Die Bundesfestung Ulm
Deutschlands größte Festungsanlage
Beginn des Rundgangs – Werk I: Obere Donaubastion →

+++ Letzte Updates +++ 8.10.: Kartenmaterial vervollständigt und korrigiert +++ 12.5.: Armierungsstellung 1914 online +++ 29.5.: Weitere Bilder von Fort Friedrichsau +++ 11.6.: Neue Bilder bei den Werken 4, 7, 8, 13, IV, X, XII, XVI, XVIII, XIX und XXIX sowie der Infrastruktur +++ Anklickbare Karte
Festungsbaudirektion Werk XXVII Obere Stadtkehle Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Pumpstation Lehrer Tal Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Armierungsstellung 1914 Infanteriestützpunkt Gleißelstetten Infanteriestützpunkt Weinberge Infanteriestützpunkt Lehr Infanteriestützpunkt Spitzäcker Infanteriestützpunkt Jungingen-West Infanteriestützpunkt Jungingen-Mitte Infanteriestützpunkt Jungingen-Ost Infanteriestützpunkt Haslach Infanteriestützpunkt Böfingen Infanteriestützpunkt Kapellenberg Schuppen und Magazine Offizierskasino Karlstraße Militärarresthaus Offizierskasino Zinglerstraße Offizierskasino Michelsberg Pionierkaserne Artilleriekaserne / Kraftfahrkaserne Kaiserliche Fortifikation Munitionsanstalt Schießbahn Kuhberg Schlosskaserne Nebenartilleriedepot Zivilarresthaus Proviantamt Ulm Katholische Garnisonskirche Ulm / St. Georg Evangelische Garnisonskirche Ulm / Pauluskirche Garnisonskirchen Werk XXVIII Oberer Donauturm Werk XXVIII Oberer Donauturm Werk XXVII Obere Stadtkehle Werk XXVII Obere Stadtkehle Friedensspital auf dem Gaisenberg Proviantamt Neu-Ulm und Festungsbauhof Friedensspital Neu-Ulm Werk I Obere Donaubastion Schillerkaserne Friedenskaserne Neu-Ulm / Maximilianskaserne / Zwälferkaserne Chevauxlegers-Kaserne Kienlesbergkaserne Friedenskaserne Ulm / Karlskaserne / Grenadierkaserne Ulanenkaserne / Sedankaserne Werk XXXIV Fort Unterer Eselsberg Hauptwerk XXXVI Fort Oberer Eselsberg Nebenwerk XXXV Fort Oberer Eselsberg Werk XXXIII Fort Söflinger Turm Werk XXXII Fort Oberer Kuhberg Hornwerk XXX Werk XXXI Fort Mittlerer Kuhberg Werk XXIX Fort Unterer Kuhberg Werk XXXV Ruhetal-Turm Vorwerk 13 1/2 Vorwerk Kapellenberg Vorwerk 10 Vorwerk 11 Halbbastion 9 Ravelin III Courtine 8 Courtine II Bastion 7 Werk V Blaufl�che Courtine 6 Werk IV Mittelbastion Bastion 5 Courtine VI Courtine 4 Ravelin VII Bastion 3 Courtine VIII Courtine 2 Contregarde IX Halbbastion 1 Werk X Kienlesbergbastion Werk XXV Unterer Donauturm Courtine XI Werk XXVI Untere Stadtkehle Werk XII Wilhelmsburg Werk XXIV Untere Donaubastion Contregarde XXIII Courtine XXII Werk XXI Untere Gaisenbergbastion Courtine XX Werk XIX Obere Gaisenbergbastion Courtine XVIII Werk XXXVII Fort Prittwitz Werk XXXVI Lehrer Turm Wilhelmsfeste, Werke XIII – XVII Werk XXXVIII Örlinger Turm Vorwerk 14 Illerkanal Vorwerk 13 Ludwigsvorfeste Vorwerk 12 Schwaighofen Werk XLI Fort Friedrichsau Werk XL Fort Safranberg Werk XXXIX Fort Albeck
Übersicht über alle ab 1842 gebauten und/oder geplanten Werke der Bundesfestung und Reichsfestung Ulm
OffK = Offizierskasino, A.R. = Artillerieraum, M.R. = Munitionsraum, Z.R. = Zwischenraumstreiche, St. = Stützpunkt, I.St. = Infanteriestützpunkt, KPM = Kriegspulvermagazin,

Farblegende:
rot: Mauerbauten
dunkelgrün: Glacisanlagen
grün: Wallanlagen
gelbgrün: weiteres militärisches Gebiet
dunkelblau: nasse Gräben/Künetten
dunkelbraun: trockene Gräben
nicht zur Festung gehörend:
hellgrün: Umland
dunkelrot: Bebauungsfläche um 1860
blau: Gewässer


Über diese Seite

Diese Seite dient dazu, meine eigenen Eindrücke der Festung zu zeigen, etwas Wissen zu vermitteln und vielleicht den ein oder anderen Besucher auf die Festung neugierig zu machen, herzukommen und selber zu entdecken – daher werde ich, wo immer es möglich ist, die nächstgelegenen Bus- und Bahnhaltestellen mit angeben. Für eine sehr gute Dokumentation über die Bundesfestung Ulm empfehle ich das Buch „Die Bundesfestung Ulm – Deutschlands größtes Festungsensemble“ von Matthias Burger (ISBN 3-88294-366-1) sowie zusätzlich die DVD „Die Bundesfestung Ulm – Ein Baudenkmal in Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ von Claudius Rehbein – beides beziehbar über den Onlineshop des Förderkreises Bundesfestung Ulm e.V. – es darf selbstverständlich auch beigetreten werden :-)


Geschichtlicher Hintergrund

1805 verlor das Kaisertum Österreich im dritten Koalitionskrieg die Schlacht von Ulm gegen das französische Kaiserreich. Ulm wurde nach Schleifung der Festung um 1800 kurz zuvor wieder notbefestigt, die ursprüngliche Stärke erreichte die Stadt dadurch aber nicht. Napoleon Bonaparte, seit 1799 de facto Staatsoberhaupt Frankreichs und seit 1804 als Napoleon I. Kaiser der Franzosen, sah sich die Schlacht vom Kienlesbergfelsen oberhalb der Stadt an und sagte zum österreichischen Feldmarschall Karl Mack von Leiberich, als dieser die Kapitulation überbrachte: „Wie konnten Sie sich dazu verrennen, sich in einem so elenden Platz wie Ulm verteidigen zu wollen, der nicht einmal den Namen ‚Festung‘ verdient?“. Er ordnete später die Schleifung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Festungsanlagen der ehemals freien Reichsstadt Ulm an. Nur Teile der Dürer'schen Festung am Donauufer und an der Ostseite sowie die Soldatenhäuser an der Nordseite der Altstadt blieben stehen.

Die Jahre 1789 bis 1815 markieren ohnehin den Sturz alter Mächte vor allem in Mitteleuropa, so verloren zwischen 1802 und 1805 die geistlichen Fürsten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation sowie alle Reichsstädte alles Land an die weltlichen Fürsten, die mit diesen Ländereien für die Enteignungen links des Rheins entschädigt wurden. Ulm verlor seinen Status als Freie Reichsstadt, den sie seit 1184 innehatte, im Jahr 1802, und kam an das Kurfürstentum Bayern. Der Besitz Ulms reichte zu dieser Zeit von Geislingen an der Steige bis hinunter vor Illertissen, sie war nach Nürnberg die flächenmäßig größte Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs. Im Vertrag von Compiègne 1810 kam das linke Donauufer an das Königreich Württemberg, während das rechte Ufer bei Bayern verblieb. Hier befanden sich einzelne Höfe, die befestigte Insel und das Dorf Offenhausen. Am 22. April 1811 wurde mit Billigung durch den bayerischen König die Gemeinde „Ulm am rechten Donauufer“ gegründet, die 1814 erstmals „Neu-ulm“ genannt wurde. 1806 wurde eben jenes ohnehin seit dem Westfälischen Frieden von 1648 nur noch auf dem Papier bestehende alte Reich mit der Niederlegung der Krone durch Kaiser Franz II. (gleichzeitig seit 1804 Kaiser Franz I. von Österreich) aufgelöst und Europa kam immer mehr unter französischen Einfluss, Napoleon überzog den Kontinent mit etlichen Kriegen. 1813 verlor Napoleon die Völkerschlacht von Leipzig, bei der alle deutsche Armeen gegen ihn kämpften, und 1815 die Schlacht von Waterloo (Vereinigte Niederlande) gegen die europäischen Großmächte Großbritannien und Preußen sowie deren Verbündete Hannover, Vereinigte Niederlande, Braunschweig und Nassau, woraufhin er auf die britische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt wurde.

Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde die Gründung des Deutschen Bundes beschlossen, dem neben den größeren Flächenländern Preußen, Österreich, Bayern, Hannover, Baden, Sachsen und Württemberg noch zahlreiche kleinere Herzogtümer und Fürstentümer angehören sollten. Vorsitzender dieses Bundes sollte der österreichische Kaiser sein. Außerdem wurde der Bau von vier Bundesfestungen entlang der Rheingrenze zu Frankreich beschlossen, diese sollten in den Städten Landau in der Pfalz (Königreich Bayern), Mainz (Großherzogtum Hessen- Darmstadt), Luxemburg (Großherzogtum Luxemburg) sowie einer weiteren, damals noch nicht festgelegten Stadt im Südwesten des Bundes entstehen. So sollte ein erneuter möglicher Einmarsch Frankreichs auf deutschen Boden verhindert werden können. 1819/20 gab es erste Vorplanungen für eine Festung rund um Ulm. Wenig später wurden diese Pläne vorerst auf Eis gelegt. 1841 wurde auf der Frankfurter Bundesversammlung der Bau von zwei weiteren Bundesfestungen vereinbart – noch eine am Rhein in Rastatt (Großherzogtum Baden) und eine im süddeutschen Hinterland um die Stadt Ulm (Königreich Württemberg) mit einem Brückenkopf auf der bayerischen Seite um die noch sehr junge Gemeinde Neu-Ulm. Eigentlich sollte nur eine der beiden Festungen entstehen, da sich aber Österreich und Bayern (favorisierten Ulm) sowie Preußen, Baden und Württemberg (für Rastatt) letztendlich nicht einigen konnten, wurden beide in Auftrag gegeben. Vor allem Württemberg war anfangs vehement gegen die Ulmer Festung, da sie an der Ostgrenze des Staates entstehen sollte und so aus der Sicht des Landes unwirksam für Württemberg sei.

So entstand beiderseits der Donau auf einer Fläche von 335 ha (etwa die anderthalbfache Fläche des Fürstentums Monaco) die seinerzeit größte Festung Europas, die im Ernstfall mit bis zu 100.000 Soldaten belegt werden sollte. Die Festungswerke selbst konnten mit max. knapp 26.000 Soldaten belegt werden (Ausbaustand 1887), dazu kamen sechs Kasernen (Ulanenkaserne, Kienlesbergkaserne, Schillerkaserne, Friedenskasernen Ulm und Neu-Ulm, Chevauxlegerskaserne), ein Kriegs- und zwei Friedensspitäler. Die Besatzung in Friedenszeiten sollte 5.000 Mann betragen.

Planung

Der erste Plan aus dem Jahr 1841 umfasste 26 Werke:

# Art und ggf. Lage späteres Festungswerk an dieser Stelle heute
1. Fort, oberer Kuhberg Werk XXXII – Fort Oberer Kuhberg Fort Oberer Kuhberg
2. Geschützturm, Roter Berg (Söflingen) Zwischenraumstreiche 4 Fußballfeld TSG Söflingen
3. Fort, unterer Eselsberg Werk XXXIV – Fort Unterer Eselsberg Fort Unterer Eselsberg
4. Fort, oberer Eselsberg Werk XXXV – Nebenwerk Fort Oberer Eselsberg Nebenwerk Oberer Eselsberg
5. Geschützturm, Lehrer Tal Munitionsraum 5 Kreuzung Berliner Ring / Lehrer-Tal-Weg
6. Geschützturm, Michelsberg Werk XXXVII – Fort Prittwitz Fort Prittwitz / Wilhelmsburgkaserne
7. Fort, Albecker Steige Werk XXXIX – Fort Albeck Fort Albeck
8. Geschützturm, Safranberg Nähe Werk XL – Fort Safranberg Kleingärten am Safranberg
9. Geschützturm, Friedrichsau Werk XLI – Fort Friedrichsau Fort Friedrichsau
10. Fort, Offenhausen/Steinhäule Vorwerk 10 (geplant, nicht gebaut) Wohnviertel an der Franz-Lehar-Straße
11. Fort, Offenhausen/Pfuhler Ried Vorwerk 11 (geplant, nicht gebaut)
Nebenartilleriedepot Neu-Ulm
Oldtimer-Fabrik Classic an der Lessingstraße
12. Fort, bei den Riedhöfen Schützengraben 62 Kleingärten im Vorfeld
13. Fort, Ulanen-Linde (heute Wiley Mitte) Vorwerk 13 – Ludwigsvorfeste Ludwigs-Vorfeste
14. Fort, Warmwässerle (heute Illerkanal) Vorwerk 14 – Illerkanal Vorwerk Illerkanal
15. Fort, Koppenwörth nahe der Illermündung
16. Geschützturm, Galgenberg Kleingärten am Galgenberg
17. Fort, unterer Kuhberg Werk XXIX – Fort Unterer Kuhberg Fort Unterer Kuhberg
18. Fort und drei Vorwerke, oberer Michelsberg Wilhelmsfeste: Werk XV Wilhelmsburgkaserne, Werk XV
19. Bastion, mittlerer Michelsberg Werk XII – Wilhelmsburg Wilhelmsburg
20. Bastion, Kienlesberg Courtine XI Westliche Bergfront
21. Bastion, oberer Gaisenberg Werk XIX – Obere Gaisenbergbastion Obere Gaisenbergbastion
22. Courtine zwischen den Werken 20 und 21 Friedensspital am Gaisenberg, Kienlesbergkaserne Kliniken am Michelsberg, etwa entlang der Alpenstraße
23. Obere Stadtfront mit Vorwerk auf der Blauinsel Werke I bis X sowie XXVII und XXVIII Bundesstraße 10/28, Kienlesbergbastion
24. Bastion, unterer Gaisenberg Werk XXI – Untere Gaisenbergbastion Hochschule Ulm
25. Untere Stadtfront Werke XXII bis XXVI Glacis-Anlagen am Staufenring, Pionierkaserne
26. Neu-Ulmer Stadtfront Werke 1 bis 9 Glacis-Park, Ringstraße, Reuttier Straße

Diese vorläufige Planung diente als Grundlage der heute bekannten Planung der Anlage. Die Stadtfronten wurden auf einzelne Werke aufgeteilt, die Werksnummern wurden neu vergeben, beginnend mit den Hauptumwallungen und endend mit den Außenforts. Einige Anlagen wurden verlegt oder ganz gestrichen, so fielen in Neu-Ulm drei der sechs Vorwerke weg, das Riedhof-Vorwerk wurde dann an die Bastion 3 gelegt und nach Osten gedreht. In Ulm traf es die Türme am Galgenberg, am Roten Berg und im Lehrer Tal sowie die Courtine am Michelsberg, dafür wurde die Anlage auf dem Michelsberg vollständig neu als Zitadelle konzipiert. So kommt man in den Planungen um 1842 auf 56 Werke, 1849 sind es noch 52. 1863 wurde ein weiteres Außenfort bei Pfuhl geplant, aber nicht ausgeführt, und ab 1881 entstanden zwei weitere Außenforts auf dem oberen Eselsberg, während 1876 auf dem Michelsberg ein Geschützturm abgetragen wurde, so dass man heute auf 53 zeitgleich existierende und 54 gebaute Werke von insgesamt 59 geplanten Werken kommt.

Bedeutung für Ulm und Neu-Ulm

Der damals etwa 16.000 Einwohner starken Stadt Ulm und der kleinen, erst 1811 gegründeten Gemeinde Neu-Ulm verschaffte der Bau der Festung einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die bis 1802 Freie Reichsstadt Ulm litt seit dem Dreißigjährigen Krieg unter Bevölkerungsrückgang und Geldmangel, und 1810 wurde durch die Übergabe Ulms von Bayern an Württemberg auch das landwirtschaftlich genutzte Hinterland rechts der Donau abgetrennt, auf dem seither das heutige Neu-Ulm entstand. Neu-Ulm bestand zu Baubeginn nur aus einer kleinen Ansammlung von Bauernhöfen auf Höhe des heutigen Donaucenter-Hochhauses und den einst zu Ulm gehörenden Gebäuden und Gartenlauben auf der Insel. Mit dem Bau der Festung, an der zeitgleich bis zu 6.000 Mann arbeiteten, wuchs Ulm zu Ende des 19. Jahrhunderts auf etwa 43.000 Einwohner an, Neu-Ulm wuchs zu einer Kleinstadt heran und bekam 1869 vom bayerischen König Ludwig II. die Stadtrechte verliehen, um 1900 hatte es bereits rund 9.000 Einwohner. Bis 1880 wurden mehrere wichtige Eisenbahnstrecken über Ulm gelegt, deren Bau teilweise über andere Städte, beispielsweise Nördlingen, geplant war: 1846 die Südbahn Ulm – Friedrichshafen, 1850 die Filstalbahn Stuttgart – Ulm, 1854 die Maximiliansbahn Ulm – Salzburg, 1861 die Illertalbahn Ulm – Oberstdorf (von der ab 1878 die Nebenbahn Senden – Weißenhorn und ab 1894 die Nebenbahn Kellmünz – Babenhausen abgezweigt wurden), 1865 die Donautalbahn Donaueschingen – Ulm, die ab 1911 auch nach Regensburg weiterführte und 1875 die Brenzbahn Ulm – Aalen. Dieser massive Ausbau der Eisenbahnstrecken führte auch zu einem wirtschaftlichen Aufschwung der Region rund um Donau und Iller. Im Angriffsfall wären die Dampflokomotiven Württembergs innerhalb der Festung untergebracht worden. 1854 wurde die Lücke zwischen Ulm und Neu-Ulm geschlossen und damit die bayerischen und württembergischen Staatseisenbahnen verbunden. Ohne die Festung und die damit zusammenhängenden Baumaßnahmen wäre aus Ulm und Neu-Ulm wohl kein länderübergreifendes Oberzentrum mit heute über 175.000 Einwohnern bzw. aus der landwirtschaftlich geprägten Region die Wirtschaftsregion Donau-Iller mit beinahe einer Million Einwohner entstanden.

Ulm besaß mit der Bundesfestung die seinerzeit modernste und eine der größten Festungsanlagen Europas und galt praktisch als unneinehmbar. Und doch war sie schon bei der Fertigstellung veraltet. Grund hierfür war die Entwicklung neuer gezogener Geschütze, deren Reichweite sich von 800 Metern auf etwa drei Kilometer verlängerte und deren Treffsicherheit um einiges genauer wurde. Zudem wurden statt Vollstahlkugeln nun Sprenggranaten verwendet, die beim Auftreffen auf Mauern und Erde große Schäden hinterließen. Daher wurden ab 1876 zahlreiche Umbaumaßnahmen vorgenommen, die vor allem die Forts und die Wilhelmsfeste betrafen. Zahlreiche Erdtraversen wurden aufgeschüttet, Mauern und Türme abgetragen, Wälle vergrößert, Hohltraversen ummantelt und ab 1881 zwei neue Forts auf dem Eselsberg errichtet.

Insgesamt wurde die Festung fünfmal armiert:

Die erste Armierung fand während der Märzrevolutionen in den deutschen Staaten im Jahr 1848 statt, hier waren große Teile der Festung noch gar nicht fertiggestellt bzw. es wurde noch nicht einmal mit dem Bau begonnen, lediglich die Wilhelmsburg stand schon nahezu komplett. Da es den Arbeitern der Festung und auch den Bürgern der Stadt jedoch gut ging, fiel die Revolution in Ulm und Neu-Ulm nicht auf fruchtbaren Boden, lediglich im Jahr zuvor gab es Krawalle wegen massiver Brotpreiserhöhungen.

Die zweite Armierung fand während des Oberitalienischen Krieges 1859 statt. Das Königreich Sardinien-Piemont plante zusammen mit Frankreich einen Angriffskrieg auf das mit dem Kaisertum Österreich in Personalunion verbundene Königreich Lombardo-Venezien, woraufhin Österreich ein Ultimatum stellte. Sardinien-Piemont ließ es im Juli 1859 verstreichen und so kam es zur Kriegserklärung. Nachdem Österreich die Schlachten bei Solferino (24. Juni 1859) und Magenta (4. Juli 1859) verlor, kam es zur Armierung der Bundesfestung Ulm und das VIII. deutsche Armeekorps wurde zum Schutz des Oberrheins mobilisiert. Zu diesen Armierungsarbeiten gehörte auch der Bau der Blockhäuser. Nachdem sich der französische Kaiser Napoleon III. und der österreichische Kaiser Franz Joseph am 11. Juli in Villafranca di Verona (Kgr. Lombardo-Venezien) auf einen Waffenstillstand einigten („Vorfrieden von Villafranca“), wurde die Armierung am 21. Juli beendet.

Im Deutschen Krieg von 1866 wurde die Festung ab dem 3. Juli – dem Tag der Schlacht von Königgrätz (Kgr. Böhmen, heute: Hradec Králové) – zum dritten Mal in den Kriegszustand versetzt, d.h. es wurden die Gräben geflutet, Palisaden vor den Forts errichtet, das Schießpulver von den Friedenspulvermagazinen in die Kriegs- und Wallpulvermagazine gekarrt und die Geschütze in Position gebracht. Diese Arbeiten dauerten 17 Tage. Die Aufhebung des Kriegszustandes erfolgte am 23. August 1866 mit der Auflösung des Deutschen Bundes, die österreichische Festungsbesatzung zog am 16. Oktober aus Ulm und Neu-Ulm ab.

Die vierte Armierung fand im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 statt. Durch diplomatische Spannungen nach der Veröffentlichung der Emser Depesche durch den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck erklärte Napoleon III. dem Norddeutschen Bund am 19. Juli 1870 den Krieg, die süddeutschen Staaten stellten sich auf die Seite des Norddeutschen Bundes. Bereits drei Tage vorher begann man mit der Armierung der Festung, am 4. August erfolgte die Versetzung in den Kriegszustand. In der Festung wurden 15.600 Soldaten und 500 Pferde untergebracht, es wurden insgesamt 301 Geschütze aufgestellt. Später wurden die Außenforts hauptsächlich zur Unterbringung französischer Kriegsgefangener genutzt, vor allem die Forts Unterer und Oberer Kuhberg, Unterer Eselsberg und Albeck. Nach dem Sieg über die Franzosen – aus dem Norddeutschen Bund und den süddeutschen Staaten Baden, Hessen-Darmstadt, Bayern und Württemberg entstand mittlerweile das Deutsche Kaiserreich – begann im März 1871 die Desarmierung der Festung.

Die letzte Armierung fand im August 1914 statt, also zu Beginn des 1. Weltkriegs. Hier wurden aber nicht die Festungsbauten an sich armiert — ein Teil war ja bereits abgetragen — sondern es wurde ein System aus Schützengräben, Stützpunkten, Artillerie- und Munitionsräumen und Zwischenraumstreichen ringförmig um Ulm und Neu-Ulm installiert. Dieser Ring hatte einen Umfang von nahezu 40 Kilometern. Die standartisierten Hohlbauten und Stützpunkte wurden im Eilverfahren aus Beton errichtet und von innen mit Wellblech verkleidet. Das Reduit von Fort Friedrichsau erhielt einen Betonpanzer von einem Meter Stärke, und die Werke auf dem oberen Eselsberg wurden ebenfalls nochmals mit Beton verstärkt. Noch während der Armierungsarbeiten wurde klar, dass der Feind, die französische Armee, nicht ins deutsche Kaiserreich vorrücken wurde, und so wurden die Arbeiten am unvollständigen Ring beendet. Die letzten Bauten aus der Epoche waren die Pumpwerke Buchbrunnen und Butzental. Bereits 1916 wurden die meisten Gräben verschüttet und einige Stützpunkte zerstört, da sie allesamt auf Feldern errichtet wurden, ohne vorher die Landwirte zu bemühen. Zwischen 1945 und 1947 wurde der größte Teil dieses Rings durch die U.S. Army gesprengt — rund um Ulm befinden sich heute noch etliche Trümmerhaufen.

Trotz dieser Armierungen kam es in und Ulm während dieser Zeiten nie zu Kriegshandlungen. Die Tatsache, dass die Festung nie in Kriegshandlungen verwickelt wurde, rettete sie im Vertrag von Versailles auch vor der Schleifung, im Gegensatz zu den anderen vier grenznahen Bundesfestungen, die auf Grund der Einrichtung einer Entmilitarisierungszone mit einem Abstand von 50 Kilometern zur neuen französischen Grenze nahezu vollständig abgetragen werden mussten. Beide Städte begannen jedoch schon ab 1904, die Stadtfronten teilweise abzutragen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der äußere Festungsring von 1901 und 1914 fast vollständig gesprengt und in der Nachkriegszeit wurden die meisten Werke dem Verfall überlassen und teilweise, wie beispielsweise die Untere Gaisenbergbastion und das Fort Mittlerer Kuhberg auch abgebrochen. Seit 1974 kümmert sich der Förderkreis Bundesfestung Ulm e.V. um den Erhalt der verbliebenen Gebäude.

Nach der Auflösung des Deutschen Bundes gingen die Festungen in Landeseigentum über, nach der Gründung des Deutschen Reichs auf der württembergischen Seite in Reichseigentum, woraus die Reichsfestung Ulm entstand. Der bayerische Teil der Festung verblieb beim Königreich Bayern. Die Armeen wurden auf beiden Seiten nach wie vor von den Gliedstaaten gestellt. 1921 zog die Reichswehr der Weimarer Republik in Teile der Festungen ein, 1935 die Wehrmacht. Von 1933 bis 1935 wurde im Fort Oberer Kuhberg und im Infanteriestützpunkt Gleißelstetten vom württembergischen Innenministerium ein „Schutzhaftlager“ (eine frühe Art des Konzentrationslagers) betrieben, nachdem das Vorgängerlager Heuberg in Stetten am kalten Markt geschlossen wurde. Einer der bekanntesten Gefangenen im KZ Oberer Kuhberg war der Sozialdemokrat und späterer SPD-Parteivorsitzende Kurt Schumacher. Im Juli 1935 wurden die Gefangenen auf andere Lager, darunter das Konzentrationslager Dachau, verteilt. Im zweiten Weltkrieg wurden die Gewölbe als Luftschutzkeller genutzt, was sich in vielen Fällen als fataler Fehler herausstellte, da der schwere Rauch durch Kamine und Rauchabzüge in die Gewölbe einzog und dort für Erstickungen sorgte. 1945 zogen die Amerikaner in beiden Städten ein und belegten die Hindenburgkaserne (nun Ford Barracks), die Reinhardtkaserne (nun Nelson Barracks) und die Ludendorffkaserne (nun Wiley Barracks), außerdem die ehemalige Wilhelmsfeste ohne die Wilhelmsburg, welche zum Flüchtlingslager mit zeitweise über 4.000 Bewohnern wurde, und die Flandernkaserne.

Teile der Festung werden bis heute vom Militär genutzt, so sitzen in der ehemaligen Wilhelmsfeste und im Fort Prittwitz das Kommando Operative Führung Eingreifkräfte (KdoOpFüEingrKr) der Bundeswehr, ein Feldjägerbataillon und das Heeresmusikkorps 10, an der rechten Front des Forts Unterer Eselsberg befindet sich die Hindenburgkaserne mit dem Gebirgsfernmeldebataillon 210 und an der Kehle des Forts Unterer Kuhberg die Bleidornkaserne (Verwaltung, Dienstleistungszentrum und — zumindest derzeit noch — Kreiswehrersatzamt). Bis 1995 war zudem in der Kienlesbergkaserne ein Teil des II. Korps stationiert. Der Truppenübungsplatz am Lerchenfeld nördlich von Jungingen wird heute von der Rommel-Kaserne Dornstadt genutzt. Zwischenzeitlich wird aber durch die Bundeswehr-Reform die Verlegung des KdoOpFüEingrKr nach Potsdam diskutiert, außerdem soll die Häfte der bundesweit 52 Kreiswehrersatzämter geschlossen werden – die Stadt Ulm hat sich bereits das Vorkaufsrecht auf das Gelände der Bleidornkaserne gesichert. Genaueres wird durch das Bundesministerium der Verteidigung bzw. dessen Minister Thomas de Maizière am 26. Oktober 2011 bekannt gegeben.

In anderen Teilen haben Vereine und Jugendclubs, Schulen und Museen eine Heimat gefunden. In der Defensivkaserne der Oberen Donaubastion befinden sich das Donauschwäbische Zentralmuseum, ein Kinderladen, ein Theater und ein Weinhändler, außerdem auf dem Gelände das Roxy und der Club Schilli sowie eine Skaterhalle in der ehemaligen Reithalle, im Reduit der Mittelbastion hat eine Tauchergruppe ihren Sitz. In der Kienlesbergbastion befindet sich der Club Action, in der Oberen Gaisenbergbastion ein Verlag, in der Caponniere XX der Jazzkeller Sauschdall und der Club CAT. In der Unteren Gaisenbergbastion gibt es ein von Studenten betriebenes Café und der Club 15, im Reduit der Unteren Donaubastion zwei Archive und eine Schule und in den Donautürmen weitere Jugendclubs. Auf der Neu-Ulmer Seite wird das Eisenbahnblockhaus der Courtine 2 als Speisesaal und Galerie genutzt, die Caponniere 4 als kultureller Treffpunkt, die Courtine 6 als Wasserspielplatz und Biergarten, die Caponniere 8 von einem Naturschutzverein und das Kriegspulvermagazin II vom Förderkreis Bundesfestung. Von den Forts werden belegt: Das Fort Unterer Kuhberg durch eine Schule, eine Akademie und eine Narrenzunft, das Fort Oberer Kuhberg vom Förderkreis und vom Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, das Fort Unterer Eselsberg von Pfadfindern, dem Ulmer Zelt und weiteren Vereinen und das Fort Albeck von Pfadfindern. Die Ludwigsvorfeste teilen sich ein japanisches Restaurant, eine Steinwerkstatt, der Festungsbiergarten und die Mittelalterschänke. Die wenigsten Festungwerke stehen also leer, dazu zählen ein Großteil der Wilhelmsburg, der Söflinger Turm, der Örlinger Turm, die Forts Safranberg, Nebenwerk Oberer Eselsberg, die Vorwerke Illerkanal und Schwaighofen und kleinere Räume des Festungsrings. Im Vorwerk Illerkanal findet regelmäßig im Sommer das Vorwerkfest statt.

Die Festung heute: Abbrüche und Denkmalschutz

Während die Festung zwischen 1945 und den 1970ern schwer vernachlässigt und viele Teile zerstört wurden, begann der Ulmer Tierarzt Dr. Otmar Schäuffelen 1967 mit Aufräumarbeiten am Fort Oberer Kuhberg. Dieses Engagement führte 1974 zur Gründung des Förderkreises Bundesfestung Ulm, dessen Mitglieder sich heute ehrenamtlich um die Festungsanlagen kümmern und Interessierten auch Führungen anbieten. Am ersten Sonntag im Monat um 14:00 findet eine kostenlose Regelführung im Fort Oberer Kuhberg statt, am dritten Sonntag im Monat um 11:00 eine auf der Wilhelmsburg. Desweiteren bietet das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg jeden Sonntag Führungen im Reduit und der Flankengalerie des Forts Oberer Kuhberg an.

Bereits 1920 wurden die beiden Ulmer Tore unter Schutz gestellt, 1960 wurden erstmals große Teile der noch bestehenden Ulmer Bundesfestungsanlagen unter Denkmalschutz gestellt, 1973 folgte die gesamte noch bestehende Neu-Ulmer Festung. 1980 wurden noch mehr Werke unter Schutz gestellt, darunter die Forts Unterer Kuhberg, Unterer Eselsberg und Prittwitz, und 2001 erfolgte schließlich der Denkmalschutz für das Gesamtwerk. Leider wurde und wird der Denkmalschutz zeitweise als sehr dehnbarer Begriff von der Kommunalpolitik und insbesondere von Gewerbetreibenden aufgefasst. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wurden immer wieder unnötig Werke abgebrochen, darunter das für Neu-Ulm identitätsstiftende Augsburger Tor, die Untere Gaisenbergbastion alias Gaisenbergkaserne und viele Werke der äußeren Armierungsstellung. Diese Abbrüche setzen sich bis in die heutige Zeit fort, zwischen 2006 und 2009 wurde der bis dahin unter einem alten Rasthof schlummernde Infanteriestützpunkt Jungingen-West schrittweise illegal im Auftrag eines Großunternehmers abgebrochen. Auf der anderen Seite tun Städte, Vereine und Gewerbetreibende auch viel, um die übrigen Gebäude zu erhalten oder zumindest den Verfall aufzuhalten. So wurde bereits das schon verloren geglaubte Fort Söflinger Turm wieder hergestellt, mehrere Gebäude restauriert und neu bedacht und bis heute werden immer wieder Rodungsarbeiten auf den Hohlbauten durchgeführt, ohne die die Wurzeln der Bäume und anderer Pflanzen in die Mauerwerke eindringen und diese zerstören würden. Zum 150-jährigen Jubiläum der Fertigstellung der Festung wurde 2009 der Festungsweg installiert, auf dem Fußgänger einmal um die gesamte Stadtumwallung laufen können. In der Nähe der Festungswerke wurden Stahlstelen aufgestellt, auf denen man zusätzliche Informationen zum jeweiligen Werk bekommt. Als einziges Außenfort bekam das Fort Oberer Kuhberg ebenfalls eine solche Stele.

Insgesamt sind heute noch rund zwei Drittel der Festung trotz der Abbrüche vollständig oder teilweise erhalten.

Erhaltungszustand der Festung
Erhaltungszustand der Bundes- und Reichsfestung Ulm heute (Stand Oktober 2011) mit heutigen Bezeichnungen.

Aufbau

Anders als bei vielen Festungen in Deutschland, die im Bastionärsystem errichtet wurden, wurden die Festungen Ulm und Rastatt im Polygonalsystem gebaut. Dieses System zeichnet sich durch lange Geraden aus, deren Eckpunkte durch Grabenstreichen (Caponnieren), Schanzen (Flèchen) und Wallschilde (Ravelins) verteidigt wurden. Auf diese Weise erreichte man, dass es an der gesamten Feindseite nicht einen Quadratmeter Toten Winkel gab. Ulm galt bis zur Entwicklung der gezogenen Geschütze als praktisch unneinnehmbar.

Grundriss Werk XXXVI
Grundriss des Hauptwerks Oberer Eselsberg

Erbaut wurde die Festung zwischen 1842 (Baubeginn der Wilhelmsburg) und 1859 (Fertigstellung des Forts Albeck) unter der Leitung des preußischen Ingenieurs Major Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron für Württemberg und Theodor Ritter von Hildebrandt für Bayern. Beim Bau der Festung waren zeitweise 6.000 Arbeiter gleichzeitig im Einsatz, um die Festung zu errichten. Von Prittwitz galt seinerzeit als strenger Baudirektor, so war unter anderem Alkohol strengstens verboten, er sorgte aber auch für eine der ersten Sozialversicherungen Europas, in dem er einen Teil des Lohns der Arbeiter einbehielt und diesen in eine Kasse einzahlte. Verletzte sich ein Arbeiter oder kam er sogar um, erhielt seine Familie das Geld aus der Versicherung. Heute ist das die Normalität, für die Mitte des 19. Jahrhunderts war dies aber eine sehr fortschrittliche Praxis. Die Baukosten betrugen rund 16,5 Mio. Gulden – ein Arbeiter bekam damals im Durchschnitt 40 Kreuzer pro Arbeitstag, eine Maß Bier lag bei 8 Kreuzern.

Der innere Festungsring um beide Städte bestand aus elf Bastionen, zwei Wallschilden (Ravelins), einer Schanze (Flèche), zwei Contregarden, einer Bastionskatze (Cavalier), einem umlaufenden Graben (im Talbereich nass, im Bergbereich trocken) und der Zitadelle Wilhelmsfeste auf dem Michelsberg. Er beherbergte fünf große Kriegspulvermagazine und fünf Defensivkasernen. Nach außen führten acht Tore, davon waren drei nur für Fußgänger ausgelegt, zu diesen Toren kamen noch fünf Bahntore (Stand 1900). Die Donau wurde im Angriffsfall mit eingeschlagenen Pfählen gesichert, zwischen denen eine Kette mit einem Glieddurchmesser von ca. einem Meter gespannt wurde, außerdem wurden zu deren Schutz zwei Geschütztürme installiert. Des Weiteren befinden sich rund um die Festung 16 Forts (von ursprünglich 18 geplanten), von denen zwei erst nach 1880 errichtet wurden und eins vor 1880 abgebrochen wurde. Vier ursprünglich geplante Forts und ein nachträgliches wurden aus Kostengründen gestrichen. Bei vollem Ausbau bis 1900 hätte der Verteidigungsring aus 21 Forts bestanden. Die Verteidigungslinie aus den 1900ern weist zwölf Infanteriestützpunkte auf, davon waren zwei an der Böfinger Halde, drei südlich der Gemeinde Jungingen, zwei bei Lehr, einer in den Söflinger Weinbergen, zwei in den Eselsberg-Werken, einer bei Gleißelstetten und einer vor Pfuhl untergebracht. Im Lehrer Tal wurde zudem eine Pumpstation angelegt. Die Hauptkampflinie von 1914 sollte insgesamt 92 Schützengräben und Stützpunkten bestehen, dazu mindestens 20 Artillerieräume, zehn Munitionsräume, drei weiteren Pumpstationen und neun Zwischenraumstreichen. Als um 1916 klar wurde, dass die Franzosen nicht in das Reich einmarschieren würden, wurden die Arbeiten an diesem letzten Festungsring abgebrochen und etliche bereits entstandene Werke wieder zugeschüttet. Innerhalb der Festung befanden sich um 1910 zwei Proviantämter, zwei Friedenskasernen, drei weitere Kasernen, zwei Gefängnisse zivil und militärisch), jeweils zwei evangelische und katholische Garnisonskirchen, zwei Lazarette und die kaiserliche Fortifikation. Außerhalb der Festung befanden sich zwei weitere Kasernen sowie eine Ansammlung von Schuppen und Magazinen am Kuhberg. Zu Beginn des Festungsbaus wurde im Reichenauer Hof die Festungsbaudirektion untergebracht und westlich der Gemeinde Neu-Ulm der Festungsbauhof angelegt. Die Direktion wurde mit der Eröffnung der Kaiserlichen Fortifikation 1879 geschlossen, der Bauhof 1858. Nach der Wallniederlegung wurden die Donaubastionen, die Wilhelmsburg und die Untere Gaisenbergbastion zu reinen Kasernen umfunktioniert sowie in Zeiten der Reichswehr und Wehrmacht sechs weitere Kasernen errichtet. 1938 wurde der Status der Festungsstadt endgültig aufgehoben, nachdem die Festung selbst schon seit dem Ende des ersten Weltkriegs weitgehend leerstand.

Sieht man sich die Gebäude der Festungsanlage an, so fällt einem schnell auf, dass der Großteil der Ulmer Seite aus Kalkstein gebaut wurde (Ausnahmen sind die Forts auf dem Eselsberg sowie das Blaubeurer Tor), während die Neu-Ulmer Festung mit Ziegelsteinen errichtet wurde. Für die Ulmer Seite wurden im nahegelegenen Blautal z. B. allein für die Wilhelmsburg 300.000 Tonnen Kalkstein abgebrochen und per Karren auf die Baustelle gebracht. Die Nummerierung der Werke erfolgte auf der württembergischen Seite mit römischen Zahlen, auf bayerischer mit arabischen Ziffern. Und der Festungsring am rechten Ufer ist nahezu vollkommen symmetrisch aufgebaut – er besteht aus vier jeweils 600 Meter langen Fronten, die in der Mitte jeweils zwei Tenaillen und eine Caponniere sowie an den Seiten je eine Bastionsseite enthalten.

Zeittafel
1841 Beschluss des Baus einer Bundesfestung um Ulm und Neu-Ulm auf der Frankfurter Bundesversammlung, erste Vorplanungen beginnen
1842 Ankauf des Reichenauer Hofs und Unterbringung der Festungsbaudirektion darin
Baubeginn Wilhelmsburg und Wilhelmsfeste
1843 Baubeginn obere Stadtfront, obere Donaufront, westliche und östliche Bergfront
1844 Baubeginn Stadtumwallung Neu-Ulm
Grundsteinlegung in Ulm und Neu-Ulm
Inbetriebnahme des Festungsbauhofs
1845 Baubeginn untere Stadtfront und untere Donaufront
1846 Baubeginn Forts Albeck und Unterer Kuhberg sowie Hornwerk XXX
1847 Baubeginn Fort Avancé
1848 Baubeginn Lehrer Turm und Forts Oberer Kuhberg und Unterer Eselsberg
Legung des Schlusssteins in der Wilhelmsburg
erste Armierung im Zuge der Märzrevolutionen
1849 Fertigstellung der Wilhelmsburg
Proviantamt Neu-Ulm: Bau der Militärbäckerei 2
1850 Fertigstellung der Stadtumwallung Neu-Ulm
Baubeginn Örlinger Turm, Vorwerk Schwaighofen, Ludwigsvorfeste, Neu-Ulmer Kriegspulvermagazine und Kriegsspital
1851 Baubeginn Vorwerk 14
1852 Fertigstellung der westlichen Bergfront, des Lehrer Turms und des Örlinger Turms
Baubeginn Bahntor in Courtine 2
Proviantamt Neu-Ulm: Baubeginn Magazin I (Militärbäckerei 1)
Baubeginn Fort Friedrichsau
1853 Fertigstellung der Kriegspulvermagazine, der Neu-Ulmer Vorwerke und des Bahntors in Courtine 2
1854 Fertigstellung Forts Avancé und Friedrichsau, Kriegsspital und Militärbäckerei 1
1855 Fertigstellung der Stadt- und Donaufronten
Baubeginn der Forts Söflinger Turm, Mittlerer Kuhberg und Safranberg
Baubeginn der Blockhäuser der Courtinen 4 und 6
1856 Fertigstellung der Forts Unterer Eselsberg und Söflinger Turm
Baubeginn der Blockhäuser der Courtine 8
1857 Fertigstellung der Wilhelmsfeste und der Forts Mittlerer und Oberer Kuhberg
Baubeginn der katholischen Garnisonkirche Neu-Ulm
1858 Fertigstellung der östlichen Bergfront, des Hornwerks XXX und der Forts Unterer Kuhberg und Safranberg
Schließung des Festungsbauhofs
1859 Fertigstellung Fort Albeck und der Neu-Ulmer Blockhäuser
Bau der Blockhäuser in den Werken I, III, IV, VII, IX, XIX, XXII, XXIX, XXX und XXXIX
zweite Armierung im Zug des Oberitalienischen Kriegs
Baubeginn: Gegenminen im Fort Oberer Kuhberg
1860 Fertigstellung der katholischen Garnisonkirche Neu-Ulm
Baubeginn Proviantamt Ulm und beider Friedenskasernen
1861 Proviantamt Neu-Ulm: Baubeginn Magazin II
Baubeginn Kriegslaboratorium hinter Courtine XXII
1862 Fertigstellung der Gegenminen im Fort Oberer Kuhberg
Fertigstellung Proviantamt Ulm und Magazin II im Proviantamt Neu-Ulm
Baubeginn der Friedensspitäler
1863 Fertigstellung der Friedenskaserne Ulm und des Kriegslaboratoriums
Bepflanzung des Neu-Ulmer Glacis
Proviantamt Neu-Ulm: Baubeginn Magazin III
Baubeginn evangelische Garnisonkirche Neu-Ulm
Umbenennung des Forts Avancé in Fort Prittwitz
Planung eines Vorwerks am Pfuhler Kapellenberg
1864 Fertigstellung Magazin III
1865 Einbau der Mittleren Durchfahrt durch die rechte Flankenbatterie der Courtine 4
Baubeginn Kienlesbergspital und Chevauxlegers-Kaserne
1866 Dritte Armierung im Zuge des Deutschen Krieges
Abzug der österreichischen Festungsbesatzung im Oktober
Fertigstellung der Friedensspitäler und des Kienlesbergspitals
Ummantelung aller fünf Kriegspulvermagazine
Ende der Planungen und Streichung des Kapellenberg-Vorwerks
1867 Fertigstellung der Chevauxlegers-Kaserne, der Friedenskaserne Neu-Ulm und der evangelischen Garnisonkirche Neu-Ulm
Bau des Bahntors in Courtine VIII
1868 Umbau des Kienlesbergspitals zur Kienlesbergkaserne
1869 Verleihung der Stadtrechte an die Gemeinde Neu-Ulm durch König Ludwig II. von Bayern
1870 Vierte Armierung im Zuge des deutsch-französischen Krieges
1871 Ende der Armierung
Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs wird die Bundesfestung zur Reichsfestung
1872  
1873 Auffüllung des Grabens um das Kriegsspital, Umwidmung zur Artilleriekaserne
Beginn der Erweiterung des Bahntors in Courtine 2 von einer auf drei Durchfahrten
1874  
1875 Fertigstellung des Bahntor-Umbaus in Courtine 2
Beginn des Einbaus eines Bahntors in Courtine XXII
1876 Abbruch des Lehrer Turms
Baubeginn Kaiserliche Fortifikation
1877 Fertigstellung des Bahntors in Courtine XXII
Kaiserliche Fortifikation: Ankauf des Gebäudes an der heutigen Ecke Neutorstraße/Olgastraße
Umbaubeginn: Erweiterung des Augsburger Tors von einer auf zwei Durchfahrten und Abbruch des Torturms
Beginn des Umbaus von Fort Prittwitz
1878 Fertigstellung der Umbaumaßnahmen am Augsburger Tor
Umbau der Courtine XVIII und des Bahntors in der oberen Stadtkehle
Beginn der Umbaumaßnahmen am Fort Oberer Kuhberg
1879 Fertigstellung der Kaiserlichen Fortifikation
1880 Fertigstellung der Umbaumaßnahmen am Fort Prittwitz
Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen an nahezu allen Werken der Reichsfestung Ulm
1881 Baubeginn Hauptwerk Oberer Eselsberg
1882 Fertigstellung der Umbaumaßnahmen am Fort Oberer Kuhberg
Baubeginn Schillerkaserne
1883 Baubeginn Nebenwerk Oberer Eselsberg
1884  
1885 Tieferlegung des Werkstors am Fort Safranberg
1886  
1887 Fertigstellung der Werke am oberen Eselsberg
1888 Bau eines Ausgangs vom Reduit auf den Werkshof vom Fort Unterer Eselsberg
Tieferlegung des Werkstors am Fort Oberer Kuhberg
1889 Bau der Arresthäuser
Baubeginn der Wohnsiedlung auf dem Michelsberg
1890 Bau verschiedener Schuppen und Magazine auf dem mittleren Kuhberg
Baubeginn: Umbau des Forts Unterer Kuhberg zur Unteren Kuhbergkaserne
Bau der Kasernengebäude in der Wilhelmsfeste, somit Gründung der Wilhelmsburgkaserne
1891 Fertigstellung der Schillerkaserne
1892 Baubeginn Nebenartilleriedepot Neu-Ulm
1893 Fertigstellung Nebenartilleriedepot Neu-Ulm
1894 Aufstockung der Artilleriekaserne Neu-Ulm
Beginn der Aufstockung des Reduits der Unteren Donaubastion
1895 Bau der Exizierhalle der Friedenskaserne Ulm
1896 Fertigstellung der Aufstockung der Unteren Donaubastion
Aufstockung des Reduits der Unteren Gaisenbergbastion
Durchbruch in der linken Front von Fort Albeck auf 60 Metern Länge
Durchbruch eines Fußgängerdurchgangs an der Caponniere der Courtine 8
1897  
1898 Bau des Neu-Ulmer Wasserturms auf dem ehemaligen Kriegspulvermagazin II
1899 Abbruch des Dachausstiegs auf dem Fort Söflinger Turm
1900  
1901 Baubeginn: Munitionsanstalt Kuhberg
Baubeginn Infanteriestützpunkte Haslach, Jungingen-Ost, Jungingen-Mitte, Jungingen-West, Weinberge und Gleißelstetten
1902 Aufkauf der Hauptumwallung durch die Städte Ulm und Neu-Ulm
Beginn des Abbruchs von Courtine XXII
Fertigstellung der Infanteriestützpunkte
Baubeginn katholische Garnisonkirche Ulm
1903 Fertigstellung der Wohnsiedling am Michelsberg
Abbruch der Blauflèche, der Courtine VIII und der rechten Werksseite der Oberen Gaisenbergbastion
Bau der Munitionsanstalt Eselsberg
Baubeginn Infanteriestützpunkt Böfingen
Verstärkungen des Forts Oberer Kuhberg und der Werke auf dem oberen Eselsberg
1904 Fertigstellung der katholischen Garnisonkirche Ulm
Fertigstellung Infanteriestützpunkt Böfingen
Abbruch der Courtinen II und VI, der Ravelins III und VII und Contregarde XXIII
Bau der Pumpstation Lehrer Tal
Umbau der Donaubastionen in Kasernen (Pionierkaserne und Artilleriekaserne)
Umwidmung der Unteren Gaisenbergbastion zur Gaisenbergkaserne
1905 Abbruch der Mittelbastion
Erweiterung der Schillerkaserne
Baubeginn Infanteriestützpunkt Lehr
Abbruch des Anschlusses der Courtine XVIII an die Wilhelmsburg
1906 Durchbruch der Bahnhofstraße an Courtine 2
1907 Fertigstellung Infanteriestützpunkt Lehr
Baubeginn Infanteriest&uiuml;tzpunkt Kapellenberg
1908 Baubeginn Infanteriestützpunkt Spitzäcker
Baubeginn Evangelische Garnisonkirche Ulm
1909 Fertigstellung Infanteriestützpunkt Kapellenberg
Abbruch rechte Werksseite Halbbastion 1, Courtine 2 und linke Werksseite Bastion 3
Baubeginn Ulanenkaserne
1910 Fertigstellung der Unteren Kuhbergkaserne, Aufstockung des Reduits
Fertigstellung der Evangelischen Garnisonkirche Ulm
Fertigstellung Infanteriestützpunkt Spitzäcker
Durchbruch der Memminger Straße an der Bastion 5
Durchbruch der Schützenstraße an der Courtine 8
Auffüllung des Rondengangs und des Grabens der Courtine 8, Abbruch des rechten Blockhauses
Sprengung der Caponniere 2
1911 Beginn Erweiterung Infanteriestützpunkt Lehr
1912  
1913 Fertigstellung der Munitionsanstalt Kuhberg
Fertigstellung der Erweiterung des Infanteriestützpunkts Lehr
Baubeginn Doppelkompaniegebäude der Friedenskaserne Ulm
1914 Baubeginn der Armierungsstellung
Verstärkung der Werke am oberen Eselsberg
1915 Fertigstellung des Doppelkompaniegebäudes der Friedenskaserne Ulm
Bau der Pumpstationen Butzental und Buchbrunnen
1916 Verschüttung des Stützpunkts 8
Sprengung des Stützpunkts 18
Abbruch der Courtine XX
Fertigstellung der Ulanenkaserne
1917 Beginn der Auffüung des Grabens von Courtine XVIII
1918 Abzug der Armeen aus Ulm und Neu-Ulm nach Abschaffung der Monarchien
Schließung der Gaisenbergkaserne und der Chevauxlegers-Kaserne
1919 Abbruch der Escarpe von Courtine 4
1920 Umwidmung der Katholischen Garnisonkirche Ulm zur Pfarrkirche St. Georg
Umwidmung der Katholischen Garnisonkirche Neu-Ulm zur Pfarrkirche St. Johann Baptist
Umwidmung der Evangelischen Garnisonkirche Ulm zur Pauluskirche
Das Ehinger Tor, das Blaubeurer Tor und die Contregarde IX werden von der Landesregierung Württembergs unter Denkmalschutz gestellt
1921 Belegung nahezu aller Kasernen durch die Reichswehr der Weimarer Republik
Abbruch des Blockhauses am Fort Oberer Kuhberg
1922 Umbaubeginn der Pfarrkirche St. Johann Baptist
1923  
1924  
1925 Ende des Abbruchs der Courtine XXII
1926  
1927 Fertigstellung des Umbaus der Kirche St. Johann Baptist
1928 Austausch der Erdbedeckung der Wilhelmsburg durch ein Ziegeldach
1929  
1930  
1931 Entdeckelung des Bahntors in Courtine XX
Verschüttung des Wachtraums 1 von Stützpunkt 37
1932 Einebnung Wall und Graben der Courtine 4
1933 Einrichtung eines als „Schutzhaftlager“ getarnten Konzentrationslagers im Fort Oberer Kuhberg mit weiteren Räumen im Infanteriestützpunkt Gleißelstetten
1934 Bau der Boelckekaserne und der Bleidornkaserne
1935 Bau der Reinhardtkaserne, der Hindenburgkaserne, der Flandernkaserne und der Ludendorffkaserne
Übernahme der älteren Kasernen durch die Wehrmacht
Auflösung des „Schutzhaftlagers Oberer Kuhberg“, Verlegung der Gefangenen auf andere Konzentrationslager
1936 Abbruch des Kriegspulvermagazins I an der Bastion 3
1937 Belegung der neuen Kasernen
Übernahme des Flugplatzes Schwaighofen durch die Wehrmacht
1938  
1939  
1940  
1941  
1942  
1943  
1944 Detonation des als Blindgängerlager genutzten Forts Mittlerer Kuhberg
Beschädigungen bei Luftangriffen an der Wilhelmsburg, den Forts Albeck, Unterer Eselsberg und Unterer Kuhberg, an der Redoute XVI, der Caponniere IV, der Courtine 6, der Bastion 5, der Unteren Gaisenbergbastion und des Nebenwerks Oberer Eselsberg
Zerstörungen durch Bombentreffer: Magazin II des Proviantamts Neu-Ulm, Südhälfte des Proviantamts Ulm, Friedenskasernen Ulm und Neu-Ulm, Friedensspital Neu-Ulm, Chevauxlegers-Kaserne zum großen Teil, Schillerkaserne und Ulanenkaserne
1945 Abtrag des Daches der Wilhelmsburg
Abtrag der beiden Obergeschosse des ehemaligen Kriegsspitals
Sprengung der Stützpunkte Böfingen (Trümmer verschüttet), Haslach, Jungingen-Ost, Jungingen-Mitte (Trümmer verschüttet), Spitzäcker (Trümmer verschüttet), Lehr, 14 (nur Untertrete- und Verbandräume, Wachträme und Trümmer verschüttet), 21 (Trümmer verschüttet), Weinberge, 37 (Trümmer verschüttet), 45 und 54 (Trümmer verschüttet)
Teilsprengung und Verschüttung des Infanteriestützpunkts Jungingen-West
Sprengung der Artillerieräme 3, 13 (Trümmer beseitigt), 15, 19 und 20 (Trümmer beseitigt)
Sprengung der aller Zwischenraumstreichen außer Nr. 6, Trümmer beseitigt außer von Nr. 5
Sprengung der Munitionsräume 4 (Trümmer verschüttet), 5, 9 (Trümmer verschüttet) und 10 (Trümmer verschüttet)
Sprengung der Pumpstationen Butzental und Lehrer Tal
1946 Reparatur des Friedensspitals Neu-Ulm
Einebnung des linken Flankenwalls und Teilabbruch der Kehlmauer des Forts Söflingen
Durchtrennung des Walls der Ludwigsvorfeste auf Höhe der Schultercaponnieren
Beginn der erneuten Überbauung der Caponniere und Abbruch der Flankenbatterien und der Blockhäuser der Courtine 4
1947 Sprengung des Munitionsraums 6
1948 Austausch der Erdbedeckung des Örlinger Turms durch einen Zementglattstrich
1949  
1950 Reparatur der Kriegsschäden am Reduit der Pionierkaserne (oberstes Stockwerk modern gestaltet)
1951 Umbenennung der Ludendorffkaserne in Wiley Barracks
Umbenennung der Reinhardtkaserne in Nelson Barracks
Umbenennung der Hindenburgkaserne in Ford Barracks
1952  
1953  
1954 Einebnung der restlichen Bastion 3
Beendigung der Abbrucharbeiten an der Courtine 4
1955 Einebnung und Überbauung des linken Glacis vom Fort Oberer Kuhberg
1956  
1957 Abbruch des &šuml;stlichen Luftgangs von Kriegspulvermagazin Kienlesberg
1958 Abbruch des Augsburger Tors und dem Rest der Halbbastion 1
1959 Beginn der Abbrucharbeiten am Fort Mittlerer Kuhberg
1960 Beendigung der Auffüllung des Grabens von Courtine XVIII
Ende des Abbruchs vom Fort Mittlerer Kuhberg
Beginn der Abbrucharbeiten an der Gaisenbergkaserne
Die Werke IV, VI, X–XXI, XXVIII, XXXII und XXXVIII–XLI werden unter Denkmalschutz gestellt
1961 Abbruch der Caponniere der Mittelbastion
1962  
1963 Abbruch des rechten Flankenturms von Fort Friedrichsau
Umwidmung der evangelischen Garnisonkirche Neu-Ulm zur Petruskirche
1964  
1965  
1966 Beendigung der Abbrucharbeiten an der Gaisenbergkaserne
1967 Vereinigung der Flandernkaserne mit der Wilhelmsburgkaserne
teilweise Einebnung der Wallanlagen und Kasernengebäude in der Wilhelmsfeste
Beginn der Aufräumarbeiten am Fort Oberer Kuhberg
1968 Abbruch der Contregarde IX
Teilabbruch des Blaubeurer Tors
1969  
1970 Reparatur des Flankenturms der Redoute XVI
1971 Sprengung des Hauptwerks Oberer Eselsberg mit Ausnahme der Grabenanlage und des rechten Flankenwalls
Der Untere Donauturm und das Reduit der Unteren Donaubastion werden unter Denkmalschutz gestellt
1972  
1973 Die Fronten 5–7 und 7–9 sowie die Vorwerke Neu-Ulms werden unter Denkmalschutz gestellt
1974 Gründung des Förderkreises Bundesfestung Ulm e.V.
Der Denkmalschutz für die Werke auf dem oberen Eselsberg wird beantragt
1975 Umgestaltung der Kehlseite der Ludwigsvorfeste durch den Bau der Europastraße
Abbruch des Friedensspitals Neu-Ulm und der Reste der Chevauxlegers-Kaserne
Die Reste des äußeren Friedrichsau-Tors werden unter Denkmalschutz gestellt
1976  
1977 Sanierung des Reduits von Fort Albeck
1978  
1979  
1980 Umgestaltung und Einbindung der Courtine 6, der Bastionen 5 und 7 und des Forts Friedrichsau in die Parkanlagen Glacis und Friedrichsau – diese sind die Orte der Landesgartenschauen 1980
Beginn der Sanierung des Reduits vom Fort Unterer Kuhberg
Die Werke XXIV (Escarpe), XXVI, XXVII, XXIX, XXX, XXXIV und XXXVII werden unter Denkmalschutz gestellt
1981 Sanierung der rechten Flanke der Unteren Gaisenbergbastion
Beginn der Sanierung des Forts Söflinger Turm
1982 Beendigung der Sanierungen an den Forts Söflinger Turm und Unterer Kuhberg
1983  
1984  
1985 Abdichtung der Kamine der Wilhelmsburg
Reparatur des Reduits vom Fort Unterer Eselsberg
Sanierung der Ludwigsvorfeste durch die U.S. Army
1986 Beginn der Sanierung der Wilhelmsburg
Verkauf der Wilhelmsburg an die Stadt Ulm für 1 DM
1987  
1988  
1989 Beendigung der Sanierungsarbeiten an der Wilhelmsburg
1990 Verschüttung des Infanteriestützpunkts Kapellenberg
1991  
1992 Abbruch des Untertreteraums und der Wachträume 3 und 4 des Stützpunkts 3
1993 Freilegung der Caponniere 4 durch den Abbruch der Möbelfabrik
1994 Beginn der Rodung des Grabens und des gedeckten Wegs der Courtine XI
1995 Abbruch des Stützpunkts 76
Beginn der Sanierung des Forts Safranberg
1996 Beginn der Sanierung der Oberen Donaubastion
1997  
1998  
1999 Ende der Rodungsarbeiten an Courtine XI
Abbruch der Untertrete- und Verbandräume und der Wachträume 3 und 4 des Stützpunkts 63
2000 Ende der Sanierungsarbeiten an der Oberen Donaubastion
2001 Austausch der Erdbedeckung der Caponniere 8 durch ein Blechdach
Verschüttung der Trümmer der Zwischenraumstreiche 5
Der gesamte Rest der Festungsanlagen wird unter Denkmalschutz gestellt
2002 Beseitigung der Überreste des Blockhauses und des Pulvermagazins von Ravelin VII nach dem Abbruch des alten Praktiker-Baumarkts
Sanierung der Oberen Gaisenbergbastion
2003 Abbruch der Exerzierhalle der Bastion 3
Abbruch der Militärbäckerei 2 des Proviantamts Neu-Ulm
2004  
2005 Beginn der Restauration der Caponniere 4
2006 Abbruch der Nachkriegsbauten im Hornwerk
Teilabbruch des Infanterieraums des Infanteriestützpunkts Jungingen-West nach dessen Freilegung
2007 Ende der Restauration der Caponniere 4
Rodung der Ludwigsvorfeste
2008 Die Caponniere 4 und die Ludwigsvorfeste sind zentrale Bestandteile der Landesgartenschau 2008
2009 Abbruch des Infanteriestützpunkts Jungingen-West
Rodung der Caponniere 6
2010 Abbruch der Nachkriegsbauten am Örlinger Turm
Rodung der Bastion 5
Freilegung der Grundmauern der Bastion 3
2011 Abbruch der Grundmauern der linken Werksseite der Courtine 4