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Atari 400 und 800
600 • 1000/1000X • 1200
Atari stieg noch unter Nolan Bushnells Leitung – trotz dessen Missmut darüber – mit den Modellen 400 (Codename „Candy“) und 800 (Codename „Colleen“) in den Heimcomputermarkt ein. Mit der Entwicklung dieser Serie wurde im Jahr 1978 begonnen, im Januar 1979 wurden die Geräte erstmals vorgestellt. Im August folgte die erste kleine Lieferung an Sears, die die Serie ab dem 1. September 1979 testweise verkaufte. Bis zum Weihnachtsgeschäft 1979 war die Serie dann landesweit lieferbar. Zu dieser Zeit war der Heimcomputermarkt noch relativ unbedeutend, die einzigen Konkurrenzprodukte waren der Commodore PET, der Apple II und der TI-99/4A von Texas Instruments. Doch schon in den drei folgenden Jahren gab es einen gewaltigen Boom rund um die erste Generation der Heimcomputer, deren erfolgreichster Vertreter, der Commodore 64, 1982 herauskam.

Atari 400 „Candy“
Mit anfangs nur 8 kB Arbeitsspeicher, ohne eingebautes BASIC (muss als Modul eingesteckt werden) und einer ergonomisch schlechten Folien-Tastatur kam der Atari 400 für etwa 550 Dollar im September 1979 bei der Kaufhauskette Sears, Roebuck & Co. auf den Markt. Im Januar 1981 wurden zusätzlich Modelle mit 16 kB Arbeitsspeicher angeboten, das 8 kB-Modell wurde am 5. Mai 1981 eingestellt. Anfang der 1980er Jahre wurde damit begonnen, Spielhallenklassiker für die Homecomputer umzusetzen. Eine Fülle von Spielmodulen überschwemmte den Markt, für die beiden Ataris besonders interessant, da sie über vier Joystickports verfügen. Bemerkenswert ist auch, dass die Spezialchips ANTIC, POKEY, GTIA (bis 1981 CTIA) und PIA unverändert bis zum letzten 8-Bit-Atari (XE Game System, 1987) zum Einsatz kamen. Im Dezember 1980 lagen die Verkaufszahlen der 400/800-Reihe bei 35.000 Einheiten, am 13.12.1982 bereits bei 400.000. Im Oktober 1983 trat der 600 XL die offizielle Nachfolge des 400 an. Im Mai 1983 wurde der Computer aus dem Programm genommen.

Atari 800 „Colleen“
Der Atari 800 ist der „große Bruder“ des 400. Anstelle der Folientastatur ist hier eine echte Schreibmaschinen-Tastatur zu finden und ein zweiter Modulschacht wurde eingebaut. Letzterer wird allerdings nur von sehr wenigen Modulen unterstützt. Zusätzlich ist das Aufrüsten des Arbeitsspeichers wesentlich einfacher als beim 400, hier wird einfach nur die gesamte zweiteilige Hauptklappe entfernt, darunter sieht man einen ROM- und drei RAM-Steckplätze. Außerdem verfügt der 800 über einen Monitorport, in Australien gab es dazu passend mit dem Atari 900 einen — wahrscheinlich inoffiziellen — Monitor. Für 1983/84 wurden allein die Verkäufe des 800 auf 250.000 Geräte angegeben. Die letzten Geräte wurden im September 1983 für 165 Dollar verkauft, der Preis bei Beginn der Baureihe 1979 lag bei 1080 Dollar. Nach Erscheinen des Nachfolgers 1200 XL wurde die Produktion des 800 im Mai 1983 eingestellt.

Nachfolgeprojekte
Atari 600
Dieser Computer ist nicht die Vorversion des 600 XL, sondern die kleine Ausgabe der zuerst geplanten Nachfolger der Computer 400/800. Der 600 verfügt über einen PBI und besitzt ein Betriebssystem im ROM. Das Gehäuse wurde später beim 600 XL in leicht veränderter Form übernommen. Entwickelt wurde er 1981.

Atari 1000 / 1000 X „Sweet 16“
Außer der üblichen technischen Daten und der Einführung des PBI-Busses ist über diesen Computer leider nichts bekannt. Er trägt den selben Codenamen wie der 1200 XL, ist also möglicherweise ein frühes Entwicklungsstadium oder eine weitere mögliche Bezeichnung. Begonnen wurde mit der Entwicklung 1981.

Atari 1200
Dieser Computer wurde 1981 als Nachfolger des Atari 800 konzipiert. Das Gehäuse wurde später für die Rechner 1200 XL und 1400 XL verwendet.

Technische Daten
  Atari 400 Atari 800 Atari 600 Atari 1000 / 1000 X Atari 1200
Prozessor MOS 6502A MOS 6502A MOS 6502A MOS 6502A MOS 6502A
Taktfrequenz 1,79 MHz (NTSC)
1,77 MHz (PAL)
1,79 MHz (NTSC)
1,77 MHz (PAL)
1,79 MHz 1,79 MHz 1,79 MHz
Arbeitsspeicher (RAM) 8 - 48 kB, Steckmodul
(1 Steckplatz)
8 - 48 kB, Steckmodul
(3 Steckplätze)
16 kB 64 kB 64 kB
Festspeicher (ROM) 10 kB, fest installiert 10 kB, über Steckkarte 16 kB 16 kB 16 kB
Betriebssystem Atari OS Atari OS Atari OS Atari OS Atari OS
Grafikchips Atari Alpha Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Color Television Interface Adapter (CTIA)
(später ersetzt durch den Graphics Television Interface Adapter (GTIA))
Atari Alpha Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Color Television Interface Adapter (CTIA)
(später ersetzt durch den Graphics Television Interface Adapter (GTIA))
Atari Alpha Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Graphics Television Interface Adapter (GTIA)
Atari Alpha Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Graphics Television Interface Adapter (GTIA)
Atari Alpha Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Graphics Television Interface Adapter (GTIA)
Auflösungen (Grafik) 80 × 192
160 × 192
320 × 192
80 × 192
160 × 192
320 × 192
80 × 192
160 × 192
320 × 192
80 × 192
160 × 192
320 × 192
80 × 192
160 × 192
320 × 192
Farbpalette 256 256 256 256 256
Soundchip Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY) Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY) Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY) Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY) Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY)
Soundkanäle 4 PSG 4 PSG 4 PSG 4 PSG 4 PSG
Anschlüsse 4× Controller*
SIO
TV

*) Lightpens und Lightguns werden nur an Controllerport 4 unterstützt
4× Controller
SIO
TV
Monitor
2× Controller
SIO
TV
Monitor
Parallel Bus Interface
2× Controller
SIO
TV
Monitor
Parallel Bus Interface
2× Controller
SIO
TV
Monitor
Parallel Bus Interface
Tastatur Folie, 57 Tasten + 4 Funktionstasten Schreibmaschine, 57 Tasten + 4 Funktionstasten Schreibmaschine, 57 Tasten + 5 Funktionstasten Schreibmaschine, 57 Tasten + ? Funktionstasten Schreibmaschine, 57 Tasten + 11 Funktionstasten
Entwicklungsbeginn 1978 1978 1981 1981 1981
Vorstellung Januar 1979 Januar 1979
Verkaufsstart 8 kB-Version: 1.9.1979

16 kB-Version: Januar 1981
1.9.1979
Verkaufsstopp 8 kB-Version: 5.5.1981
16 kB-Version: Mai 1983
Mai 1983

Bilder
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Atari 400 Atari 800 Atari 600

Bild © The Atari Historical Society
Atari 1200
Atari 400

Erstes Logo, abgedruckt im Sears-Katalog 1979
Atari 400

zerlegt in Einzelteile
Atari 800

Modulschacht, hier mit Spielmodul RX 8025 „Defender“ im linken Schacht, 10K ROM (CX 801) und 3× 16K RAM (CX 853, avon 2 ohne Gehäuse)
Atari 800

Schreibtisch zu Anfang der 1980er Jahre – zu sehen sind der Atari 800, zwei 810 Diskettenlaufwerke, der Drucker 825, der Datenrekorder 410P und das Schnittstellenmodul 850.
Atari 400

Mainboard, Daughterboard und CPU-Karte
Atari 800

Mainboard, Daughterboard und CPU-Karte
Atari 400

Anschlüsse
Atari Heimcomputer

Startbildschirm
Atari 410
Datenrekorder


Frühe in Japan gebaute Version

Übertragungsrate: 600 bps
4 Spuren
1 Datenkanal
1 Audiokanal
ca. 100 kB pro Kassette
SIO-Endglied
eigene Stromversorgung
Start August 1979
Stopp ca. 1980
Atari 410
Datenrekorder


Version 410a, produziert in Taiwan

Übertragungsrate: 600 bps
4 Spuren
1 Datenkanal
1 Audiokanal
ca. 100 kB pro Kassette
SIO-Endglied
eigene Stromversorgung
Start ca. 1980
Stopp ca. 1981
Atari 410
Datenrekorder


Version 410 P

Übertragungsrate: 600 bps
4 Spuren
1 Datenkanal
1 Audiokanal
ca. 100 kB pro Kassette
SIO-Endglied
eigene Stromversorgung
Start ca. 1981
Stopp Mai 1983
Atari 810
Diskettenlaufwerk


Disketten: 5¼ Zoll, einseitig
40 Spuren
18 Sektoren/Spur
128 Bytes/Sektor
90 kB Speicherkapazität
Übertragungsrate 19,2 kB/s
Motor: 288 U/min
Steuerung: MOS 6507
DOS 1.0 (1980-81) bzw. DOS 2.0S (1981-83)
1 Schreib-/Lesekopf
Anschluss über SIO
Vorgestellt Januar 1980
Eingestellt Mai 1983

Es existieren Versionen von den Herstellern MPI und Tandon. Die Tandon-Variante besitzt einen Schiebeverschluss, die MPI-Version einen Schnappverschluss.
Atari 815
Diskettenlaufwerk


Disketten: 2× 5¼ Zoll, einseitig
40 Spuren
18 Sektoren/Spur
256 Bytes/Sektor
180 kB Speicherkapazität
Übertragungsrate 19,2 kB/s
Motor: 288 U/min
Steuerung: MOS 6507
DOS 2.0D
1 Schreib-/Lesekopf
Anschluss über SIO
Vorgestellt Juni 1980
Eingestellt August 1980

Das Laufwerk fiel in der Qualitätskontrolle mit schwerwiegenden Mängeln durch, etwa zwanzig Stück wurden dennoch ausgeliefert.
Atari 820
Nadeldrucker


40 Zeichen
hergestellt von LRC/Eaton
baugleich mit LRC 7000 und Eaton 7000
Anschluss über SIO
Vorstellung Januar 1979
Einstellung Mai 1983
Atari 822
Thermodrucker


Hersteller: Trendcom
baugleich mit Trendcom 100
Anschluss über SIO
Vorstellung Juni 1980
Einstellung Mai 1983

Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Meyer
Atari 825
Nadeldrucker


80 Zeichen
Hersteller: Centronics
baugleich mit Centronics 737
Anschluss über Atari 850
Vorstellung Januar 1980
Einstellung Mai 1983
Atari 830
Akustikkoppler


Übertragungsrate 300 Bd/s
Anschluss über Atari 850
Vorstellung Januar 1980
Einstellung Mai 1983

Bild mit freundlicher Genehmigung von Matthias Wittland
Atari 835
Modem


Übertragungsrate 300 Bd/s
Hersteller: Racal-Vadic
Anschluss über SIO
Vorstellung 1981
Einstellung Mai 1983
Atari 850
Schnittstellenmodul


Anschluss über SIO
4 9-polige serielle Schnittstellen
2 SIO-Schnittstellen
1 parallele Schnittstelle
Vorstellung Januar 1980
Einstellung Mai 1983
Atari 850 P
Schnittstellenmodul


seltenere Metallgehäuse-Version, technisch identisch mit der 850
Atari CX 40
Joystick


erste graue Variante vom September 1979, eingestellt im Mai 1983
Atari CX 70
Light Pen


Anschluss über Controllerport (bei 400 an Port 4)
Vorstellung Juni 1980
Einstellung Mai 1983
Nachfolger: Atari CX 75
Atari CX 85
Numerischer Tastenblock


Anschluss über Controllerport
Vorstellung 1981
Einstellung Mai 1983
Atari CX 852
Arbeitsspeicher-Modul


8 kB
Daneben existieren CX 853 (16 kB) und CX 801 (10 kB ROM)


Weitere, in Planung befindliche Modelle waren:
Atari 816 Diskettenstation
Atari 817 Diskettenstation
Atari 827 Typenraddrucker
Atari 837 1200-baud-Modem
Atari CX 851 4K RAM
Atari CX 854 32K RAM
Atari CX 855 64K RAM
Atari CX 856 128K RAM
Atari CX 857 256K RAM
Atari CX 858 512K RAM
Atari CX 859 1024K RAM

Von den oberen drei Geräten sind die technischen Daten unbekannt, vom Modem ist auch nur die Übertragungsrate bekannt, möglicherweise wurde nicht einmal mit der Entwicklung begonnen und die Nummern existieren nur auf Notizen. Das gleiche gilt für die Arbeitsspeichermodule ab CX 856 aufwärts, denn die 8-Bit-Heimcomputer können ohne Speicherverwaltung maximal 64 kB verarbeiten, außerdem dürfte der Preis für ein Megabyte Anfang der 1980er sehr hoch gewesen sein.


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