Die Atari XL-Computer

Atari XL

Einführung

An den Nachfolgern der Modelle 400 und 800 wurde seit Frühjahr 1981 gearbeitet, im März 1983 kam mit dem 1200XL der erste Vertreter der neuen XL-Serie auf den Markt. Schon im Juni wurden vier weitere Modelle vorgestellt, einige Wochen später die Produktion des eher unbeliebten, weil teilweise inkompatiblen und zu teuren 1200XL wieder eingestellt. Die Modelle 600XL und 800XL kamen gegen Jahresende in den Handel, in ausreichend großen Stückzahlen allerdings erst zu Jahresbeginn 1984. Der 600XL wurde bis September eingestellt, die Produktion des 800XL lief mit einer dreijährigen Unterbrechung bis Ende 1991 weiter.

Anders als bei der Vorgängerserie, bei der lediglich noch das Topmodell überarbeitet werden sollte, gibt es bei der XL-Reihe gleich mehrere Computer, die zwar entwickelt, aber entweder gar nicht oder stark verändert auf den Markt gekommen sind. Dazu gehören alle Rechner der Professional Line (1400XL, 1450XLD, 1600XL/1650XLD), die Vorserienmodelle 1200 und 600 sowie das auf dem Amiga Lorraine-Chipsatz basierende Modell 1850XLD. Die Gründe für die letztlich nicht erfolgten Veröffentlichungen sind vielfältig, drehen sich aber im Endeffekt um die Lage nach dem Video Game Crash in Nordamerika und dessen schwerwiegende finanzielle Folgen für Atari.

Die Technik der Serie 400/800 wird in dieser Serie aus Gründen der Kompatibilität weitergenutzt und um einige Funktionen wie beispielsweise den Multiplexerchip FREDDIE oder den Parallel Bus Interface erweitert. Andere Techniken und Ausstattungen wie der zweite Modulschacht, zwei der vier Controller-Anschlüsse oder die modulare Bauweise wurden abgeschafft. Die Gehäuse wurden von Industriedesigner Regan Cheng dem Zeitgeist angepasst und kamen nun in edel wirkenden Braun- und Weißtönen im schlanken Design anstatt der beigen Schreibmaschinenoptik daher, und der Prozessor sowie das Betriebssystem erhielten ein Update.

1985 kamen die Nachfolger der XE-Serie auf den Markt und die XL-Baureihe wurde bis auf wenige Ausnahmen endgültig eingestellt. Da die Produktionskapazitäten der XE-Serie durch die überaus starke Nachfrage in den Ostblockländern total ausgereizt war, wurde zusätzlich der 800XL 1988 erneut aufgelegt. Insgesamt haben sich die Rechner der XL-Serie etwa zwei Millionen Mal verkauft (105.000 Geräte fallen dabei auf den 1200XL) – sie platziert sich damit in den Top Ten der meistverkauften 8-Bit-Computerbaureihen.

In der Menüleiste links können die Modelle angeklickt werden.

Atari XL-System






Letzte Seitenbearbeitung: 10. November 2021