-Dames.

1976
Gil Williams wird zusätzlich General Manager der Pinball Division und ersetzt dort Don Lang, der die Firma verlässt. Die Spielkonsole Super Pong Pro-Am erhält die FCC-Freigabe am 13. Dezember. Jean Morrison wird Administrative Assistant von Gene Lipkin (Vice President Marketing der Coin-Op-Division). John Anderson wird Vice President Administration, John Peterson von Arthur Young & Co. folgt Anderson auf dessen Posten als Assistant Treasurer nach.

1977
Das Arcadespiel Sprint 4, eine Vier-Spieler-Variante des Spiels Sprint 2, wird veröffentlicht. Im Jahr 1977 verkauft Atari 850.000 Spielkonsolen, davon bereits 340.000 VCS-Konsolen.

1978
Atari CX-50 Keyboard Controller Am 9. Dezember wird das VCS erstmals in Australien durch die Futuretronics Australia Limited vorgestellt, es soll für AU$339,00 zu haben sein. Passend zum Kinofilm Superman werden der gleichnamige Flipper und das dazugehörige VCS-Spiel vorgestellt. Auf einer Pressekonferenz in New York werden erstmals die Computer 400 und 800 präsentiert. Beide Computer sollen ab dem kommenden Jahr mit 8 kB Arbeitsspeicher ausgeliefert, für beide Systeme sind 25 Programmmodule geplant. Gil Williams wechselt als Vice President Manufacturing nach Tipperary Town, seine bisherige Stelle nimmt Steve Bristow ein. Die Atari Electronic Board Games Division wird in Electronic Toy and Game Division umbenannt. Die VCS-Spiele Hunt & Score (vorher: Concentration, Sears-Titel: Memory Match), Codebreaker und Brain Games erscheinen, passend dazu auch die Keyboard Controllers (vorher Universal Keyboards). Zum Jahresende wird der bisherige CEO Nolan Bushnell auf einen Beraterposten abgeschoben, der bisherige Präsident und Co-CEO Joe Keenan verbleibt im Vorstand. Ray Kassar wird Präsident und CEO von Atari. Das Ganze wurde von Warner-Manager Manny Gerard eingefädelt. Im Jahr 1978 wurden 800.000 VCS-Konsolen ausgeliefert, derzeit liegen noch 200.000 Konsolen auf Lager.

1979
Fred Gerson, bisher bei Arthur Young & Co., wechselt als Vice President Finance in die Coin-Operated Division Ataris. Zahlreiche Programme für die Computer 400 und 800 kommen bereits auf den Markt. Michael „Mike“ Moone von der Milton Bradley Co. wechselt als Präsident der Consumer Division zu Atari und ersetzt dort Don Winn, der die Firma verlässt. Unter den Top-10-Arcadespielen des Jahres 1979 sind vier Atari-Titel vertreten: Atari Football, Sprint 2, Super Breakout und Video Pinball.

1980
Atari Ireland erhält von der Stadtverwaltung von Tipperary Town die Genehmigung, den Betrieb zu erweitern, es werden weitere 63 Mitarbeiter eingestellt. Steve Bristow wechselt als Vice President Engineering in die Consumer Game Division, Gene Rosen wird neuer Vice President Engineering in der Personal Computer Division und ersetzt dort Bristow. Chris Crawford wird Vorgesetzter der Software Development Support Group. Von Battlezone kommt eine Cabaret-Version auf den Markt. John Constantine wird neuer Geschäftsführer der Atari Far East Limited. Am 19. Dezember wird auf Puerto Rico die Atari Caribe Inc. gegründet. Atari vermeldet zum Jahresende, dass sich die Computer mittlerweile 35.000 mal verkauft haben.

1981
Die Cocktail- und Cabaret-Varianten von Tempest kommen auf den Markt. Atari und Midway klagen gegen Philips wegen deren Spiel K.C. Munchkin, das dem Spiel Pac-Man sehr ähnlich ist. Das Bezirksgericht des östlichen Bezirks von Nord-Illinois entscheidet allerdings am 4. Dezember zu Gunsten von Philips und verwehrt die von Atari und Midway angestrebte einstweilige Verfügung. Im Streit gegen Activision einigen sich beide Parteien und Atari willigt ein, alle Klagen gegen Activision fallen zu lassen. Die Tochter Atari Sales Company wird am 15. Dezember gegründet, am 23. Dezember die Atari Clubs Inc., die den Atari Game Club ersetzen soll. Die Leitung von Atari Clubs übernimmt Linda Gordon. Zum Jahresende wird der Preis des 800 von $1080 auf $899 gesenkt. Atari gibt bekannt, dass in diesem Jahr 300.000 Computer verkauft wurden, das Video Computer System wurde nun außerhalb der Vereinigten Staaten bereits 800.000 mal verkauft.

1982
Atari 1200XL Die Atari-Gruppe steuert mittlerweile ein Drittel des Gesamtumsatzes von Warner Communications bei und ist die am schnellsten wachsende Firma in den Vereinigten Staaten. Der Jahresumsatz 1982 liegt bei zwei Milliarden Dollar. Gegen Ende des Jahres sorgt Atari für Börsenschlagzeilen: Am 7. Dezember verkauft CEO Kassar 5000 Warner-Aktien im Wert von 250.000 Dollar und macht dabei einen Gewinn von 81.000 Dollar. Nur wenige Minuten später gibt der Mutterkonzern Warner Communications eine Gewinnwarnung aus, wonach der Konzern im vierten Quartal wohl zehn Prozent weniger Gewinn und Atari mehr als eine halbe Milliarde Dollar Verlust einfahren wird. Tags darauf fallen die Warner-Aktien um ein Drittel, landesweit stornieren Händler massenweise Aufträge. Am 14. Dezember beginnen die Ermittlungen gegen Kassar und seinen Vize Dennis Groth – beide stehen im Verdacht, Insider-Geschäfte betrieben zu haben. Die Investoren an der Wall Street in New York wenden sich ab. Atari verklagt Konkurrent Coleco auf Grund von Patentrechtsverletzungen vor dem Bezirksgericht des östlichen der beiden nördlichen Bezirke von Illinois. Atari wirft Coleco unlauteren Wettbewerb vor, das Coleco Expansion Module No. 1, mit dem sich 2600-Spiele auf der Konsole ColecoVision abspielen lassen, verletze zwei Atari-Patente. Coleco kündigt daraufhin eine Gegenklage wegen Kartellrechtsverletzung an. Am 13. Dezember wird im Plaza Hotel in New York der neue Computer 1200XL samt Kassettenlaufwerk 1010, Plotter 1020 und Drucker 1025 der Fachpresse vorgestellt. Das 2600-Spiel E.T. – The Extra-Terrestrial E.T. – The Extra-Terrestrial erscheint mit einer massiven Werbekampagne und belegt schon bald die vorderen Plätze in den Verkaufscharts, doch sind viele Spieler mit dem im Vergleich zu anderen 2600-Spielen recht komplexen Spiel – anders als E.T.-Regisseur Steven Spielberg, der es für gut befand und Warshaw ein Genie nannte – unzufrieden und tragen es massenweise zu ihren Händlern zurück. Außerdem erscheinen die 5200-Spiele Defender und RealSports Football sowie die 400/800-Spiele Galaxian und Defender. Im Disneyland Hotel in Anaheim wird die zweite Atari Adventure Niederlassung eröffnet. Atari spendet zu Weihnachten über 200 Arcadespiele an gemeinnützige Einrichtungen in der San Francisco Bay Area, darunter an Christmas Exchange of Santa Clara, an das Holiday Project, an die Veterans Administration in Memlo Park und mehrere YMCA-Gruppen. Außerdem spendet Atari 250 Spiele an das Magic Me Projekt der Community Foundation of the Greater Baltimore Area in Maryland. Atari verkauft in diesem Jahr 400.000 Computer und ist mit einem Marktanteil von 17% Marktführer in den Vereinigten Staaten.

1983
Atari 5200: Moon Patrol Erste kleinere Lieferungen des neuen Computers 800XL erreichen endlich den Handel, ebenso die 2600-Spiele Cookie Monster Munch, Sorcerer's Apprentice, Mario Bros., Pengo und – Club-exklusiv – Quadrun sowie das 5200-Spiel Moon Patrol. CEO Morgan schreibt am 13. Dezember einen offenen Brief an die Atari SIG, der per CompuServe übermittelt wird. Darin steht unter anderem, dass Atari zu viele Computermodelle geplant habe und man daher die Produktlinie auf das ausrichten müsse, was sich an die breite Masse auch verkaufen ließe. Eine Gruppe um Ted Hoff soll gegründet werden, um die Computer der nächsten Generation zu entwickeln. Damit gelten die geplanten Topmodelle 1400XL und 1450XLD ebenfalls als eingestellt. Am 15. Dezember vereinbaren Atari und Activision eine Zusammenarbeit zur Entwicklung eines speziellen Übertragungssignals in amerikanische Haushalte, um neue Spiele bewerben zu können. Atari spendet Spielkonsolen und Videospiele im Wert von mehr als 50.000 Dollar an Kinderkrankenhäuser landesweit, sowie weitere Videospiele im Wert von 15.000 Dollar an die Santa Clara County YMCA. Don Osborne, Vice President Marketing der Coin-Operated Games Division, stirbt am 31. Dezember.


Atari Corporation, Atari Games Corporation und Tengen, Inc. Atari Corporation  Atari Games Corporation
1984
Atari Games: Marble Madness Die Atari-Wong Company, bei der seit Mai die Produktion stillstand, übernimmt die Produktion des Diskettenlaufwerks 1050 vom bisherigen Produzenten Atari-PCI Enterprises aus Singapur. Am 6. Dezember findet in Frankfurt am Main die deutsche Ausgabe der Pressekonferenz The New Atari Corp. statt, auf der auch angekündigt wird, den Preis des 800XL von derzeit 648 DM auf 499 DM zu senken, im Vereinigten Königreich fällt der Preis nun auf £129. Mittlerweile gibt es mehr Details zur geplanten Produktpalette, so soll der Nachfolger des 800XL nun 65XE heißen, dazu soll es auch eine Version mit 128 kB Arbeitsspeicher geben, eine speziell auf Musikanwendungen ausgerichtete Version und eine tragbare Version. Die 16-Bit-Computer sollen 130ST und 520ST heißen, ein 32-Bit-Computer wird abermals für die Hannovermesse 1985 angekündigt. Die Produktion der PAL-Modelle der XL-Serie läuft nun langsam aus. An der Pressekonferenz nehmen Jack Tramiel, David Harris, Brian Richards und Massimo Ruosi teil. Auf der Children's Holiday Celebration am 8. Dezember, einer Spendensammlung des Scholarship Fund of the Children's Health Council, sind James Copland, John Skruch und Bryan Kerr vertreten. Atari leiht den Organisatoren 24 800XL-Computer, die dann an Teilnehmer weitervermietet werden. Die Mieteinnahmen kommen dem CHC zugute. Zwei der Computer sowie eintausend T-Shirts werden von Atari an die Organisation selbst gespendet. Am 20. Dezember wird nun doch die Schließung der irischen Atari-Fabrik angekündigt, was zur Bestreikung und Besetzung des Werks führt. Auch die erst gegründeten Tochtergesellschaften Atari Ireland Manufacturing Company, Atari Ireland Distribution Company und Atari (Corp.) Ireland Limited sollen geschlossen und 250 Stellen gestrichen werden, die Geschäfte von der britischen Tochterfirma weitergeführt werden. Tramiel hofft darauf, in Europa eine automatisierte Fabrik errichten zu können, in der Zwischenzeit sollen bei ATMC die Kapazitäten erhöht werden. Kurz vor Weihnachten zieht die Hauptverwaltung von der 1265 Borregas Avenue in die 1196 Borregas Avenue schräg gegenüber um. Die zu Atari Games gehörende Amplifone Corporation wird in Amp Liquidation Corporation umbenannt und später aufgelöst. Die Atari Games-Zentrale zieht wieder zurück in die 1272 Borregas Avenue. Am 735 Sycamore Drive läuft unterdessen die Produktion der Arcadespiele an, die bisherige Fabrik am 790 Sycamore Drive wird stillgelegt. Das Arcadespiel Marble Madness erscheint.

1985
Atari SF314 Larry Samuels wechselt von Vicom Distrubution als Verkaufs- und Marketingchef zu Atari (U.S.), deren Leiter Michael Katz übernimmt Vertrieb und Marketing für den Bereich Unterhaltungselektronik von Don Thompson, der die Firma verlässt. Das Modem XM301 wird auf den Markt gebracht, ebenso das Diskettenlaufwerk SF314 sowie in Europa die beiden Computer 520ST+ und 260ST. Die Programme DB Master One und FaSTcom werden angekündigt. Die Verkäufe laufen gut, der ST verkaufte sich trotz aller Unkenrufe aus der Fachpresse seit Marktstart bereits 100.000 Mal, von der mittlerweile acht Jahre alten Spielkonsole 2600 wurden 1985 sogar über eine Million Geräte abgesetzt. Die Produktion des Laufwerks 1050 wird bereits wieder eingestellt, das Joint-Venture Atari-PCI Enterprises aufgelöst. Alwin Stumpf ist nun alleiniger Geschäftsführer der Atari Corp. (Deutschland) GmbH, David Harris und Sam Tramiel werden aus dem Handelsregister als Geschäftsführer herausgestrichen, ebenso die nun ehemaligen Prokuristen Helga Weise, Gabriele Tanger, Massimo Ruosi und Brian Richards. Jack Tramiel und Irma Obersteiner bleiben die einzigen Prokuristen. Die Hauptverwaltung, die Entwicklung und das Lager von Atari Games werden in den 675 Sycamore Drive nach Milpitas verlegt. Die 1272 Borregas Avenue wird geräumt. Die von Atari Holdings im Mai beantragte Nachprüfung des Patents Sonic Color Systems ist abgeschlossen, das US-Patentamt bestätigt das erteilte Patent in seiner Gesamtheit. Manfred Zumkellner wird der letzte Geschäftsführer der Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft, er löst Jack Tramiel in dieser Position ab.

1986
Shen Youfang, bisher Einkaufsleiter von ATMC, wird Vice President Production Engineering und ersetzt Brightman. Thomas Brightman gründet 1988 die APT Corporation mit, die sich später in Cyrix Corporation umbenennt und in den 1990er Jahren einen Namen mit Alternativen zu den Prozessoren Intel Pentium und AMD Athlon macht. Im Vereinigten Königreich kommt am 12. Dezember der 520STFM für £459 in den Handel. Atari mietet am 17. Dezember mit dem Gebäude 390 Caribbean Drive ein weiteres Lagerhaus an. Seit Mai sind etwa 100.000 Konsolen vom Typ 7800 verkauft worden, teilt Atari mit. Das Arcadespiel 720° kommt in die Spielhallen, es wird als Komplettgerät im System 2-Standard ausgeliefert.

1987
Atari 2600: Desert Falcon Richter Robert Aguilar vom Bezirksgericht in San Jose weist Nintendos Klage am 15. Dezember ab mit dem Hinweis, dass Ataris Werbung für das XE Game System nicht gegen den Lanham Act verstoße. Atari gelingt in Zusammenarbeit mit Bundesagenten ein Schlag gegen Raubkopierer bei der Firma P.S.D., einen Importeur von Videospielen in Südkalifornien. Beschlagnahmt wurden Nachbauten der 2600-Konsole im Wert von 100.000 Dollar. Atari brachte dazu eine Scheinfirma ins Spiel, die mit Hilfe der Bundesagenten Geräte aufkaufte. Am 8. Dezember wurden dann die Lagerhallen von P.S.D. sowie am 17. Dezember ein Schiffscontainer durchsucht. In Kanada kommt der PC1 samt Maus und Bildschirm PCM124 auf den Markt. Für die XE-Serie erscheinen die Spiele Rescue on Fractalus!, Ballblazer, Star Raiders II (als Modul), Blue Max, David's Midnight Magic, HardBall! und Barnyard Blaster. Das Diskettenlaufwerk XF551 kommt mit DOS 2.5 auf den Markt, das vorgestellte ADOS ist noch nicht marktreif. Für die Konsole 2600 erscheint Desert Falcon. In Westdeutschland wurden 1987 72.000 Computer vom Typ 1040STF, 38.000 vom Typ 520STM und 10.000 von den Typen Mega ST2 und Mega ST4 abgesetzt. Das Namco-Arcadespiel Pac-Mania wird von Atari Games veröffentlicht, Mindscape bringt Gauntlet für Atari XL/XE in den Handel. Da Atari Games vertraglich keine Videospiele unter dem Atari-Logo fertigen darf, wird am 21. Dezember die Tochtergesellschaft Tengen, Inc. gegründet. Der Begriff Tengen (jap. 天元) stammt ebenso wie Atari aus dem japanischen Brettspiel Go und bedeutet etwa Mitte des Himmels bzw. in diesem Fall Mitte des Spielfelds. Unter dieser Marke werden in den kommenden Jahren Videospiele vor allem für Sega-Konsolen, aber auch für Atari Lynx, NES, Atari ST und Amiga hergestellt. Geleitet wird Tengen von Dennis Wood, Senior Vice President und COO wird Randall Broweleit, vormals bei Strategic Simulations. Tengen hat seinen Sitz am 1901 McCarthy Boulevard in Milpitas.

1988
Atari 7800: Mario Bros. Sijtje Guerra, Marco Guerra und Andreas Huber verlassen Atari (Schweiz), Atari-Deutschland- und Atari-Benelux-Geschäftsführer Alwin Stumpf übernimmt nun auch hier die Leitung. Für die Konsole 7800 erscheinen die Spiele Hat Trick, Mario Bros. und Impossible Mission. Mit Pac-Man, Gauntlet und R.B.I. Baseball erscheinen am 12. Dezember die ersten von Nintendo nicht lizenzierten und mit dem illegal kopierten Rabbit-Chip ausgestatteten Spiele für das NES von Tengen, die Gestaltung der Module stammt aus der Feder von Peter Takaichi. Am gleichen Tag reicht Atari Games eine 100-Millionen-Dollar-Klage gegen Nintendo Co. Ltd. und Nintendo of America Inc. ein und wirft der Firma vor, den US-Markt für Videospiele monopolisiert zu haben und ihre Marktstellung zu missbrauchen. Nintendo ist damals für seine sehr restriktiven Lizenzbedingungen bekannt – so darf ein Dritthersteller maximal fünf Titel pro Jahr für das NES herausbringen, dabei für zwei Jahre ausschließlich für dieses System, und es wurde von Nintendo nach erfolgreicher Prüfung ein Kontrollchip, der 10NES oder Lock-Out-Chip, eingebaut, ohne diesen das NES das Modul nicht anerkennt. Nintendo hat hierbei vor allem aus den Ursachen gelernt, die zum Video Game Crash 1983 in Nordamerika geführt hatten, als zahlreiche, teils auch dubiose Drittanbieter eine immer schneller wachsende Anzahl an qualitativ immer fragwürdigeren Spielen für die Atari 2600-Konsole zu immer billigeren Preisen auf den Markt warfen. Damals machten viele dieser Hersteller noch im Jahr ihrer Gründung wieder zu, Mitbewerber wie Coleco oder Mattel mussten ihr Videospielgeschäft aufgeben und auch Atari geriet so stark ins Straucheln, dass am Ende nur der Verkauf der Consumersparte übrigblieb. 1988 hatte Nintendo einen Marktanteil von 80 Prozent in Nordamerika. Mindscape bringt unterdessen Paperboy für das NES in den Handel.

1989
Atari Stacy Am 7. Dezember reicht Atari eine 22-Millionen-Dollar-Klage gegen Nintendo und PepsiCo wegen irreführender Werbung ein. Grund ist ein Werbespot, in dem ein farbig dargestellter als Weihnachtsmann verkleideter Mario auf dem Game Boy-Bildschirm eine Pepsi trinkt, obwohl der Game Boy keinen Farbbildschirm besitzt. Atari und PepsiCo einigen sich einen Tag später außergerichtlich, PepsiCo übernimmt die Verantwortung für die Anzeige und verpflichtet sich, keine weiteren Anzeigen mehr zu schalten, in denen der Bildschirm des Game Boy in Farbe dargestellt wird – Ausnahme ist eine Anzeige im People's Magazine, da dieses bereits im Druck ist. Für die Konsole 2600 erscheinen die Spiele Road Runner und Off the Wall (Axlon), in Großbritannien kommen die Computer 1040STE, Stacy 2 mit 20 MB-Festplatte (£1299) und Stacy 4 mit 40 MB-Festplatte (£1799) auf den Markt, die kleine Stacy mit 1 MB Arbeitsspeicher soll 1990 folgen. David Harris, Präsident der Consumer Products Division, wird Executive Vice President der Computer Division von Atari (U.S.) und ersetzt Mike Morand, der die Firma verlässt. Die Consumer Products Division wird am 18. Dezember geschlossen, die Produktion der von ihr vertriebenen Taschen- und Tischrechner sowie Taschendatenbanken eingestellt. Die restlichen 16 Federated-Filialen in Houston und Dallas werden geschlossen, ihr Inventar an Western Liquidations verkauft. Allein in Houston arbeiteten zuletzt noch 400 Angestellte in acht Märkten. Die Liquidation soll in vier bis fünf Monaten abgeschlossen sein. Laut Dataquest hat Atari derzeit einen Marktanteil von 4,1% am weltweiten Computermarkt (IBM-Kompatible, die derzeit bereits einen Marktanteil von über 75% haben, und Großrechner eingeschlossen) und 3,4% Marktanteil in den USA – zieht man die IBM-Kompatiblen ab, ergibt sich ein Marktanteil von etwa 12% auf einem Markt, den sich Atari hauptsächlich mit Commodore und Apple teilt. Vorgelegte bzw. bekannte Verkaufszahlen für 1989 sind: 70.000 Lynx-Konsolen in New York, 30.000 Computer der Typen Mega 2 und Mega 4 in Westdeutschland, 40.000 ST-Computer sowie 60.000 XL- und XE-Computer in Polen, 30.000 Geräte der Typen 2600 und 65XE in Mexiko, 150.000 Portfolio weltweit. Das Namco-Arcadespiel Four Trax wird von Atari Games in der sogenannten Moving Version auf den Markt gebracht.

1990
Atari Lynx: Rygar Bill Rehbock wird Technischer Leiter der Atari Computer Corporation und löst Antonio Salerno ab, der die Firma verlässt. Mike Fulton, bisher bei Neocept, wird Developer Technical Support bei der Atari Computer Corporation. Am 12. Dezember wird auf einer Pressekonferenz in München der Mega STE mit 4 MB Arbeitsspeicher und 48 MB-Festplatte samt Laserdrucker SLM605 vorgestellt, der Computer soll mit SM124-Monitor kurz nach Weihnachten für 2998 DM zu haben sein. Für den Lynx erscheinen die Spiele Rampage, Rygar und Robo Squash. Der TT030/2-50 wird in den USA von der FCC zum gewerblichen Gebrauch zugelassen. Atari (Canada) senkt den Preis des 1040STE von C$999 auf C$699. Für den Portfolio wird Hyperlist angekündigt, das Programm soll im Januar 1991 erhältlich sein. Allein im Vereinigten Königreich werden 1990 45.000 Lynx-Konsolen verkauft. Trotz aller Erfolge in diesem Jahr wird aber langsam wieder deutlich, dass Atari mehr und mehr Boden an die IBM-kompatiblen, den Macintosh sowie an den Commodore Amiga im Computersektor verliert und weitere Marktanteile im Videospielsektor an Nintendo und Sega einbüßt, Atari schreibt erstmals seit 1985 wieder rote Zahlen. Die Tengen-Videospiele R.B.I. Baseball 2 und KLAX werden am 3. Dezember von der Parents' Choice Foundation ausgezeichnet. Race Drivin' kommt als Compact-Upright in die Spielhallen. Tengen bringt Pac-Mania für das NES auf den Markt.

1991
Atari Lynx: Tournament Cyberball Für den Lynx kommen die Spiele Tournament Cyberball und Xybots auf den Markt. Simon Westbrook, bisher Vice President Controller, wechselt zum Soundkartenhersteller Creative Labs. Auch Jim Tittsler, seit 1981 bei Atari und zuletzt Senior Staff Engineer, verlässt die Firma und wechselt zum Laufwerkshersteller Chinon Industries. Atari Microsystems wird mit der Atari Computer Corporation verschmolzen, das Büro in Dallas bleibt aber vorerst erhalten. Die Anteile von Time Warner an der Atari Corporation gehen am 23. Dezember an die neu gegründete TW Investment Corporation über. Zum Jahresende werden Produktion und Vertrieb der Spielkonsolen 2600, 7800 und der XE-Computerbaureihe für den US-Markt eingestellt, das gesamte Inventar soll an den Supermarktbetreiber Consolidated Stores / Odd Lots aus Ohio verkauft werden, der Support aber laut Marketingchefin Dana Plotkin nach wie vor aufrechterhalten werden. Die 2600- und 7800-Modelle für Europa, Asien und Australien werden nach wie vor produziert und vertrieben. Atari beschäftigt zum Jahresende weltweit noch 507 Angestellte, davon arbeiten 146 in der Entwicklung, 190 in Marketing und Vertrieb, 31 in der Produktion und 140 in der Administration. Der Rückgang um über 600 Angestellte seit März ergibt sich aus der Schließung der ATMC und den damit einhergehenden Entlassungen.

1992
Atari Lynx: Dracula the Undead Li Kramer, Marketingchef der Entertainment Division, verlässt die Firma. Die erste Ausgabe der Atari Explorer Online unter dem neuen Herausgeber Travis Guy, der Ron Kovacs ersetzt, erscheint. Im Fall 970 F.2d 641 Atari gegen die Manager der Federated Group lässt das Berufungsgericht am 10. Dezember die Berufung Ataris gegen das Urteil vom 22. Juli zu und entscheidet, dass das Urteil nicht bedeute, dass Atari keine Schadenersatzforderungen gegen die vormaligen Manager der Elektromarktkette auf Grund von Vertragsbruch stellen dürfe. Senior Design Engineer Tracy Hall, der unter anderem das ST Book mitentwickelte, verlässt Atari. Für den Lynx erscheinen die Spiele Dracula the Undead und Dirty Larry: Renegade Cop . Accolade veröffentlicht die von den Code Monkeys entwickelter Game Boy-Version von Centipede. Die Produktion des ST Book wird zwischenzeitlich nach nur etwas mehr als einem halben Jahr eingestellt, bis dahin wurden Schätzungen zufolge nur etwa 1000 bis 1200 Exemplare des Notebooks produziert. Tengen stellt eine neue Zubehörlinie für die Spielkonsolen Game Boy, Sega Genesis/Mega Drive, NES, Super Nintendo Entertainment System und Sega Game Gear vor, darunter befinden sich Netzteile, Controller, Bildschirmlupen, Beleuchtungsaufsätze und RF-Umschalter. Die Zubehörartikel wurden teilweise von High Frequency entwickelt. Die gesamte Produktlinie sollte jedoch nie erscheinen. Die Tochter Atari Games International (UK) Inc. stellt ihren Betrieb ein, die Büroräme an der 7 York Street in Luton werden geräumt. Atari Games richtet an der 128 High Town Road in Luton ein neues Vertriebsbüro ein, wohin auch der bisherige Atari Games International (UK)-Geschäftsführer David Smith wechselt.

1993
Atari Jaguar: Raiden Für den Jaguar erscheinen die Spiele Trevor McFur in the Crescent Galaxy, Raiden und Evolution: Dino Dudes , für den Lynx Malibu Bikini Volleyball. James Grunke wird Director of Audio bei Atari. Robert Gleadow wird zum 22. Dezember zusätzlich Geschäftsführer der Atari Deutschland GmbH. Die Verkaufszahlen des Jaguar im Weihnachtsgeschäft bleiben weit hinter den Erwartungen zurück, nur etwa 20.000 Geräte werden in New York und San Francisco abgesetzt. Zum Jahresende wird die Entwicklungsarbeit in der Computerabteilung eingestellt, die Produktion aktueller Modelle, der technische Support und der Verkauf aber aufrecht erhalten, die Lager sind zudem prall gefüllt. Geplante weitere Modelle der Falcon-Serie wie die Falcon 030 Microbox oder der Falcon 040 schaffen es nicht mehr zur Marktreife. Atari France verkaufte 1993 jeweils 6000 Falcon- und STE-Computer. Zum Jahresende beschäftigt Atari weltweit nur noch 133 Angestellte, davon 43 in der Entwicklung, 38 in Marketing und Vertrieb, 7 im Einkauf und 45 in der Administration. Derzeit werden noch aktive Niederlassungen in den USA, den Niederlanden (samt der vier ihr angegliederten Niederlassungen) und im Vereinigten Königreich unterhalten. Tengen bringt das von Electronic Arts entwickelte Spiel PGA Tour Golf für den Sega Game Gear, die Domark-Spiele Desert Strike und Formula One (auch für Game Gear) sowie Dragon's Revenge und Race Drivin' für Sega Genesis/Mega Drive in den Handel.

1994
Atari Jaguar: DOOM Am 2. Dezember erscheint Doom für den Jaguar. Das bereits für den PC und andere Plattformen erhältliche Spiel löste bereits im Vorfeld Diskussionen über Egoshooter in Politik und Wissenschaft aus und führte dazu, dass Altersfreigaben bei Videospielen eingeführt wurden. In Deutschland landet das Spiel ebenso wie der Shooter Wolfenstein 3D aus dem gleichen Haus sehr schnell auf dem Index. Am 9. Dezember kommen Zool 2, Bubsy in: Fractured Furry Tales und Val d'Isère Skiing and Snowboarding für den Jaguar auf den Markt. Für 1995 werden Hover Strike, Space War 2000, Troy Aikman NFL Football, Rayman, Double Dragon V, Theme Park, Syndicate und Fight for Life angekündigt. Mittlerweile sollen mehr als 200 Spieleentwickler verpflichtet worden sein. Atari und Time Warner erproben ab dem Atari Jaguar: Iron Soldier 14. Dezember ein Online-Netzwerk unter dem Titel Time Warner Cable Full Service Network (kurz FSN) in Orlando. Über dieses Netzwerk sollen zukünftig auf zentralen Festplatten gespeicherte Jaguar-Spiele heruntergeladen werden können. Im Musterhaus des Home of the 21st Century wird das System bereits installiert, ebenso in weiteren Musterhäusern in Sweetwater, Wekiva, Lake Brantley und Springdale (alle nahe Orlando). In Europa kommt die PAL-Version der Jaguar-Konsole erstmals in den Handel. Atari plant, 250.000 Konsolen nach Europa zu verschiffen, bis Anfang Dezember erreichen aber gerade einmal 25.000 Konsolen den Kontinent, weitere 25.000 bis zum 23. Dezember. Am 22. Dezember kommen mit Iron Soldier und Kasumi Ninja weitere Spiele für die Jaguar-Konsole auf den Markt. Zum Jahresende beschäftigt Atari weltweit noch 117 Angestellte, davon 101 in den USA, diese teilen sich auf 58 Angestellte in der Entwicklung, 18 Angestellte in Vertrieb und Marketing, 5 im Einkauf und 20 in der Administration auf. Die Produktion der Computer Falcon 030, ST und Portfolio sowie der zuletzt nur noch für Europa und den Nahen Osten produzierten Konsolen 2600 und 7800 wurde zwischenzeitlich eingestellt. Die deutsche Firma C-Lab uuml;bernahm im Lauf des Jahres die Rechte am Falcon und vermarktet diesen seitdem mit technischen Verbesserungen in verschiedenen Ausführungen. Red Zone kommt am 5. Dezember für Sega Mega Drive/Genesis durch TWI Games auf den Markt. Am 12. Dezember erscheint Generations Lost für die selbe Konsole. Außerdem erscheinen im Dezember die TWI (Games)-Spiele Soul Star für Sega Mega CD, Rise of the Robots für Sega Game Gear und in Europa PGA Tour Golf II für Sega Game Gear.

1995
Atari Jaguar: I-War Das Spiel Missile Command 3D von Virtuality Entertainment kommt in den Handel. Die Unterstützung des Jaguar VR-Headsets ist zwar in das Spiel implementiert, jedoch wurde zwischenzeitlich entschieden, das Headset doch nicht auf den Markt zu bringen. Zweites Treffen der Führungsspitzen von Atari und JT Storage, dieses findet am 14. Dezember in der Zentrale von JT Storage am 166 Baypoint View in San Jose statt. Mit dabei sind diesmal auch Sams Vater Jack Tramiel sowie JT Storage-Präsident T. David Mitchell. Jack Tramiel bekommt einen Posten im JT-Vorstand angeboten. Der Preis der Jaguar-Konsole wird zum 15. Dezember auf $99 gesenkt, tags darauf erscheinen die Spiele I-War, Atari Karts, Fever Pitch Soccer und Supercross 3D. John Mathieson, zuletzt Vice President Advanced Technology, wechselt zu VM Labs. Präsident und CEO Sam Tramiel erleidet im Dezember eine leichte Herzattacke und verbringt zwei Tage im Stanford Medical Center. Zum Ende des Jahres hat Atari weltweit noch 73 Angestellte, die Produktion sämtlicher Jaguar-Hardware wird zum Jahresende aufgegeben. Nintendo of America kündigt am 4. Dezember die geplante Veröffentlichung eines 3D-Hockey-Spiels auf Basis eines noch nicht erschienenen Atari Games-Arcadespiels für die noch in der Entwicklung befindliche Spielkonsole Nintendo Ultra 64 für Herbst 1996 an. Wayne Gretzky and the NHLPA All-Stars und Kawasaki SuperBike Challenge kommen für den Super Nintendo kommen auf den Markt, ebenso Last Gladiators Digital Pinball für den Sega Saturn. Das Wall Street Journal berichtet erstmals darüber, dass der Time Warner-Konzern die Tochter Time Warner Interactive verkaufen wolle. Am 19. Dezember erscheint Primal Rage sowie Zero Divide für die Sony PlayStation, zwei Tage später ist Primal Rage auch für den Atari Jaguar zu haben. Am 20. Dezember spendet TWI Sylvester & Tweety-Stofftiere im Wert von $15.000 an CityTeam Ministries.

1996
Das Arcadespiel San Francisco Rush: Extreme Racing wird veröffentlicht. Midway Home Entertainment bringt Arcade's Greatest Hits: The Atari Collection 1 für die Sony PlayStation auf den Markt, enthalten sind die Titel Asteroids, BattleZone, Centipede, Missile Command, Super Breakout und Tempest, alle mit Lizenz durch die Atari Division der JTS Corporation.


Nachfolgefirmen Atari, Inc. Midway Games
2000 – Atari Interactive, Inc. (Hasbro)
Am 6. Dezember kauft der französische Computerspielhersteller Infogrames Entertainment S.A. die Hasbro Interactive samt Atari Interactive für 100 Millionen Dollar auf, davon fünf Millionen Dollar in bar. Infogrames erhält zusätzlich eine Langzeitlizenz zur Portierung von Hasbro-Spielen auf aktuelle und künftige Plattformen. Auch die Plattform Games.com wird aufgekauft.
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Letzte Seitenaktualisierung: 3.12.2019
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