Atari Jaguar 

Atari Jaguar 64-Bit Interactive Multimedia System

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Entwicklung
Die Entwicklung der Jaguar-Konsole begann bereits Anfang der 1990er Jahre bei der Firma Flare Technology unter den ehemaligen Sinclair-Entwicklern John Mathieson und Martin Brennan, sie arbeiteten zu dieser Zeit auch an der → Panther-Konsole. Die beiden wollten eine Konsole entwickeln, die technisch Segas Genesis und das Super Nintendo Entertainment System übertreffen, aber trotzdem günstig zu produzieren sein sollte. Beeindrucht von der Arbeit am Konix Multisystem überzeugte die Atari-Führung die beiden, Flare Technology zu schließen und stattdessen eine von Atari vollfinanzierte neue Firma namens Flare II zu gründen, dort setzten sie ihre Entwicklungsarbeiten dann fort. Nach der Bestätigung der Gerüchte über eine neue Spielkonsole aus dem Hause Atari im Mai 1991 und der ersten offiziellen Ankündigung Ende 1992 wurde die fertige Konsole erstmals im Juni 1993 auf der Summer CES präsentiert, eine offizielle Vorstellung gab es dann im darauffolgenden August in der Atari-Zentrale in Sunnyvale. Produziert werden sollte die Konsole vom Computerriesen IBM, mit dem ein 500-Millionen-Dollar-Deal ausgehandelt wurde – Atari hatte zu dieser Zeit bereits keine hauseigenen Fertigungsstätten mehr. Ab November 1993 konnte man die Konsole in New York City und San Francisco für 249 Dollar kaufen, der Rest des Landes hatte erst ab dem Frühjahr 1994 die Gelegenheit. Doch gleich zu Beginn hatte der Jaguar mit Schwierigkeiten zu kämpfen – es fehlte noch an einer Zielgruppe und es war nur ein einziges Spiel erhältlich (Cybermorph, wobei Atari vollmundig ankündigte, dass bereits Dutzende weitere Spiele in der Entwicklungsphase seien). Zwar wurde bereits im Dezember mit dem ursprüglich für den Panther geplanten Titel Trevor McFur in the Crescent Galaxy nachgelegt, doch weitere erwartete Veröffentlichungen wurden verschoben oder blieben ganz aus. So wurden zu Marktstart nur ganze 17.000 Geräte abgesetzt, im gesamten Jahr 1994 waren es nur 100.000 Konsolen. Zum Vergleich: Der Handheld → Lynx kam in den ersten zwei Monaten schon auf 50.000 verkaufte Einheiten, im Folgejahr kamen 500.000 weitere dazu. Schließlich wurde Ende 1994 der Preis gesenkt, um die Konsole wettbewerbsfähiger zu machen. Auf der Winter CES 1995 wurde erstmals das Nachfolgemodell Jaguar·Duo vorgestellt, welches das ebenfalls noch nicht erschienene CD-Laufwerk beinhalten sollte. Als dann 1995 die Konsolen Sega Saturn (Mai) und Sony PlayStation (September) erschienen, gingen die Verkaufszahlen des Jaguar schlagartig in den Keller. Im Jahresbericht von 1995 heißt es, dass die Absatzzahlen weit unter den Erwartungen des Managements liege und dass das finanzielle Ergebnis der Firma massiv durch die Investitionen in den Entwicklungsbereich und die Lizenzierungen beeinträchtigt werde. Atari führte die schwachen Verkaufszahlen richtigerweise auf die massiven Verspätungen in der Spieleentwicklung zurück, wodurch auch zukünftige Käufer abgeschreckt wurden – schließlich konnte niemand sagen, ob, und wenn ja, wann neue Spiele für die Konsole herauskommen würden. Atari hatte mittlerweile wieder mit ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, so dass auch das Marketing nicht so ausfallen konnte, wie es für die Konsole notwendig gewesen wäre. Der Umsatz fiel von 38,7 Mio. Dollar im Jahr 1994 auf nur noch 14,6 Mio. Dollar im Jahr 1995. Im Wege stand dem Jaguar dabei sicherlich auch die komplizierte Systemarchitektur, durch die für das System nur sehr schwer zu programmieren war. Die schlechten Verkaufszahlen, restriktive Lizenzbedingungen seitens des Atari-Managements, schon lange versprochene und nicht erschienene Hardwareerweiterungen und auch die schlechten Kritiken hielten Drittanbieter davon ab, weiterhin Spiele für den Jaguar zu entwickeln – dabei waren schon Titel wie FIFA und die Need for Speed-Reihe für den Jaguar geplant, die dann eben auf PlayStation, Saturn und anderen Plattformen erschienen. Viel zu spät brachte Atari dann im September 1995 das Jaguar CD-Laufwerk in den Handel und legte im Oktober mit einem verbesserten Controller nach. Letztendlich wurden im gesamten Produktionszeitraum von November 1993 bis August 1995 nur 135.000 Konsolen verkauft, weitere 90.000 Geräte befanden sich Ende 1995 noch immer im Lager. Ab Sommer 1995 wurden daher auch keine neuen Produktionsaufträge mehr an IBM geschickt, das von Philips produzierte CD-Laufwerk wurde nach der zweiten Charge im Dezember 1995 bereits wieder eingestellt. Im November 1995 wurde die gesamte Entwicklermannschaft entlassen – der Legende nach durch einen Wutanfall Jack Tramiels, der einen Jaguar an die Wand geworfen und gebrüllt haben soll: „Ihr könnt alle eure Koffer packen, euer Spielzeug nehme ich euch weg!“ Ende 1995 wurde eine massive TV-Kampagne gestartet, in der überenthusiastische Verkäufer das System in den höchsten Tönen anpriesen – Ziel war es, die hohen Lagerbestände möglichst schnell an den Mann zu bringen und danach aus der Hardwareproduktion vollständig auszusteigen. Damit ist auch zu erklären, warum zu dieser Zeit noch einmal vermehrt neue Jaguar-Spiele auf den Markt kamen. Im April 1996 erschien mit Fight For Life das letzte Spiel aus dem Hause Atari.

Nach dem Ende
Imagin Systems HotRod Dentalkamera Der technische Support wurde noch bis 1998 von Atari bzw. der Atari Division von JTS aufrechterhalten, im Mai 1999 gab der neue Rechteinhaber Hasbro die Rechte frei, womit der Jaguar zur Public Domain-Plattform wurde. Kurz darauf brachten Firmen wie Telegames und Songbird Productions noch einmal Spiele für das System auf den Markt, bei diesen handelt es sich meist um noch bei Atari entwickelte Spiele, zum Teil waren diese noch gar nicht fertiggestellt. Die britische Handelskette Game brachte den Jaguar 2001 erneut in den Handel, die Konsole war dabei schon für £29,99 zu haben, Spiele für £9,99, seltenere Spiele für £39,99. 2007 wurde der Jaguar dann ausgelistet, Restbestände der Konsole für £9,99, die Spiele für £0,97 das Stück verscherbelt. Der Dentalkamera-Hersteller Imagin Systems kaufte die Gussformen für das Jaguar-Gehäuse sowie die Steckmodule auf. Daraus entstanden dann die Gehäuse der HotRod-Dentalkameras und die Erweiterungskarten dafür. Mike Kennedy vom Retro Videogame Magazine kaufte die Gussformen dann im Dezember 2014 auf, geplant war, damit eine Crowdfunding-finanzierte Retro-Konsole namens Retro VGS bzw. Coleco Chameleon zu produzieren. Aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten sowie persönlicher Kritik an Kennedy wurde das Vorhaben im März 2016 aufgegeben. Zwei angeblich existierende Prototypen stellten sich als Falschmeldungen heraus, woraufhin Hasbro seine Lizenz zur Nutzung der Marke Coleco zurückzog. Albert Yarusso, Betreiber der Seite → AtariAge kaufte die Gussformen dann wiederum auf. Bis heute gibt es 69 offiziell erschienene Spiele und mittlerweile eine ganze Reihe an sogenannten Homebrew-Spielen.

Die Bit-Kontroverse
Atari vermarktete den Jaguar aggressiv als 64-Bit-System und versuchte so, die Konkurrenz mit ihren 16- und 32-Bit-Konsolen ins Lächerliche zu ziehen. Sieht man sich allerdings die Systemarchitektur genauer an, muss man zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei eher um ein 16-/32-Bit-System mit einigen 64-Bit-Elementen handelt. Prozessor und Grafikchip haben jeweils einen 32-Bit-Befehlssatz, senden dabei aber Kontrollsignale an den 64-Bit-Grafikcoprozessor. Die Annahme Ataris, dass die beiden 32-Bit-Prozessoren somit ein 64-Bit-System ergeben würden, wurde vom Magazin Electronic Gaming Monthly verspottet, denn nach dieser Logik müsste der Sega Saturn ein 112-Bit-Monster sein. Next Generation hielt den Jaguar dagegen trotz seiner negativen Kritik am System für eine echte 64-Bit-Konsole, da der Datenbus zwischen DRAM auf der einen Seite und Prozessor, Tom und Jerry auf der anderen Seite eine Breite von 64 Bit aufweist.

Atari Games CoJag
Atari Games: Area 51 Atari Games: Area 51 Die zu Time Warner gehörende Schwesterfirma Atari Games erwarb 1994 eine Lizenz zur Nutzung der Jaguar-Hardware für ihre Arcadespiele. Atari Games ersetzte dabei je nach geplantem Spiel den 68000 durch den Motorola 68020 oder den MIPS R3000, vergrößerte den Arbeitsspeicher, erweiterte den ROM-Bus auf volle 64-Bit und installierte noch eine Festplatte, genannt wurde das System dann CoJag. Zum Einsatz kam es allerdings nur in den Arcadespielen Area 51 und Maximum Force, weitere geplante Spiele wie 3 on 3 Basketball, Fishin' Frenzy und Vicious Circle wurden zwar entwickelt, sind aber nie erschienen.

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Aufbau und technische Daten

Zum Einsatz kommt hier der schon vom → Atari ST bekannte Prozessor Motorola 68000, der hier mit einem Systemtakt von 13,295 MHz versorgt wird. Dieser hat im Jaguar aber eigentlich nur die Aufgabe, die Controllereingaben auszuwerten. Leonard Tramiel gab sogar explizite Anweisung an die Spieleentwickler, den 68000 nicht mit in die Spiele einzubeziehen – was aber nicht immer befolgt wurde, da die Programmierer mit dem Befehlssatz des 68000 bereits vertraut waren.

Atari Tom und Jerry

Die eigentliche Arbeit in der Konsole übernehmen die beiden 32-Bit-CISC-Chips Tom (Motorola SC414200AT) und Jerry (Motorola SC414201FT). Tom wird mit 26,59 MHz getaktet und enthält den Grafikprozessor samt 4 kB Arbeitsspeicher und einem erweiterten Befehlssatz für 3D-Anwendungen, den 64-Bit-Blitter, der Hochgeschwindigkeits-Logikoperationen, Z-Buffering und Gouraud-Shading unterstützt, den 64-Bit-Objektprozessor, der seine Befehle direkt vom System erhält und daher nicht programmiert werden kann, sowie den DRAM-Controller. Jerry, ebenfalls mit 26,59 MHz getaktet, beinhaltet den 32-Bit-DSP samt 8 kB internem Arbeitsspeicher, dieser kann Sound in Beinahe-CD-Qualität ausgeben. Die Anzahl der Audiokanäle wird hierbei allein durch die Software festgelegt. Zwei Stereo-DACs wandeln digitale Daten in analoge Tonsignale um. Der DSP unterstützt zudem Wavetable Synthesis, FM Sample Synthesis und AM Synthesis. Daneben beinhaltet Jerry noch den Universal Asynchronous Receiver Transmitter (UART), einen Clock Control Block, diverse Timer und ihm obliegt die Kontrolle der Eingabegeräte.

Technische Daten
Blockschaltbild des Atari Jaguar
Prozessoren 1 und 2 TOM
beinhaltet den DRAM-Speichercontroller, den Objektprozessor, den Grafikchip mit 4 kB SRAM und den Blitter
Prozessoren 3 und 4 JERRY
beinhaltet den DSP (Digitaler Signalprozessor) mit 8 kB SRAM, Timer, Zeitcontroller, Soundchip
Prozessor 5 Motorola MC68000 16/32-Bit CISC @ 13,295 MHz
Controller Jaguar PowerPad
Jaguar ProController
Jaguar VR (nicht veröffentlicht)
Arbeitsspeicher 2 MB 16-Bit DRAM, mittlere Zugriffszeit 80 ns
Auflösung 680×450
Farbpalette 16,7 Mio.
Farbtiefe bis 32 Bit
Sprites unbegrenzt
Soundkanäle variabel
Verkaufte Einheiten ca. 225 000 Jaguar-Einheiten und ca. 20 000 Jaguar CD-Einheiten
Verkaufsstart 23. November 1993 (New York City, San Francisco)
Frühjahr 1994 (USA, Kanada)
27. Juni 1994 (Vereinigtes Königreich)
1. August 1994 (Australien)
1. September 1994 (Deutschland)
8. Dezember 1994 (Japan)
1. April 1995 (Spanien)
September 1995 (Jaguar CD)
Neupreis bei Erscheinen USA: $249,99
Vereinigtes Königreich: £199,99
Australien: AU$699,00
Deutschland: 549,00 DM
Japan: ¥29.800
Spanien: 39.990 Ptas


Atari Jaguar Mainboard

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Modellvarianten

Atari Jaguar (Modelle J8001, J8003, J8005; 1993)
Anfangs wurde nur das Grundgerät angeboten, auf das das CD-Laufwerk aufgesetzt werden kann. Es bietet einen RF-Ausgang, einen DSP-Port, einen Erweiterungsport, zwei Controlleranschlüsse und auf der Oberseite den Modulschacht. PAL- und NTSC-Modelle lassen sich anhand der LED unterscheiden, bei PAL-Modellen leuchtet diese grün, bei NTSC-Modellen rot.

Atari Jaguar Basisger&aauml;t


Atari Jaguar Duo (unveröffentlicht)
Bereits auf der Winter CES 1995 vorgestellt, sollte dieses Modell, das intern sogar Jaguar III hieß, Ende 1995 das bisherige Jaguar-Modell ablösen. Technisch bleibt dabei alles beim Alten, jedoch ist das CD-Laufwerk in dieser Konsole bereits fest integriert. Der Jaguar·Duo sollte parallel zum → Jaguar² verkauft werden.

Atari Jaguar Duo
Bild mit freundlicher Genehmigung von Atari Explorer


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Medien
Der Jaguar nutzt zwei Arten von Medien: Zum einen sind da die schon von den älteren Atari-Konsolen bekannte Steckmodule, die allerdings eine begrenzte Größe von maximal 6 MB aufweisen kann. Sie besitzen eine 104-polige Kontaktleiste und sind in einem Kunststoffgehäuse mit einer gebogenen Griffleiste untergebracht. Das eigentlich weitaus interessantere, aber wenig genutzte Medium war die CD, die beim Jaguar ein ganz spezielles Format hat und von keinem anderen System gelesen werden kann. Sie bietet eine Speicherkapazität von maximal 790 MB und bietet somit ganz andere Möglichkeiten in allen Bereichen. Gelesen werden können zudem herkömmliche Audio-CDs und Kodak Photo-CDs.

Atari Jaguar: Cybermorph Atari Jaguar CD: Battlemorph

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Controller und Zubehör

Atari Jaguar PowerPad (Modell J8901, 1993)
Der relativ komplizierte Spielcontroller – Steuerkreuz, drei Feuertasten, zwei Optionstasten und ein numerisches Tastenfeld – wurde 1:1 vom Atari Panther übernommen, selbst das Design wurde beibehalten. Über das Tastenfeld kann ein Overlay gelegt werden, welches links und rechts mit je zwei Laschen festgehalten wird, dieses liegt aber nicht allen Spielen bei. Angeschlossen wird der Controller an einer der beiden 15-poligen Schnittstellen an der Vorderseite der Konsole oder an einer der vier Schnittstellen des weiter unten erwähnten TeamTap. Der Controller ist kompatibel zur erweiterten Controllerschnittstelle der Computer → 520STE, 1040STE und → Falcon030 und kam farblich passend zu diesen auch in hellgrau/hellblau auf den Markt.

Atari Jaguar PowerPad

Atari Jaguar ProController (Modell J8907, 1995)
Der erst im Oktober 1995 erschienene Controller bietet zusätzlich drei Feuertasten (X, Y, Z) und zwei Schultertasten (L, R), die allesamt auf die Matrix des Tastenfelds gelegt wurden – Taste 4 entspricht der linken Schultertaste, Taste 6 der rechten Schultertaste und die Tasten 7, 8 und 9 haben die gleiche Funktion wie die Buttons Z, Y und X respektive. Nur wenige Spiele wurden so programmiert, dass sie von den zusätzlichen Tasten Gebrauch machten, davon nur vier von Atari (Atari Karts, Battlemorph, Fight For Life, Missile Command 3D). Es ist denkbar und sogar recht wahrscheinlich, dass dieser Controller das PowerPad bei Erscheinen der Konsole Jaguar·Duo als Standardcontroller ablösen sollte. Bedingt durch die mittlerweile absurd hohen Preise für diesen Controller wurde 2018 ein Nachbau des ProControllers (jedoch ohne Atari-Logo, da man hier Schwierigkeiten mit dem derzeitigen Rechteinhaber Atari SA befürchtete) in Umlauf gebracht.

Atari Jaguar ProController + PowerPad in grau
ProController (links) und grau-blaues PowerPad (rechts)

Atari Jaguar TeamTap (1995)
Dieser Adapter, der im August 1995 auf den Markt gebracht wurde, kann bis zu vier Jaguar-Controller aufnehmen und wird an eine der Controller-Schnittstellen auf der Vorderseite der Konsole angeschlossen. Theoretisch sind somit bis zu acht Spieler möglich. Spiele mit TeamTap-Unterstützung gibt es allerdings nur zwei: White Men Can't Jump, mit dem der Adapter oft ausgeliefert wurde, und NBA Jam Tournament Edition.

Atari Jaguar TeamTap
Bild mit freundlicher Genehmigung von AtariAge

Atari JagLink Interface (Modell J8908, 1994)
Netzwerk im Kleinformat: Mit dem Interface können zwei Jaguar-Konsolen miteinander verbunden werden, eingesteckt werden die Adapter jeweils an der rechten Controllerschnittstelle der Konsole. In jede Konsole muss dabei das selbe Spiel eingesteckt werden und beide müssen an ein eigenes Ausgabegerät gehängt werden. Spiele mit JagLink-Unterstützung sind Doom, Air Cars und BattleSphere.

Atari JagLink Interface

Jaguar CD (Modell J8800, 1995)
Atari Jaguar mit Jaguar CD Eins der meistgesuchten Hardwareteile des Jaguar ist der bereits 1993 angekündigte, aber erst im September 1995 für $149 erschienene Multimedia-Aufsatz Jaguar CD. Dieser wurde von Philips produziert und liest Jaguar CDs, Audio CDs und Kodak Photo CDs, außerdem beinhaltet es die von Jeff Minter programmierte Virtual Light Machine, eine Art digitaler Effektsynthesizer nach dem Vorbild des 1977 erschienenen → Atari Video Music. Eingesteckt wird das Doublespeed-Laufwerk in den Modulschacht der Konsole, es besitzt dabei selbst einen durchgeschleiften Modulschacht, so dass das Laufwerk beim Verwenden von Modulspielen nicht abgenommen werden muss, außerdem wird hier auch das Speichermodul Memory Track (siehe weiter unten) eingesteckt. Zusammen mit dem Laufwerk wurden die Spiele Vid Grid und Blue Lightning ausgeliefert, dazu noch eine Demoversion von Myst und die Audio-CD Tempest 2000 – The Soundtrack. Nach nur 20.000 Stück wurde die Produktion bereits im Dezember 1995 wieder eingestellt. Lediglich zwölf Spiele erschienen seinerzeit für das Laufwerk, in den letzten Jahren kommen aber immer mehr Eigenentwicklungen dazu.

Atari Jaguar CD

Atari Jaguar CD Memory Track (Modell J8911, 1995)
Zum Speichern der Spielstände bei CD-Spielen brachte Atari im Oktober 1995 das Speichermodul Memory Track auf den Markt, welches 128 kB Speicher auf einem EEPROM bietet. Das Programm-Menü des Moduls kann aufgerufen werden, indem man nach dem Einschalten der Konsole auf dem Controller die OPTION-Taste drückt, verlassen wird das Menü mit dem gleichzeitigen Drücken der Stern- und Raute-Tasten im Tastenfeld.

Atari Jaguar CD Memory Track

Atari Jaguar VR (unveröffentlicht)
Atari Jaguar VR Das Jaguar VR-System entstand in Zusammenarbeit mit der Firma Virtuality und sollte den Spieler in eine völlig neue Welt eintauchen lassen. Der erste Prototyp in den Jaguar-Farben schwarz und rot mit niedriger Auflösung stellte die Atari-Verantwortlichen jedoch nicht zufrieden, so dass Virtuality an einem weiteren Prototypen arbeitete, diesmal mit höherer Auflösung und in den Farben blau und schwarz. Bevor der neue Prototyp jedoch an Atari herangetragen werden konnte, hatte sich diese Firma jedoch bereits von der Hardwareproduktion zurückgezogen und plante die Fusion mit JT Storage. Virtuality bekam von Atari kein Geld für die Arbeit, was schließlich dazu führte, dass Virtuality selbst aufgekauft wurde. Es existieren auch Gerüchte, wonach es Virtuality nicht möglich war, ein VR-System zum von Atari angestrebten Verkaufspreis zu entwickeln. Aus den Resten des Jaguar VR entstanden später der Philips Scuba Visor für Xbox, Xbox 360, Sony PlayStation 2 und PC) und der Takara Dynavisor. Das einzige Jaguar-Spiel, welches die VR-Hardware unterstützt, ist Missile Command 3D.

Jaguar VR besteht aus folgenden Komponenten:
• Transmitter: Dieser wird an den linken Controlleranschluss der Konsole angeschlossen, ein weiteres Kabel führt zum AV-Ausgang der Konsole auf der Rückseite. Vom Transmitter aus gehen Kabel zum zweiten Transmitter, zum Headset und zum Bildschirm. An der rechten Seite sitzt der Lautstärkeregler. Der Transmitter benötigt eine eigene Stromversorgung, die aber auch die weiteren Komponenten mit Strom versorgt.
• 2. Transmitter: Von diesem aus geht nur jeweils ein Kabel in den ersten Transmitter und zum Controller.
• Headset: Es existieren Prototypen in schwarz/rot und schwarz/blau, das final geplante Design ist in diesem Abschnitt oben rechts zu sehen. Eingebaut in die Headsets ist jeweils auch ein Mikrofon zur Sprachübertragung.
• Controller: Dieser wird mit einer Hand bedient und ähnelt einem Pistolengriff. Er besitzt zwei Feuertasten.

Atari Jaguar VR Komponenten


Atari Jaguar Modem / Jaguar Voice and Data Communicator / Jaguar Voice Modem (unveröffentlicht)
Das Modem wurde von Atari und Phylon zusammen entwickelt und 1994 vorgestellt, jedoch wurde die Veröffentlichung immer weiter verschoben und das Gerät wurde dann doch nicht auf den Markt gebracht. Über das Modem hätten mehrere Jaguar-Konsolen ortsunabhängig über das Internet miteinander vernetzt werden können. Das einzige Spiel mit Modemunterstützung ist Ultra Vortek, bei dem man im Titelbildschirm 911 eingeben muss, um das Modem zu initialisieren. Das Modem arbeitet mit 19,9 kbit/s und kann bis zu 18 Telefonnummern speichern. Spieler müssen sich gegenseitig direkt anwählen, um spielen zu können. Es sollen etwa 100 Exemplare existieren.

Atari Jaguar Modem
Bild mit freundlicher Genehmigung von atarimuseum.com


Atari Jaguar MPEG2 Video Card (unveröffentlicht)
Diese bereits 1993 angekündigte Erweiterung sollte es dem Jaguar mit aufgesetztem Jaguar CD-Laufwerk ermöglichen, Filme in relativ hoher Qualität abzuspielen. Auf eine CD hätten so 60 Minuten Film gepasst.

Atari Jaguar MIDI (unveröffentlicht)
Neben dem JagLink Interface und dem Jaguar Modem eine weitere Möglichkeit, Jaguar-Konsolen miteinander zu vernetzen. Auch diese Hardwareerweiterung ist nicht erschienen.

Atari JagMIDI


ICD CatBox
Normalerweise wird auf diesen Seiten keine Drittanbieter-Hardware behandelt, doch bei der CatBox kann man eine Ausnahme machen. Diese Erweiterungsbox ist eins der wenigen Jaguar-Zubehörteile, die von einem solchen Drittanbieter produziert wurden. Sie wurde bereits für das zweite Quartal 1994 angekündigt, kam jedoch erst Mitte 1995 auf den Markt. Die Box besitzt einen durchgeschleiften DSP-Anschluss, Anschlüsse für Composite und S-Video, einen RGB-Monitoranschluss, Stereo- und Mono-Audioanschlüsse, zwei Kopfhöreranschlüsse mit Lautstärkeregler sowie einen seriellen und einen RJ11-Anschluss zur Vernetzung mit anderen Jaguar-Konsolen.

ICD CatBox

Cortina WebTV Adapter (unveröffentlicht)
Diese 1998 entwickelte Erweiterung, die an der Rückseite des Jaguar angeschlossen wird, dient dazu, den Jaguar zu einem Internetbrowser umzufunktionieren. Die Hardware, die Anschlüsse für Tastatur, Maus und Modem bereitstellte, wurde fertig entwickelt, auf der Softwareseite wurden aber nur Testroutinen geschrieben, einen fertigen Jaguar-Browser gibt es nicht. Von der Karte wurden nur sechs Stück gebaut.

Cortina WebTV Adapter


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Letzte Bearbeitung: 13. Oktober 2018