Die Geschichte von Atari 



Einleitung

Der Name „ATARI“ steht wie kaum ein anderer für die Videospiele der 1970er und frühen 1980er Jahre und das Entstehen einer milliardenschweren Branche. Aus der Idee, ein Telespiel zu einer Arcadeversion umzubauen und das Spiel nebenbei noch zu verbessern, wurde ein international agierender Elektronikkonzern — und wenig später ein Scherbenhaufen. Heute gibt es zwar wieder ein Unternehmen mit dem Namen Atari, jedoch handelt es sich dabei um eine französische Computerspielschmiede, die bis 2009 unter dem Namen Infogrames Entertainment bekannt war und sich 2001 die Reste der ehemaligen Atari Corporation gesichert hat.

Zu den Jahren springen
1971 · 1972 · 1973 · 1974 · 1975 · 1976 · 1977 · 1978 · 1979 · 1980 · 1981 · 1982 · 1983 · 1984 · 1985 · 1986 · 1987 ·
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1962-1971: Vorgeschichte

1962
Steve Russell, Professor für Computerwissenschaften am Massachusetts Institute of Technology (MIT), und zwei seiner Studenten entwickeln an einer DEC PDP-1 das Videospiel Space War. Nolan Bushnell, Student an der University of Utah, ist begeistert von Space War. In den Semesterferien jobbt Bushnell in einer Spielhalle. Das bringt ihn auf die Idee, Space War als Münzspielautomat zu entwickeln. Allerdings fehlt es ihm an Geld und die benötigte Hardware brauchte etwa so viel Platz wie ein Kleinwagen. Es sollten noch einige Jahre vergehen, bis Bushnell sein Vorhaben realisieren kann.

1968
Ralph Baer, angestellt bei einem Militärdienstleister in New Hampshire, entwickelt mit der sogenannten Brown Box ein einfaches Videospiel für den heimischen Fernseher und stellt es seinem Arbeitgeber vor, der allerdings damit wenig anzufangen weiß. Baer schließt sich daraufhin mit Magnavox zusammen.

1970
Bushnell fertigt im Februar erste grobe Entwürfe für eine Minicomputer-basierte Spielemaschine an. Im Oktober treffen sich die Ampex-Ingenieure Bushnell, Ted Dabney und Larry Bryan, um sich über den Bau einer solchen Spielemaschine z. B. auf Basis des eben erschienenen Nova 800 Minicomputer zu verwirklichen. Bryan wird Namensgeber des Projekts Syzygy, zu dem jeder 100 Dollar beisteuern soll.


1971
Januar
Bryan hat das Projekt bereits wieder verlassen, ohne die 100 Dollar beigesteuert zu haben.

März
Bushnell wechselt als Chefentwickler zu Nutting Associates in Mountain View. Die Firma stellt Bushnell Räumlichkeiten für das zu entwickelnde Spiel Spacewar! zur Verfügung und will die Herstellungskosten bezahlen. Syzygy soll die Rechte an dem Spiel behalten dürfen und Nutting eine Produktionslizenz ausstellen. Dabney, der an dem Projekt mitarbeitet, bleibt vorerst bei Ampex.

Juni
Der Ingenieur Allan „Al“ Alcorn, Absolvent der University of California in Berkeley im Jahrgang 1971, geht als Elektroingenieur zu Ampex und ersetzt dort Bushnell als Dabneys Büropartner. Alcorn hat bereits 1968/69 ein mehrwöchiges Praktikum bei Ampex absolviert.

Computer Space
Juli
Ted Dabney verlässt Ampex ebenfalls und geht zu Nutting Associates.

Oktober
Auf der Music & Amusement Machines Exposition (MAME) im Sherman House in Chicago wird Computer Space durch Nuttings Marketingleiter David Ralstin erstmals vorgestellt. Alle vier Prototypen (rot, blau, gelb, weiß) sind vertreten.

November
Syzygy sind jedoch nicht die einzigen, die sich an einer Automatenversion von Spacewar! versuchen: Im Tresidder Student Union Chess Room der Stanford University entwickeln die Studenten Bill Pitts und Hugh Tuck auf einem DEC PDP-11/20 und einem Hewlett-Packard 1300A Bildschirm ihre eigene Version und stellen sie am 29. November in der Studentenzeitung The Stanford Daily vor.

Dezember
Computer Space wird unter der Modellnummer NA-2010 auf den Markt gebracht. Bushnell und Dabney steuern jeweils nochmal 250 Dollar zu Syzygy bei.

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1972
April
Bushnell trifft sich mit John Britz, Executive Vice President bei der Bally Manufacturing Corporation, zum Austausch über die mögliche Entwicklung eines weiteren Spiels. Unterdessen hat sich Computer Space etwa 1000 Mal verkauft, bleibt aber hinter den Umsatzerwartungen von Nutting Associates zurück. Das Spiel ist ohne das Zurateziehen des dicken Handbuchs nicht zu bewältigen, was viele potentielle Kunden eher abschreckt.

Mai
Marketingleiter David Ralstin verlässt Nutting. Bushnell versucht mit Hilfe der Anwaltskanzlei Hopkins, Jordan, Mitchell & Sullivan das Projekt Syzygy Co. als eigenständige Firma zu etablieren. Da der Name jedoch bereits an eine örtliche Dachdeckerfirma vergeben ist, scheitert das Vorhaben vorerst. Am 24. Mai besucht Bushnell die Hausmesse der Firma Magnavox in Burlingame, wo das Fernseh-Tennisspiel Magnavox Odyssey 100 vorgestellt wird, das aus Ralph Baers Brown Box von 1968 entstand.

Juni
Atari Bushnell und Dabney kündigen bei Nutting Associates. Wenige Tage später beziehen sie die Adresse 2962 Scott Boulevard im Cole Complex in Santa Clara. Am 9. Juni wird die Gründungsurkunde der neuen Firma im Haus 1425 Blackstone Avenue, San Jose, von Bushnell und Dabney sowie deren Ehefrauen Paula Bushnell und Joan Dabney unterzeichnet und dann von der Kanzlei Hopkins, Jordan, Mitchell & Sullivan beim Staat Kalifornien eingereicht. Neben Syzygy stehen vier weitere Namen zur Auswahl: B.D. (abgeleitet von Bushnell und Dabney; wird abgelehnt, da man Verwechslungen mit dem Werkzeughersteller Black & Decker aus Baltimore befürchtet), Hanne, Sente (先手) und Atari (当たり), die letzten beiden Begriffe stammen aus dem japanischen Brettspiel Go (囲碁). Sente bedeutet Vorhand und Atari etwa Treffer oder Erfolg. Wenn bei Go Steine im Atari stehen, können sie geschlagen werden, ähnlich wie beim Ausruf Schach im gleichnamigen Brettspiel. Schließlich einigt man sich auf Atari, wobei noch einige Zeit Syzygy Engineering zusätzlich auf den Typenschildern stehen sollte. Al Alcorn wechselt zwischenzeitlich ebenfalls zur neuen Firma und wird Minderheits-Teilhaber, er erhält zugleich den Auftrag, aus dem Magnavox Odyssey-Spiel eine Arcade-Version zu entwickeln. Cynthia Villanueve wird am 26. Juni die erste Sekretärin und Rezeptionistin der Firma. Syzygy und Bally Manufacturing schließen am gleichen Tag einen Vertrag ab, wonach Syzygy innerhalb der nächsten sechs Monate zwei Prototypen für Bally entwickeln soll, darunter ein Arcadespiel (nach Bushnells Vorstellungen ein Autorennen) und einen Flipper für bis zu vier Spieler. Dafür soll Bushnell bis Dezember 1972 monatlich 4000 Dollar sowie danach drei Prozent des Verkaufserlöses erhalten. Am 27. Juni wird die Gründung vom Staat Kalifornien unter dem Namen Atari, Inc. abgesegnet. Vorerst operiert die Firma jedoch weiterhin unter dem Namen Syzygy.

Juli
Bushnell hat seine Pläne geändert und stellt Bally am 10. Juli nun ein Hockeyspiel und den Flipper Fireball vor.

August
Erneuter Besuch bei Bally und deren Tochtergesellschaft Midway Manufacturing Co. in Chicago, Bushnell stellt dort den Mock-Up einer weiteren Heimversion des Magnavox Odyssey-Tennisspiels vor. Gegen Ende des Monats stellt Atari den Pong-Prototypen in Andy Capp's Tavern an der 157 West El Camino Real in der benachbarten Stadt Sunnyvale auf. Ein paar Tage darauf erhält die Firma einen Anruf vom Wirt, sie möchten das Ding doch wieder abholen, da es defekt sei. Wie sich herausstellte, war aber lediglich der Münzbehälter so voll, dass das Gerät keine weiteren Spiele mehr freischalten konnte. Daraufhin wird beschlossen, Pong in Serie zu fertigen.

September
Weitere Pong-Prototypen werden aufgestellt, diese im Gegensatz zum ersten Modell bereits in mannshohen Gehäusen, welche durch Ted Dabneys Bruder Douglas in dessen Schreinerei in San Jose produziert werden.

November
Atari VP-1 Pong Per Direktmarketing wird Pong an verschiedene lokale Händler beworben und innerhalb kürzester Zeit gehen bei Atari/Syzygy 300 Bestellungen ein. Die Firma leiht sich daraufhin 3000 Dollar von der örtlichen Wells Fargo Bank und erweitert ihre Räumlichkeiten am Scott Boulevard um weitere 160 Quadratmeter. Der Techniker Daniel Corona wird am 20. November Angestellter Nummer 9. Bushnell meldet am 24. November ein Patent des Video Image Positioning Control System for Amusement Device beim US-Patentamt an. Am 29. November ist es soweit und Pong wird unter der Modellnummer VP-1 erstmals ausgeliefert.

Dezember
Zum Ende des Jahres 1972 beschäftigt die Firma bereits 30 Angestellte.

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1973

Januar
Ein weiterer neuer Mitarbeiter wird Fred Marincic als Chief Financial Officer (CFO), der vormals bei Fairchild in Palo Alto sowie auch schon bei Hewlett-Packard arbeitete. Nolan Bushnell ist Präsident der Firma, Ted Dabney ist Executive Vice President (EVP) und Al Alcorn Chefentwickler.

Februar
In der Orange Mall im südkalifornischen Orange eröffnet Syzygy/Atari eine Spielhalle, in der neben Pong auch das Spiel Computer Space zum Spielen bereitgestellt wird, eine weitere Spielhalle soll in der Oakridge Mall in San Jose eröffnen. An der 1600 Martin Avenue in Santa Clara startet der Bau einer 2300 Quadratmeter großen Produktionshalle. Die Arvin-Ingenieure Lawrence Emmons und Steven Mayer, früher auch schon bei Ampex angestellt, kündigen und gründen im ersten Stock des Litton Buildings an der 1300 East Main Street in Grass Valley eine eigene Firma, die mit Atari/Syzygy eng zusammenarbeitet. Unterdessen liefert Bushnell die fertigen Spiele Asteroid (Arcadespiel, nicht verwechseln mit dem später erschienen Asteroids!) und Fireball (Flipper) bei Bally ab, beide Spiele werden jedoch nun doch abgelehnt. Bally stellt dafür ein Treffen mit der Tochter Midway in Aussicht. Diese erhält am 22. Februar eine Lizenz zum Bau eines Spiels auf Basis von Ataris Pong sowie eine weitere für Asteroid, Atari/Syzygy soll dafür auch Unterstützung bei der Produktion anbieten und Midway soll 31 Dollar pro verkauftem Pong-Clone sowie drei Prozent des Verkaufserlöses von Asteroid an Atari/Syzygy zahlen.

März
Ted Dabney gibt zu Monatsbeginn seinen Anteil an der Firma an Bushnell ab und wird nun Vice President Production Facilities (Leiter der Produktionsstätten), behält aber seinen Sitz im Vorstand. Am 8. März findet die erste Jahreshauptversammlung statt. Midway kündigt in diesem Monat sein auf Pong basierendes Spiel als Midway Winner an, die Mitbewerber Allied Leisure und For-Play Manufacturing kündigen ihrerseits weitere, wenn auch unlizenzierte (aber legale) Versionen des Spiels unter den Namen Paddle Battle und Rally an. George Faraco wird als Industriedesigner angestellt.

April
William White wechselt von Kennecott Copper als Director of Operations zu Syzygy/Atari. Mit der Multi-National Corporation aus Los Angeles wird eine Zusammenarbeit vereinbart, um die Syzygy/Atari-Produkte international zu vermarkten. Ronald Gordon wird International Marketing Director. Midway bringt derweil Winner auf den Markt.

Mai
Am 4. Mai wird die Atari International durch die Multi-National Corporation gegründet, geleitet wird die Firma von Ruth Duncan, Mary Kinne und Mary Somers. Die ersten internationalen Vertriebspartner für Syzygy/Atari-Produkte sind:
In Großbritannien wird am 7. Mai mit Atari (UK) Limited durch Philip Smith die erste eigene Auslandsgesellschaft gegründet. Die Verwaltung von Syzygy/Atari zieht unterdessen ins Cadre Building am 14600 Winchester Boulevard in Los Gatos um. Immer mehr unlizenzierte Pong-Nachbauten gelangen auf den Markt, darunter auch einer von Nutting Associates. Am 19. Mai veröffentlicht Syzygy/Atari daraufhin eine Werbeanzeige im Cash Box Magazin, in der sie die Hersteller dieser Arcadespiele ins Lächerliche zieht (We know what WE'RE doing! / The One and Only Atari Band Wagon).

Juni
Syzygy/Atari gibt den Umsatz im ersten Geschäftsjahr mit 3,2 Millionen Dollar an. Pong soll verbessert werden, der Spielbetreiber soll von vorne in das Gerät zugreifen können und das Gehäuse soll außerdem stabiler werden. Don Lang wird Director of Special Projects. Stephen Bristow, Absolvent der University of California in Berkeley (Jahrgang 1973), wird Elektroingenieur bei Syzygy/Atari, er hat bereits bei Ampex und Nutting jeweils sechsmonatige Praktika absolviert. Die Firma beschäftigt derzeit etwa 80 Mitarbeiter. Peter Takaichi wird als weiterer Industriedesigner angestellt.

Juli
Atari Regan Cheng wird ein weiterer Industriedesigner. Die Spiele Barrel Pong, Space Race und eine Fiberglas-Version von Pong werden am 7. Juli angekündigt. In London eröffnet eine erste Produktionsstätte der Atari UK und in Salt Lake City wird die Firma Merlin Enterprises als Vertriebstochter gegründet. Space Race erscheint später im Monat unter der Modellnummer VP-2. Am 28. Juli ist im Cash Box Magazine erstmals das heute noch bekannte Logo zu sehen, der Schriftzug hat dabei aber noch ein anderes Aussehen. Gestaltet wurde das Logo von George Opperman von der Opperman-Harrington, Inc. Atari beschäftigt bereits etwa 180 Angestellte.

August
Steve Jobs Bill White, der bisherige Director of Operations, wird Chief Financial Officer und ersetzt Fred Marincic, der die Firma bereits wieder verlässt. Atari kauft die von Lawrence Emmons und Steven Mayer gegründete Beraterfirma auf und benennt sie in Cyan Engineering um. Space Race wird in einer limitierten Stückzahl von 50 Stück im Fiberglas-Gehäuse ausgeliefert. John Wakefield, bislang Psychiater am Levinson Institute in Cambridge, Massachusetts, und zudem Bushnells Schwager, wird Präsident von Atari, Bushnell bleibt Chief Executing Officer (CEO) der Firma. Kenichi Takumi gründet Atari Japan. Steve Jobs wird als Angestellter Nummer 40 von Al Alcorn als Mitarbeiter im Electrical Engineering Departement unter Don Lang eingestellt.

September
Atari VP-4 Gotcha Die Spiele Pong Doubles und Gotcha werden am 10. September angekündigt. Atari ist auf der IMA in Düsseldorf erstmals in Westdeutschland auf einer Messe vertreten. Am 25. September wird Kee Games, Inc. als „Mitbewerber“ gegründet, geleitet wird die Firma durch Joseph „Joe“Keenan, seinr Frau Patricia Keenan und Steve Bristow (Vice President Engineering). Atari erhält eine Mehrheitsbeteiligung an Kee Games. Joe Keenan war bisher Regionalmanager für Applied Logic und davor Verkäufer bei IBM, er und Bushnell sind seit 1969 Nachbarn. Gil Williams, der bislang als Ingenieur bei Atari arbeitete, wechselt als Vice President Operations und Bill White, der Atari-CFO, wird CFO bei Kee Games. Die Grüdnungsurkunde wird m Haus 1454 Luning Drive in San Jose unterschrieben, die Firmenadresse ist 330 Mathew Street, Santa Clara. Zwei Tage später ist Atari erstmals auf der Japanese Trade Show in Tokyo vertreten. Midway bringt unterdessen Asteroid auf den Markt.

Oktober
Kee Games eröffnet eine Produktionsstätte in Santa Clara. Die Spiele Pong Doubles, Gotcha und Gotcha Color kommen auf den Markt, ebenso das Spiel Elimination! von Kee Games. Richard „Dick“, bisher bei Hewlett-Packard, wird Marketingleiter bei Atari, Leslie „Les“ Oliver, auch bei Hewlett-Packard, wird CFO. Der Vorstand von Kee Games wird von drei auf sieben Personen erweitert. William Rombach, bisher bei der Precision Instrument Company, wechselt als Vice President Manufacturing zu Atari und ersetzt dort Dabney, der nur noch seinen Posten im Vorstand wahrnimmt. Dabney gründet unterdessen die Syzygy Game Company und kauft die von Atari betriebenen Spielhallen in Orange und San Jose auf, außerdem mietet sie die Fabrikhalle an der 1600 Martin Avenue an. Hunter Electronics bringt in Australien das Spiel Barrel Pong auf den Markt.

November
Am 9. November werden auf der MAME im Conrad Hilton Hotel in Chicago die Spiele World Cup Football und Gran Trak 10 präsentiert. Zum 10. November hält Bushnell 80 Prozent der Firma, die mittlerweile 250 Mitarbeiter beschäftigt.

Dezember
Harold Lee von Standard Microsystems wird Production Designer im Electrical Engineering Department. Ronald Wayne kommt als Chief Draftsman zu Atari und ersetzt George Faraco, der die Firma verlässt. Am 5. Dezember wird Dan Van Elderen eingestellt. Kee Games vergibt eine Lizenz zur Produktion des Spiels Elimination! unter dem Namen Quadrapong an Atari. Die Multi-National Corporation gründet am 20. Dezember Kee Games International unter der Leitung von Ruth Duncan, Mary Kinne, Harvey Rosbrugh, Sandra Freiburger, Gerri Roe, Robert Finan und John Hopkins.

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1974

Januar
Der Name Syzygy wird an Dabney verkauft, nachdem er schon einige Zeit nicht mehr auf Atari-Produkten genutzt wurde. Lyle Rains wird als Elektroingenieur und Spielentwickler bei Kee Games eingestellt. Auf der Amusement Trade Exhibition (ATE) in London präsentiert Atari UK World Cup Football, welches in Frankreich als Coupe du Monde und in den USA als Catch vermarktet werden soll. Hidejuki Nakajima, bisher bei der Japan Synthetic Paper Company, wird General Manager der Atari Japan, Kenichi Takumi bleibt Präsident der Firma.

Februar
Die Spiele Rebound und Superpong kommen auf den Markt. Lloyd Warman von der Advanced Technology Division von Ampex wechselt als VP Engineering zu Atari und ersetzt dort Al Alcor, der Vice President der Firma bleibt. Tony Seidel von Hewlett-Packard wird Director of Marketing Communications. Das Spiel Elimination!-Plus wird von Kee Games angekündigt. In Honolulu auf Hawaii wird die Atari Pacific, Inc. als Vertriebsfirma für Hawaii und Guam gegründet, außerdem die Computer Games Limited in Südkorea. Das am 24. November 1972 eingereichte Patent auf das Video Image Positioning Control System for Amusement Device wird vom US-Patent Bushnell zugeteilt (Patentnummer 3.793.483).

März
Paul Pease Advertising wird als neue Werbeagentur verpflichtet. Die Spiele Spike (Kee Games, = Atari Rebound), Quadrapong (Atari, = Kee Games Elimination!) und Gran Trak 10 (Atari) kommen auf den Markt. Ted Dabney verlässt Atari engültig und Steve Ritchie wird Techniker bei Atari.

April
Die Tochter Atari (Canada) Limited wird unter der Leitung von Theodore „T.C.“ Grunau (bislang bei Hewlett-Packard Canada) gegründet. Die Spiele Formula K (Kee Games, = Atari Gran Trak 10) und World Cup (Upright- und Cocktail-Varianten, Vertrieb nur in Europa, in Frankreich: Coupe du Monde) kommen auf den Markt. Lloyd Warman, bisher Vice President Engineering, wird Vice President Operations für das Atari Leisure Time Game Center-Konzept, Al Alcorn wird wieder Vice President Engineering. Am 15. April stellt Magnavox Strafantrag gegen Atari, Allied Leisure, Chicago Dynamic, Bally und Empire auf Grund von Patentrechtsverletzungen wegen ihrer Arcade-Nachbauten des Magnavox Odyssey 100. Das Patent, um das es geht, wurde 1968 von Ralph Baer (seinerzeit bei Sanders Associates) eingereicht. Die Merlin Enterprises wird an die Lagoon Corporation verkauft. In Japan beginnt Atari Japan eine Kooperation mit Nakamura Seisakusho Co. Ltd. zum Vertrieb der Atari-Geräte in Japan. Die Auslandstochter Atari (UK) Limited wird geschlossen, den Vertrieb übernimmt ab sofort die Firma Ruffler and Deith Limited aus London. Chas Grossman, bisher bei Ampex, wird weiterer Industriedesigner bei Atari.

Mai
Die von Dabney gegründete Syzygy Game Corporation wird geschlossen, das Vermögen wird von der Syzygy Company unter der Leitung von Nolan Bushnell und Ted Olson aufgekauft. Die Cocktail-Variante von Pong kommt auf den Markt und im BayFair Regional Shopping Center an der Ecke East 14th Street / 155th Avenue in San Leandro eröffnet das Atari Family Game Center auf 150 Quadratmeter. Sechzehn Spiele werden in der Spielhalle aufgestellt, vier davon sind von Atari (Pong, Gotcha, Rebound, Gran Trak 10). Das Center ist das erste, das nach dem Atari Leisure Time Game Center-Konzept gestaltet wurde.

Juni
Präsident John Wakefield verlässt die Firma, Bushnell nimmt vorübergehend den Posten wieder ein. Das Arcadespiel Touch Me erscheint und auf dem Annual Meeting of the American Medical Association im McCormick Place in Chicago werden die Spiele Dr. Pong und Puppy Pong vorgestellt, mit denen sich Patienten in Wartezimmern von Arztpraxen und Krankenhäusern die Zeit vertreiben können sollen. Ebenso wird eine Austauschplatine vorgestellt, die bei beiden Geräten eingesetzt werden kann und sie zu einem Volleyball-Videospiel umfunktioniert, und ein aufsetzbares Bücherregal für Dr. Pong.

Juli
Das Vertriebsnetz im Ausland wurde stark erweitert, neu hinzugekommen sind die Firmen Dale Distributing, New Way Sales Company, Top Vending und Rowecanco Industries Limited für Kanada, die London Coin Machines Limited für England, die Musikvertrieb AG für die Schweiz und die Seevend Automaten GmbH für Westdeutschland. Gran Trak 10 und Formula K werden ab sofort mit einem Freispielmodus ausgeliefert, bei Formula K wird zudem das Gehäuse umgestaltet. Die Nakamura Seisakusho Co. Ltd. kauft die japanische Produktion der Atari-Geräte füR 296 Millionen Yen (ca. 1,2 Millionen Dollar), zahlbar im Oktober 1975, auf, Hidejuki Nakajima wird neuer Leiter von Atari Japan und ersetzt Takumi, der die Firma verlassen hat. Die Tochter Atari Pacific wird wieder geschlossen. Production Designer Harold Lee verlässt Atari. Kee Games ersetzt das erst kürzlich verbesserte Spiel Formula K durch Twin Racer, Atari bringt das Spiel Trak 10 auf den Markt (in den Niederlanden: Race-Circuit Automaten). Die Magnavox-Klage wird vom Gericht abgewiesen, da es sich um den falschen Gerichtsbezirk handle.

August
Die Kee Games-Fabrik an der 1280 Reamwood Avenue in Sunnyvale wird in Betrieb genommen. Atari bringt Gran Trak 20 (= Kee Games Twin Racer) auf den Markt und die Entwicklung von Puppy Pong wird abgeschlossen – leider wird das Spiel nicht erscheinen. Eugene „Gene“ Lipkin wird in der Arcade Division von Atari eingestellt.

September
Gary Bradley wird Promotion Director. Atari kauft die Kee Games Inc. vollständig auf, Joe Keenan wird neuer Präsident von Atari, Bushnell bleibt CEO. Gil Williams, bisher Vice President Operation bei Kee Games) wird Präsident von Kee Games, Pat Karns wird National Director of Sales für Atari und Kee Games. Bill White (CFO Kee Games) wird CFO bei Atari und ersetzt Les Oliver, der die Firma verlässt. Die Verwaltung wird in die Fabrik an der 1280 Reamwood Avenue verlegt, die Räme an der 330 Mathew Street in Santa Clara geräumt. Atari verhandelt mit dem ehemaligen Angestellten Harold Lee, der inzwischen mit MOS Sorcery seine eigene Firma gegründet hat, über die Entwicklung eines Chips, der für eine Heimversion von Pong genutzt werden kann. Außerdem gibt es Verhandlungen mit Dr. Robert Brown (Standard Microsystems) zur Entwicklung eines Testprogramms für den vorgenannten Chip. Die Projektleitung soll Al Alcorn übernehmen. Atari erwirbt 50 Prozent der Anteile am französischen Musikboxvertreiber Socodimex (u.a. Seeburg Musikboxen). Die vormalige Produktionsstätte von Electro-Kicker, dem Hersteller der Jupiter-Musikboxen, an der 12 Rue d'Helvétie in Baume-les-Dames wird reaktiviert. Socodimex wird zudem neuer Vertriebspartner für die Atari-Produkte in Frankreich und löst damit den bisherigen Vertriebspartner Sovoda S.A. ab. Bill White gehört dem Socodimex-Vorstand an.

Oktober
Das Spiel Pin-Pong kommt auf den Markt. John Burton Anderson von der Unicorp wird neuer Cash Manager und ersetzt Ted Olson, der die Firma verlässt. Olson will sich der Syzygy Company widmen, deren übrigen Rechte er von Bushnell aufgekauft hat. Syzygy wird später als Spielhallenbetreiber Time Zone bekannt.

November
Auf der Amusement Machines Exposition im Conrad Hilton Hotel in Chicago werden die Spiele Qwak von Atari und Tank von Kee Games erstmals vorgestellt. Al Alcorn wird Vice President Research & Development, Steve Bristow, bislang VP Engineering bei Kee Games, wird neuer Vice President Engineering bei Atari.

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1975

Januar
Auf der Winter Consumer Electronics Show (CES) in Chicago wird erstmals die Heimversion von Pong präsentiert. Die Entwicklung des Spiels Dodge 'em wird abgeschlossen, das Spiel Pursuit von Kee Games kommt auf den Markt – das ist das letzte Spiel, welches von der Firma Kee Games veröffentlicht wird, alle nachfolgenden Kee Games-Titel werden direkt von Atari unter der Marke Kee Games vertrieben. Atari geht mit Capital Management Services unter Donald Valentine eine finanzielle Partnerschaft ein. Capital Management sagt zu, 600.000 Dollar in Atari zu investieren, dafür solle Valentine im Vorstand aufgenommen werden.

Februar
Gene Lipkin wird neuer Vice President Marketing und ersetzt Richard Mobilio, der die Firma verlässt. Auf der Messe Toy Fair in New York wird am 16. Februar die Heimversion von Pong erneut vorgestellt.

März
Tom Quinn, Einkäufer der Kaufhauskette Sears, Roebuck & Co. bestellt am 17. März für das kommende Weihnachtsgeschäft 75.000 Pong-Spielkonsolen, die unter der neuen Sears-Eigenmarke Tele-Games verkauft werden sollen. Pat Karns, National Manager for Sales, wechselt zu Fun Games.

April
Bill Arkush, Design Engineer for Color Video Games und Schulungsleiter, verlässt Atari. Auf der Hausmesse im Hyatt Regency Hotel in San Francisco werden die Arcadespiele Indy 800 (Kee Games) und Hi-Way in der Sitdown-Version präsentiert. Die Atari (Canada) Limited wird unterdessen geschlossen, den Vertrieb der Atari-Produkte übernehmen wie bisher Dale Distributing und New Way Sales sowie als neuer Vertriebspartner Fountainhead Amusement. Vice President Operations Lloyd Warman verlässt Atari, daraufhin wird das Atari Leisure Family Time Center-Konzept eingestellt. Die ersten Vorbereitungen für einen eventuellen Verkauf Ataris werden getroffen.

Mai
Das Spiel Crossfire (Kee Games) wird fertiggestellt und Tank II unter der Marke Kee Games auf den Markt gebracht. Den Umsatz des Geschäftsjahres 1974/75 gibt Atari mit 19 Millionen Dollar an.

Juni
Die Consumer Games Division wird als Vorbereitung der Massenproduktion der Pong-Konsolen gegründet, geleitet wird die Abteilung von Al Alcorn. Bob Brown, bislang bei GTE Sylvania, davor bei Standard Microsystems) wird in dieser Abteilung Director of Microelectronics, Jim Tubb wird Director of Operations. Die Fabrik an der 1280 Reamwood Avenue wird reaktiviert und zum Produktionsstandort der Pong-Konsolen umfunktioniert. Das Spiel Anti-Aircraft kommt auf den Markt.

Juli
Allen Rosenberg, bislang bei Rowe International, wird Marketing Administrator. Das weltweite Vertriebsnetz wurde abermals stark erweitert: Neu dabei sind Jet S.A. für Argentinien, die Goodard Novelty Company aus Sydney für Australien, die Automaten- und Warenhandelsgesellschaft m.b.H. aus Wien für Österreich, die Belgium Amusement Company aus Antwerpen für Belgien, Taito do Brasil aus São Paulo für Brasilien, die Firma Tagsa aus San Augustine für die Kanarischen Inseln, die R.H. Belam Company Inc. aus New York füR Griechenland, den Nahen Osten und die Philippinen, die Galilee Industries & Trade Company aus Safad für Israel, die F.I.N.E.S.A. aus Tijuana und Industrias F.D. SA aus Mexico City füR Mexiko, Brian Dowdle aus Auckland für Neuseeland, die Isthmian Amusement Corporation aus Curundu für Panama, die Bizzell Brothers (Durban), Prestige Electronics (Johannesburg), Serv-o-matic (Johannesburg) und Space Age TV Games (Transvaal) für Südafrika und die AZ Trading Company für Taiwan. Atari reicht am 11. Juli vor dem U.S. District Court for the Northern District of California Patentnichtigkeitsklage gegen Magnavox ein. Das Spiel Goal/4 erscheint. Die Spielkonsole Pong erhält von der FCC die Freigabe zum Betrieb.

August
Time Inc. und Mayfield Fund investieren jeweils 600.000 Dollar in Atari, beide Deals wurden mit Capital Management ausgehandelt. Atari will Fun Games gerichtlich verbieten lassen, die vom ehemaligen Atari-Angestellten Lawrence Leppert mitgebrachten Handelsgeheimnisse für sich zu nutzen. Frank Ballouz von der A.B. Dick Company wird neuer National Sales Manager bei Atari. Auf Seite 410 des Katalogs Wish Book for the 1975 Christmas Season aus dem Hause Sears wird Tele-Games Pong (Artikelnummer 25796) erstmals gezeigt, es soll für 98,95 Dollar inklusive vier D-Batterien zu haben sein, ein Netzteil wird unter Artikelnummer 25792 separat für 7,95 Dollar angeboten.

September
Das Spiel Tank wird in der Cocktail-Version unter der Marke Kee Games veröffentlicht. Im Prozess Atari vs. Magnavos reicht Magnavox am 2. September ein. Magnavox will Atari gerichtlich untersagen, die verletzten Magnavox-Patente weiter zu nutzen. Das Spiel Shark JAWS wird unter dem Label Horror Games veröffentlicht, es wird das einzige Spiel unter diesem Label bleiben. Atari beschäftigt derzeit 371 Angestellte, unterhält Beziehungen zu 100 Vertriebspartnern weltweit (darunter 79 in den USA und drei in Kanada). Die Firma besitzt Produktionsstätten in den USA, Frankreich, Japan und Brasilien. Am 22. September reicht Magnavox zusätzlich gegen die Kaufhauskette Sears Zivilklage im Northern District of Illinois ein und will damit verhindern, dass Tele-Games Pong auf den Markt kommt.

Oktober
Crash n' Score Nichtsdestotrotz kann Tele-Games Pong ab 1. Oktober für 99,95 Dollar bestellt werden. Auf der MOA 1975 International Music and Amusement Machines Exposition im Conrad Hilton Hotel in Chicago werden die Spiele Shark JAWS, Jet Fighter (Kee Games), Steeplechase und Crash 'n' Score präsentiert. Geplant war auch die Vorstellung von Computer Portrait. Die Nakamura Seisakusho Company kauft Atari Japan fü 500.050 Dollar auf, die Marke soll weiterhin genutzt werden Hidejuki Nakajima wird Executive Vice President der Atari Japan Corporation. Mit Tom Hodd wird der erste Spieleprogrammierer eingestellt. Die Boston Fidelity Venture Associates investieren 300.000 Dollar in Atari, auch dieser Deal wurde von Capital Management unter Valentine ausgehandelt.

November
Im Prozess Atari gegen Magnavox wird die von Magnavox eingereichte Klage an das zuständige Gericht in Illinois weitergegeben und dort mit der Klage gegen Sears zusammengefasst. Murray Ellis von National Semiconductor wechselt als Director of Engineering zu Atari, er holt zudem die National Semiconductor-Ingenieure Wade Tuma und Niles Strohl zu Atari, Tuma wiederum bringt Frederick „Rod“ Holt von The Hickok Electrical Instrument Co. zu Atari. Der Atari-Schriftzug und das Logo werden als Warenzeichen (Schriftzug/Name unter der Nummer 69.560, Logo unter der Nummer 69.559) beim United States Patent Office eingereicht, ebenso die Marke Kee Games unter der Nummer 69.558). Cyan Engineering beginnt mit der Entwicklung von Video Music.

Dezember
Stella-Prototyp Jay Miner von der Firma Synertek beginnt für Atari im Auftrag von Al Alcorn mit der Entwicklung eines Grafikchips, die das Herz einer neuen programmierbaren Spielkonsole werden soll, deren Entwicklung bereits bei Cyan Engineering von Steve Mayer und Ron Milner gestartet wurde. Die Cockpit-Version des Spiels Jet Fighter wird unterdessen fertiggestellt. Joseph „Joe“ Decuir, bisher Krankenhausforscher für die nationale Gesundheitsbehörde, wechselt als Entwickler zu Cyan Engineering und arbeitet mit Milner und Mayer an der Spielkonsole. Milner ist dabei verantwortlich für die Hardware, Mayer für die Software, die ersten handverdrahteten Platinen werden von Bob Walker gefertigt und Decuir soll nun einen Prototypen bauen. Die Atari-Europe S.A. wird mit einem Startkapital von 600.000 Franc unter Serge Lievoux, Président du Conseol d'administration, und Jean-Jacques Gaillard, Directeur Général Administrateur gegründet. Die Firma hat ihren Sitz an der selben Adresse wie die Socodimes-Fabrik: 12 Rue d'Helvétie, Baume-les-Dames.

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1976

Januar
Atari-Europe kauft am 5. Januar die Fabrik von Socodimex für 700.000 Franc auf, Socodimex bleibt weiterhin Vertriebspartner für Atari-Produkte in Frankreich. Zwei Tage später wird auf der Winter CES in Chicago die Pong-Spielkonsole unter der Modellnummer C-100 erneut vorgestellt. Am 27. Januar werden auf der 32nd ATE in London durch die Cherry Group die Arcadespiele Stunt Cycle (Atari) und Tank 8 (Kee Games) vorgestellt. Das Gebäude am 155 Moffett Park Drive in Sunnyvale wird bezogen.

Februar
Dave Shepperd wird am 2. Februar als zweiter Programmierer überhaupt bei Atari eingestellt, Sheldon Ritter (bisher bei National Semiconductor) wird am gleichen Tag General Manager der Atari Consumer Division. Die Division bezieht in diesem Monat das 2900 Quadratmeter große Gebäude an der 1195 Borregas Avenue in Sunnyvale, welches im Gewerbegebiet Moffett Park liegt. Die Pinball Division wird unter der Leitung von Gil Williams (bisher Vice President Coin-Operated Games) gegründet, erster Angestellter wird Robert „Bob“ Jonesi, der bisher bei Williams Electronics arbeitete. Der später als „Pinball Designer“ bekannt gewordene Steve Ritchie wird ebenfalls Angestellter der Division, die das 4650&nvsp;Quadratmeter große Gebäude 1173 Borregas Avenue in Sunnyvale bezieht.

März
Atari C-100 Pong / Bild: atarimuseum.com Nachdem Sears seine Tele-Games Pong-Konsolen erhalten hat, wird die Konsole am 5. März nun unter der Modellnummer C-100 unter der eigenen Marke für 99,95 Dollar in den Handel gebracht, im Preis sind vier D-Batterien enthalten. Mike Albaugh wird dritter Programmierer der Coin-Op-Division. Joe Decuir (Cyan Engineering) wechselt als Systementwickler in die Atari Consumer Microelectronics Group, wo er mit Synertek-Chipdesigner Jay Miner am Grafikchip TIA der programmierbaren Spielkonsole arbeitet, die mittlerweile den Projektnamen Stella nach der Marke des Fahrrads eines Atari-Angestellten erhalten hat. Auf der IMA in West-Berlin stellt Löwen-Automaten den von Atari-Europe entwickelten Theatre Kiosk vor, ein Arcade-System, das an örtliche Gegebenheiten angepasst und in das verschiedene Spiele installiert werden können. Roger Hector, bislang Fahrraddesigner bei Huffy, wechselt als Industriedesigner zu Atari und das Arcadespiel Outlaw erscheint. Don Lang, Engineering Manager der Coin-Op-Division, wechselt am 15. März in gleicher Funktion in die Pinball Division, er wird durch Robert „Bob“Skyles (bislang bei der Calma Company) ersetzt. Richter John Banner hebt am 17. März die von Atari erwirkte einstweilige Verfügung gegen Fun Games auf. Auf der Hausmesse im Hyatt Regency Hotel in San Francisco werden die Spiele Quiz Show, Tank 8 und Indy 4 (alle unter der Marke Kee Games) vorgestellt, ebenfalls erstmals in Amerika der Theatre Kiosk.

April
Dennis Koble, bislang bei der NASA, wechselt als vierter Programmierer in die Atari Coin-Op-Division. Steve Jobs, freier Mitarbeiter in der Electrical Engineering Division, gründet zusammen mit Steve Wozniak (Hewlett-Packard) und Ron Wayne (International Field Service Engineer bei Atari) am 1. April die Apple Computer Company. Bereits am 12. April steigt Wayne wieder aus und bleibt bei Atari. In diesem Monat erscheinen die Spiele Tank 8, Quiz Show (beide unter der Marke Kee Games) und das von Steve Wozniak im Auftrag von Steve Jobs entwickelte Breakout. Das Honorar für Breakout beträgt 5000 Dollar, Jobs gibt Wozniak davon jedoch nur 350 Dollar ab und behauptet, Atari hätte ihm nur 700 Dollar bezahlt. Quiz Show ist das erste Arcadespiel von Atari, das statt auf Logikchips auf einen Mikroprozessor setzt.

Mai
Indy 4 kommt unter der Marke Kee Games auf den Markt. Eugene Jarvis, bisher bei Hewlett-Packard, wechselt als Mikroprozessor-Programmierer in die Pinball Division. Die Federal Communications Commission, kurz FCC, die Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte der Vereinigten Staaten, erteilt die Freigabe für die Spielkonsole Super Pong Ten (Modellnr. C-180).

Juni
Auch die Freigabe für die Spielkonsole Hockey-Pong (Modellnr. C-120) wird erteilt. Der Streit zwischen Atari und Magnavox wird beigelegt, Atari erhält eine nicht-exklusive Lizenz von Magnavox. Am 13. Juni wird auf der Summer CES in Chicago die Spielkonsole Super Pong (Modellnr. C-140) vorgestellt. Michael „Mike“ Shea wird neuer Products Marketing Director und Owen Rubin wird als Softwareentwickler angestellt. Atari gibt am 19 Juni bekannt, dass die Zentrale der Firma in das Gewerbegebiet Moffett Park in Sunnyvale umziehen wird, das noch in Bau befindliche Gebäude hat eine Größe von 5570 Quadratmeter und befindet sich an der 1265 Borregas Avenue. Der Umzug ist für September geplant. Am Caribbean Drive, der ebenfalls zum Gewerbegebiet Moffett Park gehört, entstehen drei weitere Gebäude. Die Marke Kee Games wird unter der Registrierungsnummer 1.041.687 beim US-Patentamt eingetragen, der Antrag wurde bereits am 19. November 1975 gestellt.

Juli
Loren Schof (Coherent Radiation) wechselt als Director of Consumer Operations zu Atari und ersetzt Jim Tubb, der die Firma verlässt. Howard Delman wird als Elektroingenieur eingestellt. George Opperman (Opperman-Harrington Inc.) wechselt als Director of Industrial Design/Design Services zu Atari und ersetzt Chas Grossman, der die Firma verlässt. Grafikdesignerin Evelyn Lim wechselt von Hewlett-Packard zu Atari) wird Oppermans Assistentin. Das Arcadespiel Breakout erscheint in der Cocktail-Variante, außerdem erscheinen die Spiele Cops n' Robbers und Flyball sowie die Spielkonsole Super Pong (Modellnr. C-140). John Anderson, bisher als Controller in der Consumer Games Division) wird Assistant Treasurer. Das internationale Vertriebsnetz wird weiterhin ausgebaut, derzeit sind als Vertriebspartner gelistet:
August
LeMans Carol Kantor von der Clorox Company wechselt als Direktorin der Marktforschung in die Atari Consumer Division. Diese Division kauft beim Fernsehsender CBS Werbezeit für Werbespots für die Spielkonsolen Pong und Super Pong, die während der NFL- und NFC-Übertragungen im November und Dezember ausgestrahlt werden sollen. Am 11. August läuft die 500.000ste Spielkonsole in der 1280 Reamwood Avenue vom Band. Im diesjährigen Sears-Weihnachtskatalog werden die Spiele Tele-Games Pong IV (Artikelnummer 99717, $64,95 inkl. Batterien, entspicht der Konsole C-160 Pong Doubles), Tele-Games Hockey Pong (Artikel 99721, $69,95 inkl. 6 C-Batterien, entspricht der Konsole C-121 Hockey Pong), Tele-Games Super Pong (Artikel 99736, $78,95 inkl. 4 D-Batterien, entspricht der Konsole C-140 Super Pong) und Tele-Games Super Pong IV (Artikel 99737, $98,95 inkl. 4 D-Batterien, entspricht der Konsole C-180 Super Pong Ten) vorgestellt. Die Netzteile werden wie üblich separat verkauft (Artikelnr. 25792 für alle außer Hockey Pong und 99703 für Hockey Pong für je $7,95). Das Arcadespiel LeMans erscheint. Terry Speizer von American Microsystems wechselt als Regionalmanager für die westlichen Bundesstaaten zu Atari, Barney Huang wird als Industriedesigner eingestellt. Larry Kaplan, bisher bei Control Systems Industries, wechselt als erster Spieleentwickler für das Projekt Stella zur Atari Consumer Division.

September
Steve Calfee wechselt als Mikroprozessor-Programmierer von National Semiconductor zu ATari. Am 7. September verkündet der Medienriese Warner Communications Inc. (WCI), dass die Firma eine Mehrheitsbeteiligung an Atari erworben hat. Executive Vice President Emanuel „Manny“Gerard sagt, dass WCI die gesamte Firma aufkaufen wolle. Die Spielkonsolen Tele-Games Pong Re-Release unter der Artikelnummer 99176, $59,95, entspricht der Konsole C-100 Pong), Tele-Games Hockey Pong, Tele-Games Super Pong und Tele-Games Super Pong IV kommen in den Handel. James Heller wird Operations Manager (Manufacturing) bei Atari und Jim Croke wechselt als Regionalmanager für die mittleren Bundesstaaten von Litronix zu Atari. Das Atari-Logo wird am 28. September als Warenzeichen unter der Registrierungsnummer 1.049.118 beim US-Patentamt eingetragen.

Oktober
Die WCI Games Inc., Tochtergesellschaft von Warner Communications, erwirbt am 1. Oktober alle Anteile an Atari für 28 Millionen Dollar, davon 12 Millionen in bar. Die Firma Atari, Inc. geht am 4. Oktober vollständig in der WCI Games, Inc. auf, die wiederum in Atari, Inc. umbenannt wird. Am 12. Oktober wird der Name Atari unter der Registrierungsnummer 1.050.153 beim US-Patentamt eingetragen. Die Zentrale zieht vom 14600 Winchester Boulevard in Los Gates in das fertiggestellte Gebäude an der 1265 Borregas Avenue in Sunnyvale um. Die Upright-Version von Night Driver kommt auf den Markt. Sue Elliott von der Multi-National Corporation wechselt als Leiterin der International Division zu Atari und ersetzt dort Ron Gordon, der die Firma verlassen hat. Edward Boasberg wird Pinball Marketin Coordinator und David Stubben wird als Ingenieur bei Atari eingestellt. Die Spielkonsole Pong Doubles (Modellnr. C-160) erhält am 25. Oktober die FCC-Freigabe. Wenig später wird die Restaurant Operation Division unter der Leitung von Gene Landrum (vormals bei Novus) gegründet.
1265 Borregas Avenue
1265 Borregas Avenue in Sunnyvale im Jahr 2018 – Bild mit freundlicher Genehmigung von Evan Nixon

November
Auf der MOA International Exposition of Music and Games im Conrad Hilton Hotel in Chicago wird am 12. November das von Atari Japan und Nakamura Seisakusho entwickelte Spiel F-1 präsentiert. Unterdessen erscheint das Spiel Sprint 2 unter der Marke Kee Games und der Flipper The Atarians sowie Compugraph Foto werden angekündigt. Rod Holt, bisher in der Consumer Engineering Division, wechselt zu Apple Computer. M. John Dellis, bisher Director of Engineering, wird Vice President Consumer Engineering. Wade Tuma, bisher Consumer Engineering Manager, ersetzt Dellis. Douglas Hardy von Fairchild Electronics wechselt als leitender Industriedesigner für das Projekt Stella zu Atari.

Dezember
Gil Williams wird zusätzlich General Manager der Pinball Division und ersetzt dort Don Lang, der die Firma verlässt. Die Spielkonsole Super Pong Pro-Am (Modellnr. C-200) erhält die FCC-Freigabe am 13. Dezember. Jean Morrison wird Administrative Assistant von Gene Lipkin (Vice President Marketing der Coin-Op-Division). John Anderson wird Vice President Administration, John Peterson von Arthur Young & Co. folgt Anderson auf dessen Posten als Assistant Treasurer nach.

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1977

Januar
Am 13. Januar werden auf der Winter CES in Chicago die Spielkonsole Super Pong Ten (Modellnr. C-180) und Atari Video Music (Modellnr. C-240) vorgestellt. Bob Whitehead wird der zweite Spieleentwickler im Projekt Stella. Don Osborne wird neuer Regionalmanager für die westlichen Bundesstaaten, er ersetzt Terry Speizer, der die Firma verlässt. Das Spiel Dominos erscheint. Am 17. Januar hält Atari im Marriott Hotel in Santa Clara ein Service-Seminar für den Flipper The Atarians ab, 35 Techniker nehmen daran Teil. Am 25. Januar wird der Flipper auf der ATE in London durch die Cherry Group und Atari-Europe erstmals vorgestellt. Atari-Europe präsentiert auf diese Messe auch den Jupiter Phonograph.

Februar
Atari C-180 Super Pong Ten / Bild: atarimuseum.com Die Consumer Division Engineering und die Microelectronics Group ziehen am 2. Februar in das Gebäude am 155 Moffett Park Drive in Sunnyvale um. Am 6. Februar wird Dominos in der 4-Spieler Cocktail-Variante herausgebracht. Gary Palmer wird ein weiterer Spieleentwickler für Stella. Am 18. Februar werden die ersten The Atarians-Flipper ausgeliefert, zwei Tage später kommt die Spielkonsole Super Pong Ten (C-180) in den Handel. Mit Alan Miller stößt ein weiterer Spieleentwickler zum Projekt Stella. Atari beschäftigt derzeit 840 Mitarbeiter und Cyan Engineering beginnt mit der Entwicklung des neuen Grafikchips Stella A/N.

März
Gil Williams wird neuer Vice President und General Manager der Pinball Division. Noah Anglin II, bisher bei Memorex, wechselt als Manufacturing Manager zu Atari, er ersetzt dort neben Williams auch Bob Skyles (Engineering Manager der Coin-Op Division), der die Firma verlässt. Auf der Hausmesse werden am 20. März die Spiele Triple Hunt (Atari) und Sprint 8 (Kee Games) vorgestellt. Der Vertriebspartner Löwen-Automaten erhält einen Platin-Breakout für die hervorragenden Breakout-Verkäufe in Westdeutschland und West-Berlin. Die Atari-Cafeteria im Gebäude 1215 Borregas Avenue wird eröffnet.

April
Das Spiel Triple Hunt (Ein-Spieler Cabinet) und die Sitdown-Version von Night Driver kommen auf den Markt. C. Marshall Caras, bisher General Manager bei Rowe International, wechselt als Marketingleiter zu Atari.

Mai
Pizza Time Theatre Auf der New York Premium Show werden am 2. Mai die Spielkonsole Super Pong Pro-Am (C-200) vorgestellt und die Konsole Super Pong Pro-Am Ten (C-202) angekündigt. Das Spiel Sprint 8 kommt unter der Marke Kee Games in die Spielhallen. Am 15. Mai wird das neue 9290 Quadratmeter große Gebäude an der 1215 Borregas Avenue in Sunnyvale eingeweiht, es soll die Fabrik an der 1280 Reamwood Avenue ersetzen. Brad Stewart kommt ebenfalls als Spieleprogrammierer zum Projekt Stella. Am 16. Mai wird am 370 South Winchester Boulevard in San Jose das erste Pizza Time Theatre auf 465 Quadratmeter eröffnet. Das Konzept vereint eine Pizzeria und eine Arcade-Spielhalle, die Maskottchen sind Chuck E. Cheese, Crusty the Cat, der Hillbilly-Country-singende Hund Jasper T. Jowls, der opernsingende italienische Koch Pasqually und die drei soulsingenden Elstern The Warblettes.

Juni
Atari Video Computer System Die Spielkonsole Super Pong Pro-Am Ten (C-202) kommt zum Preis von $59,95 in den Handel. Sears nimmt die Konsole Tele-Games Super Pong IV (Artikel 99737) vom Markt und ersetzt sie durch eine gleichnamige Konsole unter der Artikelnummer 99789, die aber auf dem Atari-Modell C-202 Super Pong Pro-Am Ten basiert und zum Preis von $54,99 ohne Batterien ab sofort erhältlich ist. Große Vorstellung auf der diesjährigen Summer CES in Chicago: Stella ist fertig und wird am 5. Juni als Atari Video Computer System (Modell CX-2600) der Welt erstmals vorgestellt, dazu passend die Spiele Air-Sea Battle, Space Mission, Indy 500, Street Racer und Video Olympics. Die Konsole soll zusammen mit zwei Joysticks, einem Satz Paddles und dem Spiel Combat demnächst für $189,95 zu haben sein. Drei weitere Spiele sollen zum Marktstart verfügbar sein, danach sollen ab 1978 monatlich zwei bis drei neue Spiele erscheinen. Außerdem werden die Spielkonsolen Video Pinball (C-380), Stunt Cycle (SC-450), Tank II, Ultra Pong (C-400) und Ultra Pong Doubles (C-402) vorgestellt. Am nächsten Tag erhält das mit VCS abgekürzte Video Computer System die FCC-Freigabe. Der Flipper Time 2000 sowie die Arcadespiele Pool Shark und Drag Race kommen auf den Markt. Howard „Howie“ Rubin von Betson Enterprises wird neuer Regionalmanager für die Ostküste. John Ray wird in der Coin-Op-Division als Ingenieur eingestellt. Am 27. Juni wird die noch auf der CES präsentierte Konsole Tank II noch vor Veröffentlichung eingestellt.

Juli
Logo Namco Limited Die Nakamura Seisakusho Company, Eigentümer von Atari Japan, benennt sich in Namco Limited um. Mittlerweile sind zum internationalen Vertriebsnetz weitere Partner hinzugekommen: Den Vertrieb in Argentinien übernimmt Jorge Mochkovsky aus Sarmiento. In Österreich werden die Atari-Produkte von ENV-Vertrieb im westdeutschen Frankfurt am Main vertrieben, weitere neue sind die Brabo Corporation für Belgien, Alegrias und Plazalegre aus San Salvador für Mittelamerika, Vale Automaten Imports für die Niederlande, Coin & Vending Limited für Hong Kong (damals noch britische Kronkolonie), Bhagwan Ramnani aus Rizal für die Philippinen, Raymond Amusements aus Guaynabo für Puerto Rico, Plankomat aus Johannesburg für Südafrika sowie die R.H. Belam Company aus New York sowie Pan American Amusemends aus Hillside, New Jersey, die nun den Vertrieb in Skandinavien unterstützen. Steve Hendricks wird als Illustrator eingestellt und das Spiel Starship 1 erscheint. John Vurich wechselt als New Product Manager von National Semiconductor in die neue Personal Computer-Abteilung Ataris.

August
Sears Video Arcade Atari beginnt am 1. August mit der Auslieferung der ersten VCS-Spielkonsolen, die ab September im Handel sein sollen. Am gleichen Tag erhält die Konsole Video Pinball die FCC-Freigabe. Am 9. August stellen Steve Mayer und Joe Decuir das bei Cyan Engineering begonnene Projekt Stella A/N den Entscheidungsträgern bei Atari vor, unter diesen sind der Synertek-Chipdesigner Jay Miner, der Director of Microelectronics (Consumer Division) Bob Brown, der Vice President Consumer Engineering M. John Ellis, der New Product Manager (Consumer/Personal Computer) John Vurich und Vice President Research & Development Al Alcorn. Miner wird zum Projektmanager für das neue Projekt Colleen ernannt, ein Heimcomputer, der auf Stella A/N aufbauen soll. Dazu gehören auch die Projekte Candy als VCS-Nachfolger ohne Tastatur und Elizabeth als All-in-One-Gerät – letzteres wird aber schon bald wieder gestrichen. Im diesjährigen Sears-Weihnachtskatalog werden vorgestellt: Tele-Games Video Arcade (99743, $178,95, entspricht dem Atari VCS) im Paket mit dem Spiel Target Fun (= Air-Sea Battle), zwei Joysticks und einem Satz Paddles. Weitere vorgestellte Spiele sind Tank-Plus (Combat), Outer Space (Star Ship, vormals Space Mission), Speedway II (Street Racer), Pong Sports (Video Olympics) und Blackjack für je $19,95 sowie Race (Indy 500) zusammen mit zwei Driving-Paddles für $34,95. Daneben werden die Konsolen Tele-Games Speedway IV (99748, $98,95), Tele-Games Motocross Sports Center IV (99729, $83,95, = Atari Stunt Cycle SC-450), Tele-Games Tank (99789, $58,95, = Atari Tank II), Tele-Games Pinball Breakaway (99713, $79,99, = Atari Video Pinball C-380), Tele-Games Super Pong (99788, $39,95, = Atari Super Pong Pro-Am C-200) und Tele-Games Super Pong IV (99789, $49,95, = Atari Super Pong Pro-Am Ten C-202) vorgestellt. Auf Seite 391 des Katalogs findet sich außerdem Atari Video Music (99761/C-240, $169,95). Am 22. August wird bekannt gegeben, dass die Spielmodule in der neuen Fabrik an der 1215 Borregas Avenue produziert werden sollen. Atari hat mittlerweile in Amerika eine überdachte Gesamtfläche von 51.650 Quadratmeter angemietet oder im Besitz.

September
Zeitgleich mit der VCS-Konsole samt dem Spiel Combat kommen am 11. September die Spiele Blackjack, Surround, Basic Math und Street Racer in den Handel. Auch das Tele-Games Pendant von Sears ist nun zum Preis von $179,95 erhältlich. David Crane, bisher bei National Semiconductor, wird VCS-Spieleentwickler bei Atari. Das 2 Game Module, ein Arcadesystem zur Installation von zwei Spielen, kommt auf den Markt, ebenso der Flipper Airborne Avenger und das Kee Games-Arcadespiel Super Bug. Ab 24. September ist die Tele-Games Konsole Pinball Breakaway unter der Artikelnummer 99713 für $79,99 zu haben.

Oktober
Ultra Pong Doubles C-402 / Bild: atarimuseum.com Weitere Sears-Veröffentlichungen sind die Konsolen Tele-Games Speedway IV (99748 für $99,99) und Tele-Games Pong Sports IV (99708 für $49,99), letztere ersetzt die Konsole Super Pong IV (99789). Am 13. Oktober werden auf der National Automatic Merchandising Association (NAMA) in Chicago der Vending Kiosk und das Spiel Destroyer vorgestellt. Die Konsole Ultra Pong Doubles (C-402) kommt für $32,88 in den Handel. Steve Smith wird als Chipentwickler bei Atari eingestellt. Seit August wurden bereits 90.000 VCS-Spielkonsolen ausgeliefert. Auf der Amusement & Music Operators of America (AMOA) International Expisition of Games and Music in Chicago werden die Spiele Destroyer, Canyon Bomber und Sprint 4 vorgestellt. Am 30. Oktober kommt die Konsole Tele-Games Pong Sports II unter der Nummer 99707 für $39,99 als Ersatz für Tele-Games Super Pong (99788) auf den Markt. Jim Huether wurd als Spieleprogrammierer, Douglas Neubauer als Chipdesigner eingestellt. John Hayashi ersetzt Fred Thompson als Director of Consumer Graphics. Richard Simone, vormals bei National Semiconductor, wird Manager of LSI Test. Atari verkauft die Anteile an Atari-Europe S.A. samt der Fabrik in Baume-les-Dames. Atari-Europe wird in Europe Electronique SA umbenannt. Die Musikbox Atari Rustica 160 wird als Europe Electronique 60R neu veröffentlicht. Europe Electronique bleibt Vertriebspartner für Atari-Produkte in Frankreich.

November
Die Spielkonsole Stunt Cycle (SC-450) kommt am 12. November für $68,88 in den Handel und das Spiel Canyon Bomber wird veröffentlicht. Warren Robinett wird ein weiterer Spieleentwickler bei Atari. Am 17. November wird die Konsole Ultra Pong Doubles (C-402(D)) für $39,99 auf den Markt gebracht. Auf der IAAPA Exposition in New Orleans werden am 19. November die Spiele Ultra Tank und Wolf Pack vorgestellt. Die Pinball Division unddie Coin-Operated Division werden zusammengelegt, außerdem die Atari Electronic Board Game Division unter der Leitung von Steve Bristow gegründet.

Dezember
Das Spiel Sprint 4, eine Vier-Spieler-Variante des Spiels Sprint 2, wird veröffentlicht. Im Jahr 1977 verkauft Atari 850.000 Spielkonsolen, davon bereits 340.000 VCS-Konsolen.

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1978

Januar
Atari Game Brain Console / Bild: atarimuseum.com Auf der Winter CES in Las Vegas wird die Game Brain Console (Modell C-700) samt den Spielen Super Pong, Video Pinball, Stunt Cycle und Ultra Pong sowie dem Modul Video Music vorgestellt. Marktstart ist für Juni geplant, die Konsole soll alle bisherigen Ein-Spiel-Konsolen und das Video Music-System ersetzen. Vorgestellt werden auch die Universal Keyboards (CX-50) für das VCS sowie passend dazu die Module Concentration und Code Breaker. Weitere vorgestellte Titel für das VCS sind Hangman und Starship II. Am 44 Colonial Drive in Piscataway, New Jersey, wird ein Vertriebsbüro bezogen, hier befindet sich auch ein Servicecenter und ein Teilelager. Geleitet wird das Büro von Regionalmanager Howard Rubin. Das Spiel Sprint One erscheint unter der Marke Kee Games. Gene Wise wird Mechanical Engineer/Design Supervisor bei Cyan Engineering. Am 24. Januar werden auf der ATE in London die Spiele Sky Raider, Tournament Table und Competition 8 durch die Cherry Group vorgestellt.

Februar
Die Veröffentlichung der Game Brain Console wird vorerst zurückgestellt. Der Flipper Middle Earth und das Spiel Ultra Tank erscheinen. Ultra Tank ist das letzte Spiel, das unter der Marke Kee Games erscheint. George „Ed“ Logg wird ein weiterer Spieleentwickler. Bill Bassett aus der Pinball Division wird International Field Service Manager und löst Ron Wayne ab, der zu LDF Semiconductors wechselt. David Gjerdum wird als Softwareentwickler eingestellt, er soll Microsofts BASIC M6502 auf das Projekt Colleen portieren. Raymond „Ray“ Kassar, Gründer der R.E.Kassar Corporation und davor bei Abraham-Zumsteg und Burlington Industries, wird von Warner Communications als Senior Marketing- und Managementberater engagiert. Donald „Don“ Thompson wird am 20. Februar neuer National Sales Manager, er löst Malcolm Kuhn ab, der zu Mattel Electronics wechselt.

März
Atari Consolette Auf der Hausmesse in Pebble Beach, Kalifornien, wird die noch von Atari-Europe entwickelte Consolette vorgestellt. Ray Kassar wird unterdessen General Manager der Consumerabteilung und ersetzt hier Sheldon Ritter, der die Firma verlässt. Kassar erhält einen Halbjahresvertrag, der außerdem besagt, dass Kassar auf Wunsch jederzeit zu seiner eigenen Firma zurückkehren kann. Außerdem erhält er eine Gewinnbeteiligung, ein Appartement in San Francisco und einen eigenen Chauffeur. Diese Bedingungen handelte Kassar mit Warner Communications, in der Hoffnung, dass die Firma nicht darauf eingehen würde. Die Spiele Sky Raider und Tournament Table erscheinen. Atari ist zudem auf der Suche nach einem Video Games Marketing Manager, der die volle Verantwortung über ein ungenanntes, aber bereits in der Entwicklung befindliches Projekt im Bereich Marketing und Entwicklung haben soll.

April
Das Spiel Avalanche kommt in die Spielhallen. Im hauseigenen Spielekatalog sind erstmals die VCS-Spiele Home Run, Outlaw, Breakout, Football und Basketball zu sehen. Steve Ritchie aus der Flipperabteilung wechselt zu Williams Electronics.

Mai
Gene Landrum, Leiter der Atari Restaurant Operating Division, wechselt als Präsident zur Atari-Tochter Pizza Time Theatre. Dennis Groth, vormals bei Arthur Young & Co., wechselt als Vice President Finance / CFO zu Atari, er ersetzt Bill White, der die Firma verlässt. Der Kundenservice für die Arcadespiele zieht von der 2175 Martin Avenue in Santa Clara in das Gebäude am 1344 Bordeaux Drive in Sunnyvale um. Larry Kaplan wird Consumer Software Manager. Mit Capture the Flag, The Maze und Wizard werden weitere VCS-Spiele angekündigt.

Juni
Fire Truck Am 2. Juni werden die Tochtergesellschaften Atari Holdings Limited und Atari Ireland Limited in Irland gegründet, Atari möchte hier einen weiteren Produktionsstandort aufbauen. Am 8. Juni wird die Namco-America gegründet, zeitgleich wird die Namco-Tochter Atari Japan geschlossen, alle Standorte und laufenden Entwicklungen gehen an Namco über. Der ehemalige Atari Japan-Präsident Hideyuki Nakajuma wird Präsident von Namco-America. Auf der Summer CES in Chicago werden ab 11. Juni die VCS-Spiele Breakout, Home Run, Space War (vorher: Starship II), Flag Capture (vorher: Capture the Flag), Brain Games (vorher: Wizard) und Slot Racers (vorher: Maze) vorgestellt. Die Arcadespiele Fire Truck und Sky Diver werden veröffentlicht. John Constantine wechselt als General Accounting Manager von Warner Communications in die Atari Consumer Division. Auf der National Restaurant Association werden die Prototypen von Wall Unit und Game Booth vorgestellt. An der 1272 Borregas Avenue wird das neue 7150 Quadratmeter große Gebäude von den Entwicklungsabteilungen der Consumer Division (vorher am 155 Moffett Park Drive) und der Coin-Operated Division (vorher 1265 Borregas Avenue) bezogen. Die von Nolan Bushnell gegründete Pizza Time Theatre Inc. kauft die Atari-Tochter Pizza Time Theatre samt Restaurant und Rechten für 500.000 Dollar auf, Atari behält künftig nur noch eine Minderheitsbeteiligung an der Firma.

Juli
Atari Video Computer System Änderungen gibt es im international Vertriebsnetz, so übernimmt die R.H.Belam Company aus New York nun den Vertrieb in Mittel- und SŸdamerika (außer Brasilien) und Leisure & Allies Industries aus Perth übernimmt zusätzlich den Vertrieb in Südostasien. Das Spiel Smokey Joe, eine Ein-Spieler-Variante des Spiels Fire Truck, kommt auf den Markt. Rich Moore und Henry Jenkins Junior werden Angestellte in der Coin-Operated Division und der Ingenieursstudent Rob Fulop beginnt in dieser Abteilung ein zehnwöchiges Praktikum. Das Video Computer System wird einem leichten Facelift unterzogen und neu auf den Markt gebracht, die Produktion der heute als sogenannter „Sunnyvale Heavy Sixer“ bekannten Version wird eingestellt. Die Ur-Joysticks vom Typ CX-10 werden durch die kostengünstiger zu produzierenden Modelle CX-40 ausgetauscht und die Umschaltbox wird gegen eine Box ausgetauscht, die die VHF-Kanäle 2 und 3 ansteuern kann. Die gleichen Veränderungen erfärt das Tele-Games Video Arcade-System, es kommt unter der Artikelnummer 99743 mit dem Spiel Target Fun erneut auf den Markt und löst Artikel 99744 (mit dem Spiel Pong Sports) ab.

August
In der irischen Tipperary Town wird die neue Atari-Fabrik unter der Leitung von Kevin Hayes, Tommy Martinez und Phillip Stewart in Betrieb genommen. Die Schreinerei Murray Kitchens (Ardfinnan) Limited wird die Arcadegehäuse für den europäischen Markt an der Mill Road in Youghal produzieren. Die Produktion im französischen Baume-les-Dames wird eingestellt. In den USA wird unterdessen Carol Shaw als eine der ersten Videospielprogrammiererinnen überhaupt bei Atari eingestellt. Harry Stewart, vormals bei NEOTERIC, wechselt zu Atari und dokumentiert dort die Arbeiten am Projekt Colleen.

September
Die Arcadespiele Super Breakout und Space Riders werden veröffentlicht. Kassar verlängert seinen auslaufenden Vertrag bis Jahresende. Bob Betters von Casper Instruments wechselt als Manager of Customer Service in die Atari Coin-Operated Division, er ersetzt dort Don Smith, der die Firma verlässt.

Oktober
Atari Football kommt in die Spielhallen und via Zeitungsanzeige werden die Kommunikationsgeräte VIDCOM I und VIDCOM II der Professional Products Division erstmals vorgestellt. Die VCS-Spiele Hangman, Outlaw, Space War, Breakout, Home Run, Basketball, Flag Capture und Slot Racers kommen in den Handel, unter der Sears-Marke Tele-Games werden die Spiele als Spelling, Gunslinger, Space Combat, Breakaway IV, Baseball, Basketball, Capture und Maze vertrieben. Paul Malloy wechselt von der NCR Corporation als Vice President Manufacturing in die Atari Consumer Division, und löst dort Loren Schoof ab, der die Firma verlässt.

November
Auf der AMOA in Chicago werden am 10. November die Spiele Orbit, Subs und UFO sowie die Flipper Hercules und Monza erstmals vorgestellt. Atari Ireland vermeldet bereits vollen Produktionslauf aller Arcadespiele und Flipper in Tipperary. Das Spiel Orbit erscheint bereits wenige Tage nach der Vorstellung. Colleen wird in Atari 800 Personal Computer System umbenannt, Candy, welches nun doch eine Tastatur erhält, in Atari 400. Cyan Engineering arbeitet derweil an einem Spielzeugroboter namens Varmit.

Dezember
Atari CX-50 Keyboard Controller Am 9. Dezember wird das VCS erstmals in Australien durch die Futuretronics Australia Limited vorgestellt, es soll für AU$339,00 zu haben sein. Passend zum Kinofilm Superman werden der gleichnamige Flipper und das dazugehörige VCS-Spiel vorgestellt. Auf einer Pressekonferenz in New York werden erstmals die Computer 400 und 800 präsentiert. Beide Computer sollen ab dem kommenden Jahr mit 8 KB Arbeitsspeicher ausgeliefert, für beide Systeme sind 25 Programmmodule geplant. Gil Williams wechslet als Vice President Manufacturing nach Tipperary Town, seine bisherige Stelle nimmt Steve Bristow ein. Die Atari Electronic Board Games Division wird in Electronic Toy and Game Division umbenannt. Die VCS-Spiele Hunt & Score (vorher: Concentration, Sears-Titel: Memory Match), Codebreaker und Brain Games erscheinen, passend dazu auch die Keyboard Controllers (Modell CX-50, vorher Universal Keyboards). Zum Jahresende wird der bisherige CEO Nolan Bushnell auf einen Beraterposten abgeschoben, der bisherige Präsident und Co-CEO Joe Keenan verbleibt im Vorstand. Ray Kassar wird Präsident und CEO von Atari. Das Ganze wurde von Warner-Manager Manny Gerard eingefädelt. Allein im Jahr 1978 wurden bereits 800.000 VCS-Konsolen ausgeliefert, derzeit liegen noch 200.000 Konsolen auf Lager.

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1979

Januar
Atari 800 Donald Kingsborough, vormals bei D.K.Marketing, wird Director of Sales & Marketing, er ersetzt Don Thompson und Mike Shea, die beide die Firma verlassen. Nach der Pressekonferenz in New York im Vormonat werden die Computer 400 und 800 nun ab dem 9. Januar auf der Winter CES in Las Vegas erstmals präsentiert, dazu passend auch die Laufwerke 410 und 810, der Drucker 820 sowie bereits die ersten Softwaretitel. Für das VCS werden sieben neue Spiele gezeigt, außerdem das Handheldspiel Touch Me aus der Electronic Toy & Game Division. Die Microelectrionics Division der Consumerabteilung wird in die Consumer Engineering Group integriert, der bisherige Leiter der Abteilung Bob Brown sowie der Ingenieur Craig Nelson wechseln daraufhin zu Hitachi Micro Systems. Die Forschungsabteilung der Microelectronics Division wird aufgelöst, deren Leiter Larry Wagner wechselt zu Votan. Brown und Nelson werden später die Firma Acorn gründen, die später zuerst in Arcadia und schließlich in Starpath umbenannt wird und Kassettenspiele für das 2600 liefert. Stephen Davis wird Produkt-Marketingleiter für die Computerserie und ersetzt John Vurich, der die Firma verlässt. Vurhch gründet später zusammen mit Bushnell die Firma Axlon. Peter Rosenthal wird Manager of Software Planning in der Computersparte der Consumerabteilung. Neue Mitarbeiter der Coin-Operated Division werden Ed Rotberg als Spieleentwickler und Jed Margolin als Hardwareingenieur. Die Electronic Toy & Game Division wird als Electronic Toys & Games in die Consumer Division integriert. Am 19. Januar zieht die Fertigung der Platinen für die Arcadespiele in das Gebäude am 1320 Bordeaux Drive in Sunnyvale um, die Endfertigung der Geräte verbleibt weiterhin in Santa Clara. Bushnell will gerichtlich gegen die Versetzung auf einen Beraterposten durch Gerard vorgehen, entschließt sich dann aber dazu, die von ihm gegründete Firma zu verlassen und alle Anteile zu verkaufen.

Februar
Atari Touch Me Statt dem Microsoft BASIC M6502 soll bei 400 und 800 das SMI BASIC zum Einsatz kommen. Der Programmierer David Gjerdrum, der das Microsoft BASIC auf die Computer portieren sollte, verlässt daraufhin die Firma. Jay Miner beendet sein Engagement bei Atari, nachdem er erfolglos bei Kassar für die Entwicklung eines Computers auf Basis des gerade erschienenen Mikroprozessors Motorola 68000 geworben hatte – erste Entwürfe wurden bereits angefertigt, sie werden sich später im Projekt Lorraine und zuletzt im Commodore Amiga wiederfinden – und kündigt auch bei Synertek, er wechselt zu Custom MOS. Die Spielkonsole Video Pinball (C-380) kommt auf den Markt. Auf der 76th Annual Toy Fair in New York stellt Atari am Stand der Knickerbocker Toy Company, einer weiteren Warner Communications-Tochter, das Handheldspiel Touch Me vor und kündigt ein weiteres Spiel namens Pro Coach an.

März
Der Flipper Superman wird am 5. März veröffentlicht, wenige Tage später die VCS-Spiele Football, Human Cannonball, Sky Diver, Miniature Golf, Slot Machine, Canyon Bomber, Bowling und Casino.

April
Ingersoll Electronics Limited, Tochter der Heron Corporation, wird neuer Vertriebspartner für die Consumerprodukte im Vereinigten Königreich, Cherry Leisure übernimmt weiterhin den Vertrieb der Arcade-Produkte. Atari geht gemeinsam mit Apple Computer, Interact, Mattel und Radio-Shack gegen die Entscheidung der FCC vor, dem Texas Instruments-Computer TI-99/4 die Freigabe zu erteilen. Die Firmen legen der Kommission einen sechzigseitigen Bericht vor, in dem sie erläutern, dass der Betrieb des TI-Computers in Wohngebieten massive Störungen verursachen könne. Roger Gerard, vormals bei Fairchild Semiconductor, wird Vice President Administration und ersetzt in dieser Funktion John Anderson, der zum Pizza Time Theatre wechselt. Die Fabrik an der 2175 Martin Avenue in Santa Clara wird stillgelegt, die Endmontage der Arcadespiele zieht in die 1215 Borregas Avenue nach Sunnyvale um. Die Produktion des VCS wird derweil ins Ausland verlagert. Darl Davidson ersetzt Bob Betters als Manager of Customer Service. Der letzte Atari-Flipper Hercules erscheint, ebenso wie das Arcadespiel Atari Football in der Vier-Spieler-Version. Chiptechniker Steve Smith wechselt zu Custom MOS und Rob Zdybel wird neuer VCS-Spieleentwickler. Die Pinball Division wird kurz nach Veröffentlichung von Hercules geschlossen.

Mai
Atari Basketball Erste Vorstellung der Computer 400 und 800 für die Allgemeinheit auf der West Coast Computer Faire in San Francisco ab dem 11. Mai, hier werden auch bereits mehr Softwaretitel gezeigt als auf der CES im Januar. Die Arcadespiele Atari Basketball und Subs in der 2-Spieler/2-Bildschirme-Version kommen auf den Markt. Für den Sommer werden die VCS-Spiele Superman, BASIC Programming, Backgammon und Video Chess angekündigt. Im Streit gegen die FCC-Freigabe des TI-99/4 antwortet Texas Instruments auf die Vorwürfe, dass ihr hauseigener Class I-Standard den allgemein gültigen CBEMA-Standard (Computer and Business Equipment Manufacturers Association) übertreffen würde. Atari antwortet hierauf, dass der CBEMA-Standard nur für gewerblich genutzte Geräte gelte, die in dreißig Meter Entfernung zu einem Fernseher aufgestellt werden, nicht jedoch für Geräte im Heimgebrauch. Atari untermauert dies mit Fotos, auf denen CBEMA-konforme Computer neben Fernsehern aufgestellt sind, die ein deutlich verzerrtes Bild anzeigen.

Juni
Der empfohlene Verkaufspreis des VCS wird auf $179,95 gesenkt. Auch auf der Summer CES wird die Computer-Produktlinie ausführlich vorgestellt. Don Kingsborough wird Vice President Sales & Marketing der Consumer Division. Am 15. Juni erhalten die Computer 400 und 800 sowie das Kassettenlaufwerk 410 die FCC-Freigaben. Joe Decuir verlässt Atari und wechselt zu Standard Technologies, der Spieleprogrammierer Warren Robinett geht ebenfalls. Die VCS-Spiele Video Chess und Backgammon sowie das Arcadespiel Atari Baseball werden veröffentlicht.

Juli
Atari BASIC Proramming CX-2620 Die Produktion der gesamten C-Serie, das heißt die Spielkonsolen mit nur einem fest installierten Spiel, wird eingestellt, die Lagerbestände der zuletzt noch produzierten Konsolen Video Pinball, Ultra Pong, Ultra Pong Doubles und Stunt Cycle werden abverkauft. Quintin Flynn Limited aus Dublin wird neuer Vertriebspartner der Arcade-Produkte in Irland. Charles „Skip“ Paul wechselt von der Anwaltskanzlei Cooley, Godward, Castro, Huddleson & Tatum aus San Francisco als Berater zu Atari. Das VCS-Modul BASIC Programming kommt in den Handel und die Atari Advanced Products Group wird unter der Leitung von Al Alcorn gegründet, mit ihm arbeiten Roger Hector und Harry Jenkins. Die Gruppe arbeitet an neuartigen Spielen, die die Holografie nutzen sollen. Donald Winn wird Präsident der Consumer Division und löst Alcorn in dieser Rolle ab. William „Bill“ Grubb wechselt vom Maschinenhersteller Black & Decker als Vice President Games Sales & Marketing zur Atari Consumer Division, Robert Hovee von der Firma Questor kommt als Vice President Personal Computers Sales & Marketing zur gleichen Abteilung. Grubb und Hovee ersetzen dabei Kingsborough, der zu seiner Marketingfirma zurückkehrt. Eugene Jarvis verlässt die Firma.

August
Rob Fulop, ehemaliger Praktikant, beginnt seine Laufbahn bei Atari als Spieleentwickler für das VCS. Die westdeutsche Firma Unicom Consumer Electronics GmbH (kurz Unimex) vertreibt das VCS erstmals in der Bundesrepublik und in West-Berlin. Das VCS-Modul Superman sowie das erste vektorbasierte Arcadespiel Lunar Lander kommen auf den Markt. Dennis Koble von der Electronic Toys & Games Group wird neuer Consumer Software Manager und ersetzt Larry Kaplan, der die Firma verlässt. Doug Neubauer wechselt zu Hewlett-Packard.

September
Frank Ballouz, bisher nationaler Verkaufsleiter, wird neuer Leiter der Coin-Operated Division, er ersetzt C. Marshall Caras, der die Firma verlässt. Ballouz wird durch Don Osbourne ersetzt, der bisher Regionalmanager für die Westküste war. Sue Elliot wird internationale Verkaufsleiterin. Die stillgelegte Flipper-Fabrik an der 1173 Borregas Avenue in Sunnyvale wird zur Produktionsstätte für die Computer 400 und 800 umgerüstet. Chris Crawford, bislang Lehrer an der University of California Extension und Entwickler des Commodore PET-Spiels Legionnaire, wechselt als Programmierer zu Atari. Die Programmierer Bob Whitehead, Alan Miller und David Crane verlassen Atari nach gescheiterten Verhandlungen mit Kassar über die Nennung der Programmierernamen in den VCS-Spielen und einer Beteiligung an den Erlösen. Nach Kassars Meinung sind Programmierer unwichtig und austauschbar, allgemein hat der CEO einen schweren Stand bei den Atari-Angestellten, so sah er Frauen eher als Laufstegmodelle denn als ernsthafte Ingenieure und Programmierinnen an. Whitehead, Crane, Kaplan und Miller gründen wenig später zusammen mit Jim Levy von der GRT Corporation und dem Investor Richard Muchmore die Firma Activision, die zum ersten Third-Party-Publisher der Videospielbranche wird. Joe Keenan verlässt Atari ebenfalls und wechselt als COO zum Pizza Time Theatre, er ersetzt dort Gene Landrum, der die Firma verlässt. Dennis Groth wird zum Executive Vice President Finance. Die Fabrik an der Adresse 5645 Beacon, einem ungenutzten Gebäude der Farah Manufacturing in El Paso, Texas, wird in Betrieb genommen, Auf knapp 3600 Quadratmeter produzieren hier dreißig Mitarbeiter Spielmodule. Kevin Hayes wird Leitender Direktor der Fabrik in Tipperary Town, er ersetzt Gil Williams, der die Firma verlässt. Mike Nevin folgt Hayes in der Position als Financial Controller nach. Die FCC erlässt am 19. September nach dem Streit zwischen Atari und anderen Firmen auf der einen sowie Texas Instruments auf der anderen Seite eine neue Klassifizierung (FCC 79-555, 79 FCC 2d. 28). Sie unterteilt die zuzulassenden Geräte in die Klassen A (gewerblicher Einsatz) und B (Heimgebrauch), beide Standards liegen dabei sogar unter dem bisher verwendeten Type I-Standard, den bisher nur die Atari-Computer erfüllten. Aufgrund dieser Tatsache wollen Atari und andere Firmen gegen die neue Klassifizierung vorgehen.

Oktober
Das Personalkarussell dreht sich: Steve Bristow wird neuer Vice President Engineering Consumer & Home Computer Division und ersetzt dabei John Ellis, der Atari verlässt. Niles Strohl wird neuer Leiter der Consumer Engineering und ersetzt Wade Tuma, der die Firma ebenfalls verlässt. Ellis und Tuma gründen 1980 die Compower Corporation. Noah Anglin ersetzt Bristow in seiner bisherigen Funktion als Vice President Engineering & Manufacturing, dieser wird wiederum durch Lyle Rains in der Funktion als Director of Engineering abgelöst. Dan van Elderen löst Rains in der Position als Electrical Engineering Supervisor/Manager ab.

November
Atari 400 Colette Weil wird neue Leiterin der Marktforschung in der Coin-Operated Division. Das Handheldspiel Touch Me (Modellnr. BH-100) kommt in den Handel. Carla Meninsky und Tod Frye werden als VCS-Spieleentwickler eingestellt. Das Arcadespiel Asteroids kommt auf den Markt und ist das erste Arcadespiel, in dem sich die Spieler mit ihren Initialen im Highscore verewigen können. Conrad Jutson wird Vice Presiden Sales & Marketing für die Computersparte und ersetzt Robert Hovee, der die Firma verlässt. Auf der AMOA werden die Arcadespiele Asteroids, Atari Soccer und Monte Carlo vorgestellt. In diesem Monat kommen nach einer ungeplanten Verzögerung auf Grund von Teileknappheit die Computer 400 und 800 samt dem Kassettenlaufwerk 410, der Educational Systems Master Cartridge (CXL-4001, entwickelt von Dorsett Educational Systems) und der BASIC Programming Language (Modul CXL-4002) in den Handel. Dale Yocum von Telesensory wechselt als Applications Software Manager zu Atari. Im Streit Atari gegen Texas Instruments weist die FCC alle Vorwürfe zurück, da keine weiteren Beweise erbracht wurden.

Dezember
Fred Gerson, bisher bei Arthur Young & Co., wechselt als Vice President Finance in die Coin-Operated Division Ataris. Zahlreiche Programme für die Computer 400 und 800 kommen bereits auf den Markt. Michael „Mike“ Moone von der Milton Bradley Co. wechselt als Präsident der Consumer Division zu Atari und ersetzt dort Don Winn, der die Firma verlässt. Unter den Top-10-Arcadespielen des Jahres 1979 sind vier Atari-Titel vertreten: Atari Football, Sprint 2, Super Breakout und Video Pinball.

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1980

Januar
Atari Space Invaders und Super Breakout Handhelds / Bild: atarimuseum.com Auf der Winter CES werden der Drucker 825, der Akustikkoppler 830 und das Schnittstellenmodul 850, die Computerspiele 3-D Tic-Tac-Toe und Star Raiders und das Programm Calculator vorgestellt. Außerdem werden die VCS-Spiele Space Invaders, 3-D Tic-Tac-Toe, Night Driver, Golf, Circus Atari und Adventure präsentiert, diese sollen alle im ersten Halbjahr 1980 erscheinen. Das VCS-Spiel Basic Math wird in Fun With Numbers, das Spiel Hunt & Score in A Game of Concentration umbenannt. Computer Chess, Star Raiders und 3-D Tic-Tac-Toe für 400/800 erscheinen noch im selben Monat. Auf der IMA in Frankfurt am Main stellt Löwen Automaten das Spiel Asteroids als Cocktail-Version sowie Atari Soccer vor. Die Control Data Corporation und Atari schließen am 21. Januar einen Vertrag ab, nach dem CDC die Atari-Computer in den eigenen Häsern reparieren darf. Am 24 Januar werden die Handheld-Spiele Space Invaders und Super Breakout angekündigt. Die Taito Corporation erteilt Atari eine Exklusivlizenz, nach der die Firma die Marke Space Invaders für ihre Videospiele nutzen darf – Arcadespiele sind davon jedoch ausgenommen. Daraufhin muss Bally Manufacturing sein Space Invaders für das Bally Professiona Arcade Home System umbenennen.

Februar
Das Diskettenlaufwerk 810 samt Master Diskette und der Drucker 820 kommen in den Handel. William „Bill“ Kaiser, ehemals bei Xerox, wird Mitarbeiter in der Finanzabteilung der Consumer Division. Der empfohlene Verkaufspreis des VCS soll zum 1. April um fünf Prozent erhöht werden. Atari erwirbt von der pleite gegangenen Holosonics Inc. zahlreiche Holografie-Patente, darunter das exklusive Recht, Hologramme für Spielzeuge und Videospiele zu nutzen. Die Advanced Products Group wird in Atari Holoptics Lab umbenannt.

März
In Westdeutschland wird die Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft mbH als Tochtergesellschaft der WEA Musik GmbH gegründet, die Leitung übernimmt Klaus Ollmann, bisher zweiter Geschäftsführer der WEA Musik sowie Leiter der GOVI Records GmbH und der Record Service GmbH. Rolf Rehfeldt wird Verkaufsleiter, Werner Täsler Marketingchef. Die vorläufige Zentrale befindet sich im Gebäude der WEA Musik an der Arndtstraße 16 im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, das Lager befindet sich im Lagerhaus der GOVI Records an der Gluckstraße 76 in Hamburg-Barmbek. Reparaturen werden bei Record Service in der Max-Planck-Straße 1–9 in Alsdorf nahe Aachen durchgeführt. Der Music Composer für 400/800 wird unterdessen in den USA auf den Markt gebracht und die Science Research Associates (SRA) beginnen mit der Entwicklung von Bildungsprogrammen für die Atari-Computer. Atari soll diese Programme dann unter eigener Marke veröffentlichen dürfen, dafür soll SRA als einziger Anbieter Atari-Computer im Bildungssektor vermarkten dürfen. The Music Hire Group übernimmt den Vertrieb der Arcade-Produkte im Vereinigten Königreich, Bo Billing in Schweden und Raha-Automaattiyhdisys in Finnland.

April
Die Beschwerde Ataris und anderer Computerfirmen gegen die FCC-Freigabe des TI-99/4 wird von der FCC erneut abgewiesen. Die Cocktail-Version von Asteroids sowie die Arcadespiele Atari Soccer und Monte Carlo kommen in die Spielhallen. Tandy Trower, vormals bei WICAT, wird Gutachter für von Drittanbietern angebotene Programme für die Atari-Computer. Activision kündigt derweil mit Drag Race, Boxing, Checkers und Fishing Derby die ersten Drittanbieter-Spiele für das VCS an. Atari bringt Adventure für das VCS sowie An Invitation to Programming&nbs;1, Biorhythm, Hangman, Kingdom und Blackjack für 400/800 in den Handel. Tom Petit wird neuer Regionalmanager für die Westküste.

Mai
Die Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft mbH wird am 6. Mai ins Handelsregister eingetragen. David Burling von der Kantlei Collier, Shannon, Rill, Edward & Scott wird Vice President Counsel bei Atari. Atari reicht als Antwort auf Activisions Ankündigung eine 20-Millionn-Dollar-Klage in San Francisco ein mit der Begründung, Activision würde Videospiel-Geheimnisse stehlen, Markenrechte verletzen und unlauteren Wettbewerb betreiben. Dennis Koble wird neuer Leiter der Softwareentwicklung in der Consumer Division, John Powers III. Leiter der Softwareentwicklung für die Computersparte. Beide ersetzen George Simcock, der in den Ruhestand tritt. Steve Wright wird Nachfolger für Koble als Software Manager der Consumer Division, Briah Johnston wird Systems Software Manager in der Computersparte.

Juni
Atari 815 / Bild: Atari, Inc. Die Preise der Computer werden erhöht: Der 400 kostet nun 630 Dollar, der 800, der nun mit 16 kB RAM ausgeliefert wird, 1080 Dollar. Joseph „Joe“ Robbins von der Empire Distributing Company, einer Tochter der Bally Inc., wird Co-Präsident der Coin-Operated Division neben Gene Lipkin. Shane Breaks wird internationaler Marketingchef der Coin-Operated Division, sein Büro befindet sich in der Niederlassung in Tipperary Town. Dona Bailey wird Programmiererin in der Coin-Operated Division. Asteroids kommt als Cabaret-Version, einer verkleinerten Upright-Variante und die erste ihrer Art, Missile Command als Upright auf den Markt. Missile Command ist das erste Atari-Spiel, welches pro Spiel nicht 25, sondern 50 Cent kostet. Auf der Summer CES in Chicago wird das Doppel-Diskettenlaufwerk 815 mit DOS 2.0D vorgestellt, die 60 eintreffenden Vorbestellungen werden nach der Messe sofort ausgeliefert und das Laufwerk wegen schwerwiegender Qualitätsprobleme wieder vom Markt genommen. Die ersten CDC-Programme für 400/800 werden präsentiert sowie die Fortsetzungen der Reihe An Invitation to Programming. Der Computer 800 wird ab sofort ohne die Educational Master Systems Cartridge und dem Laufwerk 410 ausgeliefert, stattdessen wird ein BASIC Referenzhandbuch beigelegt. Die 16 kB-Speichermodule (Modell CX-853) kommen in den Handel, ebenso die VCS-Spiele Maze Craze, Video Checkers, Dodge 'em und Championship Soccer. Die Videospiele Slot Machine und Star Ship werden eingestellt.

Juli
In Kanada gibt es mit der J.E.Weatherhead Distributing Limited einen neuen Vertriebspartner für die Arcadeprodukte, in Japan vertreibt neben Namco/Atari nun auch Sega Enterprises die Atari-Produkte. In Norwegen übernimmt den Vertrieb die Firma Lars Berg A/S aus Trondheim. Larry Plummer wechselt von der Firma Heathkit als Personal Computer Systems Director of Engineering zur Consumer Division und ersetzt dort Niles Strohl. Plummer holt dazu noch Carl Goy (ebenfalls Heathkit) zu Atari. Tim McGuinness von Plantronics/Zehntel wird neuer Personal Computer Systems Engineer. Am 22. Juli wird in der britischen Kronkolonie Hong Kong die Atari Far East Limited gegründet, sie hat ihren Sitz in Suite 605 im sechsten Stock des Wing on Plaza, Tsimshatsui East, Kowloon. Am 25. Juli gründen die Firmen Atari und The Wong's Electronics Company das Joint-Venture Atari-Wong, geleitet wird die Firma von den bisherigen WEC-Chefs Ben Wong Chung-Mat und Edward Tsui Ying-Chun. Die Fabrik befindet sich im zweiten Stock des King Yip Buildings an der 59 King Yip Street in Kwun Tong, Kowloon.

August
Atari Circus, Modul CX-2630 Die VCS-Spiele 3-D Tic-Tac-Toe, Circus Atari, Night Driver und Golf kommen auf den Markt, ebenso die Cocktail-Variante von Missile Command. Die Programmiererin Carol Shaw verlässt Atari, ebenso wie Gene Lipkin, Co-Präsident der Coin-Operated Division. Sein Kollege Joe Robbins wird alleiniger Präsident. Steve Wright, Software Manager der Consumer Division, kommt hinter das versteckte Programmer Credit im VCS-Spiel Adventure von Warren Robinett und prägt den Begriff Easter Egg.

September
Atari 825 / Bild: Atari, Inc. Die Drucker 822 und 825, der Akustikkoppler 830, das Schnittstellenmodul 850 und der Light Pen (CX-70) kommen in den Handel, dazu die Softwareprodukte Assembler Editor von SMI und TeleLink I, das Spiel Space Invaders auf Kassette sowie die Lernkassetten States & Capitals, European Countries & Capitals, Mortgage & Loan Analysis und Energy Czar. Atari kauft die im Januar gegründete Investmentfirma Denovo Company Limited auf und benennt sie in Atari Hong Kong Company Limited um. Die Cabaret- und Sitdown-Varianten von Missile Command kommen auf den Markt. Roger Badertscher, bisher bei Signetics, wird Präsident der neuen Personal Computer Division, Bruce Irvine wird in dieser Abteilung Vice President Software. Atari startet den telefonischen Support für die Computer. Das Sears Video Arcade-System erält eine neue Verpackung und Artikelnummer (75001 statt 99743).

Oktober
Dodge 'em (Atari VCS) Dick Needleman, bisher bei Atari Leisure Industries, wird neuer Regionalmanager für den Südosten der Vereinigten Staaten. Howard Rubin, Regionalmanager der Ostküste, wird Special Markets Manager und geht nach Sunnyvale. Auf Grund der neu gegründeten Personal Computer Division gibt es zahlreiche personelle Veränderungen: Conrad Jutson wird Vice President Planning für die gesamte Firma, Peter Rosenthal wird Marketingleiter der Computer Division, Stephen Davis wird Produkt-Marketingmanager, Keith Schaefer wird neuer nationaler Verkaufsleiter und ersetzt in dieser Funktion Jutson. Brenda Laurel, bisher bei The Authorship Resource, wird Managerin für Software, Strategie und Marketing und ersetzt in dieser Funktion Rosenthal. Tandy Trower wird Produktmanager der Computer Division, Kevin McKinsey wird Leiter des Industrie- und Grafikdesignteams. Bill Kaiser wird Finanzdirektor der Computer Division. Ken Balthasar von The Authorship Resource wird neuer Berater, Jose Valdez neuer Entwicklungsingenieur. Die VCS-Spiele Maze Craze, Video Checkers und Dodge 'em kommen in den Handel. Auf der AMOA in Chicago wird Battlezone erstmals vorgestellt.

November
Battlezone Robert Kahn, bisher Leiter des Computer Education Project an der University of California in Berkeley, wird Leiter des Teams für Bildungsprogramme in der Computer Division. Chris Bowman (bislang Leiter der Medienstelle an der Harvard University Graduate School of Education) wird nationaler Verkaufsleiter für den Bildungssektor. Der bisher über Science Research Associates abgewickelte Vertrieb der Bildungssoftware wird damit ins eigene Haus geholt. Innerhalb der WEA Records B.V. wird die Landesgesellschaft Atari Benelux gegründet, die Verwaltung befindet sich im WEA-Gebäude am Franse Akker 9 im niederländischen Breda. Geleitet wird Atari Benelux von Ben Bunders, bisher Geschäftsführer von WEA Holland und WEA Belgium. In Italien bringt der Vertreiber Melchioni das VCS erstmals auf den Markt. Atari erhält von den U.S. Amusement Operators den Play Meter Award for Video Game Excellence für Asteroids verliehen. In Deutschland wird mit Nova Apparate aus Hamburg ein weiterer Vertriebspartner für Westdeutschland und West-Berlin gefunden. Am 10. November findet im Third Floor Screening Room bei Warner Communications im Rockefeller Center in New York das Finale der ersten Space Invaders-Meisterschaft statt. Die fünf Finalisten wurden zuvor in San Jose, Los Angeles, Dallas, Chicago und New York ermittelt. Der sechzehnjährige Bill Heinemann aus Whittier in Kalifornien gewinnt die Meisterschaft und erhält ein Asteroids Arcadespiel in der Cocktail-Version. Wenig später kommt das Arcadespiel Battlezone auf den Markt, das als erster echter Ego-Shooter angesehen wird. In Frankreich wird die P.E.C.F. Atari als Abteilung der Productions et Editions Cinématographiques Françaises SARL gegründet, die Verwaltung befindet sich an der 9/11 rue George Enesco in Créteil, Leiter wird Guy Millant, bisher Vertriebsmanager bei Maison Brandt Frères.

Dezember
Atari Ireland erält von der Stadtverwaltung von Tipperary Town die Genehmigung, den Betrieb zu erweitern, es werden weitere 63 Mitarbeiter eingestellt. Steve Bristow wechselt als Vice President Engineering in die Consumer Game Division, Gene Rosen wird neuer Vice President Engineering in der Personal Computer Division und ersetzt dort Bristow. Chris Crawford wird Vorgesetzter der Software Development Support Group. Von Battlezone kommt eine Cabaret-Version auf den Markt. John Constantine wird neuer Geschäftsführer der Atari Far East Limited. Am 19. Dezember wird auf Puerto Rico die Atari Caribe Inc. gegründet. Atari vermeldet zum Jahresende, dass sich die Computer mittlerweile 35.000 mal verkauft haben.

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1981

Januar
Atari Cosmos Zu Jahresbeginn wird die Personal Computer Division in Atari Computer Division umbenannt. Am 5. Januar wird die Tabletop-Konsole Cosmos (Modell EG-500) samt der Spiele Superman, Football, Basketball, Outlaw, Sea Battle, Space Invaders, Road Runner und Asteroids erstmals angekündigt, ebenso das Remote Control Video Computer System (Modell CX-2700), vier Tage später werden beide Konsolen auf der Winter CES erstmals präsentiert. Am 6. Januar stellen Warner Amex Cable Communications, Atari und CompuServe das CompuServe Informationssystem auf einem Atari 800 vor. Der Atari 400 wird nun in zwei Konfigurationen ausgeliefert, mit 8 kB RAM kostett er 499,95 Dollar, mit 16 kB 630 Dollar. Auf der CES werden zudem die VCS-Spiele Asteroids, Warlords, Video Pinball und Othello präsentiert, die Spielmodule Space War und Miniature Golf werden eingestellt. Am 11. Januar wechselt Howard Scott Warshaw von Hewlett-Packard als Spieleentwickler zu Atari. Atari Remote Control Video Computer System CX-2700 / Bild: atarimuseum.com Auf der ATE in London werden ab dem 12. Januar die Arcadespiele Red Baron und Warlods – letzterer als Cocktail-Version – vorgestellt. Lyle Rains wird Vice President Engineering der Coin-Operated Division, Curt Russell Vice President Manufacturing, beide ersetzen Noah Anglin, der als Präsident zu Exidy wechselt. Dan van Elderen wird Vorgesetzer der Ingenieure und ersetzt dort Rains, Howard Delman beerbt van Elderens Posten als Electrical Engineering Supervisor. Ron Stringari wechselt von der Kaufhauskette Sears als Vice President Marketing in die Consumer Division von Atari. Robert Faught wird neuer Verkaufsleiter der Consumer Division und ersetzt Bill Grubb, der zur New West Marketing Corporation wechselt. Bob Harvey wird regionaler Verkaufsleiter für die Coin-Operated Division. Das VCS-Spiel Championship Soccer kommt auf den Markt, ebenfalls die Master Diskette II mit DOS II Version 2.0S.

Februar
Rigdon Currie von Diablo wird Vice President Marketing für die Atari Computer Division. Cosmos wird erneut angekündigt, die Konsole soll mit dem Spiel Asteroids für $99,95 im August auf den Markt kommen. Das Spiel Basketball wird gegen den Titel Destroyer ausgetauscht. J. Fred Thorlin kommt als Director of Software Acquisition zur Atari Computer Division. Mark Lutvak, bisher bei Memorex, wird Leiter des Produktmanagements in der Atari Computer Division, er ersetzt dort Stephen Davis, der zu Corvus Systems wechselt. Andrew Soderberg von Computer Connections wird assistierender Produktmanager der Division, Paul Laughton von SMI wechselt als Systemsoftware-Programmierer in die Abteilung.

März
Atari Missile Command Die Video Arcade-Spiele Steeplechase und Stellar Track sowie das VCS-Spiel Video Pinball kommen in den Handel. Jim Tittsler von International Remote Imaging Systems wechselt zu Atari. In Fajardo auf Puerto Rico nimmt Atari Caribe eine 4600 Quadratmeter große Fabrik in Betrieb, in der 40 Mitarbeiter künftig VCS-Module produzieren sollen. Geleitet wird die Fabrik von William Planas, der von der Storage Technology Corporation zu Atari wechselt. Ein Ausbau der Fabrik auf 150 Mitarbeiter ist möglich. Frank Ballouz wird unterdessen Vice President Marketing der Coin-Operated Division, Don Osborne wird Vice President Sales. In Milpitas soll ein Holzlager errichtet werden, die Leitung soll Tom Thompson, bislang bei Ethan Allen Furniture, übernehmen. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 1981 vorgesehen. Auf der U.S. Army Training and Doctrine Command (TRADOC) Conference wird der Bradley Trainer, auch als Army Battlezone oder MK-60 bekannt, via Satellitenübertragung vorgestellt. Auf einer Pressekonferenz im Time and Life Building in New York stellt Atari am 23. März erstmals das Spiel Asteroids Deluxe in den Varianten Upright, Cocktail und Cabaret sowie das VCS-Spiel Missile Command vor. Das Spiel Championship Soccer wird ab sofort als Pelé's Soccer ausgeliefert und ein Atari Game Club wird gegründet.

April
Atari Program Exchange Die Coin-Operated Division bezieht ein Büro in Tokyo, geleitet wird es von Rivington „Riv“ Right, bisher bei Taito Australia. Von hier aus sollen die Verkäufe in Japan, Australien und dem Fernen Osten gesteuert werden. Die Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft bezieht derweil eigene Räumlichkeiten in der Bebelallee 10 in Hamburg-Winterhude und wird aus der WEA Musik GmbH ausgegliedert. Auf der West Coast Computer Faire in San Francisco werden das Atari Software Acquisition Program (ASAP) und das Atari Exchange Program (APX) erstmals vorgestellt. Bei ASAP können qualifizierte Softwareentwickler Programme für Atari entwickeln, ohne bei Atari angestellt zu sein. Das APX soll vierteljährlich einen Katalog herausbringen, über den man von anderen Benutzern geschriebene Programme ordern kann. Geleitet werden die beiden Programme von Dale Yocum (APX) bzw. Paul Cubbage (ASAP, bisher bei der Wollongong Group). Ken Balthasar wird Leiter des Applications Software Development-Teams und ersetzt in dieser Funktion Yocum. Die Cabaret-Version von Asteroids Deluxe, die Upright- und Cocktail-Versionen von Warlords sowie das VCS-Spiel Missile Command kommen auf den Markt. William Lord, bisher bei Nimbus Waterbeds, wird neuer assistierender Product Manager für das VCS bei Atari International. Atari erwirbt von Namco-America Lizenzen füR Videospiel-Umsetzungen der Spiele Pac-Man und Galaxian.

Mai
Der Preis des 400 mit 16 KB RAM wird auf 399 Dollar gesenkt, die Variante mit 8 KB RAM nicht mehr ausgeliefert. Dafür sind künftig weder das BASIC-Modul noch das Buch Atari BASIC im Paket enthalten. Die Upright- und Cocktail-Versionen von Asteroids Deluxe sowie die Sitdown-Version von Red Baron kommen in den Handel. Michael Baughman wird als Industrieingenieur in der Consumer Division eingestellt, Jon Ebbs wird Vice President Consumer Product Service.

Juni
Atari Video Computer System, Modell CX-2600A Steve Wright wird Leiter der Softwareentwicklung, er ersetzt Dennis Koble, der zusammen mit Bill Grubb und zwei Entwicklern von Mattel Electronics die Firma Imagic gründet. Die Spiele Centipede (Upright), Red Baron (Upright) und Battlezone (Open Face Upright) kommen in die Spielhallen. Das Video Computer System bekommt eine Komplettüberarbeitung und erscheint unter der Modellnummer CX-2600A erneut auf dem Markt. Am auffälligsten ist dabei die neue Anordnung der Schalter und der Controller-Ports an der Konsole. Im Inneren wurden beide Platinen zu einer zusammengefasst und die massive Abschirmung deutlich reduziert. Die Änderung betrifft vorerst nur die US-Version, international wird weiterhin das „alte“ Modell vermarktet, auch das Sears Video Arcade wird vorerst nicht verändert. Zudem erscheint für das System das Spielmodul Warlords. Steve Mayer wechselt von der Atari-Tochter Cyan Engineering als Vice President Research & Development zu Atari, er ersetzt Al Alcorn, der als letzter der Gründermannschaft die Firma verlässt. Steve Bristow wird Vice President Advanced Technology, er ist fortan verantwortlich für die Planung und Entwicklung eines VCS-Nachfolgers. In Bristows Gruppe arbeitet auch der Programmierer Robert Zdybel. Michel Ebertin wechselt von National Semiconductor als Vice President Engineering in die Consumer Division und ersetzt dort Bristow. Roger Hector von der Atari Advanced Products Group wird Manager Advanced Products und ersetzt Alcorn in dieser Funktion. Jess Jessop wechselt von Commodore als leitender Ingenieur der Service- und Supportgruppe zu Atari. Dan Hitchens wird als neuer VCS-Programmierer verpflichtet. Mit dem Action Pak (PRO-500) bringt Atari erstmals ein Spielepaket für das VCS in den Handel. Für die Computer erscheinen die Fremdsprachen-Lernprogramme Conversational Spanish, Conversational French und Conversational German, die Teile 2 und 3 der Reihe An Invitation to Programming, der Atari Word Processor sowie die Spiele SCRAM, Missile Command und Asteroids.

Juli
Atari Centipede Als neuer Vertriebspartner für die Coin-Operated Division kann die Firma Florencia SA aus Sarmiento für Argentinien gewonnen werden. Weitere neue Partner sind Entretenimientos Electronicos Ltda sowie Geyger Maiulath e Hijos aus Santiago für Chile, Raha Auto aus Helsinki für Finnland, Amiro France aus Geneuille für Frankreich, Hommerson Amusements aus Scheveningen für die Niederlande, die Taito Corporation aus Tokyo für Japan, Rosan Sdn. Bhd. aus Penang für Malaysia und Singapur, Lewlesal (Pty) Limited aus Johannesburg für Südafrika, Amiro Automaten aus Münchenstein für die Schweiz und ATA Electronics Limited aus Taipeh für Taiwan. Lars Berg A/S übernimmt zusätzlich zu Norwegen den Vertrieb in Dänemark. Das Spiel Centipede erscheint in den Varianten Cocktail 14″ und Cabaret. Michael Cooper-Hard vom Exidy wird Product Concept Manager bei Cyan Engineering. Die VCS-Programmierer Rob Fulop und Mark Bradley wechseln zu Imagic. Atari kauft die Amplifone Corporation auf und erweitert damit Produktionskapazitäten im Bereich Arcadespiele. Die Fabrik befindet sich im Browsville Compress, Building No. 900 in Brownsville, Texas. Michael Smith, bisher bei Amplifone, wird Fabrikleiter.

August
Die Computer 400 und 800 sind im Vereinigten Königreich erstmals zu haben, vertrieben werden sie von Ingersoll Electronics. Die Preise liegen bei 345£ für den 400 bzw. 645£ für den 800. Jewel Savadelis wird Video Software Product Manager in der Consumer Division, James Cook wird Vice President und Berater der Atari Computer Division. Atari verklagt die General Computer Corporation (GCC) aus Boston auf 15 Millionen Dollar, diese erhält von Richter Robert Keeton vom US-Bezirksgericht Massachusetts eine einstweilige Verfügung und darf ihre Arcade-Erweiterung Super Missile Attack Kit für Ataris Missile Command vorerst nicht mehr vertreiben. Kunden können auf Grund des Prozesses die Boards nun nicht mehr kaufen und beschweren sich auf Anraten von GCC bei Atari. Warner Communications befiehlt daraufhin Atari, die Klage zurückzuziehen. GCC erhält von Warner einen Lizenzvertrag und entwickelt nun offiziell für Atari. Erweiterungsboards, auch für andere Hersteller, müssen nun durch Atari genehmigt werden.

September
Centipede erscheint in der 19″-Cocktail-Version und VCS-Programmierer Brad Stewart wechselt zu Imagic.

Oktober
Tempest Die Special Programs Development Group wird unter der Leitung von Steve Wright, bisher Leiter der Softwareentwicklung in der Consumer Division) gegründet. Für die Gruppe soll ein neues Gebäude am 292 Gibraltar Drive in Sunnyvale errichtet werden. Am 3. Oktober erscheint das noch Sears-exklusiv das Video Arcade-Spiel Super Breakout. Dr. Alan Kay vom Xerox Palo Alto Research Center wird Vice President und Chief Scientist bei Atari. Kay ist verantwortlich für di neu eingerichtete Corporate Research Division, zu der auch Cyan Engineering und das Warner Communications L.A. Lab R&D an der 3701 Oak Street in Burbank gehören. Letzteres wird in Atari L.A. Lab umbenannt. Harry Jenkins von der Atari Advanced Products Group wird Manager Advanced Products und ersetzt Roger Hector, der die Firma verlässt. Dave Stubben wird Electrical Engineer Supervisor in der Coin-Operated Division, er ersetzt Howard Delman, der Atari ebenfalls verlässt. Auch Ed Rotbert aus der Coin-Operated Division geht. Rotbert, Delman und Hector gründen später die Firma Videa Inc. Am 155 Moffett Park Drive in Sunnyvale wird das erste Reginal Software Acquisition Center des ASAP in Betrieb genommen, Leiter ist Steven Gerber. Tandy Trower aus der Atari Computer Division wechselt zu Microsoft, wo er bis 2009 bleibt. Ken Nussbacher wird Berater in Sachen geistiges Eigentum, Michael Sherrard von National Semiconductor wird Berater für Patentfragen. Bei der WEA Records B.V. gibt eine neue Personalie: Hans Tonino wird neuer Geschäftsführer für WEA Holland und WEA Benelux, er ersetzt Ben Bunders, der Geschäftsführer der neuen WEA Spain wird. Toine Stapelkamp wird neuer Manager der Atari-Abteilung von WEA Records B.V. Die irische Atari Holdings Limited gründet in Japan die Atari Far East Japan K.K., die sich um den Vertrieb der Consumerprodukte in Japan kümmern soll. Auf der Northeast Computer Show (NGS) in Boston schauen am Atari-Stand auch Microsoft-Gründer Bill Gates, Apple-Präsident Mike Markkula, Commodore-Präsident H.E. James Finke, Radio Shack Vice President Jon Shirley und IBM PC-Direktor Philip Estridge vorbei. Brian Johnston wird neuer Produktkoordinator der Atari Computer Division, Lou Tarnay wechselt von GTE Sylvania als Leiter der Systementwicklung zu Atari und ersetzt Johnston auf diesem Posten. Auf der AMOA in Chicago wird das Spiel Tempest veröffentlicht, dabei handelt es sich um das erste farbige Spiel mit Vektorgrafik. Die Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft bringt in Westdeutschland und West-Berlin die Computer 400 – der prompt als Computer des Jahres 1981 ausgezeichnet wird – und 800 in den Handel, gleiches passiert in Italien durch die Firma Adveico. Ende des Monats wird die Atari Taiwan Manufacturing Corporation (ATMC) gegründet und die ehemalige Fabrik der Sylvania-Philco Taiwan Corporation an der 31 Min-Chu Road, Chu-Wei, Tam-Shui aufgekauft. Die Fabrik hat eine überdachte Fläche von 16700 Quadratmeter. Loren Wolter wird Leiter der ATMC, Richard Krieger Vice President und Geschäftsführer. Derweil gibt es erste Pläne, Nachfolger für den 800 zu entwickeln, das Projekt wird vorerst Z800 Elizabeth genannt.

November
Das Diskettenlaufwerk 810 wird ab sofort mit DOS II Version 2.0S ausgeliefert. Der fünfzehnjährige Andy Breyer aus Arlington Heights, Illinois, gewinnt die Asteroids-Meisterschaft, deren Finale im International Club in Washington, D.C., ausgetragen wird. Er erhält einen Scheck über 5000 Dollar. Zweiter wird Gary Wong, Dritter Dirk Mueller. Die Chemical Bank installiert in 200 Wohnungen in und um New York Prototypen ihres Pronto Homebanking Systems, deren Kern Atari-Computer sind. Roger Smith, Vice President for Company Affairs, warnt im November erstmals vor einem möglichen Platzen der Atari-Blase  allein die Consumersparte macht in diesem Jahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar. Im selben Monat wird mit den Arbeiten an der Personal Arcade Machine (kurz PAM) begonnen. Noch im selben Jahr wechselt der Name von PAM zu Video System X. Industriedesigner Regan Cheng legt das Design für die Nachfolger zu Atari 400 und 800 fest, die Geräte sollen deutlich schlanker und edler wirken und in ein „Hightech-Wohnzimmer“ der 1980er Jahre passen.

Dezember
Die Cocktail- und Cabaret-Varianten von Tempest kommen auf den Markt. Atari und Midway klagen gegen Philips wegen deren Spiel K.C. Munchkin, das dem Spiel Pac-Man sehr ähnlich ist. Das Bezirksgericht des östlichen Bezirks von Nord-Illinois entscheidet allerdings am 4. Dezember zu Gunsten von Philips und verwehrt die von Atari und Midway angestrebte einstweilige Verfügung. Im Streit gegen Activision einigen sich beide Parteien und Atari willigt ein, alle Klagen gegen Activision fallen zu lassen. Die Tochter Atari Sales Company wird am 15. Dezember gegründet, am 23. Dezember die Atari Clubs Inc., die den Atari Game Club ersetzen soll. Die Leitung von Atari Clubs übernimmt Linda Gordon. Zum Jahresende wird der Preis des 800 von 1080 auf 899 Dollar gesenkt. Atari gibt bekannt, dass in diesem Jahr 300.000 Computer verkauft wurden, das VCS wurde nun außerhalb der Vereinigten Staaten bereits 800.000 mal verkauft.

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1982

Januar
Atari Video System X / Bild: atarimuseum.com Die Atari Computer Division wird zu Jahresbeginn in Atari Home Computer Division umbenannt und wirbt mit dem Slogan We've brought the computer age home (Wir haben das Computer-Zeitalter nach Hause gebracht). Die Atari Sales Company wird in Atari Sales Corporation umbenannt. Auf der Winter CES in Las Vegas werden die VCS-Spiele Super Breakout, Haunted House, Pac-Man, Yars' Revenge und Defender vorgestellt, sie sollen alle noch im ersten Halbjahr 1982 erscheinen. Die Spielmodule Blackjack, Surround, Flag Capture und Fun With Numbers werden eingestellt. Weitere VCS-Spiele werden angekündigt, darunter Hot Rox, das später zu Demons and Diamonds wird, Math Gran Prix, Berzerk, Star Raiders, Adventure I (später SwordQuest EarthWorld) und Adventure II (später SwordQuest FireWorld). Das Remote Control Video Computer System (kurz Atari 2700), das im Jahr zuvor vorgestellt wurde, wird derweil als eingestellt bestätigt. Vorgestellt wird auch das Video System X, das die Nachfolge des mittlerweile in die Jahre gekommenen Video Computer Systems antreten soll, auch elf Spiele werden bereits für das System angekündigt. Bis zum Jahresende soll es bereits vierzehn Spiele für die neue Konsole geben. George Kiss wird Leiter der Softwareentwicklung in Super Breakout der Consumer Division, er löst Interimsdirektor Jewel Savadelis ab. Das VCS-Spielmodul Super Breakout kommt bereits in diesem Monat in den Handel. Am 11460 Pellicano Drive in El Paso, Texas, wird die neue 17200 Quadratmeter große Fabrik eröffnet, in der hauptsächlich Videospiele produziert werden sollen. Die bisherige Fabrik 5645 Beacon wird stillgelegt. Gary Weaver wird Leiter der neuen Fabrik. Die gesamte Coin-Operated Division zieht von ihrem bisherigen Sitz an der 1215 Borregas Avenue in Sunnyvale in ein 5400 Quadratmeter großes Gebäude am 790 Sycamore Drive in Milpitas um, eine neue Fabrik wird gegenüber am 1501 McCarthy Drive errichtet. Der alte Standort wird zum Produktionsstandort für die neue Konsole Video System X umgewandelt. Fernando Herrara erhält am 16. Januar als erster den Star Award Grand Prize der APX für sein Programm My First Alphabet. Star Award Merit-Gewinner sind Ronald & Lynn Marcuse, Sheldon Lennon und Greg Christensen. Mark Cerny wird als neuer Programmierer in der Coin-Operated Division eingestellt. Für die Computer erscheinen die Programme Microsoft BASIC, für das Microsoft-Chef Bill Gates eigens nach Sunnyvale gereist ist, und Macro Assembler and Program-Editor.

Februar
Haunted House Das VCS-Spiel Haunted House kommt in den Handel. Kenneth „Ken“ Harkness, bisher CEO bei Revell, wird Präsident der Coin-Operated Division und ersetzt Joe Robbins, der die Firma verlässt. Das Atari Sunnyvale Research Laboratory wird unter der Leitung von Dr. Alan Kay gegründet, es wird unterteilt in die Games Design Research Group, die Interactive Animation Group und Research Engineering. Am 16. Februar wird das Spiel Space Duel in der Upright-Version vorgestellt. Zwei Tage später wird die Atari International (U.K.) Inc. an der Adresse 185–195 Ealing Road in Alperton im Londoner Stadtbezirk Wembley gegründet, die Leitung übernimmt John Constantine. Die Firma löst die bisherigen Vertriebspartner Ingersoll Electronics, Music Hire Group und Ruffler & Deith ab. Auf der Toy Fair in New York wird das Video System X erneut vorgestellt, die unverbindliche Preisempfehlung für das System von 349 auf 279 Dollar gesenkt. Z800 Elizabeth wird in Sweet 16 umgetauft und soll bei Veröffentlichung Atari 1000 heißen. Auf dieser Entscheidung basiert auch die Nummerierung der Peripheriegeräte (1000 = Computer, 1010 = Kassettenlaufwerk etc.).

März
Pac-Man Im Prozess Atari gegen Philips entscheidet das U.S. Court of Appeals for the Seventh Circuit, dass das untergeordnete Gericht die einstweilige Verfügung gegen Philips erlassen muss. Philips legt dagegen Berufung ein. Die AtariTel Division wird unter der Leitung von Dennis Groth gegründet. Steve Bristow wird Vice President der Abteilung, Niles Strohl Leiter der Entwicklung. J. David Remson wird neuer Leiter der Elektroentwicklung der Consumer Division und ersetzt Strohl auf diesem Posten. Die AtariTel Division bezieht das Gebäde an der 1272 Borregas Avenue in Sunnyvale. Das Atari Holoptics Laboratoy wird derweil geschlossen und alle laufenden Entwicklungen endgültig gestoppt. Die Atari Advanced Products Group wird in die Design Research Group integrier, Harry Jenkins, bisher Leiter der AAPG, wird Manager of Corporate Design Research. Bill Carris wird Leiter des Softwaremarketings in der Atari Home Computer Division und ersetzt Brenda Laurel, die ins Atari Sunnyvale Research Lab wechselt. Gegen Ende des Monats erscheint das bis heute meistverkaufte und vielkritisierte VCS-Spiel Pac-Man. Das Electronic Games Magazine kürt Star Raiders für die Atari-Computer zum Computerspiel des Jahres.

April
Perry Odak wechselt von Jovan als Präsident zur Atari Consumer Product Group, die in die Comsumer Electronics Division und die International Consumer Division unterteilt ist. Angelo Pezzani wird Vice President und Generalberater der Consumer Products Group. Am 3. April veranstaltet Atari zur Markteinführung von Pac-Man in 27 Städtenden National Pac-Man Day. Die Atari Far East Japan K.K. wird in Atari Far East (Japan) Limited umbenannt. Atari bringt das Namco-Arcadespiel Dig Dug auf den amerikanischen Markt, ebenso erscheint die Cocktail-Version von Space Duel. Das Spiel Caverns of Mars erscheint auf Diskette für die Atari-Computer. Thomas McDonough wird Senior Vice President Sales der Atari Home Computer Division und ersetzt Don Kurtz, der die Firma verlässt. Am 21. April wird die ATMC-Fabrik in Taipeh in Betrieb genommen. John Farrand wird Executive Vice President der Coin-Operated Games Division, Don Osborne wird Vice President Sales & Marketing und ersetzt Frank Ballouz, der die Firma verlässt.

Mai
Yars' Revenge Die Atari Special Projects Inc. stattet das Club Méditerranée Computerklassenzimmer mit Equipment aus und bietet Seminare an. Atari löst dabei die Firma Computer Camp aus Santa Barbara ab, die dieses Klassenzimmer seit November 1981 betreut hat. Ein weiteres Atari-Klassenzimmer soll im Club Med Eleuthera auf den Bahamas entstehen. Das VCS-Spiel Pac-Man wird in Europa erstmals am 13. Mai im Londoner Hilton vorgestellt. Am 14. Mai wird die Atari International (U.K.) Limited ins britische Handelsregister eingetragen. Anthony Jones vom vormaligen Vertriebspartner Ingersoll Electronics wechselt als Geschäftsführer zu Atari UK, John Constantine konzentriert sich wieder ausschließlich auf Atari Far East Limited. Das VCS-Spiel Yars' Revenge von Howard Scott Warshaw kommt in den Handel. Ein zweites Regional Software Acquisition Center der ASAP wird an der 57 John F Kennedy Street in Cambridge, Massachusetts, eröffnet, die Leitung übernimmt Jerry Connelly. Mittlerweile gibt es erste Planungen für eine Atari-Fabrik in New York. Die Consumer Programmers Group zieht von der 1272 Borregas Avenue ins neue Gebäde am 275 Gibraltar Drive um. Atari Benelux wird aus der WEA Records B.V. ausgegliedert und operiert fortan unter Atari International (Benelux) B.V. als eigenstädige Tochtergesellschaft Ataris, die Leitung übernimmt Peter Woordward, bisher bei Casablanca Records.

Juni
Defender Die Erstausgabe des Comichefts Atari Age erscheint, herausgegeben wird es vom Atari Club unter der Redaktion von Steve Morgenstern. Robert Kahn wird neuer Leiter der Special Projects Group. Dr. Sueann Ambron, Ed.D., bisher Professorin für Educational Psychology an der Stanford University) wechselt als Leiterin der Gruppe fü Bildungsprogramme zur Atari Home Computer Division und ersetzt Kahn. Auf der Summer CES in Chicago werden ab dem 6. Juni die VCS-Spiele Demons to Diamonds, Math Gran Prix, Berzerk und Star Raiders sowie das dazugehörige Video Touch Pad (CX-21) vorgestellt, angekündigt werden unterdessen die Spiele Baseball, Football, Volleyball, Frog Pond, Combat Two und Raiders of the Lost Ark. Außerdem wird das Electronic Retail Information Center (kurz ERIC) vorgestellt, ein Informationssystem für Händler, ausgestattet mit einem Videodisc-Player und einem Atari 800. Das VSX wird ab dem 8. Juni erneut vorgestellt, diesmal als Atari 5200. Angekündigt wird für die Konsole ein Stimmen-Synthesizer, ein Trackball und ein Moduladapter für VCS-Spiele. Das Dig Dug Arcadespiel Kangaroo von Sun Electronics wird von Atari in Amerika und Europa auf den Markt gebracht, ebenso die Cocktail- und Cabaret-Versionen des Namco-Spiels Dig Dug und das hauseigene Spiel Gravitar. Daneben erscheint das VCS-Modul Defender und das Computerspielmodul Pac-Man. Die Atari Special Programs Group der Consumer Division und der Children's Computer Workshop beginnen mit der Entwicklung von kindgerechten Videospielen. Bei Atari Ireland laufen erste Planungen für eine neue Fabrik im Raheen Industrial Estate an der Ballysimon Road in Limerick an. James Heisch wird neuer Senior Vice President / CFO, er übernimmt den Posten von Dennis Groth. Atari erteilt Centuri eine Lizenz zum Nachbau des Arcadespiels Tunnel Hunt, welches im Juli erscheinen soll.

Juli
Demons to Diamonds Theodore „Ted“ Voss, bisher bei Polaroid, wird neuer Senior Vice President Marketing & Advertising. Das Dade County aus Florida ordert 426 Atari 800-Computer samt Peripherie, es ist die bisher größte Einzelbestellung von Computerhardware bei Atari. Das Atari Cambridge Research Laboratory word im achten Stock des Five Cambridge Center in Cambridge, Massachusetts, gegründet, die Leitung übernimmt Cynthia Solomon, die von Logo Computer Systems zu Atari wechselt. Das Laboratorium gehört zur Atari Corporate Research-Gruppe. Chris Horseman, bisher bei Centaursoft, wechselt als Vice President Software Engineering in die Atari Home Computer Division und ersetzt Bruce Irvine, der die Firma verlässt und später mit Roger Badertscher die Firma Mindset Corporation gründet. John Powers kehrt auf seinen alten Posten als Leiter der Softwareentwicklung zurück. Atari eröffnet Video Adventure im Marriotts Great America Theme Park in Santa Clara. Dort sind 88 Atari-Arcadespiele aufgestellt. Die VCS-Spiele Math Gran Prix und Demons to Diamonds kommen in den Handel, ebenso das 400/800-Spielmodul Centipede. Tim McGuinness wechselt zu Romox. Laut InfoWorld wurden 1982 bereits etwa 250.000 bis 300.000 Atari-Computer verkauft. Im Auftrag von Filmregisseur Steven Spielberg und Atari-CEO Ray Kassar beginnt der VCS-Programmierer Howard Scott Warshaw mit der Entwicklung eines Videospiels zum Kinofilm E.T., dieses soll allerdings innerhalb von sechs Wochen fertiggestellt werden. Normalerweise dauert eine komplette Spieleentwicklung zu dieser Zeit etwa ein halbes Jahr.

August
Berzerk Die Spielpakete Action Pak, Racing Pak und Back to School Pak für das VCS kommen in den Handel, ebenso das Spiel Berzerk. Jeff Burton wechselt zu Electronic Arts. Die Großbestellung aus dem Vormonat wird noch einmal übertroffen: Das Departement of Defense Dependents Schools (DoDDS) ordert satte 1370 Atari-Computer samt Peripherie im Gesamtwert von über drei Millionen Dollar. James Kelly wird neuer Leiter der Art-Abteilung in der Consumer Division, er ersetzt Steve Hendricks, der die Firma verlässt. In der Fabrik an der 1215 Borregas Avenue läuft die Produktion der 5200-Konsolen an. Tom Palecki, vormals bei Xerox, wird neuer Industriedesigner in der Atari Home Computer Division. Im Sears-Weihnachtskatalog wird die speziell für die Kaufhauskette entwickelte Spielkonsole Video Arcade II vorgestellt, die unter der Artikelnummer 75000 ab Herbst für $189,99 samt zwei Controllern und dem Spiel Space Invaders zu haben sein soll. In diesem Monat beginnt die Taste the Thrill of Atari-Werbekampagne bei McDonald's, bei der fünfzig Hauptpreise verlost werden, darunter die neue Spielkonsole 5200, ein 800 samt Peripherie und ein Centipede Arcadespiel. John Cavalier, vormals bei American Can's Dixie, wird neuer Präsident der Atari Home Computer Division. Richard Fricks wechselt von der United States Leasing zu Atari, Donald Teiser kommt von Trans Union als Leiter der Softwareentwicklung in die Consumer Division, er ersetzt dort George Kiss, der zu Coleco wechselt.

September
Star Raiders Anthony Jones, bisher Marketingleiter bei Atari UK, wechselt als Produktmanager nach Sunnyvale. Graham Clark beerbt Jones' Posten. John Hagel III. wechselt von der Sequoia Group als Vice President Strategic Planning zur Atari Home Computer Division. Die Chemical Bank kündigt erneut ihr Pronto Homebanking System an. Anfangs würde das System nur mit Atari-Computern laufen, Versionen für andere Computermodelle befänden sich aber schon in der Entwicklung. Das VCS-Modul Star Raiders und das dazugehörige Video Touch Pad (Modell CX-21) erscheinen. Larry Kaplan kehrt von Hi-Toro als Vice President Product Development in die Atari Consumer Division zurück. Das New York City Research Laboratory wird an der 300 East 42nd Street unter der Leitung Steven Mayer gegründet. Hier sollen vorwiegend professionelle Produkte entwickelt werden, auch in Zusammenarbeit mit anderen Firmen aus dem Warner-Konzern. Bei der Pac-Man-Weltmeisterschaft in Paris treten 33 Teilnehmer aus aller Welt gegeneinander an. Gewinner in der Altersklasse U25 wird Craig Heap aus Salford bei Manchester, die Klasse Ü25 entscheidet der Deutsche Johann Beiderbeck für sich. Die Computer 400 und 800 sind nun endlich auch in Frankreich erhältlich. Die Atari-Wong Limited wird am 24. September in Atari International (Hong Kong) Limited umbenannt, die Produktion läuft aber weiterhin unter der Marke Atari-Wong. An der 10 Shing Yip Street in Kowloon wird im 4. Stock ein weiteres Büro eingerichtet. Am 29. September wird die Atari Semiconductor Group gegründet, sie ist zuständig für die Entwicklung und Tests von Halbleiterschaltungen für die gesamte Firma. Leiter der Gruppe wird der bisher frei arbeitende Unternehmensberater Gary Summers, der zuvor schon bei der Commodore Semiconductor Group (ehemals MOS Technology) arbeitete. Die Gruppe hat ihren Sitz am 275 Gibraltar Drive in Sunnyvale.

Oktober
RealSports Volleyball John Ferrand wird Präsident der Coin-Operated Division und ersetzt Ken Harkness, der die Firma verlässt. Die Atar International (U.K.) zieht ins Intercity House am Railway Terrace in Slough um, das Haus wird als Atari House bekannt. Am 4. Oktober weist das amerikanische Verfassungsgericht die Revision seitens Philips im Fall K.C.Munchkin ab. Die Sears-Spielkonsole Video Arcade II ist ab 10. Oktober erhältlich. Einen Tag später gibt Atari bekannt, die Produktion aller Computerprodukte nach Taiwan und Hong Kong verlegen zu wollen. Dafür werden bei Atari-Wong weitere 300 Arbeiter eingestellt und die Zahl der Arbeiter so auf 1000 erhöht. Lediglich die Versionen für den Atari 5200 SuperSystem Heimatmarkt sollen bis auf Weiteres in den USA produziert werden. In Irland gibt es mit Omnitech einen neuen Vertriebspartner für die Videospiele. Win Weber von der Drackett Products Company wird neuer Senior Vice President Sales in der Consumer Division und ersetzt Bill Sobieski, der die Firma verlässt. Lee Henderson wird Vice President Sales. Fast Freddie von Kaneko Seisakusho wird von Atari in Europa in die Spielhallen gebracht. Außerdem erscheinen die VCS-Spiele SwordQuest: EarthWorld, SwordQuest: FireWorld, RealSports Baseball und RealSports Volleyball. Sie sind die ersten Module, die im neuen Design mit silbernem Etikett und grau-roter Verpackung in den Handel kommen. Das VCS wird zeitgleich in Atari 2600 umgetauft. Erste Exemplare der neuen Spielkonsole 5200 SuperSystem kommen ebenfalls in den Handel, dazu die Spiele Super Breakout (im Paket samt zwei CX-52 Joysticks enthalten), Galaxian, Missile Command, Space Invaders und Star Raiders. Der 800 wird ab sofort nur noch in der höchsten Ausbaustufe mit 48 KB Arbeitsspeicher zum gleichbleibenden Preis von 899 Dollar angeboten, dafür fallen das BASIC-Modul, das BASIC-Referenzhandbuch und das Buch Atari BASIC weg. Atari Program Exchange zieht vom 155 Moffett Park Drive in den 3281 Scott Boulevard in Santa Clara um. Die ASAP wird aufgelöst, die beiden Häuser in Sunnyvale und Cambridge geschlossen und der Leiter T.J. Gracon verlässt die Firma. Fred Thorlin wird Leiter der APX. Peter Wensberg, vormals bei Polaroid, wechselt als Leiter der neuen Division Project Falcon zu Atari. Am 28. Oktober wird die Atari Adventure Corporation gegründet, die Leitung übernimmt Joan Pincus. Die Firma leitet fortan das Video Adventure-Haus sowie weitere zukünftige Atari Adventure-Häuser. Der Zulieferer GCC arbeitet unterdessen an einer eigenen Spielkonsole namens Spring, die als Basis den Intel 80186-Prozessor nutzen soll.

November
Pole Position Screenshot Die 1981 vorgenommenen Veränderungen am VCS werden nun auch an der Tele-Games Video Arcade-Konsole umgesetzt, sie kommt unter der Artikelnummer 75005 für $149,99 erneut in den Handel und ersetzt das Set 75001. Das 2600-Spiel Raiders of the Lost Ark sowie die 5200-Spiele Pac-Man und RealSports Soccer erscheinen. In direkter Nachbarschaft zum Video Adventure House im Marriott's Great America Theme Park wird der Showroom und Selbstbedienungsladen Atari Lifestyle eröffnet, in dem erstmals auch das Informationssystem ERIC aufgestellt wird. Dan van Elderen wird Vice President of Engineering in der Coin-Operated Division, er ersetzt Lyle Rains, der Vice President of Creative Development wird. Steve Calfee beerbt van Elderens Posten als Director Electrical Engineering and Software. Alan van Kampen, bisher bei Kawasaki Motors, wird neuer nationaler Verkaufsleiter der Coin-Operated Division. Ron Stringari wird Vice President Sales, Merchandising & Administration in der Consumer Division, David Ruckert von der Bristol-Meyers Company wird Vice President Marketing. Rich Pasco wechselt als Leiter der VLSI-Entwicklung von Xerox zur Atari Semiconductor Group. Der japanische Spieleproduzent Nintendo erteilt Atari eine Exklusiv-Lizenz zur Umsetzung ihrer Arcadespiele Donkey Kong und Donkey Kong Junior auf die Atari-Computer. Die Lizenzen für die Portierungen für die Atari-Spielkonsolen gehen an CBS. Auf der AMOA in Chicago werden ab dem 18 November die Spiele Millipede, Pole Position (Namco, als Upright- und Sitdown-Version), Liberator und Quantum (entwickelt von der GCC) vorgestellt, ebenso das Münzzählsystem Atari Coin Executive, welches einen Atari 800 zum Betrieb benötigt. Atari verklagt Imagic vor dem Bezirksgericht in San Francisco auf Grund von Urheberrechtsverletzungen. Das Spiel Demon Attack soll dem Centuri-Spiel Phoenix zu sehr gleichen, für das Atari eine Exklusivlizenz hat.

Dezember
Atari 1200XL Atari Ireland beginnt mit der Produktion in Limerick. Atari erwirbt von Destron aus Chicago die Option, die Destron-Produkte (münzbasierte Automaten) fü ihre Heimsysteme zu vermarkten. Die Atari-Gruppe steuert mittlerweile ein Drittel des Gesamtumsatzes von Warner Communications bei und ist die am schnellsten wachsende Firma in den Vereinigten Staaten. Der Jahresumsatz 1982 liegt bei zwei Milliarden Dollar. Gegen Ende des Jahres sorgt Atari für Börsenschlagzeilen: Am 7. Dezember um 14:41 EST verkauft Kassar 5000 Warner-Aktien im Wert von 250.000 Dollar und macht dabei einen Gewinn von 81.000 Dollar. Um 15:04 EST gibt Warner eine Gewinnwarnung aus, wonach der Konzern im vierten Quartal wohl zehn Prozent weniger Gewinn und Atari mehr als eine halbe Milliarde Dollar Verlust einfahren wird. Tags darauf fallen die Warner-Aktien um ein Drittel, landesweit stornieren Händler massenweise Aufträge. Am 14. Dezember beginnen die Ermittlungen gegen Kassar und Groth – beide stehen im Verdacht, Insider-Geschäfte betrieben zu haben. Die Investoren an der Wall Street in New York wenden sich ab. Atari verklagt Coleco auf Grund von Patentrechtsverletzungen vor dem Bezirksgericht des östlichen der beiden nördlichen Bezirke von Illinois. Atari wirft Coleco unlauteren Wettbewerb vor, das Coleco Expansion Module No. 1, mit dem sich 2600-Spiele auf der Konsole Colecovision abspielen lassen, verletze die Patente 4,112,422 und 4,314,239. Coleco kündigt daraufhin eine Gegenklage wegen Kartellrechtsverletzung an. Am 13. Dezember wird im Plaza Hotel in New York der neue Computer 1200XL samt Kassettenlaufwerk 1010, Plotter 1020 und Drucker 1025 der Fachpresse vorgestellt, am gleichen Tag gibt die Cynex Manufacturing Corporation bekannt, dass sie die Remote Control Joysticks (Modell CX-42) produzieren wird. Am 14. Dezember wird die Atari International (Italy) Inc. als Ersatz für die bisherigen Consumer-Vertriebspartner Melchioni und Adveico gegründet, sie befindet sich an der Adresse WEA Italiana, Via Milano 16 in Redecesio di Segrate. Am selben Tag wird die Atari International (Nippon) Inc. zum Vertrieb der Consumer-Produkte in Japan gegründet, deren Sitz befindet sich jedoch in der Zentrale in Sunnyvale. Die Arcadeprodukte in Japan werden weiterhin von Atari Far East (Japan) vertrieben. Das 2600-Spiel E.T. – The Extra-Terrestrial E.T. – The Extra-Terrestrial erscheint mit einer massiven Werbekampagne und belegt schon bald die vorderen Plätze in den Verkaufscharts, doch sind viele Spieler mit dem im Vergleich zu anderen VCS-Spielen recht komplexen Spiel – anders als Spielberg, der es für gut befand und Warshaw ein Genie nannte – unzufrieden und tragen es massenweise zu ihren Händlern zurück. Das Spiel wird später zu Unrecht zum Sündenbock des Video Game Crash 1983 ausgemacht. Außerdem erscheinen die 5200-Spiele Defender und RealSports Football sowie die 400/800-Spiele Galaxian und Defender. Dennis Groth wird zusätzlich Präsident der Consumer Products Group. Lee Henderson und Thomas McDonough aus der Atari Home Computer Division verlassen die Firma. Im Disneyland Hotel in Anaheim wird die zweite Atari Adventure Niederlassung eröffnet, geleitet wird sie von Frank Verkich. Bereitgestellt werden 64 Spiele. Helen Gray wird Vice President Public Affairs/Public Relations, Bruce Entin von den San Jose Mercury News wird Vice President Corporate Communications/Press Relations. Atari spendet zu Weihnachten 1982 über 200 Arcadespiele an gemeinnützige Einrichtungen in der San Francisco Bay Area, darunter an Christmas Exchange of Santa Clara, an das Holiday Project, an die Veterans Administration in Memlo Park und mehrere YMCA-Gruppen. Außerdem spendet Atari 250 Spiele an das Magic Me Projekt der Community Foundation of the Greater Baltimore Area in Maryland. Die PCI Pte. Limited aus Singapur erhält einen Vertrag, nachdem sie ab April 1983 die Softwaremodule für die Computer und Spielkonsolen produzieren darf. Bisher werden alle Module in den USA und auf Puerto Rico produziert. Die Grafik- und Entwicklungsteams der Coin-Operated Division ziehen an den 1501 McCarthy Boulevard in Milpitas um, die Fläche dort beträgt 12350 Quadratmeter. AtariTel hat das Gebäude 1272 Borregas Avenue nun für sich. Sears ersetzt das Set 75005 durch die Artikelnummer 75006, welches nun die Sears-Version von Pac-Man beinhaltet. Atari verkauft in diesem Jahr 400.000 Computer und ist mit einem Marktanteil von 17% Marktführer in den Vereinigten Staaten.

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1983

Januar
Atari 2600, Modell CX-2600A Renate Knüfer wechselt als PR-Leiterin von Casio zur Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft. Michael Anders, bislang Marketingleiter der Atari Elektronik, wechselt zu RCA Schallplatten und wird durch Hans-Ueli Hasler ersetzt. Im Streit zwischen Atari und Imagic einigen sich beide Parteien darauf, dass Imagic das Spiel Demon Attack auf den Markt bringen darf, über genauere Details schweigen sich beide Unternehmen aus. Auf der Winter CES werden am 5. Januar mit Alpha Beam, Cookie Monster Munch, Big Bird's Egg Catch, Grover's Music Maker und Oscar's Trash Race samt der dazugehörigen Action Control Base (Modell CX-23) die ersten speziell für Kinder gedachten Videospiele für die Konsole 2600 präsentiert, daneben die Spiele Vanguard, Ms. Pac-Man, Phoenix, Centipede, Galaxian, RealSports Tennis, RealSports Soccer, RealSports Basketball, SwordQuest: WaterWorld, Dig Dug und Jungle Hunt, außerdem wird das Spiele Kangaroo sowie weitere Kinder-Videospiele mit Charakteren der Peanuts, der Muppets und aus dem Walt-Disney-Universum angekündigt. Angekündigt werden außerdem der Pro-Line Trak Ball Controller (Modell CX-22) und der Pro-Line Joystick (CX-60, später CX-24) für das System. Für die Konsole 5200 wird der Trak Ball Controller (Modell CX-53) vorgestellt, außerdem die Spiele Countermeasure, Dig Dug, Jungle Hunt, Kangaroo, Pole Position, RealSports Basketball, RealSports Tennis, Space Dungeon und Vanguard. Die Konsole wird zwischenzeitlich mit dem Spiel Pac-Man statt wie bisher mit Super Breakout ausgeliefert. Die 2600-Konsole wurde indes optisch aufgefrischt und präsentiert sich nun mit einer schwarzen Front statt dem Holzdekor, die Bezeichnung Atari 2600 steht nun auf der Konsole, das Video Computer System über dem Modulschacht bleibt weiterhin stehen. Auf der ATE in London werden die Arcadespiele Xevious aus dem Hause Namco, Popeye von Nintendo und Time Pilot von Konami präsentiert, alle werden in Lizenz von Atari gefertigt und in Europa (Xevious auch weltweit) vertrieben. Den Star Award Grand Prize des APX gewinnt in diesem Jahr David Buehler für sein Programm Typo Attack, der Star Special Award of Merit geht an Douglas Crockford, Harry Koons & Art Prag sowie Lee Actor. In der Coin-Operated Division werden Customer Service und Field Service zum Vanguard (Atari 2600) Technical Service Department zusammengelegt, die Leitung übernimmt der bisherige Customer Service-Leiter Darl Davidson. David Evans geht zur Atari Elektronik als Manager in der Marketingabteilung. Das von der GCC entwickelte 2600-Spiel Vanguard kommt auf den Markt. Peter Ateshian wird VLSI Design Engineer bei Atari Semiconductor. Die Fabrik in El Paso beginnt mit der Produktion von 5200-Konsolen und in der 1215 Borregas Avenue wird mit der Fertigung der 1200XL-Computer begonnen. Die Modelle 400 und 800 sind nach wie vor in Produktion und werden in der 1173 Borregas Avenue gefertigt, die Produktion der internationalen Version des 400 wurde indes zu Atari-Wong nach Taiwan verlegt. John Brown von Johnson & Johnson wird neuer Vice President National Accounts. Während der Volvo Masters Tennismeisterschaft im Madison Square Garden in New York präsentieren die Atari Home Computer Division und die Association of Tennis Professionals (ATP) das Atari ATP Computer Ranking System und der 800 wird offizieller Computer der ATP. Steve Mayer wird Senior Vice President Engineering und bleibt Leiter des Atari NY Lab, Dr. Marcian „Ted“ Hoff wechselt als Vice President Research & Development von Intel zu Atari und ersetzt Mayer in dieser Funktion. Das GCC-Projekt Spring wird komplett umgeworfen und in Maria umgetauft, es soll nun eine zur 2600 abwärtskompatible Spielkonsole werden. GCC stellt die Pläne bei Atari vor, wo das Projekt die voräfige Produktnummer CX-3600 erhält.

Februar
Ms. Pac-Man (Atari 2600) Bei Sears wird das Video Arcade II-Set 75000 durch das mit der Nummer 75007 ausgetauscht, hier befindet sich nun das Modul Pac-Man in der Sears-Version zusätzlich in der Packung. Atari erwirbt die Exklusivrechte an den Cynex Game Mate 2 Joysticks, sie sollen ab 1. März als Remote Control Joysticks (Modell CX-42) auf den Markt kommen, wie vom Hersteller Cynex Manufacturing bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Am 7. Februar werden das Black Widow Conversion Kit für Gravitar-Geräte sowie die Cocktail-Version von Millipede präsentiert. Am selben Tag wird My First Computer angekündigt, eine Erweiterung, die eine 2600-Konsole zu einem einfachen Heimcomputer werden lässt. Die Erweiterung soll mit 8 kB Arbeitsspeicher ausgestattet werden, bis auf 32 kB erweiterbar sein und für unter 90 Dollar in den Handel kommen. A.J. „Andy“ Sekel wechselt von Pizza Hut als Manager of Press Relations zur Atari Home Computer Division und ersetzt J. Peter Nelson, der die Firma verlässt. Keith Schaefer wird Senior Vice President Sales in der Atari Home Computer Division. Die Titel Calculator und Qix erscheinen für die Computer, ebenso die 2600-Spiele RealSports Football, Ms. Pac-Man und Phoenix und die 5200-Spiele Countermeasure und Centipede. Die Verlagerung der Computerproduktion ins Ausland wird erneut angekündigt, damit einher gehen auch 1700 Stellenstreichungen in den USA, davon 600 sofort und weitere 1100 bis Juni 1983. El Paso verliert 100 Mitarbeiter. Der Prozess soll bis Juli abgeschlossen sein. In den USA sollen nach wie vor die Arcadespiele und Prototypen neuer Systeme gefertigt werden. Derzeit beschäftigt Atari weltweit 11000 Angestellte, davon allein 7000 in der San Francisco Bay Area und 2000 in Fernost. Die Atari-Wong-Fabrik in Taiwan soll auf 14000 Quadratmeter erweitert und 1000 weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Am 25. Februar protestiert die Gewerkschaft Glaziers and Glass Workers Union an den Standorten 1173 Borregas Avenue, 1215 Borregas Avenue und 790 Sycamore Drive gegen den geplanten Stellenabbau.

März
Qix (Atari 5200) Elaine Shirley wird Leiterin des Kundenservice in der Coin-Operated Games Division und ersetzt dort Darl Davidson. Lou Tarnay, Paul Laughton und Brian Johnston aus der Atari Home Computer Division wechseln zu Fox Video Games. Jim Romanos wird neuer Softwareentwicklungs-Leiter und folgt Tarnay nach. Am 8. März gewinnt die Penril Corporation aus Rockville die Ausschreibung zur Produktion der neuen Low-Cost-Modems vom Typ 1030. Penril soll zwischen Juli 1983 und Mitte 1984 100.000 dieser Modems ausliefern. Atari und Coleco legen ihre Differenzen bei, Coleco kann sein Colecovision Expansion Module No. 1 weiterhin verkaufen und ebenso die 2600-kompatible Spielkonsole Gemini Video System, für beide Geräte erhält Coleco eine Lizenz von Atari. Larry Plummer, Entwicklungsleiter in der Atari Home Computer Division, AtariTel verlässt die Firma. Bill Kaiser, Finanzdirektor derselben Division, wechselt zu Electronic Arts. Der neue Computer 1200XL kommt für 899 Dollar in den Handel, mit ihm auch die Peripheriegeräte 1010, 1020 und 1025. Außerdem kommen das von der GCC entwickelte Arcadespiel Food Fight, die 2600-Module Centipede und Crazy Climber (letzteres exklusiv für Atari Club-Mitglieder) und das 5200-Spiel Qix auf den Markt. Dan Miller wird Director Planning & Business bei der AtariTel Division, deren Arbeit am 17. März erstmals öffentlich vorgestellt wird. Detlev Driemeier wechselt von Akai als Verkaufsleiter zur Atari Eletronik Vertriebsgesellschaft, er ersetzt dort Rolf Rehfeldt, der die Firma verlässt. Graham Daubney, Product Manager bei Atari International (U.K.), verlässt Atari ebenfalls. Auf der 8th Annual West Coast Computer Faire in San Francisco wird die Einsteiger-Programmiersprache Atari Logo, die von Logo Computer Systems entwickelt wurde, erstmals vorgestellt. Am 21. und 22. März findet das erste und einzige Treffen des Atari Youth Advisory Boards statt, an dem zwanzig Teenager aus den ganzen Land teilnehmen. Atari International (Benelux) B.V. zieht in den Atoomweg 480 nach Utrecht um, der Verkauf und der Kundenservice verbleiben in Breda. Paul Cubbage wechselt zu Mindset, er wird interimsweise von Jack Perron als Manager Product Review bei APX vertreten.

April
Atari 2800 Michael Moone, Steve Bengston und Emory Anderson III. verlassen Atari und gründen Electronic Publishing Systems. Donald Kingsborough kehrt als Executive Vice President der Consumer Division zu Atari zurück. Atari verklagt seinen Gründer Nolan Bushnell vor dem Santa Clara Superior Court auf Grund von Vetragsbruch. Nach Ataris Auffassung hätten Bushnell und Joe Keenan nicht mehr in derselben Branche arbeiten dürfen, jedoch würden sie mit Sente Technologies (Tochter des Pizza Time Theatre) und Videa Inc. das Ziel verfolgen, Atari-Kunden abzuwerben. Am 12. April wird die Konsole Atari 2800 durch die Atari International (Nippon) angekündigt, soe soll ab Mai samt zwei CX-28 Controllern für 24800¥ zu haben sein. Bei der Konsole handelt es sich um die umetikettierte Sears-Konsole Video Arcade II. 25 Spiele aus dem 2600-Programm soll es zum Marktstart in einer an den japanischen Markt angepassten Verpackung geben, weitere 15 sollen noch 1983 dazukommen. Beim „alten“ Sears Video Arcade löst das RealSports Tennis Set 75003 das Set 75006 ab, statt dem Spiel Target Fun befindet sich nun Asteroids im Paket. Williams Electronics erteilt Atari eine Lizenz, um Williams-Spiele auf Computer und Konsolen portieren zu können. In diesem Monat finden die 2600-Spiele RealSports Tennis und RealSports Soccer sowie das 5200-Spiel RealSports Tennis den Weg in die Händlerregale. Die Produktion des 5200 an der 1215 Borregas Avenue wird eingestellt, alle Konsolen werden nun in El Paso und Taiwan gefertigt. In Taiwan wird zeitgleich auch mit der 1200XL-Produktion begonnen. Die Advanced Games Group unter der Leitung von Chris Horseman wird gegründet. Bei Atari Benelux wird Han van Egdom neuer Produktmanager Homecomputer und Jan Henk den Adel wird Chefbuchhalter. Milton Bradley und Atari vereinbaren, dass MB einen Plug-in-Stimmensynthesizer für die beiden Atari-Konsolen entwickeln und produzieren soll, dazu sollen in den nächsten drei Jahren 18 Spielmodule kommen. Die Atari Home Computer Division soll in der Consumer Electronics Division aufgehen, weitere 500 bis 800 Stellenstreichungen werden erwartet. Im April beginnen zdem Verhandlungen zwischen Atari und Nintendo: Der japanische Spielehersteller möchte seine Spielkonsole Family Computer (kurz FAMICOM) auch in Amerika vertreiben und bietet Atari an, die Fertigung der Gehäuse und Verpackungen sowie den Vertrieb des Systems samt Spielen zu übernehmen, erscheinen soll das System im Dezember 1983. Bei Atari erhält FAMICOM die vorläufige Modellnummer CX-2100. Unterdessen macht die Zeitschrift New Media den E.T.-Entwickler Warshaw als Schuldigen für den Zusammenbruch der gesamten Videospielbranche (der sogenannte Video Game Crash von 1983) in Nordamerika aus  völlig zu Unrecht. Denn selbst, wenn E.T. ein so schlechtes Spiel wäre, ist es sicherlich noch lange nicht genug, um eine milliardenschwere Branche zu Fall zu bringen. Viel mehr waren die Entwicklungen in den letzten zwei Jahren schuld daran. Nachdem Atari nach einem verlorenen Prozess gegen Activision anderen Herstellern gestatten musste, Spiele für die Konsole 2600 zu entwickeln, drangen mehr und mehr Firmen auf den Markt und unterboten sich gegenseitig, so dass 1983 eine regelrechte Schwemme an qualitativ fragwürdigen Spielen zu Niedrigstpreisen auf den Markt kamen, die Folge war dann eine Abkehr der Kunden von den Spielkonsolen. Daraufhin mussten die Konkurrenten Mattel und Coleco letztendlich die Segel streichen und auch von den Spielefirmen verschwanden viele genauso schnell wie sie gekommen waren. Ein weiterer Grund war, dass die Manager den Hals nicht voll genug bekamen – Ataris Management wollte weitere zehn Millionen 2600-Konsolen verkaufen, obwohl der Markt bereits mehr als gesättigt war. Großspurige Ankündigungen wie holografische Spielkonsolen oder Steuerung per Gedankenübertragung, die letztendlich doch nicht auf den Markt kamen, halfen auch nicht gerade. Zudem waren die Heimcomputer mittlerweile deutlich leistungsfähiger geworden und drangen so auch in den Videospielmarkt ein. Warshaws Ruf war allerdings dauerhaft beschädigt und er wird in den Folgejahren bei Preisverleihungen der Branche immer wieder übergangen.

Mai
Star Wars Die Consumer Products Division wird komplett reorganisiert, sie wird nun in die drei Abteilungen Atari Products Company, Atari Sales & Distribution Company und Atari Manufacturing Company unterteilt. John Cavalier wird Präsident der Atari Products Company, Donald Kingsborough Präsident von Sales & Distribution und Paul Malloy Präsident der Manufacturing Company. Die anderen Atari-Abteilungen Coin-Operated Games Division, Atari International und AtariTel bleiben von den Veränderungen unberührt. In der Folge verlassen Ron Stringari, David Remson John Hayashi, James Kelly und Alan Hendricks die Firmal, letzterer wechselt zu Maxim Integrated Products. Innerhalb der Products Company wird das Label Atari Software Publishing gegründet, die Leitung übernimmt Bob Fournier. Die Produktion des Computers 400 wird komplett eingestellt, der 800 wird in den USA eingestellt, die internationale Version fortan in Hong Kong produziert. Ebenso wird die Produktion des 1200XL in den USA eingestellt. Die Fabriken 1173 Borregas Avenue und 1215 Borregas Avenue werden stillgelegt. Tandon (S) Pte. Limited beginnt in Singapur mit der Produktion des 1050-Diskettenlaufwerks. Die Entwicklung der noch nicht erschienen Spiele Dukes of Hazzard (2600) und RealSports Basketball (5200) wird gestoppt. Die Arcadespiele Arabian (unter Lizenz von Sun Electronics), Star Wars als Upright- und Cockpit-Version sowie die Cocktail-Version von Food Fight kommen auf den Markt, ebenso das Computerspiel E.T. Phone Home. Am 20. Mai wird angekündigt, dass es zu den 1700 bereits bekannten Stellenstreichungen weitere 225 Kündigungen zum 27. Mai geben wird. Am gleichen Tag übernimmt Atari International (Italy) den Vertrieb der 2600-Konsole vom bisherigen Vertreiber Melchioni sowie den der Computer von Adveico. Atari Italy sitzt an der Viale Della Liberaziona 18 in Mailand. Bushnell gibt im Streit mit Atari nach und erteilt Atari eine Exklusivlizenz, um Sente-Spiele auf Atari-Hardware umzusetzen. Das Video Arcade-Spiel Tele-Games Submarine Commander kommt auf den Markt. Industrias Gradiente Brasileira erhält von Atari eine Lizenz zum Nachbau und Verkauf von 2600-Systemen und -Spielen in Brasilien.

Juni
Atari 800XL Klotzen, nicht kleckern scheint wohl das Motto Ataris bei der diesjährigen Summer CES in Chicago zu sein, denn nicht weit mehr als 50 Neuheiten werden auf der Messe präsentiert, und das, obwohl – oder gerade weil – die Firma in einer schweren Krise steckt, denn der Video Game Crash, der rasante Zusammenbruch des Spielkonsolenmarktes in Nordamerika, ist in vollem Gange. Zu den wichtigsten Neuheiten zählen sicherlich die vier neuen Computermodelle 600XL, 800XL, 1400XL und 1450XLD, daneben wird einiges an neuer Peripherie gezeigt sowie massenweise Softwareprodukte für alle Produktlinien der Consumer Products Division. Die auf der CES angekündigte AtariLab-Lernprogrammreihe wird auf der NECC/5 an der Towson State University in Baltimore vorgestellt. Angekündigt wird auch der AIMS (Atari Instructional Material Service), unter dessen Label Titel wie Math Academics, Atari Sentences und die AtariLab-Reihe erscheinen sollen. Die Spielkonsole 5200 wird leicht überarbeitet, so Galaxian (Atari 2600) besitzt sie jetzt nur noch zwei statt vier Controller-Anschlüsse, außerdem entfällt die bisherige Switchbox, die sowohl für die Stromversorgung sorgte als auch das Signal ausgab. Fortan ist eine normale Stromversorgung mittels Anschluss des Netzteils direkt an der Konsole möglich. Atari erhält am 15. Juni von Nintendo eine Lizenz zur Portierung ihres Spiels Mario Bros. auf Spielkonsolen und Heimcomputer, jedoch nicht für den japanischen Markt. Die Produktion des 800 wird nun vollends eingestellt. Die Special Projects Group wird gegründet, hier wird in den kommenden Wochen und Monaten unter anderem das Projekt Shakti, ein IBM-Kompatibler Computer in der XL-Serie, entwickelt. Die Videospiele Dig Dug und Donkey Kong erscheinen für die Computer, außerdem Galaxian für die 2600 und der Trak Ball Controller (Modell CX-53) für die 5200. Fred Herson wird neuer Senior Vice President Finance in der Coin-Operated Games Division.

Juli
Kangaroo (Atari 2600) Am 2. Juli wird das zweite Atari Center im The Oaks Shopping Center in Cupertino eröffnet. Die Atari Center werden von der Picodyne Corporation betrieben und von Atari beworben und finanziert. Sara Armstrong wird Leiterin des Centers in Cupertino. Am 7. Juli gibt die Konzernmutter Warner Communications bekannt, das Präsident und CEO Ray Kassar seinen Platz geräumt hat und James Morgan, bislang noch beim Tabakkonzern Philip Morris, am 6. September seine Nachfolge antreten wird. In der Zwischenzeit leitet der bei Warner für Atari verantwortliche Präsident Manny Gerard die Geschäfte. Kassar wechselt als Unternehmensberater in den Mutterkonzern. Der AIMS wird in AtariEd umbenannt und eine Reihe weiterer Lernprogramme angekündigt. Die Produktion des wenig beliebten 1200XL wird nach 105.000 produzierten Einheiten eingestellt. Russ Haft von Mattel Electronics wechselt zu Atari Software Publishing. Das Arcadespiel Crystal Castles erscheint, ebenso die 2600-Spiele Jungle Hunt und Kangaroo, der Pro-Line Joystick (Modell CX-24) und das Atari-Club-exklusive Modul Atari Video Cube. Die Zusammenarbeit zwischen Atari und Milton Bradley in Sachen Stimmensynthesizer findet ein abruptes Ende.

August
Atari 1050 Die bereits im Januar vorgestellte überarbeitete 2600-Konsole wird nun ausgeliefert, im Paket enthalten sind neben der nun schwarzen Spielkonsole zwei CX-40 Joysticks und die Spiele Combat und Pac-Man. Die Paddles vom Typ CX-30 werden nicht mehr mitgeliefert. In Kanada tragen einige der frühen Verpackungen die Aufschrift Atari 2400, so sollte die Konsole in Kanada, Mexiko und Japan durch die Firma Irwin Electronics vermarktet werden. Sears stellt inzwischen den Vertrieb aller Video Arcade-Produkte ein und nimmt stattdessen die Atari-Standardware ins Sortiment auf. Milton Bradley reicht eine 43-Millionen-Klage vor dem Bezirksgericht ein und behauptet, Atari hätte die Zusammenarbeit einseitig aufgekündigt, um nicht große Mengen der Voice Controller aufkaufen zu müssen. Die vertraglich festgelegten Mengen waren 450.000 Voice Controller zum Stückpreis von 48 Dollar sowie weitere 250.000 zum Stückpreis von 46 Dollar. Laut Milton Bradley hat Atari bisher mündlich nur 128.000 Einheiten bestellt, schriftlich sogar nur 60.000. Die Videospiele Battlezone und Pole Position für die 2600 sowie Kangaroo für die 5200 erscheinen, außerdem der VCS Cartridge Adapter (Modell CX-55), das Diskettenlaufwerk 1050 und in Brasilien der lizenzierte Nachbau Polyvox Atari 2600. Einige der im Zuge der Produktionsverlagerung ins Ausland Logo der Olympischen Sommerspiele 1984 entlassenen Angestellten klagen gegen ihre Entlassungen vor dem Santa Clara County Superior Court, sie werden von Anwältin Linda Krieger vertreten. Im Insect Zoo in San Francisco finden die Playoffs der Centipede US-Meisterschaft statt. Zehn Finalisten treten zum Bug-Off Contest an, Hauptgewinn ist ein Millipede-Arcadespiel. Gewonnen haben Dough Leighty auf dem 2600 und John Hant auf dem 5200. Das Finale wird im September ausgetragen. Atari wird unterdessen offizieller Computerlieferant der XXIII. Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles, außerdem Hauptsponsor der US- Olympiamannschaft sowie der US-Volleyball-Frauenmannschaft. Bis zum Ende der Spiele darf Atari seine Produkte als „Offizielle Olympia-Produkte“ vermarkten. Atari plant mit dem Sender ABC Sports eine aggressive Werbekampagne.

September
James Morgan tritt seinen Posten als neuer CEO bei Atari am 6. September an. Derweil gibt es erste Pläne, alle 52 Fabriken und Büros im Silicon Valley in einem 60-Millionen-Dollar-Gebäude zusammenzuführen, das 1985 fertiggestellt werden soll, lediglich die Fabrik in Milpitas soll erhalten bleiben. Zum 16. September werden weitere 380 Stellen gestrichen, alle am Standort El Paso. Die Produktion des 5200 soll zur ATMC nach Taiwan verlegt werden, ebenso die Fertigung der Spielmodule. Es bleiben 270 Angestellte in der Fabrik, die zu einem Reparaturzentrum für Spielkonsolen und Computer umgewandelt werden soll. Fabrikleiter Gary Weaver wird zu Atari Far East versetzt. Richard Meier wird neuer Geschäftsführer von AtariTel und ersetzt Peter Wensberg, der erst versetzt wird und kurz darauf zu Uniform Systems wechselt. Roy Elkins wird neuer Vice President Marketing von AtariTel. Am 14. September findet in München das Finale der Centipede-Weltmeisterschaft statt. Gewinner in der Altersklasse U18 wird der vierzehnjährige Stewart Murray aus Aberdeen, der 323512 Punkte erzielt. In der Altersklasse Ü18 gewinnt der neunzehnjährige Andrew Brzezinski aus Greenford mit 322044 Punkten. Alfred Moyé wird zusätzlich Leiter des Atari Institute for Education Research, er ersetzt dort Ted Kahn, der die Firma verlässt. Die Entwicklung des The Graduate-Aufsatzes für die 2600 (Modell CX-3000, vorher My First Computer) wird eingestellt. Die 5200-Videospiele Pole Position, Jungle Hunt, Space Dungeon und Ms. Pac-Man kommen in den Handel. John Farrand wird neuer Atari-Präsident, Skip Paul wird neuer Präsident der Coin-Operated Ganes Division als Nachfolger Farrands. Im September findet in Alamogordo in der Wüste New Mexicos das statt, was in den Jahren danach aufgebauscht und verzerrt dargestellt wird: Mit dem Deponiebetreiber Browning Ferris Industries ist vereinbart, zwecks einer Lagerräumung ab 23. September auf der Deponie pro Woche drei Lastwagenladungen Module und Elektronik zum Preis von 300 bis 500 Dollar pro Ladung zu entsorgen. Allein bis zum 25. fahren aber bereits acht Lastwagen die Deponie an. Am nächsten Tag finden die Einwohner Alamogordos durch einen Artikel in der El Paso Times von der Atari-Entsorgung vor ihrer Haustür heraus und beginnen, die noch brauchbaren Artikel von der Deponie zu plündern. Am 28. September berichtet sogar die New York Times darüber. Vier Tage später lassen Atari und Browning Ferris die Sachen plattwalzen und mit Beton übergießen. Bis 29. September sind so vierzehn LKW-Ladungen voll Atari-Spiele und -Hardware in Alamogordo entsorgt worden, weit weniger, als Jahre später vermutet wird – dort war dann schon von „Millionen Pac-Man- und E.T.-Modulen“ die Rede. Die U.S. Security and Exchange Commission reicht Zivilklage gegen den ehemaligen CEO Ray Kassar und den immer noch bei Atari beschäftigten Dennis Groth auf Grund von vermuteten Insidergeschäften ein. Kassar einigt sich später mit der Kommission, Groth hingegen legt Revision ein. Bedingt durch die langen Verzögerungen auf Grund der Krise und des Rauswurfs von Kassar bricht Nintendo die Verhandlungen über den Vertrieb des FAMICOM durch Atari ab. Die Konsole wird schließlich zwei Jahre später als Nintendo Entertainment System (kurz NES) von Nintendo selbst sehr erfolgreich vermarktet.

Oktober
Atari 835 Das Modem 835 samt Communicator Kit II und der Briefdrucker 1027 kommen in den Handel. Der Preis des bereits eingestellten 400 wird von 299 auf 119,95 Dollar gesenkt. Am 12. Oktober berichtet die Washington Post erstmals über einen IBM-Kompatiblen Computer, der sich bei Atari in der Entwicklung befindet und auf der Winter CES im Januar 1984 vorgestellt werden soll. Die 2600-Spiele Joust, Dig Dug, Moon Patrol, SwordQuest: WaterWorld und – Club-exkluxiv – Gravitar kommen auf den Markt, ebenso die 5200-Spiele Dig Dug, Joust, Vanguard und RealSports Baseball und der 2600 Trak Ball Controller (Modell CX-22). Der Kundenservice der Coin-Operated Games Division zieht vom 1344 Bordeaux Drive in Sunnyvale an den 735A Sycamore Drive in Milpitas um. Die Atari Distributing wird für den Vertrieb, Service und Verkauf der Consumer-Produkte im Staat Illinois gegründet, die Leitung des Büros an der 130 Kirk Street in Elk Grove Logo AtariSoft Village übernimmt Ed Pellegrini (vorher bei Bally Distributing). Die Vermarktung der eigentlich schon serienreifen Computermodelle 1400XL und 1450XLD wird erst einmal aufgeschoben. Das Projekt Shakti, hinter dessen Name sich der IBM-Kompatible Computer unter der Bezeichnung Atari 1600 versteckt, wird von CEO Morgan komplett gestrichen. Am 26. Oktober hält Atari im Parklane Hotel in New York eine Pressekonferenz ab, auf der die ersten AtariSoft-Titel (ehemals Atari Software Publishing) für die Computer Apple ][, Texas Instruments TI-99/4A und IBM PC sowie die Spielkonsolen ColecoVision und Mattel Intellivision vorgestellt werden. Auf der AMOA werden die Arcadespiele TX-1 (Namco), Major Havoc und Firefox sowie das Umbauset Pole Position II Enhancement Kit für die Upright-Version von Pole Position vorgestellt. GCC stellt den Grafikchip GCC-1702 vor, der das Herzstück der Spielkonsole Maria werden soll.

November
Atari 600XL Der 600XL kommt in den USA, Großbritannien und Frankreich in den Handel. Atari-Wong und der Zulieferer Chelco Sound melden Produktionsausfälle, somit können nur 60% der Bestellungen für das anstehende Weihnachtsgeschäft ausgeliefert werden, was die Krise bei Atari zusätzlich verschärft. Für Anfang 1984 wird zudem eine Preiserhöhung im Consumer-Bereich angekündigt, Computer und Spielkonsolen sollen zwischen 17% und 29% teurer werden, Hintergrund sind die stark gestiegenen Materialpreise. Im Coin-Operated Games-Bereich erscheinen die Spiele Major Havoc und die Cocktail-Version Alpha Beam With Ernie (Atari 2600) von Crystal Castles sowie das Pole Position II Enhancement Kit, im Consumerbereich die 2600-Spiele Alpha Beam With Ernie, Big Bird's Egg Catch, Pigs in Space, Snoopy and the Red Baron und Krull sowie der Kid's Controller (Modell CX-23). Steve Wright verlässt Atari und wechselt zu Sega/Paramount, die von ihm geleitete Special Programs Group wird aufgelöst. Ebenso verlässt Steve Arnold, Entwicklungsleiter bei Atarisoft, die Firma und geht zur Lucasfilm Computer Division Games Group. Steve Calfee übernimmt Arnolds Posten. Das für die Benelux-Länder zuständige Atari-Servicezentrum in Breda wird geschlossen. Im Northwest Plaza Einkaufszentrum in St. Ann, Missouri, eröffnet die dritte Atari Adventure-Niederlassung auf 750 Quadratmeter. Aufgestellt werden 65 Spiele, eine Computer-Lernstation und ein Display für neue Spiele.

Dezember
Sorcerer's Apprentice (Atari 2600) Die ersten AtariSoft-Titel kommen in den Handel, außerdem erste kleinere Lieferungen des neuen Computers 800XL, die 2600-Spiele Cookie Monster Munch, Sorcerer's Apprentice, Mario Bros., Pengo und – Club-exklusiv – Quadrun sowie das 5200-Spiel Moon Patrol. CEO Morgan schreibt am 13 Dezember einen offenen Brief an die Atari SIG, der per CompuServe übermittelt wird. Darin steht unter anderem, dass Atari zu viele Computermodelle geplant habe und man daher die Produktlinie auf das ausrichten müsse, was sich an die breite Masse auch verkaufen ließe. Eine Gruppe um Ted Hoff soll gegründet werden, um die Computer der nächsten Generation zu entwickeln. Damit gelten die geplanten Topmodelle 1400XL und 1450XLD ebenfalls als eingestellt. Am 15. Dezember vereinbaren Atari und Activision eine Zusammenarbeit zur Entwicklung eines speziellen Übertragunssignals in amerikanische Haushalte, um neue Spiele bewerben zu können. Atari spendet Spielkonsolen und Videospiele im Wert von mehr als 50.000 Dollar an Kinderkrankenhäuser landesweit, sowie weitere Videospiele im Wert von 15.000 Dollar an die Santa Clara County YMCA. Don Osborne, Vice President Marketing der Coin-Operated Games Division, stirbt am 31. Dezember.

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1984

Januar
Atari Touch Tablet CX-77 Fred Gerson wird Executive Vice President der Coin-Operated Games Division, Steven Chiaramonte deren CFO und Vice President Finance. Auf der Winter CES werden erneut zahlreiche Spiele für 2600 und 5200 präsentiert, außerdem wird die Speichererweiterung 1064 für den 600XL vorgestellt. Bei der dritten – und letzten – des Atari Star Awards des APX macht das Programm Getaway! von Mark Reid das Rennen, weitere Preisträger sind James Burton, R. Stanley Kistler und Gregor Nowak. Das Arcadespiel Firefox kommt auf den Markt, ebenso die 5200-Spiele Berzerk und Mario Bros. sowie das Computerspiel Joust. Am Crestwood Plaza in Crestwood, Missouri, wird die vierte Atari Adventure-Niederlassung eröffnet. Charles „Chuck“ Vaughan wechselt von der General Electric Company als Senior Vice President und CFO zu Atari, er ersetzt Erwin Lenowitz als Vice President Finance. Gegen Ende des Monats kommt das Touch Tablet (Modell CX-77) samt AtariArtist sowie die Computerspielmodule Tennis, Pole Position und Ms. Pac-Man in den Handel. Die von Jay Miner gegründete Firma Amiga stellt auf der Winter CES bereits das Projekt Lorraine vor. Nur wenige Wochen Amiga Logo vorher gab es noch keine fertige Hardware und Amiga stand finanziell am Abgrund. Miner verpfändete sein Haus und Dave Luck verkaufte eins seiner teuren Autos. Der Prototyp stürzte zudem ständig ab. Noch während der CES verbessern Robert Mical und Dave Luck die Demo mit dem springenden, rot-weiß karierten Ball. Miner, der aus der Entwicklungsphase der Computer 400/800 noch Kontakte zu Atari hat, arrangiert Verhandlungen über eine Lizenzvereinbarung zwischen Atari und Amiga, die ab Februar stattfinden sollen, was von vielen bei Amiga als „Pakt mit dem Teufel“ gesehen wird. GCC muss den Grafikchip GCC-1702 vorerst auf Grund von massiven Fehlern zurückziehen, was zu einer Verzögerung der Spielkonsole Maria führt.

Februar
Mattel erhält von Atari eine Lizenz zum Bau des Moduladapters Mattel System Changer für die Intellivision-Konsole, mit dem sich 2600-Module abspielen lassen sollen. Das Computerspiel Football kommt auf den Markt, ebenso das Arcadespiel Firefox in der Cockpit-Version sowie zwei Cloak & Dagger-Umrüstsets für Defender- bzw. Stargate/Robotron: 2084/Joust-Geräte. Steve Bristow, zuletzt Vice President Engineering der Atari Home Computer Division, verlässt die Firma. Die Produktion der wenig erfolgreichen Spielkonsole 5200 wird eingestellt.

März
Millipede (Atari 2600) Atari schießt Amiga nach Abschluss der Lizenzverhandlungen 500.000 Dollar vor, damit die Firma an Lorraine weiterarbeiten kann. Atari bekommt dadurch Zugang zu den Entwicklern und beginnt mit der Entwicklung eines eigenen Boards. Amiga stellt dafür Atari die Lorraine-Unterlagen zur Verfügung. Bei Unterzeichnung der Lizenzvereinbarung sollen die Unterlagen in den Besitz Ataris übergehen, dafür soll Atari Amiga eine Million Dollar zahlen sowie eine Million Vorzugsaktien zum Stückpreis von drei Dollar kaufen. Außerdem werden 500.000 Dollar für jeden fertig entwickelten Chip fällig. Amiga erhät zudem Lizenzgebühren in Höhe von zwei Dollar pro produziertem Chip und 100.000 Dollar jährlich von der Coin Op-Division. Atari darf dafür ab 1985 eigene Computer-Addons für bestehende Spielkonsolen und ab 1986 auch eigene Computer mit dem Lorraine Chipsatz entwickeln. Sollte die Lizenzvereinbarung bis 30. Juni nicht unterzeichnet werden, soll Amiga den Vorschuss zurüchzahlen und Atari würde kostenfrei Zugriff auf die Lorraine- Chips haben. Die Amiga-Entwickler haben jedoch für den Fall der Fälle falsche Zeichnungen angefertigt, die sie Atari übergeben wollten – Chips, die nach diesen Unterlagen produziert worden wären, hätten schlicht nicht funktioniert. Die Originalzeichnung lag bei einem der Amiga-Entwickler zu Hause. John Beuttell, Vice President Sales der Atari International, wechselt zu Mindscape. In Europa werden die ersten 800XL-Computer in den Handel gebracht. Ebenso erscheint das Arcadespiel TX-1, das Atari unter Lizenz von Tazmi und Namco fertigt, die Crystal Castles-Umrüstsets für Misile Command bzw. Dig Dug/Kangaroo/Food Fight/Arabian-Geräte, die Major Havoc-Kits für Tempest und Space Duel/Gravitar/Black Widow sowie das Millipede Action Pac für Dig Dug/Kangaroo/Arabian-Geräte. An 2600-Spielen kommen diesen Monat Oscar's Trash Race, Crystal Castles, Millipede, Taz (bzw. in Europa Asterix) und Obélix auf den Markt. Für die 5200 erscheint Robotron: 2084, für die Computer Donkey Kong Junior und Pengo. Der Leiter des APX-Programms Fred Thorlin verlässt die Firma.. Simon Westbrook von Graham Poulter Advertising wird neuer Financial Controller bei Atari UK. Im Rechtsstreit der Ex-Angestellten gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber holt der Superior Court Santa Clara County den Mutterkonzern Warner Communications mit an den Tisch. Die türkische ME-TA Elektronik VE TICARET A.S. erhält eine Lizenz zum Nachbau von 2600-Konsolen und -Spielen. Auf der 9th West Coast Computer Faire in San Francisco bestätigt Atari die Einstellung des APX-Programms und stellt mit Bumpomov's Dogs einen der letzten Titel aus diesem Programm vor. Eine neue Lieferung von 15.000 850-Schnittstellenmodulen soll auch demnächst in den USA eintreffen. Die Games Design Research Group wird aufgelöst, deren Leiter Chris Crawford verlässt die Firma.

April
Atari Light Pen CX-75 / Bild: atarimuseum.com Die letzte Ausgabe der Atari Age erscheint, darin wird das 2600-Spiel Zoo Keeper vorgestellt. AtariSoft bringt weitere Titel für Apple ][, IBM PC, Commodore 64, Commodore VIC-20, Texas Instruments TI-99/4A, ColecoVision und Sinclair ZX Spectrum auf den Markt. Im selben Monat erscheint auch der neue Light Pen (Modell CX-75) samt AtariGraphics-Modul und Sky Writer sowie das AtariLab Starter Set With Temperature Module. In Milpitas werden 250 Stellen gestrichen, die Niederlassung Atari Caribe auf Puerto Rico wird geschlossen und alle 300 Angestellten entlassen. Die Fabrik in El Paso soll hingegen erweitert werden, damit dort auch Arcadespiele repariert sowie Spielmodule hergestellt werden können, hier soll auch die Erstproduktion künftiger neuer Systeme anlaufen. Bei der westdeutschen Tochter werden David Evans, Detlev Driemeier und Brian Richards zu Prokuristen ernannt. Etliche Topmanager verlassen die Firma in diesem Monat. Die Entwicklung der 5200-Spiele Battlezone, Sport Goofy und Road Runner wird gestoppt. In der Schweiz wird ein weiteres Verkaufsbüro eingerichtet, dessen Leitung Hans-Ueli Hasler übernimmt. Warner Communications beginnt mit der Suche nach einem möglichen Käufer für die schwer angeschlagene Atari Consumer Products Division.

Mai
Atari, Inc.: Atari 7800 ProSystem Auf der Lucasfilm Ranch in Marin County stellen Lucasfilm und Atari gemeinsam die Spiele Ballblazer und Rescue on Fractalus! vor, beide Spiele wurden von der Lucasfilm Computer Division Games Group entwickelt und sollen von Atari für die 5200-Konsole sowie später auch als AtariSoftTitel vertrieben werden. Im Raheen Industrial Estate an der Ennis Road in Limerick wird die neue 12600 Quadratmeter große Fabrik in Betrieb genommen, die nahegelegene Fabrik an der Ballysimon Road wird in ein Vertriebszentrum umgewandelt. Auf einer Pressekonferenz in New York wird die neue Spielkonsole 7800 am 21. Mai erstmals vorgestellt, Atari 2600 jr. nachdem GCC den bereits seit Anfang 1983 in der Entwicklung befindlichen Grafikchip in der Version GCC-1702B im April endlich für serienreif erklären konnte. Dreizehn Spiele soll es zum Marktstart geben, zudem ist die Konsole im Gegensatz zur 5200 weitestgehend zur 2600 abwärtskompatibel. Außerdem soll es eine High Score Cartridge, ein 7800 Computer Keyboard sowie ein 7800 ProSystem Adapter für die 5200 als Erweiterungen dazu geben. Die immer noch existente Tochter Kee Games wird am 23. Mai in Warner Entertainment umbenannt. Am 27. Mai wird in London erstmals die Junior-Variante der Konsole 2600 vorgestellt, sie soll im September in den Handel kommen. Außerdem werden mit Track & Field, Jr. Pac-Man und Midnight Magic weitere Spiele präsentiert, ebenso soll es eine weitere Welle von AtariSoft-Programmen speziell für ZX Spectrum, BBC Model B und BBC/Electron geben. Am 30. Mai kündigt Atari an, sich aus dem Joint-Venture mit Wong's Electronics zurückziehen und die Fabrik in Hong Kong schließen zu wollen, die Produktion soll zur ATMC nach Taiwan verlagert werden. Weitere 800 bis 1000 Stellenstreichungen werden zudem in den USA erwartet, zur Zeit sind hier noch 2250 Mitarbeiter beschäftigt.

Tramel Technologies, Inc.: Jack Tramiel, Holocaust-Überlebender und Gründer der Commodore Business Machines, muss nach einem Streit mit Mitinhaber Irving Gould und Anteilseigner Rick Goulding über die Führung Commodores seine Firma verlassen und gründet am 17. Mai zusammen mit Justitiar Lee Jack Tramiel Schreiber und Hardwareentwickler Shiraz Shivji die Firma Tramel Technologies Ltd. – absichtlich mit fehlendem „i“, um auf die korrekte Aussprache seines Nachnamens hinzuweisen. Nun sucht TTL landauf, landab nach Computerherstellern, die für eine Übernahme bereit sind, darunter besucht Tramiel auch Amiga, die jedoch wenig begeistert davon sind, dass er nur den Chipsatz, aber nichts weiter haben wolle. Weitere Topleute kündigen bei Commodore: Arthur Morgan, John Hoenig und Douglas Renn und wechseln zu TTL, ihnen folgen bald Lloyd Taylor (President Technology), Bernie Witter (Vice President Finance), Sam Chin (Commodore Asia), Joe Spiteri (Manufacturing), David Carlone (Manufacturing), John Teagans (PET) und Gregg Pratt (Vice President Operations), Jacks Sohn Sam Tramiel wird Präsident von TTL. Commodore-Chef Gould versucht, das Abwerben seiner Ingenieure durch TTL juristisch zu verhindern, hat damit aber keinen Erfolg. TTL beginnt mit ersten Arbeiten an einem sehr puristischen 16-Bit-Computer auf Shivjis Küchentisch, der wenig später den vorläufigen Namen TTL RBP (für Rock Bottom Price) erhält. Steve Ross von Warner Communications bekommt von den Kaufabsichten TTLs Wind, die Investmentbank Lazard Frères & Co. nimmt im Auftrag von Warner Kontakt mit Tramiel auf. Warner sucht dringend einen Käufer für die schwer angeschlagene Atari Consumer Products Division – die Sparte hat im Geschäftsjahr 1983/84 einen satten Verlust von 536 Millionen Dollar „erwirtschaftet“. Wisse Dekker von Philips hat bereits im April einen Kauf abgelehnt. Die Verhandlungen zwischen Warner und TTL beginnen noch im selben Monat.

Juni
I, Robot Für alle drei Konsolen – die 7800 kommt diesen Monat in Südkalifornien in den Handel – sowie für die Computer werden diverse neue Titel angekündigt, ebenso werden auch unter den Labels Atari Learning Systems (ehemals AtariEd) und AtariSoft zahlreiche neue Titel präsentiert. Vorgestellt wird auch das seit 1982 entwickelte Steuerungssystem MindLink, welches es dem Spieler ermöglichen soll, Spiele per Gedankenübertragung zu steuern.Die Produktion der US-Version des 600XL wird zwischenzeitlich eingestellt. In der zweiten Jahreshälfte soll mit dem 1650XLD ein neuer High-End-Computer präsentiert werden. Thea Chain, bisher verantwortlich für das 1450XLD-Projekt, verlässt Atari. Dennis Groth und die U.S. Security and Exchange Commission legen ihre Streitigkeiten bei. Das Arcadespiel I, Robot erscheint, es ist das erste mit farbiger 3D-Vektorgrafik und es wird das letzte Arcadespiel unter der Marke Atari sein. Alle nachfolgenden Spiele erscheinen unter der Marke Atari Games. Der AtariSoft-Titel Gremlins erscheint Für Commodore 64, IBM PC und Apple ][. Die Verwaltung der Coin-Operated Games Division zieht in den 1501 McCarthy Boulevard um, am 790 Sycamore Drive befindet sich danach nur noch die Produktion der Arcadespiele. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Cyan Engineering wird geschlossen, die Tochter an sich bleibt (noch) bestehen. Die Firma Digital Research kauft den DEC Vax-Computer von Cyan auf und beginnt, auf diesem die Benutzeroberfläche GEM zu entwickeln. Auch das Atari Sunnyvale Research Laboratory wird geschlossen. Gary Summers, General Manager der Semiconductor Division, verlässt die Firma, ebenso wie Jim Huether. Der Manager der Atari Ireland Limited Kevin Hayes geht nach Amerika, um innerhalb des nächsten Halbjahres die Produktion von El Paso nach Milpitas zu verlegen. Die Geschäftsführung von Warner Communications stimmt derweil dem Verkauf der Atari Consumer Division an die Tramel Technologies Limited zu. Atari legt Amiga eine Liste vor, nach der Lorraine nicht an Commodore, IBM, Apple, Philips und General Electric lizenziert werden dürfe. Im selben Monat ruft Commodore-Berater Steve Greenberg bei Amiga-Chef David Morse an und bietet ihm ebenfalls Verhandlungen an. Amiga versuchte bereits erfolglos, Lorraine an Sony, Hewlett Packard, Silicon Graphics, Philips und Apple zu lizenzieren. In Aussicht auf weniger restriktive Bedingungen treffen sich Greenberg und Morse wenige Tage später. Commodore ist bereit, den von Atari gezahlten Vorschuss plus eventuelle Zinsforderungen zu begleichen. Morse sagt am 28. Juni ein für 13:30 angesetztes Treffen zwischen ihm und Atari ab und trifft sich stattdessen abermals mit Commodore. Tags darauf übergeben Bill Hart und Morse Ferrand einen Scheck über 750.000 Dollar mit der Begründung, Amiga würde Lorraine nicht rechtzeitig liefern können. Jack Tramiel, der zu der Zeit mit Warner verhandelte, bekam einen Anruf vom Atari-Buchhalter, der fragte, was er mit dem Scheck machen solle, worauf Tramiel antwortete, wenn ihm jemand einen solchen Scheck unter die Nase halten würde, solle er ihn auch annehmen. Tramiel ahnte zu der Zeit nichts von der zwischen Atari und Amiga getroffenen Lizenzvereinbarung. Ferrand möchte Amiga gerne noch Zeit lassen, doch die Firma lehnt ab und bricht die Verhandlungen endgültig ab. Einen Tag später wird der Kaufvertrag mit Commodore unterzeichnet, aus dem Projekt Lorraine entsteht in den folgenden Jahren die Computerbaureihe Commodore Amiga.

Juli
Atari, Inc. / Tramel Technologies Ltd.: New York City, 2. Juli, 4 Uhr: Warner Communications (vertreten durch Atari Inc. VP Corporate Communications Bruce Entin) und Tramel Technologies verkünden den Kauf der Sparten Home Video Game und Computer durch letztere. TTL bekommt zudem das Recht, das Atari-Logo zu nutzen, ebenso darf die Firma die Videospiele, die auf Basis der Arcade-Spiele entstanden, weiterhin vertreiben. Die Adressen 1265 Borregas Die Tramiel-Familie bei Atari Avenue und 1196 Borregas Avenue gehen an TTL über. Im übernommenen Inventar befinden sich zudem 100.000 XL-Computer zusammen mit Peripherie sowie 2600-, 5200- und 7800-Systeme samt Peripherie und Spielen. TTL erhält die administrative Kontrolle über die Tochtergesellschaften Atari International (U.K.) Inc., Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft mbH, Atari International (Benelux) B.V., der Atari-Abteilung der Productions et Editions Cinématographiques Françaises SARL, Atari International (Italy) Inc., Atari Taiwan Manufacturing Corporation, Atari Ireland Ltd. und Atari-Wong Co. Tramiel und Partner sichern zu, 75 Millionen Dollar in die neue Firma, die den Namen Atari Corporation tragen soll, zu investieren. Warner Communications erhält für den Verkauf Ataris kein Geld, aber 240 Millionen Dollar in Langzeit-Schuldverschreibungen sowie 32% der Anteile an der Atari Corporation. Tramiel hingegen erhált zudem das Recht, eine Million Warner-Aktiien zum Stückpreis von 22 Dollar zu kaufen. Bei Warner Communications verbleiben etwa 20% der Firma Atari, darunter die Coin-Operated Games Division (inklusive dem Lizenzrecht, den Markennamen Atari mit dem Zusatz Games weiterhin für die Arcadespiele zu nutzen) und die AtariTel Division. Außerdem verbleiben bei Warner die Amplifone Corporation, Atari Distributing Inc., Atari Special Projects Inc. samt den Atari Computer Camps und den Atari Club Med Projekten, Atari Electronic Distribution Inc. als Teilhaber der Electronic Publishing Ltd. Bei Warner/Atari verbleiben 1400 einheimische Kräfte, darunter befinden sich allein 1100 Angestellte in der San Francisco Bay Area und weitere 200 in El Paso. Als die Tramiels drei Stunden nach dem Kauf in der Atari-Zentrale an der 1265 Borregas Avenue in Sunnyvale ankommen, soll der Pförtner „Attention, Imperial Stormtropps have entered the base!“ (Achtung, Imperiale Sturmtruppen sind in die Basis eingedrungen!) in Anlehnung an die Star Wars-Filme durch die Lautsprecheranlage gerufen haben. Bereits gegen Mittag wurde die komplette Führungsriege Ataris ausgetauscht  Jack Tramiel wird CEO, sein Sohn Sam Präsident. Mit im Boot sitzen auch Shivji, Schreiber, Tramiels andere Söhne Garry und Leonard sowie Greg Pratt. Garry Tramiel bekam am selben Tag noch die Aufgabe, von säumigen Kunden die noch etwa 100 Millionen Dollar einzutreiben, die vormals der Atari, Inc. noch zustanden. Die Belegschaft bei Atari Inc. erhält die nächsten beiden Tage frei.

Atari Corporation: Die Consumer Division der Atari, Inc. und die Tramel Technologies Limited verschmelzen am 11. Juli zur Atari Corporation. Am 13. Juli erwirbt die Firma die Patente 4.116.444, 4.112.422 und 4.314.234 von Atari Games. Klaus Ollmann, bisheriger Geschäftsführer der nun unter der Kontrolle der Tramiels stehenden Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft, wechselt am 19 Juli zu Warner Communications. Ollmann wird zunächst durch Sam Tramiel und David Harris ersetzt. Detlev Driemeier wird Marketingleiter und ersetzt Hans-Ueli Hasler, der die Firma verlässt. Die Hälfte der Angestellten in Westdeutschland wird entlassen. Softwareentwickler von Atari und Digital Research arbeiten gemeinsam an Umsetzungen von CP/M, GEM und der Einsteiger-Programmiersprache Dr. Logo für den RBP, der der nächste Atari-Computer werden soll. Atari bittet die drei großen Bereichssender der USA, die mit der Vorgängerfirma abgeschlossenen TV-Verpflichtungen für das zweite Halbjahr 1984 neu zu vergeben, darunter fällt auch eine 6-Millionen-Dollar-Marketingkampagne mit dem Sender ABC während der kommenden Olympischen Sommerspiele in Los Angeles. Am 23. Juli berichtet die Business Week, dass Atari auch die Produktion der Konsole 7800 vorerst eingestellt habe.

Logo der Atari Games, Inc. Atari, Inc., ab 11.7. Atari Games, Inc.: Die Fabrik in El Paso soll geschlossen werden, die Verlagerung der Arcadeproduktion nach Milpitas ist bereits im vollen Gange. 1150 der 1400 Mitarbeiter werden entlassen, 300 davon werden von Tramel Technologies übernommen. John Farrand wird neuer CEO der Atari, Inc. und ersetzt James Morgan, der die Firma wieder verlässt. Charles Paul wird neuer Senior Vice President und General Counsel, Kevin Hayes wird CFO. Die Umbenennung der Firma in Atari Games Inc. erfolgt am 11. Juli, die Hauptverwaltung dieser Firma wird in den gerade erst verlassenen 790 Sycamore Drive verlagert. AtariTel verbleibt zunächst an der 1272 Borregas Avenue. Die Stadt Brownsville in Texas bietet Atari Games an, die Amplifone Corporation samt ihrer 80 Mitarbeiter aufzukaufen. Bei der britischen Landesgesellschaft wird Simon Westbrook neuer Leiter, 100 der 130 Angestellten werden entlassen. Zu Weihnachten 1984 soll endlich ein Produkt der AtariTel Division auf den Markt kommen.

August
Atari Corporation: Controller zum Spiel Track & Field Anfang August wird Simon Westbrook Geschäftsführer der Sellthings Limited, die im Vereinigten Königreich gegründet wurde, um die Consumergeschäfte der nach wie vor zu Warner gehörenden Atari International (U.K.) zu übernehmen, der Sitz bleibt nach wie vor im Atari House in Slough, welches Sellthings von Warner Communications anmietet. Mit Track & Field erscheint das erste Videospiel unter den Tramiels für die Systeme 2600 und XL sowie unter dem Label Atarisoft für Commodore 64 und Apple ][. Zwischen dem Laufwerkshersteller Tandon und Atari gibt es eine Kaufvereinbarung, nach der Tandon Atari für ihre aktuellen und eventuellen neuen Computerserien Laufwerke liefert. Währenddessen entdecken die Tramiels die Pläne zur Lizenzvereinbarung mit Amiga in den Unterlagen und Atari strebt daraufhin ein Gerichtsverfahren vor dem Superiour Court in Santa Clara gegen Commodore an, welches das Projekt Lorraine den gesamten Sommer über lahmlegen sollte. Die Tramiels werfen Amiga Betrug vor, in dem sie nur vorgegeben haben sollen, dass die Lorraine-Chips nicht funktionieren würden, um die Vereinbarung nicht erfüllen zu müssen. Amiga wird zwar am 13. August vollwertige Tochterfirma von Commodore – letztere kauften die Firma für 30 Millionen Dollar bereits Ende Juni auf –, kann aber auf Grund des laufenden Verfahrens nicht weiter daran arbeiten, erst im Herbst läuft die Entwicklung wieder an. Ein Neustart der Spielkonsole 7800 wird bereits wenige Wochen nach deren Aus verkündet, spätestens zu Weihnachten sollen wieder neue Geräte verfügbar sein, was aber nicht eintreffen wird. Sellthings wird am 22. August in Atari Corp. (U.K.) Limited umbenannt.

Atari Games, Inc.: Weitere 100 Stellen werden in der Coin-Operated Games Division gestrichen. Die Vertriebsfirma Atari Distributing in Illinois wird geschlossen, deren Leiter Ed Pellegrini verlässt die Firma. In der 24 Kingston Road in Staines richtet Atari Games ein neues Vertriebsbüro für Großbritannien ein. Das Spiel Return of the Jedi wird angekündigt.

September
Atari Corporation: Die Firmen Atari Ireland Manufacturing Company Limited und Atari Ireland Distribution Company Limited werden gegründet, Ziel ist der Aufkauf der Fabrik an der Ennis Road sowie des Vertriebszentrums an der Ballysimon Road in Limerick. Warner Communications kauft Anteile im Wert von 10,1 Millionen Dollar von der Atari Corporation zurück. Atari verspricht möglichen Investoren bei einem Treffen in San Atari 2600 jr. Francisco eine Umsatzsteigerung von aktuell 500 Millionen Dollar innerhalb eines Jahres auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Dollar. Dazu kündigt Tramiel „eine Reihe hochqualitativer 8-, 16- und 32-Bit-Computer zu absoluten Tiefstpreisen“ für das Jahr 1985 an. Die sogenannte Junior-Ausgabe der Konsole 2600 erreicht nun auch Europa und ersetzt dort das bislang vertriebene 2600A-Modell von 1983. Der von Atari France angekündigte Nadeldrucker 1029 wird auch erstmals ausgeliefert, er wird die einzige XL-Hardware bleiben, die unter den Tramiels neu erscheint.

Atari Games, Inc.: Return of the Jedi Das Atari International (Benelux) B.V.-Büro in Belgien wird ebenfalls geschlossen und das Arcadespiel Return of the Jedi wird auf den Markt gebracht – es ist das erste Spiel, welches unter dem Label von Atari Games erscheint. Auch die bisherige Consumer-Vertriebsfirma Atari International (Nippon) wird geschlossen. Shane Breaks wird Vice President Sales (Worldwide) und ersetzt Jerry Marcus, der die Firma verlässt.

Oktober
Atari Games, Inc.: Manny Gerard, seit 1976 bei Warner Communications für Atari verantwortlich sowie Mitglied des Warner-Präsidiums seit 1976 und Co-COO seit 1981, kündigt sein Ausscheiden aus der Firma an. In Santa Monica werden die Golem Labs gegründet, die das geschlossene Atari L.A. Lab ersetzen sollen. Auf der AMOA in Chicago stellt Atari Games am 24. Oktober die Spiele Indiana Jones and the Temple of Doom, Marble Madness und Paperboy vor. Die bisherige PR-Chefin von Atari Deutschland Renate Knüfer wechselt zu Apple Computer. In Europa bringt Atari Games das von Sega lizenzierte Spiel Crowns Golf auf den Markt.

November
Atari Corporation: Am 13. November findet in Sunnyvale die Pressekonferenz The New Atari Corp. statt, in der angekündigt wird, dass bereits im Januar neue 8- und 16-Bit-Computer vorgestellt werden sollen, ein 32-Bit-Computer soll im April gezeigt werden. Zu diesem Zeitpunkt bietet Atari in den USA noch zwei Systeme an: Den 2600 für 39 Dollar und den 800XL für 119 Dollar. Atari-Wong in Hong Kong, wo seit Mai die Atari-Produktion stillstand, übernimmt die Produktion des Diskettenlaufwerks 1050 von der Tandon (S) Pte. Ltd. aus Singapur.

Atari Games, Inc.: Logo von Mitsubishi Electric Das Projekt Eagle der AtariTel Division wird an die MEDAMA Inc. (Mitsubishi Electric Development And Marketing Amerika, Teil der Mitsubishi Electric Sales America (MESA), diese wiederum Tochter der Mitsubishi Electric Corporation (MELCO) in Japan) verkauft. Roy Elkins, Vice President Marketing, wechselt ebenfalls zu MEDAMA, diese stellt zudem die ehemaligen Cyan-Ingenieure Lawrence Emmons und Michael Cooper-Hart ein. Aus dem Projekt Eagle heraus wird 1985 die Firma Luma Telecom Inc. gegründet. Die AtariTel Division wird aufgelöst. Walt Disney reicht gegen Atari eine 68,8-Millionen-Dollar-Klage in Kalifornien ein mit der Begründung, die Lizenz zur Nutzung der Disney-Charaktere für Videospiele sei nicht übertragbar auf Nachfolgefirmen oder davon abgespaltete Firmen. Die Atari International (Benelux)-Zentrale am Atoomweg 480 in Utrecht geht an die Atari (Benelux) B.V. (Tochter der Atari Corporation) ü,ber. P.E.C.F. Atari in Frankreich stellt die Vertriebsaktivitäten ein. Detlev Driemeier von Atari Deutschland wechselt zur Thomson Electronic GmbH, Wolfgang Blödorn zu Apple Computer, auch David Evans verlässt die Firma.

Dezember
Atari Corporation: Gegen Ende des Jahres wird nun doch die Schließung der irischen Atari-Fabrik angekündigt, was zur Bestreikung des Werks führt. Kurz vor Weihnachten zieht die Hauptverwaltung von der 1265 Borregas Avenue in die 1196 Borregas Avenue schräg gegenüber um, das Gebäude 1265 wird verkauft.

1196 Borregas Avenue im Jahr 2018
Die 1196 Borregas Avenue im Sommer 2018. Bild mit freundlicher Genehmigung von Evan Nixon.

Atari Games, Inc.: Die Amplifone Corporation wird in Amp Liquidatin Corporation umbenannt und später aufgelöst. Die Atari Games-Zentrale zieht wieder zurück in die 1272 Borregas Avenue. Am 735 Sycamore Drive läuft unterdessen die Produktion der Arcadespiele an, die bisherige Fabrik am 790 Sycamore Drive wird stillgelegt. Das Spiel Marble Madness erscheint.

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1985

Januar
Atari Corporation: Ray Kunavich wechselt von der ATMC als Präsident zur Zenith Taiwan Corporation. Unter dem Motto Power Without The Price werden auf der Winter CES in Las Vegas am 5. Januar erstmals die Computer 130ST und 520ST vorgestellt, die aus dem TTL-Projekt RBP hervorgegangen sind. Diese Rechner besitzen den Motorola 68000 Prozessor (erst war der National 32032 geplant, die Lieferfähigkeit dessen wurde allerdings bezweifelt), der 520ST hat mit 512 kB für diese Zeit unglaublich viel Arbeitsspeicher, eine mit der Maus zu Atari 520ST bedienende GEM-Oberfläche und die Fähigkeit, Farbauflösungen darzustellen, was der ein Jahr zuvor erschienene Apple Macintosh nicht konnte. Entwickler des Konkurrenzsystems Amiga sahen den puristisch ausgerichteten ST eher kritisch. Ebenfalls vorgestellt werden die Computer der XE-Serie, die die XL-Serie ablösen soll. Am 7. Januar wird der noch laufende und derzeit bei der Atari Corporation liegende Werbevertrag mit Schauspieler Alan Alda von Warner Communications ausbezahlt. Ende Januar wird im niederländischen Utrecht die Atari (Benelux) B.V. gegründet, sie übernimmt die Consumer-Geschäfte von der Warner Communications-Tochter Atari International (Benelux) B.V.

Atari Games, Inc.: Die Namco-America gründet am 10. Januar die AT Games Inc. mit dem Ziel, Atari Games aufzukaufen. Skip Paul, bisher Senior Vice President und General Counsel, wechselt in die Anwaltskanzlei Heller, Ehrman, White & McAuliffe.

Februar
Atari Corporation: In Monterey findet ein GEM-Seminar statt, welches von 200 Programmierern besucht wird, und die erste Ausgabe des Magazins Atari Explorer erscheint. Währenddessen wird in der Entwicklung die CP/M-Komponente der neuen ST-Computer gestrichen und durch GEMDOS ersetzt. Atari-Wong wird geschlossen, das seit 1980 bestehende Joint-Venture zwischen Atari und Wong's Electronics aufgelöst. Der Kauf der Atari Taiwan Manufacturing Company (ATMC) ist nun abgeschlossen und die Produktion aller Atari-Geräte wird nun dorthin verlagert. Die Atari France SA wird gegrüdet, sie soll die Consumer-Geschäfte der P.E.C.F. Atari übernehmen.

Atari Games, Inc.: Namco-America übernimmt mittels der AT Games die kontrollierende Mehrheit an der Atari Games Coin-Operated Games Division von Warner Communications für zehn Millionen Dollar, Warner behält eine Minderheitsbeteiligung von 40%. In Irland übernimmt Pedherton Investments Limited via des Notariats Cawley Sheerin Wynne das Coin-Operated-Geschäft der Atari Ireland Limited. Atari Adventure verbleibt bei Warner. CFO Kevin Hayes wechselt zu AT Games, Hideyuki Nakajima wird Präsident der Firma. Die AT Games Inc. wird in Atari Games Corporation umbenannt. Damit existieren nun schon drei Firmen mit dem Namen Atari, zwei davon heißen derzeit Atari Games.

März
Atari 130XE Atari Corporation: Der Portable 65XEP soll mangels Interesse einige Zeit aufgeschoben werden, der Musikcomputer 65XEM wegen Problemen mit der Fertigstellung des neuen Soundchips AMY. Die Atari-Fabrik in Limerick wird nun endgültig geschlossen, die Arbeiter haben aber durch den Streik und die Besetzung des Werks hohe Abfindungszahlen heraushandeln können. Alwin Stumpf, bislang Geschäftsführer der westdeutschen Commodore-Landesgesellschaft, löst am 29. März Irma Obersteiner bei Atari Corp. (Deutschland) ab. Die Atari Italia S.p.A. bezieht neue Räumlichkeiten an der Via dei Lavoratori 19 in Cinisello Balsamo nahe Mailand. Ende des Monats werden bereits die ersten Exemplare des 130XE ausgeliefert, die kleinere Ausgabe 65XE wird in Kanada in den Handel gebracht.

Atari Games Corporation: Die italienische Tochter Atari International (Italy) wird geschlossen. Steven Chiaramonte, Vice President Atari Games International, wechselt zu WICAT Systems. Der Mutterkonzern Namco gründet die Atari Limited im Vereinigten Königreich, die zusammen mit der nach wie vor zu Warner gehörenden Tochter Atari International (U.K.) Inc. Teilhaber an der neuen Firma Atari Games U.K. wird. Zu Monatsbeginn werden die Spiele Paperboy und The Empire Strikes Back (letzteres als Umrüstsatz für Star Wars-Upright- und Cockpit-Geräte) vorgestellt. Dan van Elderen wird neuer Senior Vice President der Entwicklungsabteilung, sein Vorgänger Dave Stubben verlässt die Firma. Das Atari Games-Management verordnet sich eine Gehaltskürzung zwischen fünf und zwanzig Prozent und entlässt weitere 30 Mitarbeiter. Atari Games hat derzeit noch 180 Angestellte.

Atari Games, Inc.: Die Firma bezieht ein Büro im Rockefeller Plaza Center in New York, den Räumlichkeiten des Mutterkonzerns Warner Communications. In Kalifornien wird am 6430 Sunset Boulevard in Los Angeles ein weiteres Büro eingerichtet. Atari Games verwaltet die 47 Space Port- bzw. Atari Adventure-Niederlassungen. Die Atari Special Projects-Gruppe in Massachusetts wird geschlossen. Jack Tramiel löst seinen Sohn Sam als Geschäftsführer der noch zu Warner gehörenden Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft ab, Prokuristen werden Massimo Ruosi und Irma Obersteiner. Zum Monatsende werden die Geschäftsaktivitäten an der Bebelallee 10 in Hamburg eingestellt, die Firma bleibt aber auf dem Papier noch bestehen. Die Atari Games, Inc. wird am 15. März in Atari Holdings, Inc. umbenannt.

April
Atari Corporation: Bei den kommenden Messen wird der 130ST bereits nicht mehr gezeigt. Im April wird die Produktion des 800XL eingestellt. Vom im November 1984 angekündigten 32-Bit-Computer fehlt auf der Hannovermesse in diesem April jede Spur, dieser wird von Atari auf den Jahreswechsel 1985/86 verschoben. Atari Deutschland bezieht zu Monatsbeginn das Gebäude an der Frankfurter Straße 89–91 in Raunheim bei Frankfurt am Main.

Atari Games Corporation: Atari Games Paperboy Das Spiel Paperboy kommt auf den Markt.

Atari Holdings, Inc.: Im Insolvenzverfahren der Pizza Time Theatre Inc. geht Atari Holdings ein Kontenausgleichsabkommen mit der Firma ein. John Farrand, Präsident und COO der Atari Holdings, wechselt zu Panavision.

Mai
Atari Corporation: Das Zentrallager für Europa in Rotterdam wird in Betrieb genommen.

Atari Holdings, Inc.: Atari Holdings beantragt beim US-Patentamt die Nachprüfung des Patents 3.900.886 „Sonic Color Systems“, das von Jan Coyle und Robert Stevens gehalten wird. Durch den Aufkauf des Pizza Time Theatre durch Showbiz Pizza Time erhalten die Gläubiger insgesamt vier Millionen Aktien sowie weitere 500.000 Vorzugsaktien von Showbiz. Atari Holdings erhält dadurch 121.551 Aktien plus 16.011 Vorzugsaktien. Die Hauptverwaltung wird nach Los Angeles verlegt.

Juni
Atari Corporation: Auf der Summer CES in Chicago wird ein zusammen mit Activenture entwickeltes CD-ROM-Laufwerk angekündigt, ebenso der 260ST, der 260STD wird vorgestellt. Der 520ST ist in Europa und Kanada bereits im Handel. Die britische Niederlassunf Atari Corp. (U.K.) Limited wird im Atari House in Slough gegründet.

Juli
Atari Corporation: Marktstart des ST in den USA. Im Rechtsstreit Commodore gegen Atari/TTL entscheidet ein Bundesrichter, dass die Unterlagen, die Shivji, Morgan, Hoenig und Renn mitgenommen haben sollen, keine brisanten Geheimnisse enthalten. In Nevada wird die Vertriebstochter Tramel Trading gegründet, Präsident der Firma wird Garry Tramiel.

Atari Games Corporation: Die Spiele Peter Pack Rat und Indiana Jones and the Temple of Doom werden veröffentlicht.

Atari Holdings, Inc.: Die Adventure Properties Limited kauft von Atari Holdings die Spielhallenkette Space Port samt ihrer 44 Standorte auf.

September
Atari Corporation: In London werden der 260STFM und die Festplatte SH104 präsentiert.

Atari Games Corporation: Sega Enterprises und die irische Atari Games-Tochter schließen einen Kooperationsvertrag, nach dem Atari Sega-Arcadespiele in Irland unter Lizenz fertigen darf. Als erstes Sega-Spiel unter Atari Games erscheint Hang-On.

Oktober
Atari Corporation: In München werden die Rechner 260ST und 520ST+ erstmals vorgestellt. Das Diskettenlaufwerk 1050 wird zum zweiten Mal veröffentlicht, hergestellt wird es nun wieder von Tandon in Singapur – das geplante und im Januar vorgestellte Nachfolgemodell XF521 wird wieder gestrichen.

Atari Games Corporation: Atari Games Gauntlet Die Vier-Spieler-Version von Gauntlet kommt auf den Markt.

Atari Holdings, Inc.: Vice President Mark Weinstein löst die Atari Adventure Corporation auf.

November
Atari Corporation: Am 15. November wird die Electronic Entertainment Division gegründet, die Leitung übernimmt Michael Katz, bisher CEO bei Epyx. Er wird auch im Vorstand Ataris aufgenommen. In Las Vegas wird am 20. November die Festplatte SH204 vorgestellt.

Atari Games Corporation: George Opperman, Director of Visual Communications der Graphics Group und des Art Departments, stirbt.

Dezember
Atari Corporation: Das Modem XM301 wird auf den Markt gebracht, ebenso das Diskettenlaufwerk SF314 sowie die beiden Computer 520ST+ und 260ST. Die Verkäufe laufen gut, der ST verkaufte sich seit Marktstart bereits 100.000 Mal, vom 2600 wurden 1985 über eine Million Geräte abgesetzt. Atari France bezieht das Gebäude an der 9 Rue Sentou in Suresnes nahe Paris.

Atari Games Corporation: Die Verwaltung wird von der 1272 Borregas Avenue in den 675 Sycamore Drive nach Milpitas verlegt.

Atari Holdings, Inc.: Die von Atari Holdings im Mai beantragte Nachprüfung des Patents Sonic Color Systems ist abgeschlossen, das US-Patentamt bestätigt das erteilte Patent in seiner Gesamtheit. Die französische Tochter P.E.C.F. Atari in Créteil bei Paris wird geschlossen, deren bisherige Leiter Peter Richards wechselt zu Metrologie International/Metroservice. Manfred Zumkellner wird der letzte Geschäftsführer der Atari Elektronik Vertriebsgesellschaft, er löst Atari-Boss Jack Tramiel in dieser Position ab.

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1986

Januar
Atari Corporation: Auf der Winter CES im Januar wird der 1040STF angekündigt. Geplant ist, dass der 1040STF den 520ST im Fachhandel ablöst, ein weiteres Modell namens 520STM soll dagegen in den Massenhandel kommen und dort den 260ST ablösen. Mit Atari France, vormals P.E.C.F. Atari, ist die letzte der ehemaligen Warner-Auslandstöchter unter der Dachmarke Atari Corporation vereinigt  bislang hatte die Atari Corporation lediglich eine Mehrheitsbeteiligung an ihr.

Atari Games Corporation: Die Erstausgabe der neuen Zeitschrift Atari Games Players Club erscheint anstelle der eingestellten Coin Connection.

Februar
Atari Games Corporation: Designer Marc Pierce wechselt von MacroMind zu Atari Games

März
Atari Corporation: Die neuen ST-Modelle 520STF und 1040STF werden erstmals ausgeliefert.

Atari Games Corporation: Die Spiele Super Sprint und – unter Lizenz von Namco – Robo Soccer werden erstmals vorgestellt. Rich Moore und Chris Downend werden Entwicklungsleiter unter Lyle Rains und Dan van Elderen.

Atari Holdings, Inc. Die WEA Musik GmbH geht in der Atari Elektronikvertriebsgesellschaft mbH auf, die in WEA Musik GmbH Neue Medien und Elektronikvertrieb umbenannt wird.

April
Atari Corporation: Der 520STFM wird angekündigt, der 520ST aus der Produktion genommen. Eine MS-DOS Box für den ST wird vorgestellt, die einen IBM V20-Emulator, einen 8088-Prozessor mit Platz für einen mathematischen Coprozessor sowie 512 kB RAM enthält, sie wird allerdings nicht erscheinen.

Atari Games Corporation: Das Spiel Super Sprint kommt auf den Markt.

Atari Holdings, Inc.: Die britische Tochter Atari International (U.K.) Inc. wird in Atari Games International (UK) Inc. umbenannt.

Mai
Atari Corporation: Die Spielkonsole 7800 wird in einer überarbeiteten Version in Kanada in den Handel gebracht. Hauptänderung zum 1984er-Modell ist, dass der Erweiterungsanschluss auf der linken Seite künftig entfällt.

Atari Games Corporation: Die Zwei-Spieler-Variante von Gauntlet wird veröffentlicht.

Juni
Atari Games Corporation: Die Namco-Tochter Atari Limited, Miteigentümer der Atari Games U.K., wird in Salitron Limited umbenannt.

Atari Holdings, Inc.: Im Rechtsstreit zwischen den ehemaligen Atari-Angestellten und – als Rechtsnachfolger – der Atari Holdings wird vor dem California Superior Court im Santa Clara County eine Einigung erzielt. Jeder der 537 klagenden Angestellten, die durch Kassar am 22. Februar 1983 entlassen wurden, erhält eine Abfindung von 1100 Dollar, was etwa dem Vierfachen eines Wochenlohns entspricht.

Juli
Atari Corporation: In Westeuropa wird der Vertrieb des 260ST eingestellt, stattdessen wird hier nun der neue 520STM verkauft.

Atari Games Corporation: Das Spiel Road Runner erscheint, es ist als System 1-Upright und als System 1-Umrüstset erhältlich.

August
Atari Corporation: Die 7800 ist nun auch in den USA wieder erhältlich.

Atari Games Corporation: Das Spiel Gauntlet II kommt als Upright-Gerät sowie als Umrüstsätze für beide Gauntlet-Varianten auf den Markt.

Atari Holdings, Inc.: Die irische Atari Holdings Limited wird in AIL Holdings Limited umbenannt, die Atari Ireland Limited in AIL Ireland Limited.

September
Atari Corporation: In London werden mit 2080STF und 4160STF die ersten Modelle vorgestellt, die über mehr als einen Megabyte Arbeitsspeicher verfügen. Gleichzeitig wird in den USA mit dem Heavy Duty ST eine neue professionelle Serie von ST-Modellen angekündigt.

Atari Games Corporation: Das Arcadespiel Championship Sprint kommt als System 2-Upright und als System 2-Umrüstsatz auf den Markt.

Oktober
Atari Games Corporation: Mike Taylor von Ryan-McFarland wechselt als Vice President Sales zu Atari Games. Shane Breaks, Senior Vice President Sales, wird Verkaufsleiter in Europa für Atari Games und Namco, zusammen mit Marketingleiter David Smith.

November
Atari Corporation: Atari ist im Bereich 16-Bit-Computer in Westdeutschland Marktführer, im Vereinigten Königreich an zweiter Stelle. David Harris steigt bei Atari aus und gründet in Hong Kong den Taschenrechnerproduzenten Hartech Ltd., der ab 1987 auch die Atari-Taschenrechner vertreibt. Die Atari Corporation geht am 7. November an die Börse, sie wird im American Stock Exchange unter dem Kürzel ATC gehandelt. Zu Beginn werden 4,5 Millionen Aktien zum Stückpreis von 11,25 Dollar ausgegeben. Tramiel und seine Partner halten 52% der Aktien, Warner Communications weitere 22%.

Atari Games Corporation: Das Spiel 720° wird vorgestellt.

Dezember
Atari Corporation: Der 520STFM ergänzt die Modellpalette.

Atari Games Corporation: 720° kommt in die Spielhallen, es wird als Upright im System 2-Standard ausgeliefert.

Atari Holdings, Inc.: Die Atari International wird aufgelöst.

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1987

Januar
Atari PC Atari Corporation: Auf der Winter CES werden neue Computer vorgestellt: Der PC, der in zwei Versionen auf den Markt kommen soll, der Mega ST als professionell angehauchtes Spitzenmodell der ST-Serie, und das XE Game System, das im Prinzip nichts anderes ist als ein 65XE in einem Spielkonsolengehäuse ohne fest eingebaute Tastatur. Zeitgleich werden die Preise für die ST-Serie um etwa zehn Prozent gesenkt. Vice President Engineering Thomas Brightman verlässt Atari und gründet ein Jahr später den Chiphersteller APT, der sich später in Cyrix umbenennt und sich in den 1990ern mit Alternativen zum Intel Pentium-Prozessor einen Namen macht. Ersetzt wird Brightman durch Roy Good von Fortune Systems, dieser soll die Entwicklung des schon im November 1984 angekündigten 32-Bit-Computers vorantreiben. Atari gründet neue Auslandsniederlassungen in Spanien und Schweden.

Atari Games Corporation: Namco-Gründer Masaya Nakamura verkauft wegen der erwarteten, aber ausbleibenden Synergieeffekte aus seiner Mehrheitsbeteiligung an Atari Games ein Drittel seiner Anteile zurück an Warner Communications sowie an ein Konsortium aus Atari Games-Mitarbeitern unter der Leitung von Atari Games-Präsident Hideyuki Nakajima, der aus dem Namco-Vorstand ausscheidet. Die Anteilsverteilung liegt jetzt bei 20% Atari Games/Nakajima, 40% Namco und 40% Warner Communications.

Februar
Atari Games Corporation: Ed Rotberg wechselt als Softwareentwickler von Bally Sente zu Atari Games, er war bereits 1979 bis 1981 bei Atari, Inc. beschäftigt. Das Namco-Spiel Rolling Thunder wird von Atari Games auf den Markt gebracht.

März
Atari Corporation: Die Vorräte an 800XL-Computern sind mittlerweile fast aufgebraucht, er wird durch den 800XE ersetzt, der technisch identisch zum 65XE ist, jedoch aus Marketinggründen als 800XE verkauft wird.

Atari Games Corporation: RoadBlasters kommt als System 1-Upright, System 1-Umrüstsatz und als Sitdown-Version auf den Markt.

Mai
Atari Corporation: Der Atari Business PC wird in London vorgestellt, er wird später im Jahr als PC2 auf den Markt kommen. Greg Pratt und Michael Rosenberg werden neu im Vorstand aufgenommen, Michael Katz scheidet aus dem Vorstand aus, bleibt aber als Präsident der Electronics Entertainment Division und als Executive Vice President Marketing bei Atari.

Atari Games Corporation: Das Sega-Spiel Dunk Shot wird von Atari Games vorgestellt. Die Firma Mindscape gibt bekannt, dass sie nun exklusiv Atari Games-Spiele als Computerspielversionen herausbringen würde, beginend mit Gauntlet auf Atari XL/XE und Commodore 64/128 sowie Paperboy auf Commodore 64/128. Weitere vertraglich gesicherte Titel sind die Spiele RoadBlasters, Gauntlet II, 720° sowie Road Runner.

Juni
Atari Corporation: Auf der Summer CES in Chicago dreht sich bei Atari unter dem Motto Come Fly With Us alles um das Thema Videospiele, es werden ganze vierzig neue Spiele für die drei Systeme 2600, 7800 und XE vorgestellt. Hartech USA stellt zudem die Atari-Taschenrechner-Serie vor.

Atari Games Corporation: Die Arcadespiele Dragon Spirit (unter Lizenz von Namco) und RoadBlasters kommen auf den Markt, das Spiel A.P.B. wird beim Distributor Meeting im Hilton Head Santa Clara vorgestellt.

Juli
Atari Corporation: Der Mega ST2 erscheint zuerst in Westdeutschland.

Atari Games Corporation: Die Spiele A.P.B. und Dragon Spirit (unter Namco-Lizenz) erscheinen auf dem Markt. Die Atari Operations, Inc. wird als Tochter der Atari Games von der Anwaltskanzlei Irell & Manella gegründet, Ziel der Firma ist es, die Barrel of Fun, Inc. aufzukaufen.

August
Atari Corporation: Der Mega ST4 kommt in Westdeutschland in den Handel.

September
Atari Corporation: Der PC1 und das XE Game System werden erstmals ausgeliefert, in Düsseldorf findet die allererste Atari-Messe mit 20.000 Besuchern statt. In London wird mit dem OPTOFILE erneut ein CD-ROM-Laufwerk angekündigt.

Atari Games Corporation: Atari Games bringt das Spiel R.B.I. Baseball als Nintendo VS Systemkit auf den Markt.

Oktober
Atari Corporation: Am 4. Oktober kauft Atari alle verfügbaren Anteile der 1970 gegründeten Elektromarkt-Kette The Federated Group für 64,1 Millionen Dollar in bar auf, der bisherige Vorstand der Gruppe um CEO Wilfred Schwartz tritt eine Woche nach dem Kauf geschlossen zurück. Ebenfalls gekauft wird die Styra Semiconductor Corporation aus Carrollton, deren Gründer Lynn Rees die Firma daraufhin verlässt. Nintendo of America versucht eine einstweilige Verfügung gegen Atari durchzudrücken, die Klage wird aber sowohl vom U.S. District Court in New York als auch vom U.S. District Court in San Jose abgewiesen. Nintendo beklagt sich darüber, dass Atari in seiner Werbekampagne von „hunderten Spielen“ für die XE-Serie spricht, während das NES nur 80 Titel vorzuweisen habe – etliche der Atari-Titel seien aber schon seit Jahren aus der Produktion und nur noch schwer zu finden.

November
Atari Corporation: Im November wird in Las Vegas erstmals der PC4 vorgestellt sowie die beiden Modelle PC3 und PC5 angekündigt. An der Julius-Koengen-Straße in Braunschweig gründet die westdeutsche Atari-Tochter eine Forschungseinrichtung unter der Leitung von Helmut Joswig, der in der Vergangenheit schon für Commodore, Siemens, Nixdorf und Olympia arbeitete. Die Einrichtung soll im April 1988 ihre Arbeit aufnehmen.

Atari Games Corporation: Die Spiele Pac-Mania und Xybots kommen in die Spielhallen.

Dezember
Atari Corporation: Richter Robert Aguilar weist Nintendos Klage am 15. Dezember ab mit dem Hinweis, dass Ataris Werbung nicht gegen den Lanham Act verstoße. Dies wird der Auftakt zu vielen weiteren Streitigkeiten zwischen beiden Firmen in den kommenden Jahren. Atari gelingt in Zusammenarbeit mit Bundesagenten ein Schlag gegen einen Importeur von Raubkopien in Südkalifornien. Allein in Westdeutschland setzt Atari in diesem Jahr etwa 120.000 ST-Computer ab.

Atari Games Corporation: Tengen, Inc.Da Atari Games vertraglich keine Videospiele unter dem Atari-Logo fertigen darf, wird am 21. Dezember die Tochtergesellschaft Tengen, Inc. gegründet. Der Begriff Tengen (jap. 天元) stammt ebenso wie Atari aus dem japanischen Brettspiel Go und bedeutet etwa Mitte des Himmels bzw. in diesem Fall Mitte des Spielfelds. Unter dieser Marke werden in den kommenden Jahren Videospiele vor allem für Sega-Konsolen, aber auch für Atari Lynx, NES, Atari ST und Amiga hergestellt. Geleitet wird Tengen von Dennis Wood, COO wird Randall Broweleit, vormals bei Strategic Simulations. Tengen hat seinen Sitz am 1901 McCarthy Boulevard in Milpitas.



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1988

Januar
Atari Games Corporation: Kevin Hayes wird Executive Vice President bei Atari Operations. Die NES-Spiele Gauntlet und R.B.I. Baseball werden unter der Marke Tengen vorgestellt. Am 18. Januar erhält Tengen von Nintendo eine Lizenz, um künftig Spiele für das Nintendo Entertainment System herzustellen, Voraussetzung ist jedoch, dass alle Spiele bei Nintendo zur Prüfung eingereicht und von ihnen dann auch genehmigt werden müssen. Zehn Tage später legt eine Anwaltskanzlei aus Virginia im Auftrag von Atari Games eine Eidesstattliche Versicherung beim U.S. Copyright Office ab, um an den Quellcode des 10NES-Chips zu gelangen. Als Vorwand wird ein fiktiver Prozess vor dem U.S. District Court in the Northern District of California benutzt, den es aber nie gegeben hat.

Atari Holdings, Inc.: Die Patente Des. 255.565 und Des. 303.127 werden an die Atari Corporation verkauft.

Februar
Atari Games Corporation: Steve Calfee, bereits von 1976 bis 1984 bei Atari beschäftigt, wird Vice President Product Development bei Tengen. Das Spiel Blasteroids kommt auf den Markt.

März
Atari Corporation: Atari CDAR504 / Bild: Matthias Wittland Auf der Third International Conference of CD-ROM in der Microsoft-Zentrale in Seattle stellt Atari das Laufwerk CDAR504 vor. Auf der CeBIT in Hannover wird erstmals der auf dem Inmos Transputer basierende ABAQ vorgestellt, außerdem der Computer PC5 und das Wechselplattenlaufwerk SR444. Im Hinterzimmer der CeBIT wird derweil der schon lange erwartete 32-Bit-Computer als TT030 und TT/X angekündigt, eine Portierung von UNIX kann bereits vorgestellt werden.

Atari Games Corporation: Ein Teil der Lagerhalle am 675 Sycamore Drive wird zur Produktionshalle ausgebaut. Ein Rechtsstreit gegen Nintendo resultiert aus der Verwirrung um die Lizenz für das Videospiel Tetris. Die Rechte des Spiels lagen zu der Zeit beim sowjetischen Staatskonzern Elecronorgtechnica (kurz ELORG). Dem amerikanischen Geschäftsmann Robert Stein gelang es, Lizenzen für dieses Spiel zu erwerben und er vergab sie an die Spieleschmieden Mirrorsoft und Spectrum Holobyte. Diese wiederum vergaben ihrerseits Lizenzen – Spectrum Holobyte an den Nintendo nahestehenden Spieleentwickler Henk Rogers, Mirrorsoft an Atari Games bzw. deren Tochter Tengen. Was allen (außer eventuell Stein) nicht bewusst war, war die Tatsache, dass ELORG ihre Lizenz nur vergab, um Computeradaptionen von Tetris auf den westlichen Markt zu bringen, jedoch nicht für Konsolenumsetzungen oder Spielen für den japanischen Markt. Dennoch gelang es schließlich Nintendo, am 22. März eine Tetris-Lizenz für ihren im kommenden Jahr erscheinenden Handheld Game Boy zu erwerben. Etwa zur gleichen Zeit begann Ed Logg bei Tengen damit, eine NES-Version zu entwickeln. Diese wird später als die qualitativ bessere Version angesehen.

April
Atari Corporation: Die Forschungseinrichtung in Braunschweig nimmt ihre Arbeit auf. Am 19. April wird innerhalb der Atari US die Atari Computer Corporation unter Leitung von Charles Babbit und Anthony Gould gegründet. Die bisher mit SD-Laufwerken ausgestatteten Computermodelle 520STF und 520STFM werden ab sofort mit DD-Diskettenlaufwerken ausgeliefert. In London wird am 22. April die Entwicklung einer Laptop-Version des 1040STF verkündet.

Atari Games Corporation: Die Spiele Galaga '88 (Namco-Lizenz, als Upright-Version oder als JAMMA-Umrüstsatz) und Vindicators kommen auf den Markt. Mike Taylor, bisher Vice President Sales, wird Verkaufsleiter bei Tengen, Satish Bhutani, bisher Vice President Atari Operations an der Westküste, beerbt Taylors Posten bei Atari Games, David Bishop ersetzt Bhutani.

Mai
Atari Corporation: Der Marktstart des 1040STFM wird für September angekündigt und der PC4 kommt in den Handel. Erste Prototypen des ABAQ werden an Entwickler ausgeliefert. Atari ist nun erstmals in der Fortune 500-Liste auf Platz 484 vertreten. Einen Wechsel gibt es beim Vorstand: COO und Präsident Sam Tramiel nimmt nun noch zusätzlich den Titel des CEO an und löst seinen Vater in dieser Position ab, der aber nach wie vor im Vorstand tätig bleibt. Axlon-Chef Nolan Bushnell schließt mit Atari einen Vertrag über die Entwicklung einer nicht näher benannten Anzahl an Videospielen für die Systeme 2600 und 7800 ab.

Atari Games Corporation Zur Zeit beschäftigt Atari Games 195 Mitarbeiter. Die Firma kauft am 10. Mai 15,6 Morgen (etwa 63.130 Quadratmeter) Land im Norden von San Jose zum Bau einer neuen Zentrale. Im Vereinigten Königreich wird am selben Tag die Legibus Limited gegründet. Von der Firma Mirrorsoft erwirbt Atari Games eine vermeintliche Exklusivlizenz am sowjetischen Spiel Tetris. Die Spiele Pot Shot und Final Lap (Namco, als Sitdown) kommen auf den Markt. John Ray, bei Atari von 1977 bis 1984 und danach bei Finial Technology, wird neuer Entwicklungsleiter bei Atari Games.

Atari Holdings, Inc.: Die Atari Corporation erwirbt das Patent 4.349.708 von Atari Holdings.

Juni
Atari Corporation: Das Laufwerk CDAR504 wird erstmals in kleinen Stückzahlen ausgeliefert und 45 neue Spiele für die Systeme 2600 und 7800 angekündigt.

Atari Games Corporation: Auf der Summer CES werden die Tengen-Spiele R.B.I. Baseball und Pac-Man für das NES vorgestellt, Tetris wird zudem angekündigt. Atari Operations gründet die Tochter Atari Expo Family Amusement Centers. Das Arcadespiel Toobin' kommt auf den Markt, ebenso das NES-Spiel R.B.I. Baseball.

Juli
Atari Games Corporation: Tengen bringt das NES-Spiel Gauntlet auf den Markt.

August
Atari Corporation: Der Vertrieb des 520STM wird in Westdeutschland eingestellt, stattdessen kommt dort nun der 520STFM in den Handel.

Atari Games Corporation: Atari bringt unter Lizenz von Namco das Spiel Assault heraus.

September
Atari Corporation: Im September erscheinen die Computer PC4 und PC5 in Europa und in New York gelingt ein weiterer Schlag gegen Raubkopierer in acht Firmen. Auf der Personal Computer Show in London wird erstmals der tragbare Pocket PC vorgestellt.

Atari Games Corporation: Andrew Burges wechselt von DocuPro/ViewTech als Ingenieur zu Atari Games. Das Spiel Cyberball kommt in der Version mit zwei Bildschirmen und für vier Spieler auf den Markt. Die britische Legibus Limited wird in Atari Overseas Services Limited umbenannt.

Oktober
Atari Corporation: Am 4. Oktober gründen Jimmy Hotz und Musiker Mick Fleetwood die Firma Hotz Instruments, deren Geräte unter der Federführung Ataris auf kommenden Musikmessen vorgestellt werden.

Atari Games Corporation: Tengen Japan wird am 21. Oktober durch Kazuo Matsunaga, vormals in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Namco, gegründet, sie hat ihren Sitz in Chiyoda-ku in Tokyo. Bhutani verlässt am 25. Oktober Atari Games, Shane Breaks, Vice President International Sales, vertritt Bhutani interimsweise.

Atari Holdings, Inc.: Die Atari Holdings übernimmt die 14,2 Millionen Aktien der Atari Corporation, die bisher von diversen Warner-Tochterfirmen (darunter AIL Holdings, AIL Ireland, Atari International (Hong Kong), WEA Musik GmbH Neue Medien und Elektronikvertrieb) gehalten werden, am 17. Oktober und übergibt sie tags darauf an Warner Communications, die sie im Dezember wiederum an die Tochtergesellschaft Warner Communications Investors weiterreicht.

November
Atari Corporation: Ausgewählten Personen wird auf der COMDEX in Las Vegas ein erster Prototyp des neuen Laptops Stacy vorgeführt.

Dezember
Atari Games Corporation: Tengen veröffentlicht am 12. Dezember die ersten nicht von Nintendo genehmigten Spiele Pac-Man, Gauntlet und R.B.I. Baseball für das Nintendo Entertainment System mit dem per Reverse Engineering kopierten Lock-Out-Chip namens Rabbit. Am gleichen Tag reicht Tengen Klage gegen Nintendo of America und deren Muttergesellschaft Nintendo Co. Ltd. ein unter der Anschuldigung, Nintendo hätte den amerikanischen NES-Modulmarkt monopolisiert. Nintendo ist damals für seine sehr restriktiven Lizenzbedingungen bekannt – so darf ein Dritthersteller maximal fünf Titel pro Jahr für das NES herausbringen, dabei für zwei Jahre ausschließlich für dieses System, und es wurde von Nintendo nach erfolgreicher Prüfung ein Kontrollchip, der 10NES oder Lock-Out-Chip, eingebaut, ohne diesen das NES das Modul nicht anerkennt. Nintendo hat hierbei vor allem aus den Ursachen gelernt, die zum Video Game Crash 1983 in Nordamerika geführt hatten, als zahlreiche, teils auch dubiose Drittanbieter eine immer schneller wachsende Anzahl an qualitativ immer fragwürdigeren Spielen für die Atari 2600-Konsole zu immer billigeren Preisen auf den Markt warfen. Damals machten viele dieser Hersteller noch im Jahr ihrer Gründung wieder zu, Mitbewerber wie Coleco oder Mattel mussten ihr Videospielgeschäft aufgeben und auch Atari geriet so stark ins Straucheln, dass am Ende nur der Verkauf der Consumersparte übrigblieb. 1988 hatte Nintendo einen Marktanteil von 80 Prozent in Nordamerika. Tengen bzw. Am 27. Dezember wird die Firma Barrel of Fun, Inc. aufgelöst.

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1989

Januar
Atari Corporation: Atari Megafile 30 Am 4. Januar lösen Atari und Hartech ihre Lizenzvereinbarung und Hartech-Chef David Harris kehrt zu Atari als Chef der Consumer Products Division in Phoenix zurück, unter der die Taschenrechner-Serie nun hergestellt wird. Am 20. Januar werden erstmals die Hotz Box und der Hotz MIDI Translator auf der Winter-NAMM in Anaheim gezeigt. Die Modelle Mega ST2 und Mega ST4 erhalten ein leichtes Facelift. Auf den Markt kommen die beiden Festplatten Megafile 30 und Megafile 60 sowie das Wechselplatten-Laufwerk Megafile 44, die SH205 wird künftig als Megafile 20 ausgeliefert.

Rolling Thunder (NES), Tengen Atari Games Corporation: Nintendo reicht am 5. Januar Gegenklage gegen Atari Games vor dem Federal District Court in San Francisco ein, auf Grund von Vertragsbruch, Verletzung der Urheberrechte und unlauterem Wettbewerb, außerdem wegen Verschwörung und Betrug. Die an Tengen ausgegebene Lizenz zur Produktion von NES-Spielmodulen wird zurückgezogen. Auf der Winter CES werden nichtsdestotrotz ab 7. Januar die NES-Spiele Super Spring, Rolling Thunder und Vindicators von Tengen vorgestellt. Auf der ATEI in London werden die Arcadespiele Tetris, Splatterhouse (unter Namco-Lizenz) und Hard Drivin' präsentiert.

Februar
Atari Corporation: Chefentwickler Shiraz Shivji verlässt Atari am 15. Februar und gründet den Computerhersteller Momenta Corporation, der allerdings schon 1992 Konkurs anmeldet.

Hard Drivin' Atari Games Corporation: Nintendo klagt am 2. Februar gegen Atari Games auf Grund von Patentrechtsverletzungen vor dem Bezirksgericht in San Francisco. Dabei wird die Vermarktung von nicht-lizenzierten Modulen für das NES angezeigt, insbesondere das widerrechtliche Kopieren des 10NES-Chips (US-Patentnr. 4,799,635) wird beklagt. Dieser Strafantrag wird dem vom 5. Januar angefügt. Atari Games und Tengen erweitern am 15. Februar ihre Strafanträge gegen Nintendo vor dem selben Gericht, auch hier geht es um Patentrechtsverletzungen, Markenbeleidigung und unerlaubte Einflussnahme. Atari Games will eine einstweilige Verfügung erlangen, die es Nintendo verbietet, sich in die Atari Games- und Tengen-Geschäfte einzumischen sowie eine weitere, die es Nintendo zeitweilig verbieten solle, ihre Produkte zu vermarkten. Insbesondere die Verletzung des Patents 114 (US Patent 4.445.114: Apparatus for Scrolling a Video Display, David Stubben, 24. April 1984) wird hierbei beklagt, da dieses Patent eine entscheidende Rolle in der Funktionsweise des NES spielen soll. Außerdem wird beklagt, dass Nintendo seine Kunden belügen wirde, in dem die Firma behauptet, dass mit der laut Nintendo gesetzeswidrigen Nutzung von Tengen-Modulen alle Garantieansprüche erlöschen würden. Auf der American Coin Machine Exposition (ACME) in Reno werden die Arcadespiele Tetris (JAMMA-System), Hard Drivin' (Deluxe Cockpit Version), Splatterhouse (unter Lizenz von Namco; im JAMMA-System) und Vindicators Part II (Umrüstsatz fü Gauntlet-Geräte) veröffentlicht.

Atari Holdings, Inc.: Die Firma verkauft 184 Patente an die Atari Games Corporation.

März
Atari Corporation: Atari Stacy Am 9. ;März beschließt Atari die komplette Auflösung der verlustreichen Federated Group-Märkte, bis Ende 1990 sollen alle Märkte entweder geschlossen oder verkauft werden. Auf der CeBIT in Hannover werden neben dem Mega 1 samt neuen Peripheriegeräten wie dem Großbildschirm SM194, dem Wechselplattenlaufwerk Megafile 44 und dem Nadeldrucker SMM824 das Laptop Stacy und der Kleincomputer PC Folio vorgestellt, im Hinterzimmer wird einem ausgewählten Personenkreis auch ein Prototyp des neuen 32-Bit-Computers TT – hier noch mit modifiziertem TOS 1.04 – gezeigt.

Atari Games Corporation: Bezirksrichterin Fern Smith bewilligt am 3. März die Unterlassungserklärungs-Anträge von Atari Games und Nintendo. Nintendo darf nun nicht mehr seine Händler wegen des Verkaufs von Tengen-Modulen anzeigen, Atari Games darf die Mitbewerber nicht wegen der Patentrechtsverletzung des Patents 4.445.114 anzeigen. Beide Unterlassungserklärungen sollen so lange gültig bleiben, bis alle laufenden Prozesse zwischen beiden beteiligten Firmen beendet sind. Tengen verpflichtet Keye/Donna/Pearlstein aus Los Angeles als neue Werbeagentur, das Honorar soll jährlich zehn Millionen Dollar betragen.

Atari Holdings, Inc.: Der Atari Holdings-Mutterkonzern Warner Communications und die Time, Inc. geben am 4. März ihre geplante Fusion bekannt.

April
Atari Corporation: Bereits am 4. April werden fünfzehn Federated-Märkte in Kalifornien, Texas und Arizona geschlossen, ebenso die Regionalverwaltung und das Regionallager in Texas. Auf der COMDEX in Las Vegas werden erstmals mehrere Varianten des Laptops Stacy sowie eine komplette Zubehörpalette zum nun Portfolio genannten Taschencomputer gezeigt. Aus dem Hause Atari erscheinen die letzten fünf Spielmodule für die XE-Serie (Crossbow, Karateka, Summer Games, Airball und Thunderfox).

Atari Games Corporation: Das Personalkarussell bei Atari Games und Tengen dreht sich wieder: Randall Broweleit (COO Tengen) wird Senior Vice President Sales and Marketing bei Tengen. Dan van Elderen wird COO und Executive Vice President Administration, Finance and Engineering bei Tengen. Lyle Raine wird Chief Corporate Engineer in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Atari Games. Richard Moore wird Vice President Engineering bei Atari Games und löst damit van Elderen und Rains ab. Robert Sheffield wird neuer Vice President Finance und CFO der Atari Games, er ersetzt John Klein, der die Firma verlässt. Elaine Shirles wird Leiterin des Kundenservice bei Atari Games. Nintendo of America gibt am 6. April bekannt, dass sie vom sowjetischen Staatskonzern Electronorgtechnica die Exklusivlizenz für die Videospielumsetzung von Tetris erhalten hat. Tengen reicht daraufhin eine weitere Klage wegen Urheberrechtsverletzungen gegen Nintendo ein, laut Tengen habe die Firma bereits im Jahr zuvor eine Exklusivlizenz erhalten. Die Atari Expo-Niederlassungen 22 (Eastridge Mall) und 23 (Westgate Mall) werden in San Jose eröffnet.

Mai
Atari Corporation: Der Mega 1 kommt in Westeuropa erstmals in den Handel.

Tetris (NES-Version, Tengen) Atari Games Corporation: Im laufenden Verfahren C88-4805 FMS Atari Games / Tengen gegen Nintendo schaltet sich nun auch die Schwesterfirma Atari Corporation ein. Auch hier geht es um das Patent 4.445.114. Im Russian Tea Room in New York wird am 17. Mai ausschweifend die Veröffentlichung der Tengen-Version von Tetris für das NES gefeiert. Nintendo reicht gegen die Veröffentlichung Klage ein. Eine einstweilige Verfügung, wonach Tengen ihre Version nicht mehr vertreiben dürfe, wird von Richterin Smith nicht zugelassen, ebensowenig einen Antrag Tengens, den Prozess nicht zuzulassen. Smith weist zudem Klagen von Atari Games und Tengen wegen Markenrechtsverletzung ab.

Juni
Atari Corporation: Atari Lynx Endlich kommt die bereits vor fünf Jahren in den USA erstmals und dann drei Jahren erneut veröffentlichte Spielkonsole 7800 in Westdeutschland und dem Vereinigten Königreich auf den Markt und auf der Summer CES wird neben der Lightgun G-1, einer überarbeiteten Taschenrechner-Palette und etlichen neuen Spielen für 2600 und 7800 das Atari Portable Color Entertainment System vorgestellt.

Atari Games Corporation: Tengen stellt die Spiele Vindicators, A.P.B. und Xybots für verschiedene Videospiel-Plattformen vor. Die Arcadespiele Hard Drivin' (Compact Upright Version) und Escape From the Planet of the Robot Monsters (Upright und JAMMA-Umrüstsatz) werden veröffentlicht. Tengen zieht vom 1901 McCarthy Boulevard an den 1623 Buckeye Drive in Milpitas um. Tengen muss seine Tetris-Version vom Markt nehmen, so Richterin Smith. Händler in den USA werden aufgefordert, die Version aus den Regalen zu nehmen. Begründung: Anders als Tengen hat Nintendo direkt mit dem Tetris-Entwickler ELORG verhandelt, das Recht greift höher als das von Tengen, die ihre Lizenz durch die britische Firma Mirrorsoft erhielt, die zudem nur für Computerumsetzungen und nicht für Konsolenportierungen gedacht war. Das Electrical Design Department der Atari Games unter der Leitung von Pat McCarthy wird gegründet. Atari Expo Nummer 25 eröffnet in der Cloverleaf Mall in Hattiesburg, Mississippi.

Atari Holdings, Inc.: Die Time Inc. hält nun 59,3% der Anteile am Atari Holdings-Mutterkonzern Warner Communications und benennt sich in Time Warner, Inc. um.

Juli
Atari Corporation: Die Ingenieure John Mathieson und Martin Brennon (vormals Flare Technology) gründen die Firma Flare II, an der Atari eine Mehrheitsbeteiligung von 80% hält. Ziel von Flare II ist es, eine Next-Generation-Spielkonsole für Atari zu entwickeln.

August
Atari Corporation: Das APCES erhält den Namen Lynx und auf der Atarimesse in Düsseldorf wird nun erstmals der 1040STE als Nachfolger des 1040STF vorgestellt. Ende August brennt das Gebäude, in dem die Atari France-Zentrale untergebracht ist, vollständig aus und die Firma zieht kurzfristig ins nahe gelegene Gennevilliers um.

Atari Games Corporation: Das Spiel Tournamt Cyberball 2072 wird in der Version mit zwei Bildschirmen veröffentlicht.

September
Atari Corporation: Am 13. September wird der Portfolio in den USA erstmals ausgeliefert. Ende September wird auf der 12th Personal Computer Show in London mit den Modellen ABC286 und ABC286/30 eine neue Generation von IBM-Kompatiblen Computern gezeigt. Die Stacy kommt im Vereinigten Königreich zuerst in den Handel und der TT030 wird erstmals öffentlich vorgestellt.

Atari Games Corporation: Tournament Cyberball 2072 ist nun auch mit einem Bildschirm verfügbar, außerdem erscheint das Arcadespiel S.T.U.N. Runner.

Oktober
Atari Corporation: Am 8. Oktober wird die israelische Landesgesellschaft Atari Computers Limited gegründet. Später im Monat wird in Frankreich mit dem 520STE der kleine Bruder des 1040STE auf den Markt gebracht.

Atari Games Corporation: Eröffnung der Atari Expo-Niederlassungen 26 in der Aiken Mall in Aiken, South Carolina, und 28 im Manchester Centre, in Fresno, Kalifornien. Tournament Cyberball 2072 wird nun auch als Umrüstsatz für Cyberball-Geräte mit zwei Bildschirmen ausgeliefert.

Atari Holdings, Inc.: Atari Holdings verkauft die 12.551 Showbiz-Aktien nach dem 1-for-10-Split, behält aber weiterhin die 16.001 Vorzugsaktien.

November
Atari Corporation: Atari stellt am 2. November dem San Jose California Police Department einen Mega 4 zur Verfügung, der speziell zum Auffinden vermisster Kinder genutzt werden soll. Auffrischung der Produktpalette: Die Computer 1040STE, ABC286 und ABC286/30 kommen in den USA in den Handel, ebenso erscheint am 21. November Lynx, die weltweit erste Handheld-Spielkonsole mit Farbbildschirm, bis Jahresende werden 70.000 Stück verkauft.

Atari Games Corporation: Das JAMMA-Umrüstkit von Tournament Cyberball 2072 sowie das Arcadespiel Skull & Crossbones (Upright und JAMMA-Umrüstsatz) werden ausgeliefert. Im Prozess Atari Games gegen Nintendo geht es in die nächste Runde: Der Tetris-Prozess wird am 13. November von Richterin Smith zu Gunsten von Nintendo entschieden. Tengens durch Mirrorsoft erworbene Lizenz ist nach Ansicht des Gerichts ungültig, die Tengen-Version muss demnach zerstört werden. Atari Games sagte zu, dass sie dem Urteil folgen würden – tat es aber schlussendlich doch nicht. Am 29. November erlaubt Smith Nintendo, weitere Urheberrechts- und Patentrechtsverletzungen von Atari Games und Tengen ihrem Antrag anzufügen. Nintendo beklagt, dass sich Atari Games unrechtmäßig Zugang zum Quellcode des 10NES-Chips verschafft habe. Nintendo versucht nun, Atari Games und alle mit ihr zusammen arbeitenden Firmen daran zu hindern, jemals wieder NES-Spiele mit dem kopierten 10NES-Chip zu produzieren.

Atari Holdings, Inc.: Warner Communications, Time Warner und TW Sub schließen ein Fusionsabkommen.

Dezember
Atari Corporation: Zum Jahresende werden die Laptops Stacy2 und Stacy4 im Vereinigten Königreich auf den Markt gebracht und weitere sechzehn Federated-Märkte in Houston und Dallas geschlossen. Während des Jahres gab es auch Verhandlungen zwischen Sega Enterprises und Atari, dabei ging es um eine mögliche Vermarktung der Konsole Genesis (in Europa Sega Mega Drive) durch Atari in Nordamerika. Atari-Boss Tramiel war der von Sega angepeilte Preis des Genesis aber zu hoch, er und Sega-Chef Dave Rosen konnten sich daher letztendlich nicht einigen und so übernahm Sega den Vertrieb schließlich selbst.

Atari Games Corporation: Jerald Shaevitz wird in den Vorstand von Atari Games aufgenommen. Das Namco-Spiel Four Trax wird in der sogenannten Moving Version auf den Markt gebracht. Am 7. Dezember stellt Atari Games zudem noch Strafantrag gegen Nintendo und Pepsi auf Grund eines Werbespots, in dem ein farbig dargestellter Mario auf dem Game Boy-Bildschirm eine Pepsi trinkt, obwohl der Game Boy keinen Farbbildschirm besitzt. Atari Games und Pepsi einigen sich einen Tag später außergerichtlich, Pepsi übernimmt die Verantwortung für die Anzeige.

Atari Holdings, Inc.: Warner Entertainment (die ehemalige Kee Games) wird aufgelöst.

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1990

Januar
Atari Games Corporation: Auf der Winter CES geben Atari Games und die Schwesterfirma Atari Corporation am 6. Januar bekannt, dass Atari Games 35 ihrer Arcadespiele auf den Atari-Handheld Lynx portieren lässt. Zwei Tage später werden auf der ATEI in London die Arcadespiele Badlands und KLAX vorgestellt. Badlands erscheint noch im selben Monat, außerdem wird ein Tournament Cyberball 2072-Umrüstsatz für Arcadespiele im Nintendo VS-DualSystem mit zwei Bildschirmen angeboten.

Atari Holdings, Inc.: TW Sub geht in der Warner Communications Inc. auf, die wiederum in der Time Warner Inc. aufgeht.

Februar
Atari Games Corporation: KLAX wird als Upright, Cabaret und JAMMA-Umbausatz veröffentlicht. Programmierer und Designer Dave Theurer (Missile Command, Tempest, I Robot) verlässt die Firma, um an der Bildbearbeitungssoftware DeBabelizer der Firma Equilibrium Technologies zu arbeiten.

März
Atari Corporation: Die Firma Tramel Trading wird am 14. März in Liquid Crystal Systems Technology Corporation umbenannt. Auf der CeBIT werden schon erste Modelle der neuen ABC386-Serie gezeigt, ebenso die Netzwerklösung AtariNet, der TT030/2 und der TT/X. Ab Ende März ist Lynx europaweit erhältlich.

Atari Games Corporation: Das Berufungsgericht für den Bundeskreis in Washington D.C. hebt die am 3. März 1989 erlassenen Unterlassungserklärungen von Nintendo und Atari Games auf. Die Anzahl der Atari Expo-Niederlassungen ist mittlerweile auf 36 angewachsen.

April
Atari Corporation: Bei einer Razzia im ATMC-Büro in Taipeh sowie bei zwei Angestellten der Firma (Kuo Mao Hsing, Leiter des Computercenters, und Chen Jian Chung, Mitarbeiter der Qualitätskontrolle) werden etliche unautorisierte Kopien der Datenbanksoftware dBase III Plus sowie der Tabellenkalkulation Lotus 1-2-3 sichergestellt.

Atari Games Corporation: Die nichtbewegliche Version von Four Trax kommt unter Namco-Lizenz auf den Markt. Theodore Hoff wird neuer Senior Vice President Sales and Marketing bei Tengen, Dan van Elderen bleibt COO.

Mai
Atari Corporation: Erst jetzt ist die Spielkonsole Lynx auch in den gesamten USA erhältlich. Sam Tramiel gibt den Posten des COO ab, bleibt aber nach wie vor CEO und Präsident der Firma.

Atari Games Corporation: Die Tochter Shographics, Inc. wird gegründet. Tengen gibt die Einnahmen des Finanzjahres 1989/90 mit 41 Millionen Dollar an.

Juni
Atari Games Corporation: Die Spiele Gumball Rally und Hydra werden veröffentlicht, letzteres als Mini-Upright und als JAMMA-Umbausatz. Auf der Summer CES werden mit Ms. Pac-Man und R.B.I. Baseball 2 zwei weitere Tengen-Titel für das NES vorgestellt, angekündigt werden für das System die Spiele Fantasy Zone (unter Lizenz von Sega Enterprises) und KLAX. Atari Games kündigt am 26. Juni den Rückkauf der 43,8% noch von Namco-America gehaltenen Anteile an. Atari Operations samt der Atari Expo-Niederlassungen soll dafür an Namco-America übergehen. Kevin Hayes, Richard Adams und David Bishop wechseln mit Atari Operations zu Namco-America. Dadurch ergibt sich, dass Time Warner nun mit 79% wieder die Mehrheitsbeteiligung an Atari Games hält, trotzdem operieren Atari Games und Atari Holdings getrennt voneinander. Hideyuki Nakajima bleibt Präsident der Firma.

Juli
Atari Corporation: Die Taktfrequenz des Motorola 68030-Prozessors im noch nicht erschienenen TT030 wird von 16 auf 32 MHz erhöht.

Atari Games Corporation: Das Arcadespiel ThunderJaws kommt als JAMMA-Umbausatz in den Handel und die Atari Operations Inc. wird in Namco Operations Inc. umbenannt.

August
Atari Corporation: Am 9. August kommt der Hotz MIDI Translator erstmals in den Handel. Die Styra Semiconductor wird in Atari Microsystems Corporation umbenannt und zieht von Carrollton nach Dallas um. Dem Beispiel der Medical Entertainment Systems folgend bietet die Firma Flight Video auf den US-amerikanischen Großflughäfen ab August Walkmans, Game Boys und Lynx-Geräte zur Miete an.

Atari Games Corporation: Tengen stellt auf der Video Software Dealers Association (VSDA) in Las Vegas am 5. August sein Rent & Sell-Programm vor. Die Commtron Corporation, landesweit der größte Videoverleiher, nimmt Tengens gesamte Spielbibliothek ins Sortiment ihrer 25000 Leihshops auf. Die Arcadespiele Pit-Fighter (als Drei-Spieler-Version) und Race Drivin' (als Deluxe Sitdown-Version) kommen auf den Markt, Tengen bringt das Spiel KLAX in den USA für TurboGrafx-16 und in Japan für die PC Engine in den Handel. Vorstandsmitglied Jerald Shaevitz verlässt die Firma.

September
Atari Games Corporation: Jim Morris, Senior Staff Engineer, wechselt zur Atari Games-Tochter Shographics. Das Spiel KLAX wird von Tengen für die Konsolen Sega Genesis/Mega Drive und Sega MasterSystem in den Handel gebracht.

Oktober
Atari Corporation: Die 1985 geschlossene ehemalige Atari-Fabrik in Limerick wird am 22. Oktober für 1,8 Millionen Dollar an den Computerhersteller Dell verkauft, dort werden bis 2009 die Dell-Computer für den europäischen Markt produziert.

Atari Games Corporation: Brad Fuller wird Leiter der Audio-Entwicklung. Namco Operations stellt am 5. Oktober das Konzept der Cyber Station vor, sie soll die bisherigen Niederlassungen von Barrel of Fun, 2001, Funtasia und Atari Expo ersetzen. DeR Umbausatz des Spiels Race Drivin' für die Hard Drivin' Deluxe Cockpit-Geräte wird veröffentlicht.

November
Atari Corporation: Ende November spendet Atari fünfzehn Lynx-Aufsteller mit je vier Lynx-Geräten und den Spielen Blue Lightning, Electrocop, Gauntlet – The Third Encounter und Todd's Adventures in Slime World im Wert von 50000 Dollar an die U.S. Defense Logistics Agency und die United Service Organizations, um die Truppen in der Operation Desert Shield im Zweiten Golfkrieg in Saudi-Arabien zu unterstützen.

Atari Games Corporation: Eine Cabaret-Version von Tetris sowie das Spiel Shuuz (als Komplettgerät und als JAMMA-Umbausatz) kommen auf den Markt. Tengen gibt bekannt dass mehr als 20 Tengen-Titel für das NES nun bei 40.000 Videoverleihern in den gesamten Vereinigten Staaten zu haben sind.

Dezember
Atari Corporation: Am 6. Dezember wird auf einer Pressekonferenz in München der Mega STE samt Laserdrucker SLM605 vorgestellt, der TT030/2 kommt in den USA für knapp dreitausend Dollar in den Handel. Trotz aller Erfolge in diesem Jahr wird deutlich, dass Atari mehr und mehr Boden an die IBM-kompatiblen sowie an den Commodore Amiga im Computersektor verliert und weitere Marktanteile im Videospielsektor an Nintendo und Sega einbüßt. Electronic Entertainment Division-Chef Michael Katz verläässt Atari und wechselt zu Sega Enterprises.

Atari Games Corporation: Die Spiele R.B.I. Baseball 2 und KLAX werden am 3. Dezember von der Parents' Choice Foundation ausgezeichnet. Race Drivin' kommt als Compact-Upright in die Spielhallen.

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1991

Januar
Atari Corporation: Atari Mega STE Der Mega STE wird erstmals ausgeliefert und eine überarbeitete Version des Handhelds Lynx wird auf der Winter CES gezeigt, außerdem werden mit dem Kit Case, dem Sun Visor und dem Car Adapter weitere Lynx-Zubehörteile vorgestellt. Derzeit sind sechzehn Spiele für das System erhältlich, die Anzahl soll bis Juni verdoppelt werden, kündigt Atari auf der Messe an. Daneben werden auch acht neue Spiele für die Konsole 7800 angekündigt und im Privaten die derzeit von Flare II entwickelte Spielkonsole Panther präsentiert.

Atari Games Corporation: Das Patent 4.445.114 wird an die Atari Corporation verkauft. Auf der ATE in London werden die Spiele Rampart und Mad Dog McCree vorgestellt. Letzteres wird von Atari Games mit Lizenz von American Laser Games produziert und ausschließlich in Europa vertrieben.

Februar
Atari Games Corporation: Jim Flack wechselt von ARGOSystems als Director of Simulation Products zu Atari Games. Das Spiel Rampart wird veröffentlicht.

März
Atari Corporation: Atari ST Pad Auf der CeBIT in Hannover werden mit dem Notebook ST Book und dem Tablet ST Pad zwei weitere mobile ST-Computer vorgestellt, des Weiteren das neue CD-ROM-Laufwerk CDAR505, außerdem wird mit der AtariFile 200 eine neue Festplatte für die ST- und TT-Computer angekündigt. Im selben Monat verlässt Garry Tramiel die Firma seines Vaters.

Atari Games Corporation: Das Zwei-Spieler-JAMMA-Umbauset von Pit-Fighter kommt auf den Markt. Am 27. März entscheiden die Richter, dass Tengen alle Marketing- und Vertriebsaktivitäten aller NES-kompatiblen Module einstellen und sie aus dem Handel zurückrufen muss. Als Begründung wird angegeben, dass die Mutterfirma Atari Games bei der Anforderungen der 10NES-Unterlagen im Jahr 1988 vor dem US-Patentamt gelogen habe.

April
Atari Corporation: Im April wird ein Deal zwischen Atari und dem israelischen Finanzministerium unter Jitzhak Modai bekannt, wonach Atari in Israel eine neue Fabrik bauen wolle, um die Produktionsstätten in Taiwan abzulösen. Ataris Investition soll hierbei 97,5 Millionen Dollar betragen, die israelische Regierung soll 52,5 Millionen Dollar beisteuern. Zwei Wochen später wird die Atari Finance (Japan)-Niederlassung in Hong Kong geschlossen.

Atari Games Corporation: Die Umbausätze mit den Spielen Batman (JAMMA-Kit), Rampart (Zwei-Spieler-JAMMA-Kit) und Race Drivin' (Hard Drivin' Compact Upright Kit) erscheinen. Richterin Smith gewährt Tengen eine Schonfrist zum Rückruf, um den möglichen finanziellen Schaden zu erläutern.

Mai
Atari Corporation: Das ST Pad erhält den Namen Stylus.

Atari Games Corporation: Die Panorama-Version von Race Drivin' kommt auf den Markt. Tengen droht am 21. Mai mit Schließung der Firma und der Entlassung aller 39 Mitarbeiter, sollte Smith im Sinne von Nintendo urteilen. Smith entscheidet daraufhin endgültig zu Gunsten von Nintendo.

Juni
Atari Corporation: Am 6. Juni wird bekannt, dass die ATMC-Produktionsstätte in Taipeh für 60 Millionen Dollar verkauft und die Tochter ATMC geschlossen werden soll. Die Produktion der von Atari produzierten Hardware sollen künftig Drittanbieter übernehmen.

Atari Games Corporation: Das Arcadespiel Road Riot 4WD wird veröffentlicht.

Juli
Atari Corporation: Ende Juli wird der Deal mit Israel auf Eis gelegt, die Produktion der Hardware wird nun an Drittanbieter abgegeben.

Atari Games Corporation: Die Game Design Group unter der Leitung von Mark Pierce wird gegründet.

August
Atari Corporation: Atari Lynx II Die zweite Generation des Lynx kommt in den USA und dem Vereinigten Königreich in den Handel.

Atari Games Corporation: Mike Taylor wird Vice President Sales und ersetzt Shane Breaks, der die Firma verlässt.

September
Atari Corporation: TT030 und Mega STE werden ab sofort mit HD- statt wie bisher mit DD-Diskettenlaufwerk ausgeliefert.

Atari Games Corporation: Tengen wird erlaubt, bis zum Abschluss aller laufenden Prozesse weiterhin NES-kompatible zu produzieren. Das Arcadespiel Steel Talons wird veröffentlicht.

Oktober
Atari Corporation: Atari ABC386 Am 21. Oktober wird die neue Generation der ABC-Computer auf der COMDEX vorgestellt, nachdem von der ersten Serie nur der ABC286/30 in den Handel gelangte. Mit den Desktopmodellen ABC386SX II und ABC386DX II sowie dem Notebook ABC N386SX will Atari abermals einen Start im Markt der IBM-Kompatiblen wagen. Erstmals soll hier die Benutzeroberfläche Windows 3.0 mit ausgeliefert werden.

Atari Games Corporation: Tengen bringt die Spiele Ms. Pac-Man, Pac-Mania und Pit-Fighter für Genesis/MegaDrive und MasterSystem, R.B.I. Baseball für NES, Genesis/MegaDrive und MasterSystem sowie erneut Pac-Man für das NES auf den Markt. Atari Games veröffentlicht das JAMMA-Kit von Off the Wall. Spieleentwickler John Salwitz verlässt die Firma.

Dezember
Atari Corporation: Ende des Jahres wird Atari Microsystems (vormals Styra Semiconductor) mit der US-Tochter Atari Computer Corporation verschmolzen. Zu Weihnachten wird die Produktion der Spielkonsolen 2600, 7800 und XE Game System eingestellt. Das gesamte Inventar soll an den Supermarktbetreiber Consolidated Stores / Odd Lots aus Ohio verkauft werden, der Support aber nach wie vor aufrechterhalten werden.

Sonstiges: Im Dezember 1991 erscheint mit der Technoversion von Klaus Doldingers Das Boot der bekannteste Song vom deutschen Musikprojekt U 96. Produziert wurde der Song vom Team Matiz/AC16, bestehend aus Alex Christensen, Hayo Panarinfo, Helmut Hoinkis und Ingo Hauss. Der gesprochene Part des Stücks wurde auf einem Atari ST mit einem Sprachprogramm erzeugt. Das Boot schafft es in acht Ländern in die Top Ten, in Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz gelangt er bis auf Platz 1 der Charts.

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1992

Januar
Atari Corporation: Gleich zu Beginn des Jahres wechselt das ehemalige Vorstandsmitglied Greg Pratt zum Soundkartenhersteller Creative Labs. Am 17. Januar wird die Music Division unter der Leitung von James Grunke gegründet, auf der NAMM wird unterdessen der letzte Atari-Monitor mit der Bezeichnung SM147 vorgestellt.

Atari Holdings, Inc.: Die Atari Holdings Inc. geht in Warner Communications auf. Somit verbleiben noch zwei Firmen mit dem Namen Atari.

März
Atari Corporation: Auf der CeBIT wird das Multitasking-Betriebssystem MultiTOS erstmals vorgestellt, im Privaten wird der neue Computer FX-1 erstmals angekündigt, der den in die Jahre gekommenen ST ersetzen soll.

Atari Games Corporation: Software Engineer Ed Rotberg wechselt zu Apple Computer.

April
Atari Corporation: In Zusammenarbeit mit dem Magazin Game Zone und der National Association of Specialist Computer Retailers führt Atari UK ab April in 60 Computerläden einen Lynx High-Score-Wettbewerb durch.

Atari Games Corporation: Das Spiel Relief Pitcher wird veröffentlicht. Tengen und DoMark vereinbaren, dass Tengen alle DoMark-Spiele in den USA für Sega Game Gear und Sega Genesis vertreiben soll, jedoch unter dem Label DoMark.

Mai
Atari Corporation: Das ST Book kommt in Deutschland in den Handel.

Atari Games Corporation: Das JAMMA-Kit von Relief Pitcher erscheint.

Juni
Atari Corporation: Der Vorstand wird bei den diesjährigen Wahlen im Juni auf fünf Personen verkleinert, diese sind: Jack Tramiel (Vorsitzender), Sam Tramiel (CEO und Präsident), Lee Schreiber, Michael Rosenberg und August Liguori. Die Produktion aller IBM-Kompatiblen Computer mit Ausnahme des erfolgreichen Taschencomputers Portfolio wird eingestellt. Teile der XE-Serie befinden sich nach wie vor in Produktion. Auch in den USA findet ein Lynx-Wettbewerb statt: Beim Taste of Chicago werden 125 Lynx-Geräte in einem Zelt zum Spielen bereitgestellt, an Spielen stehen Batman Returns, Hydra sowie die noch nicht erschienenen Titel Pinball Jam und NFL Football zur Auswahl.

Atari Games Corporation: Das Arcadespiel Guardians of the Hood kommt auf den Markt. In den USA bringt Tengen die DoMark-Spiele James Bond 007: The Duel (Sega Genesis), MiG-29 Fighter Pilot (Sega Genesis), Prince of Persia (Sega Game Gear) und Super Space Invaders (Sega Game Gear) in den Handel.

Juli
Atari Corporation: Die Entertainment Division zieht von Lobard in die Zentrale nach Sunnyvale um, die kanadische Tochter wird unterdessen geschlossen, der Vertrieb im Nachbarland von der Atari Computer Corporation übernommen.

Atari Games Corporation: Das JAMMA-Kit von Guardians of the Hood und die Ful-Motion-Deluxe-Version von Moto Frenzy kommen in die Spielhallen.

August
Atari Corporation: Am 14. August wird bereits die Produktion des erst im Herbst 1991 erschienenen Mega STE eingestellt, eine Woche später wird auf der Atarimesse in Düsseldorf erstmals der aus dem FX-1 entstandene Falcon 030 vorgestellt.

Atari Games Corporation:

September
Atari Corporation: Ende September wird bekannt, dass die Forschungsabteilungen in Dallas und Chicago geschlossen und in die Zentrale nach Sunnyvale umgesiedelt werden sollen.

Atari Games Corporation: Andrew Burgess (Senior Engineer) wechselt zur Atari Corporation. Die Zwei-Spieler-Mini-Deluxe-Version von Moto Frenzy erscheint. Reverse Engineering wird vom Federal Circuit in Washington D.C. als „gängige Praxis“ angesehen, nichtsdestotrotz machte sich Atari Games der Urheberrechtsverletzung schuldig. Tengen muss die NES-kompatiblen Module vom Markt nehmen, wie bereits im Urteil vom 27. März 1991 festgelegt. Hardwareentwickler Jed Margolin verlässt die Firma. Das Tengen-Spiel R.B.I. Baseball 4 für Sega Genesis/Mega Drive kommt auf den Markt.

Oktober
Atari Corporation: Die Atari Deutschland GmbH zieht von Raunheim in die neue Zentrale Am Kronberger Hang 2 nach Schwalbach im Taunus um, deren Chef Alwin Stumpf wird zugleich Leiter von Atari Europe, verlässt aber nur eine Woche später Atari und geht zurück zu Commodore. Er wird durch Irma Obersteiner ersetzt, die der deutschen Atari-Tochter 1984/85 schon einmal vorstand.

Atari Games Corporation: Die Patente 3.793.483, 4.054.919, 4.045.789, 4.016.362, 4.102.532 und 4.116.444 werden am 30. Oktober an die Atari Corporation verkauft.

November
Atari Corporation: Garry Tramiel kehrt als Geschäftsführer der Atari Computer Corporation wieder zu Atari zurück.

Atari Games Corporation: Das Tengen-Spiel Rampart für Sega Genesis/MegaDrive kommt in den Handel und Space Lords in die Spielhallen. Das Berufungsgericht für den Bundeskreis Columbia Circuit hebt eine Entscheidung des U.S. Copyright Office gegen Atari Games auf, wonach das Copyright Office nicht rational entschieden habe. Konkret geht es um das 1976 von Steve Wozniak für Atari entwickelte Spiel Breakout. Am 6. Februar 1987 wollte Atari Games das Spiel offiziell registrieren lassen, was vom Copyright Office mit der Begründung, es gebe keine wirkliche grafische oder akustische Originalität, abgelehnt wurde. Der Grund für die Registrierung war das Erscheinen des Breakout-ähnlichen Spiels Arkanoid von Taito im Jahr 1986, welches von der Firma Romstar entwickelt wurde.

Dezember
Atari Corporation: Entwicklungsingenieur Tracy Hall verlässt Atari.

Atari Games Corporation: Tengen stellt eine neue Zubehörlinie für die Spielkonsolen Game Boy, Sega Genesis/Mega Drive, Super Nintendo Entertainment System und Sega Game Gear vor, darunter befinden sich Netzteile, Controller, Vergrößerungsgläser, Beleuchtungsaufsätze und RF-Umschalter. Die Zubehörartikel wurden teilweise von High Frequency entwickelt. Die gesamte Produktlinie ist jedoch nie erschienen.

Time-Warner, Inc.: Die Tochter Atari Games International (UK) Inc., Teilhaber der Atari Games U.K., stellt ihren Betrieb ein.

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1993

Januar
Atari Corporation: Anfang des Jahres wird in Deutschland erstmals der Falcon 030 in sechs Ausstattungsvarianten angeboten.

Atari Games Corporation: Geoffrey Holmes (Senior Vice President Time Warner Inc.) wird am 25. Januar Senior Vice President Technology und verantwortlich für alle multimedialen Aktivitäten von Time Warner, dazu gehören Warner New Media, die Mehrheitsbeteiligung an Atari Games, das Quantum-Projekt der New York City Cable Group und die Minderheitsbeteiligung an der 3DO Inc.

Time-Warner Inc.: Die Atari Games International (UK) Inc. wird aufgelöst.

Februar
Atari Corporation: Mit der Februar-Ausgabe des Magazins Atari Explorer wird selbige nach etwas mehr als acht Jahren eingestellt.

März
Atari Corporation: Die komplette Europa-Logistik wird in Rotterdam zusammengezogen, dieser Niederlassung unterstehen nun auch die bisher eigenständig operierenden Töchter in Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich.

Atari Games Corporation: Das von Toaplan entwickelte Spiel Knuckle Bash kommt als JAMMA-Kit auf den Markt.

Mai
Atari Corporation: Atari erwirbt eine Lizenz der Cinepak-Videokomprimierungstechnologie von SuperMac Technology.

Atari Games Corporation: Richterin Fern Smith entscheidet in allen Belangen zu Gunsten von Nintendo und damit gegen Atari Games und Tengen.

Juni
Atari Corporation: Am 3. Juni wird der Start der von Flare II entwickelten Spielkonsole Jaguar für den Herbst angekündigt. Zudem werden fünf Spieletitel und ein CD-Aufsatz für die Konsole angekündigt. Erst im Juni erreicht der Falcon auch den US-Markt, er wird hier in drei Konfigurationen angeboten, eine vierte mit 14 MB Arbeitsspeicher und einer 80 MB-Festplatte soll später erscheinen. Atari und IBM schließen einen Produktionsvertrag, nach dem IBM die Produktion des Jaguar in ihrem Werk in Charlotte übernimmt. Der Vertrag soll bis Dezember 1995 laufen.

Atari Games Corporation: Das von Gaelco entwickelte Spiel World Rally wird als JAMMA-Kit veröffentlicht. Atari Games entlässt nach rückläufigen Umsatzzahlen 25 Mitarbeiter, es verbleiben 160 Angestellte bei der Firma.

Juli
Atari Games Corporation: Der Hauptprozess kommt zum Abschluss, auch hier wird in allen Belangen zu Gunsten von Nintendo entschieden. Ein Schadenersatz wird nicht festgelegt. Derzeit stehen noch zwei Prozesse aus.

August
Atari Corporation: Bei der Vorstellung des Jaguar in der Atari-Zentrale in Sunnyvale ist nur noch von drei Spielen die Rede, weitere sieben sollen erst im Folgejahr erscheinen. Gezeigt wird auch ein Prototyp des CD-Aufsatzes sowie ein MPEG2-Modul, mit dessen Hilfe es möglich sein soll, Filme in Spielfilmlänge von CD abspielen zu können.

Atari Games Corporation: Tengen stellt die Spiele Davis Cup Tennis, Gauntlet IV und Awesome Possum für Sega Genesis/MegaDrive vor. Mark Pierce wird Vice President Product Development bei Atari Games.

September
Atari Games Corporation: Das Tengen-Spiel Robo Aleste wird für Sega Mega-CD veröffentlicht.

Oktober
Atari Corporation: Die australische Tochter Atari Computers Pty. wird geschlossen.

Atari Games Corporation: Mit dem Showcase 33 wird ein neues universelles Gehäuse für Arcadespiele mit bis zu vier Spielern veröffentlucht, zum Einsatz kommen dabei 33″-Bildschirme. Ed Logg, Entwickler und Game Designer, wechselt zu Electronic Arts.

November
Atari Corporation: Die Produktion des Computer TT030 wird eingestellt. Atari und Accolade kündigen zwei Wochen vor US-Marktstart des Jaguar weitere fünf Spiele an, von denen allerdings keines erscheinen wird.

Atari Games Corporation: Atari Games gibt bekannt, dass man künftig die Spielkonsole Jaguar der Schwesterfirma Atari Corporation unter dem Namen CoJag als Plattform für einige Arcadespiele nutzen wolle. Die Tengen-Spiele Gauntlet IV und Awesome Possum für Sega Genesis/MegaDrive kommen auf den Markt, zusätzlich in den USA das DoMark-Spiel Formula One.

Dezember
Atari Corporation: Die Verkaufszahlen des Jaguar im Weihnachtsgeschäft bleiben weit hinter den Erwartungen zurück: Statt der erwarteten 40.000 Einheiten wird in New York und San Francisco nur rund die Hälfte abgesetzt. Zum Jahresende wird die Entwicklungsarbeit in der Computerabteilung eingestellt, der technische Support und der Verkauf aber aufrecht erhalten, die Lager sind prall gefüllt. Geplante weitere Modelle der Falcon-Serie wie der Falcon 030 Microbox oder der Falcon 040 schaffen es nicht mehr zur Marktreife.

Atari Games Corporation: Tengen bringt das von Electronic Arts entwickelte Spiel PGA Tour Golf für den Sega Game Gear, die DoMark-Spiele Desert Strike und Formula One (auch für Game Gear) sowie Dragon's Revenge und Race Drivin' für Sega Genesis/MegaDrive in den Handel.

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1994

Februar
Die französische Tochter Atari France SA wird aufgelöst.

Atari Games Corporation:

März
Atari Corporation: Die erst achtzehn Monate zuvor bezogene Atari-Deutschland-Zentrale in Schwalbach wid verkauft. Der Verkauf des Jaguar läuft schleppend, nach New York und San Francisco ist die Konsole erst jetzt auch in Los Angeles verfügbar.

Atari Games Corporation: Nintendo und Atari Games legen am 24. März ihre Streitigkeiten endgültig bei. Nintendo erhält Schadenersatz in nicht genannter Höhe, Tengen erhält dafür eine neue Lizenz zur Produktion von Videospielen für Nintendo-Spielkonsolen.

April
Atari Corporation:

Atari Games Corporation: Die Multimedia-Firmen des Time-Warner-Konzerns – Time Warner Interactive Group (TWIG, von 1984 bis 1993 Warner New Media) und Atari Games Corporation samt Tengen, Inc. – wollen künftig unter der Dachmarke Time Warner Interactive (kurz TWI) operieren. Die Leitung übernimmt Geoffrey Holmes.

Mai
Atari Games (Time Warner Interactive): Das Tengen-Spiel R.B.I. Baseball '94 für Sega Genesis/MegaDrive erscheint.

Juni
Atari Corporation: Der Jaguar ist nun auch in Deutschland und dem Vereinigten Königreich zu haben. Bislang gibt es aber nur sechs Spiele für das System. Auf der letzten Summer CES wird der Jaguar CD-Aufsatz erneut vorgestellt und für den Herbst angekündigt.

Atari Games (Time Warner Interactive): T-MEK (Atari Games) Die japanische Tengen Limited wird in K.K. Time Warner Interactive (Japan) umbenannt. Die Umstrukturierung des Time Warner Interactive ist am 22. Juni abgeschlossen, sie besteht jetzt aus den drei Teilen Time Warner Interactive Inc. mit Sitz in Burbank (kurz TWi Entertainment) sowie Atari Games Corporation und Tengen, Inc. (TWi Games) mit Sitz in Milpitas. Tags darauf stellt Tengen zwanzig Sega- und Nintendo-Spiele vor, darunter befindet sich neben etlichen TWi Entertainment-Titeln auch das hauseigene R.B.I. Baseball '94. Atari Games präsentiert die Arcadespiele Primal Rage, T-MEK und Metal Maniax. Am 28. Juni wird Tengen, Inc. in Time Warner Interactive (California), Inc. (kurz TWIC) umbenannt, die Marke Tengen soll aber weiterhin genutzt werden. Innerhalb des Konzerns heißt Tengen künftig Time Warner Interactive Games Division.

Juli
Atari Corporation:

Atari Games (Time Warner Interactive): Das Arcadespiel T-MEK kommt auf den Markt. Hideyuji Nakajima, Präsident der Atari Games Corporation, erliegt am 11 Juli einem Krebsleiden. Die Atari Corporation macht die Jaguar-Entwicklungsunterlagen für Atari Games zugänglich, im Gegenzug soll Atari Games einige ihrer Spiele auf den Jaguar portieren.

August
Atari Games (Time Warner Interactive): Primal Rage kommt im Deluxe Showcase 33″-Format auf den Markt.

September
Atari Corporation: Die seit März inaktive Atari Computer GmbH meldet Konkurs an. Die Produktion des Handhelds Lynx wird aufgegeben.

Atari Games (Time Warner Interactive): Die britische Atari Overseas Services Limited wird in Time Warner Interactive Limited umbenannt. Primal Rage ist nun auch in der kleineren 25″-Upright-Variante zu haben. Masao Ohato von Jaleco wird Vice President International Business bei Atari Games. Die noch bestehende WCI Games Corporation geht am 23. September in der Atari Games Corporation auf.

Oktober
Atari Corporation: Der Spielwarenriese Toys'r'us nimmt den Jaguar im Oktober ins Sortiment auf. Ende Oktober wird von Atari und Virtuality ein VR-Headset für den Jaguar angekündigt, Marktstart soll Weihnachten 1995 werden.

Atari Games (Time Warner Interactive): Das Arcadespiel Cops kommt auf den Markt.

November
Atari Corporation: In Japan wird der Jaguar als letztes veröffentlicht, den Vertrieb dort übernimmt die Firma Mumin aus Tokyo. Zwei Tage später erscheinen vier weitere Spiele in den USA. In den Verkaufsstatistiken wird der Jaguar aber nicht einmal ein Jahr nach Marktstart vom dreimal so teuren 3DO-System überholt.

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1995

Januar
Atari Corporation: Anfang des Jahres wird der Marktstart des Jaguar CD abermals verschoben, diesmal soll der Aufsatz im kommenden Winter 95/96 für knapp 150 Dollar auf den Markt kommen.

März
Atari Corporation: Es gibt erste Pläne, Jaguar-Spieletitel auf x86-Computer zu portieren.

Atari Games (Time Warner Interactive): Von Primal Rage gibt es ab sofort auch ein Showcase 33-Kit sowie ein Zwei-Spieler-JAMMA-Kit.

April
Atari Games (Time Warner Interactive): LG Electronics erhält von TWI eine Lizenz zur Portierung von Primal Rage auf das 3DO-System bis spätestens November 1995.

Mai
Atari Corporation: Auf der allerersten Electronic Entertainment Expo (3E) im Mai in Los Angeles stellen Atari und Virtuality das Jaguar VR-Headset vor. Angekündigt wird auch, dass die verfügbare Anzahl an Jaguar-Spielen bis Jahresende auf einhundet Titel ansteigen soll.

Juni
Atari Corporation: Allein im Juni werden gleich 24 neue Jaguar-Spiele angekündigt, von denen allerdings acht gar nicht und ein weiteres erst nach dem Ende Ataris auf den Markt kommen.

Juli
Atari Corporation: Im Juli beginnt schließlich der Ausverkauf im europäischen Zentrallager in Vianen. Von einer Palette SF354-Laufwerken über tausende Portfolio-Speicherkarten bis hin zu Dutzenden ST Books ist alles dabei – ein nagelneuer 800XL kann hier schon für zwanzig Mark gekauft werden. Nachdem alles verkauft ist, wird das Zentrallager geschlossen.

August
Atari Corporation: Garry Tramiel verlässt Atari erneut.

Atari Games (Time Warner Interactive): Primal Rage wird für die Spielkonsolen Sega Genesis/MegaDrive, SNES, Game Gear, Game Boy und Sega Mega-CD angekündigt.

September
Atari Corporation: Atari Jaguar CD Der Jaguar CD-Aufsatz kommt am 21. September endlich in den Handel, dazu gibt es die Spiele Blue Lightning und Vid Grid, eine Demoversion von Myst sowie die Audio-CD Tempest 2000 – The Soundtrack.

Atari Games (Time Warner Interactive): Das Arcadespiel Hoop it Up kommt auf den Markt. Primal Rage ist ab sofort für Game Boy und Sega Genesis/MegaDrive sowie als PC CD-ROM zu haben.

Oktober
Atari Corporation: Am 6. Oktober geht die allererste Atari-Homepage unter dem Titel JagWire online, entwickelt wurde sie von Atomix. Für den Lynx gibt es zwei letzte Veröffentlichungen aus dem Hause Atari: Super Asteroids/Missile Command und Battlezone 2000. Ebenfalls im Oktober erscheinen JagLink und der ProController für den Jaguar sowie das Speichermodul Memory Track für Jaguar CD. Time Warner Interactive stößt 6,6 Millionen Aktien der Atari Corporation ab und verringert seinen Anteil auf nun 13,67%. Ende Oktober nehmen auch die Ketten Radio Shack und Sears den Jaguar ins Sortiment auf, der Vorstand Ataris beschließt derweil, die Aktivitäten im Jaguar-Bereich sukzessive zurückzufahren und sich auf den stark wachsenden PC-Markt zu konzentrieren.

Atari Games (Time Warner Interactive): Erneute Restrukturierung: Time Warner Interactive und WarnerActive gehen in der Firma Inscape auf. Atari Games und Time Warner Interactive (California) verschmelzen zur TWi Games Division, die fortan den Namen Time Warner Interactive trägt. Der Markenname Atari Games soll weiterhin für Arcadespiele genutzt werden. Unter der Marke Time Warner Interactive wird am 9. Oktober das Spiel Power Drive Rally für den Atari Jaguar veröffentlicht.

November
Atari Corporation: Anfang November wird die komplette Jaguar-Entwicklermannschaft entlassen – der Legende nach soll Jack Tramiel auf Grund der schlechten Verkaufszahlen einen Wutanfall gehabt haben, eine Konsole gegen die Wand geschmettert und gerufen haben „Ihr könnt alle eure Koffer packen, euer Spielzeug nehme ich euch weg!“ – und damit auch die Nachfolgeentwicklungen Jaguar Duo und Jaguar² gestoppt. Zwei Tage später eröffnet in der Twin Peaks Mall in Longmont, Colorado, ein reiner Jaguar-Laden, der vom regionalen Anbieter Run PC betrieben wird. Dieser soll als Testmarkt für mögliche zukünftige Märkte erprobt werden. Zwischen Atari-Präsident und -CEO Sam Tramiel und Sirjang Lal „Jugi“ Tandon, CEO der JT Storage Inc., gibt es nach der COMDEX am 17. November am Flughafen Las Vegas ein erstes Treffen, es geht bei dem kurzen Gespräch um eine mögliche Investition Ataris in dem kriselnden Laufwerkshersteller.

Time Warner Interactive: Das Atari Games-Arcadespiel Area 51 kommt als erstes Spiel mit der CoJag-Hardware als 33″- und 25″-Version auf den Markt.

Dezember
Atari Corporation: Zweites Treffen der Führungsspitzen von Atari und JT Storage, dieses findet am 14. Dezember in der Zentrale von JT STorage am 166 Baypoint View in San Jose statt. Mit dabei sind diesmal auch Sams Vater Jack Tramiel sowie JT Storage-Präsident T. David Mitchell. Jack Tramiel bekommt einen Posten im JT-Vorstand angeboten. Zum Ende des Jahres hat Atari weltweit noch 73 Angestellte  Ende der 1980er Jahre waren es noch über 1800 Mitarbeiter, die Angestellten der Federated-Märkte nicht mit einbezogen. Die Produktion sämtlicher Jaguar-Hardware wird zum Jahresende aufgegeben.

Time Warner Interactive: Das Wall Street Journal berichtet erstmals darüber, dass der Time Warner-Konzern die Time Warner Interactive verkaufen wolle. Am 19. Dezember erscheint Primal Rage für die Sony PlayStation, zwei Tage später ist das Spiel auch für den Atari Jaguar zu haben.

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1996

Januar
Atari Corporation: Am 2. Januar gibt Atari den Start des Labels Atari Interactive bekannt, unter dem einige Spiele für x86-Computer erscheinen sollen, bereits drei Tage später werden die Spiele Tempest 2000, Baldies, Highlander und FlipOut! vorgestellt. Als einziges Spiel wird Tempest 2000 noch im Januar als CD-ROM-Spiel für MS-DOS auf den Markt kommen, Atari Interactive wird schon am 17. Januar wieder geschlossen. Es erscheinen fünf weitere Titel für den Jaguar. Garry Tramiel kehrt erneut als Leiter der Atari Computer Corporation zurück. Das dritte Treffen zwischen JT Storage und Atari findet am 8. Januar im Haus der Tramiels statt. Beim Meeting neun Tage später in der JT Storage-Zentrale sind neben den Tramiels, Tandon und Mitchell auch August Liguori (Vorstandsmitglied Atari) und Ms. Walker (JT Storage) anwesend, außerdem Vertreter der Beratungsfirma Wilson Sonsini Goordich & Rosati, P.C. für Atari und ein Vertreter der Beraterfirma Cooley Godward für JT Storage. Hierbei geht es konkret erstmals um eine mögliche Fusion beider Firmen.

Time Warner Interactive: Steve Calfee, Vice President Product Development, wird Vice President New Technology (Engineering) und folgt auf Brad Fuller, der die Firma verlässt. Bill Hindorff ersetzt Calfee auf seinem Posten.

Februar
Atari Corporation:JT Storage gründet am 5. Februar die JTS Acquisition Corporation zum Zweck der Fusion von JT Storage mit Atari. Eine Woche später gibt es ein erstes Abkommen zwischen Atari, JT Storage und JT Acquisition, die Reorganisation aller Firmen wird geplant. Am 13. Februar geben beide Firmen die geplante Fusion bekannt und Atari leiht JT Storage 25 Millionen Dollar. Die neue Firma soll den Namen JTS Corporation tragen, die Geschäfte beider Firmen sollen unabhängig voneinander weiter betrieben werden.

Time Warner Interactive: Auf der 93rd American International Toy Fair in New York stellt die Firma Playmates Toys eine Actionfigur-Serie basierend auf dem Atari Games-Spiel Primal Rage vor, die Lizenz dazu erhielt die Firma von Time Warner Interactive. Weitere Merchandising-Artikel zum Spiel sind kleine elektronische Handheld-Spiele von Tiger Electronics, Romane von Berkley Books, Comicbücher von Sirius Entertainment, Bekleidung von SeaBell und Logotel, Kinderschuhe von Foot-Tec Industries und Telefonkarten von GTI Telecom. Time Warner stimmt am 23. Februar dem Verkauf aller Atari Games-Aktien an die erst am 15. Februar durch WMS Industries gegründete Williams Interactive, Inc. zu.

März
Atari Corporation: Vorstandsmitglied August Liguori legt sein Amt Anfang März nieder, seine Geschäfte übernimmt Sam Tramiel. Zwei Tage später zieht Atari von der 1196 Borregas Avenue in das ehemalige Bank-of-America-Gebäude an der 455 South Mathilda Avenue in Sunnyvale um, die Anzahl der Mitarbeiter sinkt auf 31.

Time Warner Interactive: WMS Industries bestätigt am 9. März gegenüber den Medien, dass die Firma Kaufverhandlungen mit Time Warner führe. Der Verkauf der Marke Atari Games durch Time Warner an Williams Interactive ist am 29. März abgeschlossen. Der Kaufpreis soll zwischen 9,8 Millionen Dollar und 23,8 Millionen Dollar gelegen haben. Im Verkauf enthalten sind auch die Tochterfirmen Atari Games Ireland Limited, Time Warner Interactive (California) Inc. (ehemals Tengen, Inc.) und K.K. Time Warner Interactive (Japan), zusätzlich 70.000 Aktien der Atari Corporation (die gerade selbst in Fusionsgesprächen steckt). Nicht enthalten ist die britische Tochter Time Warner Interactive Limited. CEO der nun wieder Atari Games Corporation genannten Firma wird Neil Nicastro, bislang Präsident und Co-CEO von WMS Industries. Louis Nicastro wird Co-CEO. Die Produktion zieht um: Die Hallen am 735 Sycamore Drive in Milpitas werden aufgegeben, die Produktion nach Waukegan in Illinois verlegt. Die Atari Games-Zentrale verbleibt weiterhin am 675 Sycamore Drive in Milpitas.

April
Atari Corporation: Am 19. April erscheint mit dem Jaguar-Titel Fight for Life das letzte Spiel der Atari Corporation überhaupt.

Mai
Atari Games Corporation: Hardwareentwickler Pat McCarthy verlässt Atari Games.

Juni
Atari Corporation:Zum 1. Juni gibt Atari bekannt, dass sich der Jaguar seit November 1993 erst etwa 135.000 mal verkauft habe, in den Lagern sollen sich noch weitere 90.000 Geräte befinden. Die Anzahl der Mitarbeiter sinkt bis Mitte Juni auf 22. Atari verleiht weitere fünf Millionen Dollar an JT Storage.Am 19. Juni wird JT Storage in JTS Corporation umbenannt.

Atari Games Corporation: Der als Pinball Designer bekannt gewordene Steve Ritchie wechselt von Williams/Bally-Midway zu Atari Games. Ritchie war bereits von 1974 bis 1978 bei Atari beschäftigt. Neil Nicastro wird am 26. Juni alleiniger CEO, Louis Nicastro geht als Vorstandsvorsitzender zum Mutterkonzern WMS Industries.

Juli
Atari Corporation: Fusion der Atari Corporation und der JTS Corporation zur JTS Corporation. JTS erhält Zugang zu den noch vorhandenen Vermögenswerten Ataris, darunter 15 Millionen Dollar in bar, 55 Millionen Dollar in geistigem Eigentum sowie acht Gebäude in Kalifornien und Texas mit einem Gesamtwert von zehn Millionen Dollar. Der Vorstand der JTS Corporation besteht aus Sirjang Tandon, T. David Mitchell, Jean Deleage, Roger Johnson, Lip-Bu Tan und Jack Tramiel. John Skruch, bisher Leiter der Jaguar-Softwareentwicklung, wird Leiter der Lizenzierungsabteilung Ataris. Im Gegensatz zur Ankündigung vom Februar ist eine Fortführung des operativen Geschäfts von Atari nicht mehr vorgesehen, alle vorhandenen Mittel gehen in die Laufwerksherstellung der JTS Corporation über.

Atari Games Corporation: Williams Interactive wird in Midway Interactive, Inc. umbenannt. Alle Anteile und Rechte inklusive der eben gekauften Firma Atari Games Corporation gehen an die Midway Games, Inc., einer weiteren hundertprozentigen Tochter von WMS Industries, über. Neil Nicastro wird Co-CEO und Präsident der Firma, Louis Nicastro Co-CEO. Dan van Elderen ist immer noch Präsident und COO von Atari Games. Am 26. Juli wird Neil Nicastro alleiniger CEO und Präsident von Midway Games.

August
JTS Corporation: Don Thomas, bisher Leiter des Kundenservice und des Marketings, wechselt zu Sony Computer Entertainment.

September
JTS Corporation: Die Firma verkauft alle ehemaligen Atari-Gebäude für zehn Millionen Dollar an Jack Tramiel.

Atari Games Corporation: Die Time Warner Interactive (California) Inc. wird wieder in Tengen, Inc. umbenannt, allerdings ist nicht geplant, noch Spiele unter diesem Label herauszubringen. Das Spiel Area 51 wird von Midway Home Entertainment für den Sega Saturn veröffentlicht, GT Interactive bringt das Spiel auf PC CD-ROM in den Handel.

Oktober
JTS Corporation: Die Atari Division der JTS Corporation hat zu Monatsende noch ganze elf Mitarbeiter in den USA und weitere sechs außerhalb.

Atari Games Corporation: Das Arcadespiel The NHLPA & NHL Present Wayne Gretzky's 3D Hockey kommt als Komplettgerät und als JAMMA-Umbausatz auf den Markt. Atari Games Ireland Limited wird in Namco Ireland Limited umbenannt, die dazugehörige, seit 1978 bestehende Fabrik in Tipperary Town von WMS Industries an Namco verkauft.

Dezember
Atari Games Corporation: San Francisco Rush: Extreme Racing wird veröffentlicht. Midway Home Entertainment bringt Arcade's Greatest Hits: The Atari Collection 1 fü die Sony PlayStation auf den Markt.

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1997

Februar
JTS Corporation: Die letzte Zentrale an der 455 South Mathilda Avenue in Sunnyvale. JTS vermietet das Gebäude anderweitig.

März
Atari Games Corporation: Die 39″- und 25″-Versionen von Maximum Force werden veröffentlicht.

Mai
Atari Games Corporation: Mace: The Dark Age wird als 25″-Komplettgerä angeboten.

Juni
Atari Games Corporation: Ein Universal-Umbausatz von Mace: The Dark Age ist ab 16. Juni erhältlich.

September
JTS Corporation: Activision erwirbt von JTS Lizenzen zur Portierung der Spiele Battlezone und Asteroids auf aktuelle Systeme. Der Mietvertrag über das Atari House im englischen Slough läuft aus, die Atari Division verlässt das Gebäude, das nun wieder seinen ursprünglichen Namen Intercity House annimmt.

Atari Games Corporation: Maximum Force wird als JAMMA-Umbausatz veröffentlicht.

Oktober
JTS Corporation: Richard Munday, European Financial Controller der Atari Division, verlässt die Firma. In der Folge wird die Tochter Atari Corp. (U.K.) Limited geschlossen.

Atari Games Corporation: Die Tochter K.K. Time Warner Interactive (Japan) wird geschlossen.

November
Atari Games Corporation: San Francisco Rush: The Rock – Alcatraz Edition kommt als Komplettgerät und als Umbausatz für San Francisco Rush-Geräte auf den Markt.

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1998

Januar
JTS Corporation: SegaSoft erwirbt von JTS eine Lizenz zur Umsetzung von Battlezone für das HEAT Internet Game Network.

Atari Games Corporation: California Speed kommt als 25″-Classic-Version und als 33″-Deluxe-Version in die Spielhallen, außerdem wird das Spiel Surf Planet als Universal-Umbausatz angeboten. Vice President Steve Calfee verlässt Atari Games.

Februar
JTS Corporation: Die gesamten Rechte an der ehemaligen Atari Corporation werden am 23. Februar für gerade einmal fünf Millionen Dollar in bar an die HIAC XI Corporation verkauft, die als Tochter der Hasbro Inc. am 12. Februar zum Zweck des Erwerbs dieser Rechte gegründet wurde. Neuer Sitz ist die 50 Dunham Road in Beverly, Massachusetts.

März
JTS Corporation: Der Verkauf Ataris an die HIAC ist am 13. März abgeschlossen, die Atari Division der JTS Corporation wird geschlossen. John Skruch wechselt ebenfalls zu HIAC.

HIAC XI Corporation: Die Umsetzung von Centipede für PC und PlayStation wird von Hasbro für Herbst 1998 angekündigt.

b class="dark">April
HIAC XI Corporation: John Skruch, Leiter der Lizenzierungsabteilung, verlässt die Firma.

Atari Games Corporation: WMS Industries verkauft die gesamte Firma Midway Games, die Firma wird eigenständig. Nicastro und van Elderen bleiben auf ihren Posten.

Mai
HIAC XI Corporation: Die Firma wird am 7. Mai in Atari Interactive, Inc. umbenannt. Kathy Butters, vormals bei Psygnosis, wird Vice President Intellectual Property, Business Development & Affairs Group. Auf der E3 wird am 28 Mai das Spiel Centipede für PC und PlayStation vorgestellt.

Juni
Atari Games Corporation: Radikal Bikers kommt als Komplettgerät auf den Markt, Area 51/Maximum Force als JAMMA-Duo-Kit.

August
Atari Games Corporation: Vapor TRX wird veröffentlicht.

Oktober
Atari Games Corporation: Der Chiphersteller Cyrix Corporation vermeldet, dass Atari Games den MediaGX-Prozessor mit MMX-Befehlssatz in einem ihrer nächsten Arcadespiele namens Site 4 einsetzen will. Dieses Spiel wird später im Monat als Area 51: Site 4 auf den Markt kommen, zuerst als 39″ Showcase und als 25″ Standard, außerdem wird Gauntlet Legends als 39″ Deluxe Showcase und als 27″ Standardvariante verkauft.

November
Atari Interactive, Inc.: Centipede (PC) Centipede erscheint am 12. November als erstes Spiel der neuen Atari Interactive für PC.

JTS Corporation: Mehrere Gläubiger der JTS Corporation stellen einen sogenannten Unfreiwilligen Insolvenzantrag nach Chapter 7 des US-Insolvenzrechts gegen JTS. Ziel ist eine Liquidation der Vermögenswerte.

Dezember
JTS Corporation: JTS stellt nun selbst einen Insolvenzantrag nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts. Dem noch vorhandenen Vermögen von 4,2 Millionen Dollar stehen Schulden in Höhe von 136 Millionen Dollar gegenüber.

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1999

Januar
JTS Corporation: Das Insolvenzgericht des Norddistrikts von Kalifornien wandelt den Insolvenzantrag nach Chapter 11 in eine Liquidation nach Chapter 7 um, JTS wird damit abgewickelt.

Februar
Atari Games Corporation: Das Area 51: Site 4-Umbaukit wird veröffentlicht.

März
Atari Games Corporation: Das Spiel War: Final Assault kommt auf den Markt. Atari Games und Sega wollen kooperieren – Atari Games erteilt Sega Enterprises eine weltweite, nichtexklusive Lizenz zur Nutzung der Force-Feedback-Technologie für Sega Arcadespiele und Spielkonsolen, dafür erteilt Sega Atari Games eine ebenfalls weltweite und nichtexklusive Lizenz zur Nutzung ihrer „Viewpoint Changeover“-Technologie.

April
Atari Games Corporation: Das Spiel Road Burners erscheint. Vice President Marketing Mary Fujihara verlässt die Firma.

Mai
Atari Interactive, Inc.: The Next Tetris (Sony PlayStation) Alle Rechte am Jaguar-System werden am 13. Mai freigegeben, damit können Programmierer Spiele für das System entwickeln, ohne vorher eine Lizenz erwerben zu müssen. Auf der E3 zeigt Atari in diesem Jahr die Spiele Pong, Missile Command, The Next Tetris und Q*Bert, die im Herbst für PC und PlayStation erscheinen sollen. Außerdem will die Hasbro-Tochter Tiger Electronics ebenfalls eine Version für ihre Handheldsysteme Tiger Game.com und Tiger Game.com Pocket Pro herausbringen.

Atari Games Corporation: Das Universal-Umbauset von Gauntlet Legends wird veröffentlicht. Die ehemalige Fabrik in Tipperary Town wird von Namco geschlossen und verkauft.

Juni
Atari Interactive, Inc.: Mit Verzögerung ist Centipede nun auch für die Sony PlayStation erhältlich. Außerdem erscheint Atari Arcade Hits: Volume 1 für PC, das die Spiele Asteroids, Super Breakout, Centipede, Pong, Tempest und Missile Command beinhaltet.

Atari Games Corporation: Als eins der letzten Arcadespiele unter dem Label Atari Games erscheint San Francisco Rush 2049.

September
Atari Interactive, Inc.: Centipede wird nun auch für die Sega Dreamcast angekündigt.

Atari Games Corporation: Die Tochterfirma Tengen, Inc. geht vollständig in der Atari Games Corporation auf.

Oktober
Atari Interactive, Inc.: Für PC und PlayStation erscheinen die Spiele Pong, Missile Command und Q*bert, für die Dreamcast Centipede, für die PlayStation Glover (die N64- und PC-Versionen wurden bereits 1998 unter dem Hasbro-Logo veröffentlicht) und für PCs Nerf ArenaBlast. Das bereits 1997 erschienene Spiel Frogger wird ab sofort unter dem Label der Atari Interactive ausgeliefert, eine Fortsetzung des Spiels für das Jahr 2000 angekündigt.

November
Atari Games Corporation:Am 19. November endet eine Ära, die mit der Veröffentlichung von Pong im Jahr 1972 begann. Der Mutterkonzern Midway Games benennt die Atari Games Corporation in Midway Games West, Inc. (kurz MGW) um, die Marke Atari Games soll fortan nicht mehr genutzt werden.

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2000 bis 2009

Februar 2000
Atari Interactive, Inc.: Die Spiele Frogger 2: Swampy's Revenge und Pac-Man werden für Herbst für PC und PlayStation angekündigt.

April 2000
Atari Interactive, Inc.: Atari Arcade Hits: Volume 2 kommt für PCs in den Handel, es beinhaltet die Spiele Asteroids Deluxe, Battlezone, Crystal Castles, Gravitar, Millipede und Warlords. GT Interactive, Varcon Systems und Hasbro einigen sich darauf, dass GT und Varcon ihre Versionen von Atari-Spielen künftig nicht mehr vertreiben, da keine Lizenzen dafür erworben wurden.

Midway Games West, Inc.: Senior Vice President Product Development Mark Pierce verlässt die Firma.

Mai 2000
Atari Interactive, Inc.: Auf der E3 stellt Atari Interactive das Spiel Galaga: Destination Earth vor, das unter der Lizenz von Namco für PCs, PlayStation und den Game Boy Color entwickelt wurde. Es wird nicht mehr unter dem Atari-Logo erscheinen.

Juni 2000
Atari Interactive, Inc.: Sarah Robb O'Hagan wechselt von Virgin Atlantic Airways/Virgin Entertainment Group als Vice President Marketing zu Atari Interactive.

Juli 2000
Midway Games West, Inc.: Senior Staff Engineer Mike Albaugh verlässt die Firma, bei der er seit März 1976 tätig war.

September 2000
Atari Interactive, Inc.: eGames, MVP Software und Webfoot Technologies müssen ihre nicht lizenzierten Versionen von Atari-Spielen vom Markt nehmen und an Hasbro Schadenersatz zahlen. Am 21. September erscheint Frogger 2: Swampy's Revenge für PC, Dreamcast, PlayStation und Game Boy Color, jedoch tragen nur frühe PC- und PlayStation-Versionen noch das Atari-Logo.

Midway Games West, Inc.: Senior Staff Producer Steve Ritchie verlässt die Firma.

Oktober 2000
Atari Interactive, Inc.: Als letztes Spiel unter der Marke Atari Interactive aus dem Hause Hasbro erscheint Breakout für PC und PlayStation.

Dezember 2000
Atari Interactive, Inc.: Am 6. Dezember kauft der französische Computerspielhersteller Infogrames Entertainment S.A. die Hasbro Interactive samt Atari Interactive für 100 Millionen Dollar auf, davon fünf Millionen Dollar in bar. Infogrames erhält zusätzlich eine Langzeitlizenz zur Portierung von Hasbro-Spielen auf aktuelle und künftige Plattformen. Auch die Plattform Games.com wird aufgekauft.

Januar 2001
Atari Interactive, Inc.: Die Muttergesellschaft Hasbro Interactive Inc. wird in Infogrames Interactive Inc. umbenannt., die Atari Interactive Inc. wird ein Tochterunternehmen dieser Firma.

Midway Games West, Inc.: Vice President International Business Masao Ohata verlässt die Firma.

Juni 2001
Midway Games West, Inc.: Midway Games verkündet am 22. Juni den Ausstieg aus dem stark rückläufigen Arcadegeschäft. Fortan will man sich auf die Entwicklung von PC-Spielen unter der Marke Midway Home Entertainment konzentrieren. Midway Games West stellt daraufhin alle noch laufenden Entwicklungsarbeiten (inkl. dem noch nicht veröffentlichten Arcadespiel Hot Rod Rebels) komplett ein.

Juli 2001
Atari Interactive, Inc.: Die Spielesammlung Atari Anniversary Edition für PC und Dreamcast wird angekündigt.

Oktober 2001
Atari Interactive, Inc.: Veröffentlichung der PlayStation 2-Spiele MXRider und Splashdown als erste Neuveröffentlichungen, die nicht auf klassischen Atari-Spielen basieren, seit 1996.

November 2001
Atari Interactive, Inc.: Veröffentlichung des PC-Spiels Combat.

März 2002
Atari Interactive, Inc.: Für den Game Boy Advance erscheint die Spielesammlung Atari Anniversary Advance.

Mai 2002
Atari Interactive, Inc.: Die Spielesammlung Atari Revival mit den Neuauflagen von Missile Command (1999), Warlords (2002) und Combat (2001) erscheint für PCs. Am 14. Mai erwirbt die JAKKS Pacific-Tochter Toymax International eine Lizenz zum Bau einer Plug-and-Play-Spielsammlung für Fernseher auf der Basis von Spielen für die Atari 2600-Konsole.

Oktober 2002
Atari Interactive, Inc. Vice President Marketing Sarah Robb O'Hagan verlässt die Firma.

Februar 2003
Atari Interactive, Inc.: JAKKS Pacific kündigt das Atari 10-in-1-TV Game an.

Midway Games West, Inc.: Die Midway Games West, letztes Überbleibsel der Atari Games, wird geschlossen, die Zentrale am 675 Sycamore Drive in Milpitas geräumt. Die letzten 30 Angestellten, darunter COO und Präsident Dan van Elderen, der am 5. Dezember 1974 bei Atari eingestellt wurde, sowie die Programmierer Ed Logg (1978 bis 1993 und erneut seit 1995) und Dave Shepperd (seit 2. Februar 1976 dabei) werden entlassen.

Mai 2003
Atari Interactive, Inc. Atari Interactive (die ehemalige HIAC XI Corporation) und Infogrames Interactive (die ehemalige Hasbro Interactive Inc.) verschmelzen am 6. Mai zur Atari Interactive Inc. Die US-Tochter Infogrames Inc. (ehemals GT Interactive Inc.) wird in Atari Inc. umbenannt. Mike MacConnell, Interactive Brand Manager, verlässt die Firma.

November 2003
Atari Interactive, Inc. Veröffentlichung der Spielesammlung Atari: 80 Games in One! für PC.

Februar 2004
Atari Interactive, Inc. JAKKS Pacific kündigt nach dem Erfolg der Joystick-Version die Atari Paddle TV Games an, es sollen Versionen für einen und für zwei Spieler auf den Markt kommen.

April 2004
Atari Interactive, Inc. Frédéric Chesnais, seit Juli 2001 bei Infogrames Entertainment, wird CEO von Atari Interactive.

November 2004
Atari Interactive, Inc. Atari Flashback Classic Game Console Die Flashback Classic Game Console kommt auf den Markt, ebenso die Spielsammlung Atari Anthology für Xbox und PlayStation 2.

März 2005
Atari Interactive, Inc. Die Sammlung Retro Atari Classics für den Nintendo DS kommet auf den Markt.

April 2005
Atari Interactive, Inc. Atari und PixelPlay wollen zusammen in den USA und Kanada vier Atari-Spiele für interaktive Fernseher umsetzen.

Juni 2005
Atari Interactive, Inc. Die Firma Fossil Inc. erhält eine Lizenz zum Vertrieb von Armbanduhren mit dem Atari-Logo.

Juli 2005
Atari Interactive, Inc. Atari erwirbt von Activison Lizenzen für die Spiele Pitfall! und River Raid, die auf der nächsten Flashback-Konsole enthalten sein sollen.

August 2005
Atari Interactive, Inc. Atari Flashback 2 Die Retrokonsole Flashback 2 (ursprünglich Flashback 2.0) kommt auf den Markt. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ist die Konsole abwärtskompatibel zur 2600-Konsole, es kann sogar ein Modulschacht nachgerüstet werden.

November 2006
Atari Interactive, Inc. Der Softwaregigant Microsoft kündigt an, die sechs Atari-Titel Centipede/Millipede, Battlezone, Asteroids/Asteroids Deluxe, Missile Command, Tempest und Warlords auf der Xbox-Live-Plattform aufzunehmen.

Mai 2007
Atari Interactive, Inc. CEO Frédéric Chesnais verlässt die Firma.

Januar 2008
Atari Interactive, Inc. David Gardner wird CEO von Atari Interactive.

April 2008
Atari Interactive, Inc. Infogrames Entertainment S.A. und Atari, Inc. verschmelzen zu einer Firma. Bisher hat Infogrames nur 51,4% der Anteile an der Atari, Inc. gehalten, die wiederum Mutterfirma der Atari Interactive, Inc. ist.

Juni 2008
Infogrames Entertainment S.A. Chesnais ist wieder CEO von Atari, Thomas Schmider wird Präsident der Atari Inc., Michael Rouette wird CFO.

Februar 2009
Midway Games West, Inc.: Die Firma meldet vor dem Insolvenzgericht im Bezirk Delaware Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts an.

Mai 2009
Infogrames Entertainment S.A. Die Infogrames Entertainment S.A. wird in Atari SA umbenannt.

Midway Games West, Inc.: Die Firma stimmt zu, alles US-Vermögen zu verkaufen, darunter befinden sich neben Mortal Kombat und den Entwicklungsstudios in Seattle und Chicago auch alle Rechte an der Marke Atari Games. Das Gesamtpaket wird für 33 Millionen Dollar an die Warner Bros. Entertainment, Inc., einer Tochter der Time Warner, verkauft.

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2010 bis heute

Februar 2010
Atari SA: Die Retrokonsole Flashback 2+ kommt auf den Markt, sie ist bis heute das letzte erschienene Hardwareprodukt aus dem Hause Atari SA. Die nachfolgenden Flashback-Konsolen werden in Lizenz von der Firma AtGames Digital Media produziert und vertrieben.

Mai 2010
Atari SA: Atari-Gründer Nolan Bushnell wird als Berater engagiert. CEO David Gardner tritt von seinem Posten zurück.

Januar 2013
Atari SA: Atari SA und die US-Töchter Atari Inc., Humongous Inc. und California U.S. Holdings Inc. beantragen ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts und nach Buch 6 des französischen Insolvenzrechts. Die US-Insolvenz wird vor dem U.S. Bankruptcy Court for the Southern District of New York eingereicht.

Februar 2013
Atari SA: Die Atari SA zieht ihren Insolvenzantrag am 5. Februar zurück, die Anträge der amerikanischen Tochterfirmen bleiben bestehen.

Mai 2013
Atari SA: Atari kündigt an, dass die Auktion für die Marke Atari, die Atari Classics und die Plattform Atari Casino am 19. Juli abgehalten wird, das Mindestgebot liegt bei 15 Millionen Dollar. Die Auktion für das Battlezone Franchise wird am 18. Juli abgehalten, Mindestgebot 250.000 Dollar.

Juli 2013
Atari SA: Das Battlezone Franchise wird am 18. Juli an die britische Firma Rebellion Interactive verkauft. Für die Marke Atari, die Atari Classics und Atari Casino wird kein Käufer gefunden.

Dezember 2013
Atari SA: Insolvenzrichter James Peck stimmt dem Rückzug der Atari Inc. aus dem laufenden Insolvenzverfahren zu, nachdem Ex-CEO Frédéric Chesnais zusagt, in die Firma zu investieren. Am 24. Dezember erhält die Atari SA die Kontrolle über die US-Tochtergesellschaften zurück.

April 2014
Atari, Inc. (1982–1984): Ab dem 24.–April wird der Mythos von Alamogordo bestätigt, bei Ausgrabungen, die von der Stadt unter Bürgermeister Robert Rentschler genehmigt wurden, werden aus sechs Meter Tiefe diverse Atari-Devotionalien zu Tage gefördert. E.T.-Entwickler Howard Scott Warshaw, dem immer noch ungerechterweise angelastet wird, mit seinem Spiel eine ganze Branche in den Ruin getrieben zu haben, war mit vor Ort. Beteiligt waren auch die Stony Brook University aus New York, die American School of Classical Studies aus Athen, Spieleentwickler und -historiker Mike Mika aus Oakland und Autor Ernest Cline aus Austin. Gegenwehr gab es zuerst von Umweltschützern, u.a. aus Sorge vor eventuellen Schwermetallen im Elektroschrott.

Juni 2017
Atari SA: AtariBox / Bild: Atari, Inc. CEO Chesnais kündigt auf der E3 die AtariBox an.

März 2018
Atari SA: Die AtariBox wird in Atari VCS umbenannt.

Mai 2018
Atari SA: Auf der Plattform Indiegogo startet eine Crowdfunding-Kampagne für die VCS-Konsole, innerhalb kürzester Zeit kommen mehr als zwei Millionen Dollar zusammen.

Juni 2018
Time Warner, Inc.: Der amerikanische Telekommunikationsgigant AT&T kauft Time Warner für 108,7 Milliarden Dollar auf, die Schulden der Time Warner sind dabei inbegriffen. Im Kauf inbegriffen sind die Tochterfirmen The CW, CNN, DC Comics, ein Anteil von 10% an Hulu und eben auch Warner Bros., zu der nach wie vor die Rechte der Atari Games gehören. AT&T benennt die Sparte in WarnerMedia LLC um.

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Letzte Seitenbearbeitung: 7. August 2018