Atari ST & Stacy – Modelle 1985 bis 1989 

 


Inhaltsverzeichnis
   → Entwicklungsgeschichte
   → 260 ST und 520 ST
   → 1040 ST
   → Mega ST
   → Stacy Laptop
   → Unveröffentlichte Modelle
   → Peripherie
   → Technische Daten

Entwicklungsgeschichte
Als sich Commodore-Gründer Jack Tramiel und Mitinhaber Irving Gould Anfang 1984 über den weiteren Kurs der Firma zerstritten — Tramiel wollte einen neuen 16-Bit-Computer auf den Markt bringen und Gould unbedingt am erfolgreichen Commodore 64-Konzept festhalten —, verließ Tramiel die Firma im Januar und warb im Lauf der kommenden Wochen und Monate immer mehr Ingenieure und andere Mitarbeiter von Commodore ab, darunter auch den C64-Entwickler Shiraz Shivji. Im April wurde bei der neuen Firma Tramel Technologies Ltd. (kurz TTL) damit begonnen, unter Shivjis Federführung einen neuen 16-Bit-Computer zu entwickeln, der zu einem unschlagbaren Preis in den Massenmarkt kommen sollte – der Codename dieses neuen Systems war daher zu Anfang auch „Rock Bottom Price“. Anfangs stand noch nicht fest, ob man auf dem bereits 1979 erschienenen Motorola 68000-Prozessor oder auf dem National Semiconductor 32032 von 1980 aufbauen sollte, da letzterer aber starke Lieferschwierigkeiten hatte, erledigte sich diese Frage bald darauf von selbst. Als dann TTL Ende Juni die angeschlagene Consumersparte Ataris von deren Mutterfirma Warner Communications aufkaufte und mit dieser am 11. Juli zur Atari Corporation fusionierte, war die Entwicklung des Computers bereits weit vorangeschritten. Schon im Oktober 1984 wurden die Rechner der nun „Atari ST“ (für Sixteen/Thirtytwo, nach dem externen (16-Bit) und internen (32-Bit) Datenbus) getauften Serie angekündigt und im Januar 1985 auf der Winter Consumer Electronics Show in Las Vegas der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Design der gesamten Serie stammt aus der Feder von Industriedesigner Ira Valenski. Abgelöst wurden die Rechner mit Ausnahme von 1040 STFM und Stacy ab 1989 (der Mega ST ab 1991) durch die Computer der STE-Serie. Die gesamte Serie verkaufte sich bis zu ihrem Ende im Dezember 1993 rund sechs Millionen mal und damit beinahe eine Million mal öfter als der Erzrivale Amiga aus dem Hause Commodore.

Nachfolgend Bilder des ersten handverdrahteten ST-Prototyps, die mir mit freundlicher Genehmigung von Bob Lash zur Verfügung gestellt wurden. Die Boards sind im Besitz von Leonard Tramiel. Die Bilder können zum Vergrößern angeklickt werden.



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260 ST und 520 ST: Die erste ST-Generation
Der 520 ST war der erste auf den Markt gebrachte Atari-16-Bit-Computer. Entwickelt in neun Monaten, wurde er auf der Winter CES in Las Vegas im Januar 1985 erstmals vorgestellt. Sein Spitzname war „JackIntosh“ weil er deutlich billiger war als ein Apple Macintosh und über fast dieselben Bedienelemente verfügte. Bei der ersten ST-Generation bis Februar 1986 muss das Betriebssystem TOS noch von Diskette nachgeladen werden. Das brachte Probleme mit einigen Programmen mit sich, die den Arbeitsspeicher voll nutzen wollten – hier lag nun das Betriebssystem mit nahezu 200 kB drin. Erst als die gröbsten Kinderkrankheiten beseitigt wurden und GEM-Entwickler Digital Research sich mit Mitbewerber Apple, der DR wegen der sehr hohen Ähnlichkeit des GEM zum Mac OS verklagte, über kleinere Änderungen am GEM einigte, packte man das Betriebssystem auf ROM-Bausteine und integrierte es fest in die Rechner. Von der Fachpresse wurde der Computer seinerzeit hoch gelobt und innerhalb von drei Jahren verkaufte sich der ST rund eine halbe Million mal, davon mehr als ein Drittel in Westdeutschland. Passend zur Bezeichnung sollte der 260 ST mit 256 kB RAM als günstigere Version des 520 ST auf den Markt kommen und dabei von Supermärkten etc. vertrieben werden, während der 520 ST im Fachhandel verkauft werden sollte. Aufgrund stark fallender Speicherpreise entschied man sich allerdings bei Atari, 512 kB in den 260 ST reinzupacken (damit wurde er identisch mit dem 520 ST) und den Computer 520 STM von da ab als 520 ST zu verkaufen, diesen aber ebenfalls über den Massenhandel im Supermarkt. Lediglich die Programmiersprache ST-BASIC (später Omikron BASIC) und einige Tools (wie z. B. das Kontrollfeld) liegen auf Diskette (der sog. Language Disk) bei. Im Paket war immer ein Diskettenlaufwerk enthalten. Daneben gibt es den 520 ST+, der dieselbe Konfiguration wie der 520 ST aufweist, jedoch mit 1 MB Arbeitsspeicher bestückt wurde. Diese „kleinen“ ST-Computer wurden mit der Vorstellung der STE-Serie im Mai 1989 eingestellt. Im Gegensatz zu allen nachfolgenden Modellen befinden sich bei diesen Computern sowohl Diskettenlaufwerk als auch Netzteil (scherzhaft „Brikett“ genannt) noch – so wie man es noch vom Großteil der vorherigen Computergeneration kennt – außerhalb vom eigentlichen Computer.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen:
TOS 1.00 (Disketten-TOS, 20.06.1985) – das sogenannte „Mushroom-TOS“, nur frühe 520 ST-Modelle
TOS 1.00 (Disketten-TOS, 20.11.1985) – einige 520 ST-Modelle, in der alten BRD vereinzelt auch 260 ST
TOS 1.00 (ROM-Datum 06.02.1986)
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)

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Atari 520 ST Anschlüsse auf der Rückseite Linke Seite Rechte Seite
Anschlüsse des 520 STM Abschirmung Mainboard C070243 Rev. C (260 ST / 520 ST) Mainboard C070243 Rev. I (520 STM)

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1040 ST: Alles unter einem Dach
Bereits 1985 dachte man daran, das bislang noch externe Diskettenlaufwerk sowie das Netzteil fest in den ST zu integrieren, aber erst im April 1986 wurden die Computer 1040 STF und 1040 STFM auf den Markt gebracht. Die bis auf den Arbeitsspeicher (512 kB statt 1 MB) identischen Modelle 520 STF und 520 STFM sind hauptsächlich in den USA und auf den britischen Inseln zu finden. Grund hierfür war der ausgewachsene Computerspielemarkt in diesen beiden Ländern – die meisten Spiele brauchen nur maximal 512 kB Arbeitsspeicher und so waren diese Computer eine günstige Alternative. In den USA wurde der 520 STFM ab Juli 1987 anstelle des 520 STM angeboten. (West-)Deutschland war im Computerbereich zu der Zeit sogenanntes Anwenderland, hier wurde mehr Wert auf großen Arbeitsspeicher gelegt, um auch komplexere Anwendungen stabil laufen zu lassen. Daher waren zu dieser Zeit in Deutschland überwiegend die Rechner der Baureihe 1040 ST zu finden. Er löste schon kurz nach Erscheinen die kleineren ST-Computer sehr schnell aus den Büros, Schulen und Tonstudios ab, da er auf Grund der nun im Gehäuse integrierten Netzteile und Diskettenlaufwerke deutlich weniger Platzbedarf hat. Der 1040 ST ist der am häufigsten anzutreffende Atari-Computer überhaupt. Der Unterschied zwischen STF- und STFM-Modellen besteht schlicht im zusätzlichen RF-Modulator zum Anschluss des STs an den Fernseher in letzterem Modell. Der 1040 STF sowie die beiden 520 ST-Modelle wurden im Mai 1989 mit Vorstellung der STE-Serie eingestellt, der 1040 STFM erst bei Ataris Ausstieg aus dem Computermarkt im Dezember 1993, er wurde parallel zum ⇒ 1040 STE zu einem deutlich günstigeren Preis verkauft.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen:
TOS 1.00 (ROM-Datum 06.02.1986)
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)
TOS 1.04 (ROM-Datum 06.04.1989)

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Atari 1040 ST STF Rückseite STFM Rückseite Linke Seite
Maus- und Joystick- anschlüsse unter dem Nummernblock Abschirmung Ältere Baureihe bis 1988, in der Regel sind hier Diskettenlaufwerke vom Typ Chinon D-357 oder Chinon F-354 zu finden. Neuere Baureihe ab 1988, hier findet man die Laufwerke Sony MP-F11W, Mitsumi D357T oder Epson SMD-380, seltener auch Epson SMD-300
Mainboard C070523-001 Rev. D (1040 STF) Mainboard C070789 (1040 STFM) Mainboard C070789-001 Rev. D (520 STFM) Mainboard C070859-001 Rev. 2 (1040 STF)
Mainboard C070859-001 Rev. 2-3 (1040 STFM)

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Mega ST: Der Profi
Der Mega ST (ursprünglich als ST 1 bezeichnet) kam 1987 auf den Markt. Technisch hat sich gegenüber dem 1040 ST nur wenig getan, außer dass ein neuer Erweiterungs-Bus, eine batteriegepufferte Echtzeit-Uhr und ein Blitter eingebaut wurde. Das Äußere wurde jedoch komplett überarbeitet: Das Gehäuse ist nahezu quadratisch und dient auch als Monitorsockel, es gibt optisch angepasste Festplatten (SH 205, Megafile-Baureihe) dafür, die Tastatur wurde abgesetzt und in der Qualität spürbar verbessert. Das brachte dem ST den endgültigen Durchbruch u.a. im DTP (Desktop Publishing) Bereich. In den USA wurde der Mega ST4 zusammen mit dem Monochrom-Monitor SM 124 und dem Laserdrucker SLM 804 für $ 3.998 angeboten – ein IBM-Laserdrucker kostete alleine schon rund $ 5.000. 1991 wurde er vom Mega STE abgelöst.

Ab Werk verwendete Betriebssystem-Versionen:
TOS 1.02 (ROM-Datum 22.04.1987)
TOS 1.04 (ROM-Datum 06.04.1989)

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Atari Mega ST, oben die neuere, unten die ältere Baureihe Anschlüsse auf der Rückseite Linke Seite Anschlüsse an der Tastatur
Mauskabelführung in der Tastatur – für dickere Mauskabel nicht ganz unproblematisch Mainboard C103277 Rev. 2-1 (Mega ST 1) Mainboard C100167-001 Rev. B (Mega ST 2) Mainboard C100501-001 Rev. 10 (Mega ST 2)
Mainboard C100167-001 Rev. D (Mega ST 4) Batteriefach (2 × AA) für den Puffer Erweiterungsmöglichkeit im Inneren: Der Mega-Bus Ein voller Mega ST 2 mit Crazy Dots-Grafikkarte samt zugehöriger 15-Bit-Erweiterung sowie einer Speichererweiterung auf 4 MB
Speichererweiterung auf 4 MB Grafikkarte „Crazy Dots“ mit 15-Bit-Farberweiterung Nachgerüstetes TOS 2.06

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Stacy: Der ST wird mobil
1989 wurde neben einigen anderen Neuheiten (STE, TT, Portfolio) auch der portable Computer Stacy vorgestellt und nach der FCC-Freigabe im Dezember 1989 auf den Markt gebracht. Beliebt war die Stacy vor allem bei Musikern auf den Bühnen, sie löste oft die bis dahin verwendeten Computer der 1040 ST-Serie ab. Technisch ist der Portable weitgehend identisch mit dem 1040 ST, mit einigen Bauteilen, die auch im TT Verwendung fanden (SCSI-Controller und -Festplatte). Die Grundausstattung ist bei allen Stacy-Modellen die selbe: hintergrundbeleuchtetes Epson LCD, TOS 1.04, das 3½"-Diskettenlaufwerk, Trackball und die vielen Anschlussmöglichkeiten. Frühe Stacys hatten auf der linken Seite einen zusätzlichen Deckel, hinter dem sich ursprünglich ein Erweiterungsbus befinden sollte, dieser wurde jedoch im Serienmodell nicht eingebaut. Ein Akkufach ist zwar vorhanden, wurde aber nie bestückt und zumindest in den ersten Jahren auch im Werk zugeklebt (die Akkus hätten wegen dem hohen Stromverbrauch ohnehin kaum mehr als eine Viertelstunde durchgehalten). Dadurch, dass die Bauteile zum größten Teil identisch mit denen der Desktop-STs sind, ist dieser Portable recht schwer - ohne Akku bringt er ein Lebendgewicht von knapp sieben Kilo auf die Waage. Eingestellt wurde die Stacy mit dem Ausstieg Ataris aus dem Computermarkt Ende 1993.

Die Stacy gab es ab Werk in insgesamt zwölf verschiedenen Ausstattungsvarianten, diese erkennt man an den verschiedenen Modellnummern nach dem Schema LST-0004. Diese liest sich wie folgt: Die ersten drei Ziffern (die fett markierten Nullen) geben dabei die Werksausstattung an, die erste steht für den Arbeitsspeicher (1, 2 oder 4 MB), die zweite für die Anzahl der Diskettenlaufwerke (1 oder 2) und die dritte für das Vorhandensein und ggf. die Größe einer Festplatte (0 = keine Festplatte, 2 = 20 MB-Festplatte, 4 = 40 MB-Festplatte). Eine Stacy mit der Typennummer LST-4144 z. B. ist ausgestattet mit 4 MB Arbeitsspeicher, einem Diskettenlaufwerk und einer 40 MB-Festplatte, eine LST-1204 dagegen nur mit 1 MB RAM und zwei Diskettenlaufwerken, dafür ohne Festplatte. Am weitesten verbreitet sind Modelle mit einem Diskettenlaufwerk und einer Festplatte.

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520 ST 1040 ST Mega ST 130 ST
Atari Stacy Rechte Seite mit Maus-/Joystickports, Umschalter und Diskettenlaufwerk Anschlüsse Linke Seite mit dem ROM-Port
520 ST 1040 ST Mega ST 130 ST
Mainboard Daughterboard mit RAM und TOS-ROMs geschlossen Trackball
520 ST 1040 ST Mega ST 130 ST
Displayeinheit: links das Display, rechts unten ein Lautsprecher, darüber die Einstellrädchen und oben eine Dokumentenklammer Einstellmöglichkeiten für Lautstärke, Helligkeit und Kontrast Geöffnete Displayeinheit Geöffnet
520 ST 1040 ST Mega ST
Ohne Tastatur und Abschirmung TOS-ROMs an der Unterseite Typenschild

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Unveröffentlichte Modelle
Im Lauf der Zeit gab es einige Modelle, die sich zwar in der Entwicklung befanden oder sogar schon vorgestellt wurden, es aber letztendlich doch nicht auf den Markt schafften:

130 ST: Ursprünglicher ST, identisch mit dem 520 ST, aber nur mit 128 kB Arbeitsspeicher, was für einen 16-Bit-Computer schon recht knapp bemessen war. Wurde im Januar 1985 auf der Winter CES vorgestellt, aber schon im März von der Produktpalette gestrichen.

260 STD: Erste Version eines STs mit eingebautem Netzteil und Diskettenlaufwerk, dieses war hier noch auf der linken Seite angebracht.

260 STFM: Weitere Version eines All-in-One-Gerätes, diesmal rein äußerlich schon identisch zum 1040 ST.

2080 ST: Ein 1040 ST mit 2 MB Arbeitsspeicher, scheiterte letztendlich am Preis.

4160 ST: Siehe 2080 ST, aber mit 4 MB Arbeitsspeicher.

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Atari 130 ST

Bild © VintageComputer.net
Atari 260 STD

Bild © Peter Lüke
Atari 260 STFM Atari 2080 ST

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Peripheriegeräte
Was ist ein Computer ohne die dazugehörige Peripherie? Genau, nutzlos. Für den ST gab es aus dem Hause Atari sogar eine ganze Palette an Peripheriegeräten:

Monochrome Monitore
Als herausragendes Beispiel mag hier der von Goldstar produzierte 12-Zoll-Monochrombildschirm SM 124 gelten, der mit einer Bildwiederholfrequenz von 70 Hz (im Gegensatz zu den damals üblichen 60 Hz) ein flimmerfreies und gestochen scharfes Bild bei einer Auflösung von 640 mal 400 Bildpunkten bot. Gebaut wurde der Monitor zwischen 1985 und 1991. Daneben gibt es noch die Modelle SM 125 (1989 bis 1991, Hersteller AOC; ebenfalls 12 Zoll, aber mit Standfuß und längst nicht so brillant wie der SM 124), SM 144 (1990 bis 1991, Hersteller Goldstar, 14 Zoll mit auf den Mega STE passenden Standfuß), SM 146 (1991 bis 1993; Hersteller AOC, 14 Zoll, mit Standfuß) und SM 147 (1993, 14-Zoll-Flatscreen, hergestellt von Quadrant (= Modell QC 1438) und nur in Nordamerika vertrieben). Die beiden 19-Zoll-Großbildschirme SM 194 und SM 195 (1987 bis 1991, hergestellt von Moniterm, Auflösung 1280 mal 960 Pixel) können nur am Mega ST/Mega STE mit einer speziellen Grafikkarte oder am TT verwendet werden, da nur diese das vom Monitor ausgehende ECL-Signal verarbeiten können. Geplant war auch eine andere Version des SM 144 mit integriertem Tragegriff im Gehäuse (vgl. den 1998 erschienenen Apple iMac G3).

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Atari SM 124 Atari SM 125 Atari SM 144 Atari SM 146
Atari SM 147 Atari SM 194

Farbmonitore
Eher für Spiele waren die Farbbildschirme gedacht, der ST konnte hier auch nur in niedriger (320×200) oder mittlerer (640×200) Auflösung darstellen. Den 12-Zoll-Monitor SC 1224 gibt es dabei gleich von drei Herstellern (Goldstar, JVC und Samsung), alle unterscheiden sich im Prinzip nur optisch. Ab 1990 gab es dann auch die größeren 14-Zoll-Modelle SC 1425 (1990 bis 1991) und SC 1435 (1991 bis 1993, Audioausgabe in Stereo, hergestellt von Philips und dabei technisch baugleich mit deren Modell CM8833-II sowie einigen Commodore 1084-Modellen). Ein Sonderfall ist der von JVC hergestellte und nur in Nordamerika vertriebene PS 3000 von 1985/86, bei dem sich unterhalb des 12-Zoll-Bildschirms noch ein einseitiges Diskettenlaufwerk (identisch mit dem SF 354) im Sockel befindet.

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Atari SC 1224 (Goldstar) Atari SC 1224 (JVC) Atari SC 1224 (Samsung) Atari SC 1425
Atari SC 1435 Atari PS 3000

Massenspeicher
Als der ST 1985 erschien, gab es zunächst nur die beiden 3½"-Diskettenlaufwerke SF 314 (doppelseitig, 720 kB, 135 tpi) und SF 354 (einseitig, 360 kB, 135 tpi). Geplant war zudem noch ein Modell SF 324, dessen technische Daten allerdings unbekannt sind.

1986 erschien mit der SH 204 (im Entwicklungsstadium noch SH 324) die erste Festplatte für den ST, noch im rechteckigen Metallgehäuse und mit einer Kapazität von 20 MB. Mit Erscheinen des Mega ST im Jahr 1987 wurden auch optisch angepasste Festplatten angeboten, zunächst die 20-MB-Variante SH 205, die 1988 in Megafile 20 umbenannt wurde, später auch die Modelle Megafile 30 und Megafile 60. Die 10-MB-Festplatten der Typen SH 104 und SH 317 schafften es nicht auf den Markt.

Desweiteren gab es ein Wechselplattenlaufwerk vom Typ Megafile 44 (1989, während der Entwicklung noch SR 144 und SR 444), welches mit 44-MB-Syquest-Medien gefüttert wurde und das CD-ROM-Laufwerk CDAR 504 Optofile (vorgestellt im Juni 1985 und 1986 im Handel, hieß in der Entwicklung noch CDAR 500), welches auch als eigenständiges Audio-CD-Abspielgerät dienen kann – es hat dafür sogar eine kleine abnehmbare IR-Fernbedienung. Für dieses Laufwerk wurde 1992 ein Nachfolger vorgestellt, der es nicht in den Handel schaffte: das Caddy-Laufwerk CDAR 505.

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Atari SF 314 (links neuere Baureihe, rechts alte Baureihe von 1985) Atari SF 354 (links neuere Baureihe, rechts alte Baureihe von 1985) Atari SF 324 Atari SH 204
Atari SH 205 / Megafile Atari Megafile 44 Atari CDAR 504

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Fernbedienung

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Rückseite

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Innenleben

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
geöffnet

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 505
Atari Bandlaufwerk

Bild: backntime.net

Drucker
1986 erschien mit dem SMM 804 der erste Drucker für den ST unter Atari-Logo. Hergestellt wurde der Nadeldrucker bis 1989, er ist baugleich mit dem XMM 801 aus der XE-Serie. Weitere Nadeldrucker mit den Modellbezeichnungen SMM 810 (Star LC-10) und SMM 824 (24-Nadel) waren zwar geplant, wurden aber wieder verworfen. Mit dem Mega ST erschien 1987 auch der Laserdrucker SLM 804, der über den Controller SLMC 804 am DMA-Port angeschlossen werden konnte. Der Laserdrucker verfügt über keinen eigenen Arbeitsspeicher (nach diesem Prinzip werden Laserdrucker bis heute hergestellt), was die Produktion des Druckers äußerst günstig machte. Zusammen mit dem Mega ST und einem Bildschirm wurde der Drucker so als DTP-Set angeboten. 1990 wurde er durch den SLM 605 abgelöst, der zwar etwas langsamer war, dafür aber auch deutlich kompakter. 1992 wurde noch der SLM 406 vorgestellt, der ohne externen Controller auskommen sollte, er wurde allerdings noch vor Markteinführung wieder verworfen. Geplant waren auch noch zwei Farb-Thermodrucker (STC 204, 1985 und STC 504, vorgestellt im April 1986), sowie ein Typenraddrucker vom Typ SDM 124 (1985, baugleich mit dem XE-Drucker XDM 121, der allerdings erschienen ist).

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Atari SMM 804 Atari SLM 804 Atari SLM 605 Atari SLM 406

Bild: ST-Computer
Atari STC 504

Bild © atarimuseum.com
Atari SLMC 804

Sonstiges
Unverzichtbar war natürlich bei einer grafischen Oberfläche eine Maus – von Atari gab es dafür die STM 1, wobei es schon bald darauf bessere Mäuse von Drittanbietern gab. Nicht zu vergessen natürlich die externe Tastatur des Mega ST. Und zur Verbindung mit der Außenwelt diente das 1986 erschienene 1200-baud-Modem SX 212 – leider wurde dieses nur in Nordamerika vertrieben.
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Atari STM 1 Atari Mega ST Tastatur Atari SX 212

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Technische Daten

Prozessor Motorola MC 68000
Taktfrequenz 8 MHz
Arbeitsspeicher (RAM) 128 kB (130 ST)
512 kB (260 ST/STD/STFM, 520 ST/STF/STFM/STM)
1 MB (520 ST+, 1040 STF/STFM, Mega ST1, Stacy)
2 MB (2080 ST, Mega ST2, Stacy 2)
4 MB (4160 ST, Mega ST4, Stacy 4)
Festspeicher (ROM) 16 kB (Modelle mit RAM-TOS)
192 kB (Standard)
Betriebssystem TOS 1.00
TOS 1.02
TOS 1.04
Grafikchip Atari Shifter
Mega ST, Stacy und STF/STFM ab 1987 mit Grafik-Coprozessor Blitter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 200 (4) - Farbmonitor oder Fernseher benötigt

640 × 400 (2) - Monochrommonitor benötigt
Farbpalette 512
Soundchip Yamaha YM-2149 oder GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator
Interne Laufwerke Diskette 3½" DD 720 kB (nur STF, STFM, Stacy und Mega ST)

Festplatte 20 oder 40 MB (nur Stacy)
Tastatur Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Ankündigung November 1984 (130 ST und 520 ST)
5. Januar 1985 (260 ST)
3. September 1986 (2080 ST)
10. Januar 1987 (520 STFM)
Vorstellung 5. Januar 1985 (130 ST und 520 ST)
2. Juni 1985 (260 ST, 260 STD)
4. September 1985 (260 STFM)
9. Januar 1986 (STF/STFM)
8. Januar 1987 (Mega ST)
Mai 1989 (Stacy)
Im Handel Juni 1985 (520 ST)
September 1985 (260 ST, 520 STM, 520 ST+)
März 1986 (STF/STFM)
Juli 1987 (520 STFM)
2. Oktober 1987 (Mega ST2, Mega ST4)
1988 (Mega ST1)
Dezember 1989 (Stacy)
Eingestellt März 1986 (520 ST)
Juli 1987 (260 ST)
Mai 1989 (520 ST+/STM/STF/STFM, 1040 STF)
Oktober 1991 (Mega ST)
Dezember 1993 (1040 STFM, Stacy)

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Letzte Bearbeitung: 18. Juni 2017