Atari 2600 und 7800 Zubehör

Atari 2600
Atari 7800

Inhaltsverzeichnis

Joystick und Joypads
Atari Standard Joystick
Die sogenannte Mutter aller Joysticks kam zusammen mit dem Video Computer System im September 1977 auf den Markt, war aber ursprünglich noch gar nicht für das System gedacht. Eigentlich sollte der CX10, so die Modellnummer, paarweise zur Steuerung der Spielkonsole Tank, basierend auf dem Kee Games-Arcadespiel Tank, eingesetzt werden, die im Juni 1977 zwar vorgestellt wurde, aber nicht erschien. Das Design wurde dabei so gewählt, dass die den Panzer-Steuerknüppeln nachempfundenen Joysticks direkt im Gehäse platziert werden konnten, damit ein echtes Panzer-Steuerungs-Feeling aufkommt. Für Sears wurde eine technisch identische Variante produziert, die man am Sears- statt dem Atari-Schriftzug auf dem oberen Ende des Joysticks erkennen kann.

Die verwendete Technik ist äußerst simpel. Der Joystick besitzt vier Schaltkontakte, einen für jede Himmelsrichtung, maximal zwei können dabei gleichzeitig gedrückt werden, was den Controller damit zu einem digitalen Achtwege-Joystick macht. Außerdem steht eine Feuertaste zur Verfügung. Verbunden wird der Joystick über einen neunpoligen D-Sub-Stecker mit dem System, dieser Stecker setzte sich in den 1980er Jahren als systemübergreifender, aber nicht immer pinkompatibler Quasi-Standard bei den verschiedensten Heimcomputern und Spielkonsolen durch.

Im Juli 1978 erschien zusammen mit einem leicht überarbeiteten Video Computer System eine kostenoptimiert überholte Version unter der Modellnummer CX40, die man rein äußerlich am Schriftzug TOP statt der nach Norden zeigenden Markierung und dem fehlenden Sechseck-Plättchen mit dem jeweiligen Markenschriftzug auf dem Joystick selbst erkennen kann. Diese Version wurde bis Ende 1991 technisch unverändert gefertigt, lediglich farbliche Anpassungen an einzelne Serien (komplett schwarz für das 1983 erschienene schwarze 2600A-Modell, grau für das 1987 erschienene XE SYSTEM) wurden gemacht.

Zwischen 1982 und 1984 wurde unter der Modellnummer CX41 ein Reparatursatz angeboten, mit dem beschädigte Teile des Joysticks ersetzt werden können. Beinhaltet ist die Gummihülle des Joysticks, der Joystick-Kern selbst, der Haltering für die Gummihülle, eine Ersatzplatine und drei Druckfedern für die Feuertaste. Der Satz kann nur mit dem Modell CX40 verwendet werden, nicht mit den Modellen CX10 und CX42. Er war in Westdeutschland für 9,95 DM (entspricht 2020 ca. € 9,70) zu haben, während ein neuer Joystick mit 19,95 DM (2020: ca. € 19,50) zu Buche schlug.

Atari Standard Joystick CX10 / CX40
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Modell Atari CX10 / CX40
Hersteller Atari, Atari-Wong, Atari Taiwan Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum CX10: September 1977 bis Juli 1978
CX40: Juli 1978 bis ca. Ende 1991
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800 (im 2600-Modus), 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Digitaler 8-Wege-Joystick
Feuertasten 1
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 8,9 × 11 × 9,7 cm
Gewicht 200 g
Neupreis 19,95 DM (entspricht 2020 ca. € 19,50)

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Atari Remote Control Wireless Joysticks
Der amerikanische Hersteller Cynex Manufacturing sicherte sich 1982 eine Lizenz zur Entwicklung eines kabellosen Steuerungssystems für die Atari 2600-Konsole. Im Dezember 1982 angekündigt, kommt das Set mit der Modellnummer CX42 im März 1983 auf den nordamerikanischen Markt, Zum Lieferumfang gehören eine Empfangsstation und zwei Joysticks. Das Design entspricht dem des Standard Joysticks, das Gehäuse ist allerdings auf Grund der verwendeten Technik und zur Aufnahme der 9-Volt-Blockbatterie deutlich höher, eine 16 cm lange flexible Antenne befindet sich an der Vorderseite des Joysticks. Die Joysticks arbeiten mit unterschiedlichen Frequenzen und sind daher auf der Unterseite mit Left Controller und Right Controller markiert, sie lassen sich außerdem abschalten, um die Batterie zu schonen. Dazu kommt die Empfangsstation, die mit den beiden Controlleranschlüssen und der Netzteilbuchse des Video Computer Systems verbunden wird, das Netzteil der Konsole wird dann an der Empfangsstation eingesteckt. Die Station wird für gewöhnlich auf dem Fernseher platziert, die Teleskopantenne ist bis zu einer Länge von 45 cm ausziehbar. Bereits 1984 verschwanden die Joysticks schon wieder vom Markt.

Atari Remote Control Wireless Joystick (CX42)
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Modell Atari CX42 (= Cynex Game Mate 2)
Hersteller Cynex Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum März 1983 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, Sears Tele-Games Video Arcade
Art Digitaler 8-Wege-Joystick (kabellos)
Feuertasten 1
Anschluss 2× D-Sub-Stecker, 9-polig + 3,5mm-Klinkenstecker (Empfangsstation)
Abmessungen B×H×T Joystick: 8,9 × 15 × 9,7 cm
Receiver: 13 × 5,7 × 13,3 cm
Gewicht Joystick: 280 g (ohne Batterie)
Receiver: 380 g
Neupreis

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Atari Pro-Line Space Age Joystick
Dieser Controller wurde von Milton Bradley auf Basis des MBX-Joysticks entwickelt. Er wird wie ein Pistolengriff in der Hand gehalten, an der Stelle des Abzugs befindet sich die Feuertaste, der Joystick ist auf dem Gehäuse angebracht. Der Joystick kam etwa Mitte 1983 in Nordamerika in den Handel, ein Streit um die Abnahmemengen des Voice Controllers und schwerwiegende Qualitätsprobleme brachten aber das schnelle Aus für den ungewöhnlichen Controller.

Atari Pro-Line Space Age Joystick (CX43)
Modell Atari CX43
Hersteller Milton Bradley Company
Vertriebszeitraum ca. Mitte bis Ende 1983
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800 (im 2600-Modus), 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Digitaler 8-Wege-Joystick
Feuertasten 1
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T
Gewicht
Neupreis

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Atari Pro-Line Joystick / Multi-System Deluxe Joystick
Der zuerst Pro-Line Joystick genannte, später unter den Tramiels in Multi-System Deluxe Joystick umbenannte Controller kam im Juli 1983 erstmals auf den Markt, er wurde bereits im Januar 1983 unter der Modellnummer CX60 vorgestellt. Er erhielt jedoch wenig später die Modellnummer CX24, passend zur neuen schwarzen 2600A-Konsole, die ursprünglich in Kanada und Mexiko als Atari 2400 vermarktet werden sollte. Von der technischen Seite ändert sich gegenüber dem Standard Joystick fast nichts, außer dass ein zweiter Feuerknopf hinzukommt. Dieser verhält sich auf Grund einer geringfügig geänderten Pinbelegung bei einigen Spielen auf der 7800-Konsole anders als beim 2600, so dass beim 7800 die einzelnen Feuertasten jeweils eine unterschiedliche Wirkung haben. Das Design basiert auf den Joysticks der 5200-Konsole, er gehörte zum Standard-Lieferumfang der meisten 2600jr-Konsolen und der 7800-Konsolen, in Europa wurde der Joystick 1988 vom Joypad Controller abgelöst. Bis zur Einstellung aller 8-Bit-Vertriebslinien Ende 1991 wurde der Joystick unverändert produziert.

Atari Pro-Line Joystick (CX24)
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Modell Atari CX24
Hersteller Atari Taiwan Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum Juli 1983 bis Dezember 1991
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Digitaler 8-Wege-Joystick (kabellos)
Feuertasten 2
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 6,4 × 8,7 × 15,4 cm
Gewicht 200 g
Neupreis

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Atari Multi-System Joypad Controller
1988 kam das offenbar vom Controller des äußerst erfolgreichen Nintendo Entertainment System inspirierte Joypad auf den Markt, in Europa gehörte das Pad bei den ab diesem Jahr ausgelieferten 2600jr-Konsolen und ab 1989 auch bei der bis dahin hierzulande noch nicht erhältlichen 7800-Konsole zum Standard-Lieferumfang. In Nordamerika wurde der Controller zwar vorgestellt, aber nicht vermarktet. Der Controller besteht aus einem Steuerkreuz, auf das ein kleiner, mit dem Daumen bedienbarer Joystick aufgeschraubt werden kann, und zwei Feuertasten, die wie beim Pro-Line Joystick durch eine leicht andere Verdrahtung beim 7800 unabhängig voneinander funktionieren, beim 2600 aber die gleiche Funktion wahrnehmen. Das Joypad wurde bis etwa 1993 produziert, als die letzten 2600- und 7800-Konsolen für Australien und den Nahen Osten vom Band liefen.

Atari Multi-System Joypad Controller (CX78)
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Modell Atari CX78
Hersteller Atari Taiwan Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum ca. Mitte 1988 bis ca. Mitte 1993
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Digitales 8-Wege D-Pad
Feuertasten 2
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 11,9 × 2/3,2 × 5,9 cm
Gewicht 120 g
Neupreis

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Multifunktionale Controller
Atari 2800 Controller / Sears Video Arcade II Controller
Dieser Controller vereint Joystick und Paddle-Controller in einem Gehäuse und besitzt zwei Feuertasten. Auf dem Atari 2800 und auf dem Sears Video Arcade II ist zur richtigen Auswahl der Funktion ein Schalter vorhanden. Er liegt den Konsolen Sears Video Arcade II in Nordamerika und Atari 2800 in Japan im Standard-Lieferumfang bei.

Atari 2800 Controller / Sears Video Arcade II Controller
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Modell
Hersteller
Vertriebszeitraum Oktober 1982 bis ca. Ende 1983
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Digitaler 8-Wege-Joystick und Paddle in einem
Feuertasten 2
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 7,3 × 7,1 × 13,9 cm
Gewicht 180 g
Neupreis

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Atari 2700 Controller
Ein Urahn der heute normalen kabellosen Controller ist die Joystick-Paddle-Kombination der 1981 vorgestellten Atari 2700-Konsole. Dieser Controller war dafür verantwortlich, dass die ansonsten bereits beworbene und serienreife Konsole nicht auf den Markt kommen konnte. Bei der Qualitätskontrolle, durchgeführt durch John Protsman, wurde festgestellt, dass das Signal des Controllers noch in 300 Meter Entfernung empfangen werden konnte, es konnte also nicht ausgeschlossen werden, dass nicht andere 2700-Systeme in der Nachbarschaft oder auch komplett andere Geräte wie beispielsweise ein automatischer Garagentoröffner beeinträchtigt werden würden. Eine Überarbeitung des Controllers hätte allerdings auch die komplette Neuentwicklung der gesamten Konsole nach sich gezogen, so dass sich Atari entschied, das Kapitel 2700 an dieser Stelle zu beenden.

Atari 2700 Controller
Bild: atarimuseum.com

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Tastaturcontroller
Atari Keyboard Controllers
Diese paarweise vertriebenen Keyboard Controller (zuerst Universal Keyboards genannt) wurden im Dezember 1978 erstmals vertrieben und werden beispielsweise für die Steuerung von Basic Programming genutzt. Sie können mittels Schienen an den Seiten miteinander verbunden werden und werden jeder für sich an einen Controllerport angeschlossen. Die Controller bieten die Möglichkeit, Overlays für verschiedene Tastenbelegungen aufzustecken.

Liste der Atari-Spiele, die die Keyboard Controller als Eingabegerät nutzen:

Liste der Sears-Spiele, die die Keyboard Controller als Eingabegerät nutzen:

Atari Keyboard Controllers (CX50)
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Modell Atari CX50
Hersteller Atari, Atari-Wong, Atari Taiwan Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum Dezember 1978 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Numerischer Tastenblock
Tasten 12 (0–9, #, *) pro Controller
Anschluss je Einzelcontroller 1× D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T Einzelcontroller: 6,6 × 1,7 × 10,4 cm
Gewicht 140 g pro Controller
Neupreis

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Atari Video Touch Pad
Der 1982 erschienene Controller dient alleine dazu, Teile der Steuerung im VCS-Spiel Star Raiders zu übernehmen und wird dabei am rechten Controllerport der Konsole angeschlossen. Auf das Tastenfeld kann ein Overlay aufgebracht werden, was darauf hindeutet, dass man durchaus an mehrere Spiele dachte, die diesen Controller verwenden können sollten. Um 1984 verschwand der Controller wieder vom Markt.

Atari Video Touch Pad (CX21)
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Modell Atari CX21
Hersteller Atari-Wong
Vertriebszeitraum September 1982 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Numerischer Tastenblock
Tasten 12 (0–9, #, *) pro Controller
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 8,2 × 4 × 15,6 cm
Gewicht 180 g
Neupreis

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Atari Kid's Controller
Im Januar 1983 wurde dieser Controller noch als Action Control Base vorgestellt und hatte noch ein schwarzes Gehäuse, später entschied man sich für Kid's Controller als Name und ein freundlicheres Blau als Gehäusefarbe. Der große Controller mit den großen Tasten ist speziell für die erstmals ab November 1983 erschienenen speziell für Kinder ausgelegten Videospiele gedacht und kann mit einem jeweils passenden Overlay versehen werden.

Liste der Atari-Spiele, die den Kid's Controller als Eingabegerät nutzen:

Atari Kid's Controller (CX23)
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Modell Atari CX23
Hersteller Atari-Wong
Vertriebszeitraum November 1983 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Numerischer Tastenblock
Tasten 12 (0–9, #, *) pro Controller
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T
Gewicht
Neupreis

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Drehregler
Atari Driving Controller
Dieser erschien zusammen mit dem Video Computer System im September 1977 und wird zur Steuerung des Videospiels Indy 500 eingesetzt. Im Gegensatz zum Paddle Controller wird hier jeder Regler für sich alleine an einen Controllerport angeschlossen. Von diesem Regler existieren drei optisch leicht unterschiedliche Varianten: die originale Version von 1977 mit Atari-Logo, die zeitgleich herausgebrachte Variante mit Sears-Logo für das parallel vertriebene Video Arcade-System und die 1978 erschienene Fassung mit dem Wort driving anstelle der Logos für beide Vertriebslinien. Technisch unterscheiden sich die riving Controller stark von den Paddles, sie nutzen einen Drehgeber anstelle eines Potentiometers, von der Konsole wird damit der Richtungswechsel statt der Reglerposition erkannt. Die Driving Controller haben außerdem keinen Anschlagpunkt und können vollständig um die eigene Achse gedreht werden.

Liste der Atari- und Sears-Spiele, die den Driving Controller als Eingabegerät nutzen:

Atari Driving Controller (CX20)
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Modell Atari CX20
Hersteller Atari, Atari-Wong, Atari Taiwan Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum September 1977 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800 (im 2600-Modus), 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Drehregler mit Drehgeber
Feuertasten 1
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 6,8 × 6,5 × 11,3 cm
Gewicht 160 g
Neupreis

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Atari Paddle Controllers
Dieser Controller wird paarweise an einen Controllerport angeschlossen und erschien zusammen mit dem Video Computer System bzw. Tele-Games Video Arcade im September 1977. Analog zum Driving Controller gibt es auch hier drei optisch leicht unterschiedliche Varianten: Die Version mit Atari-Logo von 1977, die zeitgleich erschienene Version mit Sears-Logo und die im Juli 1978 herausgebrachte Version mit dem Schriftzug paddle anstelle der Logos für beide Vertriebslinien. Zum Auslesen der Drehbewegung wird ein 1000 kΩ-Potentiometer verwendet, der Drehknauf hat einen Anschlag und lässt sich um etwa 330° drehen. Die Konsole erkennt anhant der Pinbelegung, welcher der beiden mit einem Anschluss verbundenen Controller genutzt wird – Controller A nutzt die Pins 7 und 9 für das Potentiometer sowie 3 und 8 für den Feuerknopf, Controller B respektive die Pins 5 und 7 bzw. 4 und 8. Commodore baute den Controller mit einem weißen Gehäuse nach (Modell VC-1312 bzw. VIC-1312), nutzt aber ein 470 kΩ-Potentiometer.

Liste der Atari-Spiele, die die Paddle Controller als Eingabegerät nutzen:

Liste der Sears-Spiele, die die Paddle Controller als Eingabegerät nutzen:

Atari Paddle Controllers (CX30)
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Modell Atari CX30
Hersteller Atari, Atari-Wong, Atari Taiwan Manufacturing Corporation
Vertriebszeitraum September 1977 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800 (im 2600-Modus), 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Drehregler mit Potentiometer (1000 kΩ)
Feuertasten 1
Anschluss je Paar 1× D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T Einzelcontroller: 6,8 × 6,5 × 11,3 cm
Gewicht 160 g pro Controller
Neupreis

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Weitere Spielsteuerungen
Atari Pro-Line Trak-Ball
Trackballs kamen schon bei verschiedenen Arcadespielen zum Einsatz, beispielsweise Missile Command, Centipede oder Atari Football. In der Regel ist damit eine sehr viel präzisere Steuerung der Spielfigur möglich als mit einem Joystick – bewegt sich die Kugel, bewegt sich die Figur dementsprechend. Die Methode ähnelt stark der einer Rollkugelmaus, wie man sie bis in die 2000er Jahre am Computer verwendete. Die Kugel wird hier allerdings nicht über eine Oberfläche geschoben, sondern mit der Hand bewegt. An den Seiten der Kugel befinden sich zwei Achsen, eine für die horizontale, eine für die vertikale Bewegung, beide können gleichzeitig bewegt werden, so dass die Figur in jede beliebige Richtung gesteuert werden kann. An jeweils einem Ende der Achsen sind kleine Lochscheiben angebracht, die jeweils durch eine Lichtschranke laufen, die damit die Bewegung der Kugel erfassen können. Neben dieser Kugelmechanik stehen zwei Feuertasten zur Verfügung. Für die XL-Serie gab es ab 1984 mit dem CX80 Trak-Ball einen technisch identischen, aber optisch angepassten Trackball-Controller.

Atari Pro-Line Trak-Ball (CX22)
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Modell Atari CX22
Hersteller Atari, Inc., Werk El Paso
Vertriebszeitraum Oktober 1983 bis ca. Mitte 1984
verwendbar an Atari VCS/2600, 2800, 7800 (im 2600-Modus), 400/800, XL, XE
Sears Tele-Games Video Arcade + Video Arcade II
Art Trackball
Feuertasten 2
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T
Gewicht
Neupreis

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Atari XE Light Gun (XG-1)
Die Pistole, die mit einem Fotosensor die Zeilen der Kathodenstrahlröhre abtastet, erschien schon zusammen mit dem XE Game System im September 1987. Bedingt durch die verwendete Technik kann die Light Gun nur an Röhrenbildschirmen mit Bildwiederholraten von 50 oder 60 Hz verwendet werden, bei 100 Hz-Geräten und modernen Flachbildschirmen funktioniert der Controller nicht. Die XE Light Gun wurde wegen ihrer Ungenauigkeit allerdings oft kritisiert, findige Spieler bauten sich den Light Phaser des Sega Master Systems oder den NES Zapper so um, dass sie am Atari verwendet werden konnten. Die für die Spielkonsolen 2600 und 7800 gedachte rote Version mit der Modellnummer G-1 wurde im Frührjahr 1989 zwar vorgestellt, aber wieder verworfen – vermutlich waren nach Einstellung der XE-Konsole noch genug XE Light Guns auf Lager, die dann eben in den bereits produzierten Verpackungen der G-1 ausgeliefert wurden.

Es gibt zwei leicht unterschiedliche Versionen der Light Gun. Die 1987 herausgebrachte Version hat noch eine niedrigere Kimme, die Elektronik wurde von Newtronics produziert. 1989 wurde die Kimme etwas erhöht, was der geplanten roten G-1 Light Gun entspricht, die Elektronik kam nun von Whitways.

Liste der Atari-Spiele, die die Light Gun als Eingabegerät nutzen:

Atari XE Light Gun (XG-1)
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Modell Atari XG-1
Hersteller
Vertriebszeitraum September 1987 bis Dezember 1991
verwendbar an Atari 2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Video Arcade + Video Arcade II
Typ Fotooptische Light Gun
Feuertasten 1
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T 4,7 × 15 × 32,3 cm (aufrecht gehalten)
Gewicht 340 g
Neupreis

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Atari Track & Field Arcade Controller
Die Umsetzung von Konamis Arcadespiel Hyper Olympics, welches in Nordamerika von Centuri unter dem Titel Track & Field vertrieben wurde, sollte eigentlich schon im Juli 1984 zu Beginn der XXIII. Olympischen Sommerspiele in Los Angeles erhältlich sein, für die Atari einer der Sponsoren und Werbeträger war. Allerdings kamen die finanziell schlechte Situation Ataris und der damit einhergehende Verkauf der Consumerabteilung an Tramel Technology Limited sowie Lieferschwierigkeiten bei einem der Zulieferer in die Quere. Erst über ein Jahr später, im August 1985, konnte das Spiel schließlich ausgeliefert werden – nicht nur für Atari, sondern auch für den Commodore 64, den IBM PC und den Apple II. Zum Lieferumfang dieses Spiels gehört ein Arcadecontroller, der aus drei Tasten in einem robusten Kunststoffgehäuse besteht. Zwei der Tasten müssen abwechselnd schnell hintereinander gedrückt werden, um eine Figur beispielsweise rennen zu lassen, die dritte (mittlere) Taste dient beispielsweise zum Absprung, etwa bei den Disziplinen Hochsprung oder Weitsprung.

Track & Field-Versionen, denen der Controller beigelegt wurde:

Atari Track & Field Arcade Controller
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Modell
Hersteller
Vertriebszeitraum August 1985 bis ca. 1987
verwendbar an Atari 2600, 2800, 7800, 400/800, XL, XE
Sears Video Arcade + Video Arcade II
Commodore 64, IBM PC, Apple II
Typ Arcadecontroller
Tasten 3
Anschluss D-Sub-Stecker, 9-polig
Abmessungen B×H×T
Gewicht
Neupreis

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Atari MindLink
Dieser Controller war quasi ein Nebenprodukt des Atari Bionic Systems. Aus dem Modul, welches zum Messen des Widerstands von Muskeln eingesetzt werden sollte, entstand die Idee, Videospiele per Gedanken zu steuern, Bereits seit 1982 lief die Entwicklung dieser Steuerung, Probanden bekamen allerdings oftmals Kopfschmerzen beim Testen von MindLink. Nichtsdestotrotz wurde MindLink auf der Summer CES 1984 vorgestellt, aber nicht mehr vermarktet. Nur wenige Wochen später hatte die Consumerabteilung Ataris, die auch MindLink entwickelte, mit Jack Tramiel einen neuen Eigentümer, der sich so gar nicht für Videospiele interessierte.

MindLink besteht aus einem Headset, das per Kabel mit einem in der Hand gehaltenen Transmitter verbunden ist, dieser wiederum besitzt eine Infrarotschnittstelle, deren Signal vom an der Konsole angeschlossenen Receiver empfangen wird. Der einzige Titel, der für MindLink geschrieben wurde, ist das 2600-Spiel Bionic Breakthrough.

MindLink

MindLink Headset

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Atari Voice Controller
Nur relativ wenig ist über diese Spielsteuerung bekannt, die die Modellnummer CX45 erhalten sollte. Die im Frühjahr 1983 angelaufene Entwicklung übernahm der Spielwarenriese Milton Bradley Company (MB). Atari und MB wurden sich aber letztendlich nicht einig über die Abnahmemenge, laut MB hat Atari schriftlich deutlich weniger Controller bestellt als vorher vereinbart wurde. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen endete abrupt im August 1983, die Voice Controller für 2600 und 5200 wurden nicht fertig gestellt, der ebenfalls von MB produzierte Space Age Joystick eingestellt.

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Systemerweiterungen
Atari Graduate Computer / My First Computer
Der Graduate Computer stellt eine Erweiterung dar, die den Atari 2600 zum Computer umwandeln soll. Anhand des Namens kann man darauf schließen, dass das Produkt speziell für Kinder und Jugendliche gedacht sein sollte. Die gesamte Serie ist jedoch, wohl aus der Sorge heraus, man könnte der hauseigenen XL-Serie Konkurrenz machen, nie erschienen. Ursprünglich sollte die Veröffentlichung im Oktober 1983, also kurz vor den Heimcomputern 600XL und 800XL stattfinden. Ein ähnliches System wurde im selben Jahr von Spectravideo unter der Bezeichnung „CompuMate“ herausgebracht, in Deutschland wurde es vom Versandhaus Quelle unter deren Eigenmarke Universum vertrieben.

Hardware: Software:
Atari 3000 Graduate Computer
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Bilder: atarimuseum.com


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Atari 2600 Keyboard
Möglicherweise eine Weiterentwicklung des Graduate Computers, passend zum Gehäuse der sogenannten Junior-Version des 2600. Bemerkenswert ist die vollkommen unübliche Anordnung der Tasten in alphabetischer Reihenfolge anstelle nach dem QWERTY-Schema. Außerdem scheint die Tastatur über einen SIO-Anschluss zu verfügen, mit dem sich dann Peripherie der Computerlinien 400/800, XL und XE nutzen lassen könnte. Die Erweiterung schaffte es nicht über den Prototypenstatus hinaus.

Atari 2600 Keyboard
Bild: atarimuseum.com


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Atari 7800 Keyboard
Im Gegensatz zum 2600 Keyboard zeigt die für die Konsole 7800 gedachte Computererweiterung ein QWERTY-Schema auf der Tastatur, die vollständig der Tastatur des 800XL entspricht. Angeschlossen werden sollte die Erweiterung an einem Controllerport der Konsole. Auch diese Erweiterung schaffte es nicht bis zur Marktreife.

Atari 7800 Keyboard
Bild: atarimuseum.com


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Atari 7800 LaserDisc Player
Eine nur auf dem Papier bestehende Erweiterung ist ein LaserDisc-Abspielgerät für die 7800-Konsole. Die schallplattengroßen LaserDiscs (LD) waren die Vorläufer der DVD und der heute gebräuchlichen Blu-Ray Discs und kamen erstmals 1978 unter dem Namen DiscoVision auf, später gab es neben der 30 cm-Version noch die Größen 20 cm und 12 cm. 1982 erschien von Philips das LaserVision-System, einige wenige Arcadespiele wie Dragon's Lair von Cinematronics oder auch Firefox von Atari nutzten das Medium. Letztendlich kann man nur mutmaßen, woran die Entwicklung einer LD-Erweiterung für die heimische Spielkonsole scheiterte.

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Letzte Seitenbearbeitung: 15. April 2020