
Lage und heutige Nutzung
Die Halbbastion 1 lag direkt unterhalb der heutigen Gänstorbrücke an der Donau, südlich schloss die Courtine 2 auf Höhe der Rückseite der heutigen Spielothek
an.
Verkehrsanbindung
• Linie 7 Jungingen – Willy-Brandt-Platz, Haltestelle Augsburger Tor
• Linie 77 Ulm – Holzschwang, Haltestelle Augsburger Tor
• Linie 89 Ulm – Pfuhl Seehalle, Haltestellen Augsburger Tor und Lessing-Gymnasium
Festungsteile in der Umgebung
Werke der Bundesfestung:
• Werk XXV Unterer Donauturm (150 m nordöstlich)
• Werk XXVI Untere Stadtkehle (100 m nördlich)
• Courtine 2 mit Bahntor (direkt südlich anschließend)
• Vorwerk 10 (1,6 km nordöstlich, nicht gebaut)
• Vorwerk 11 (1,6 km östlich, nicht gebaut)
Sonstige Gebäude der Reichsfestung:
• Katholische Garnisonskirche Neu-Ulm (460 m südwestlich)
• Pionierkaserne (100 m nördlich)
• Offizierskasino Neu-Ulm (150 m südwestlich)
Aufbau und Baugeschichte des Werks
Die Halbbastion (eine vollständige Bastion entstand auf Neu-Ulmer Seite durch das Zusammentreffen zweier Frontenden mit Schildmauern und Mörserbatterie) wurde zwischen 1844 und 1850 unter den
bayerischen Oberleutnants Lutz, Graf Ysenburg und Schönnamsgruber errichtet und konnte bis zu 66 Mann aufnehmen. Sie bestand aus Wall, Escarpe, trockenem Graben, Künette, Glacis, dem
Donauanschluss, der die Künette dort in die Donau ausließ, zwei Blockhäusern beiderseits des Donauanschlusses (das innen liegende als Anschlussblockhaus, das äußere als
Wachblockhaus 1) und dem Augsburger Tor. Dazu kamen ein Heumagazin und ein Schlachthaus hinter dem Wall.
1877 wurde das Tor auf zwei Durchfahrten sowie um eine zusätzliche Poterne in die Kasematten erweitert, der Geschützstand auf dem Dach des Tors wurde dabei durch eine Erdtraverse ersetzt.
1909/10 wurde der Wall südlich des Tors abgetragen, der nördliche Wall mit Halbbastion, Tor und Donauanschluss blieben bis 1958 stehen. Trotz
Protesten aus der Bevölkerung wurde dieser Rest dann abgebrochen, um einer breiten Straße – damals noch Bundesstraße 19 / 311 – Platz zu machen und dem durch die schnell
ansteigende Mobilisierung andauernden Verkehrschaos dort Herr zu werden. Selbst heute noch hält sich die Meinung, dass der Abbruch des Augsburger Tors, welches auch identitätsstiftend für
das junge Neu-Ulm war, nicht hätte sein müssen. Erhalten ist noch der Sockel des inneren Anschlussblockhauses unter dem Gebäude Uferstraße 5 sowie ein Teil des Glacis beim Biergarten
Barfüßer. Die Mittlere Durchfahrt des Tors befand sich auf der heutigen Geradeaus-/Rechtsabbieger-Spur an der Ampel der Augsburger Straße von Offenhausen her kommend, die linke Durchfahrt
befand sich auf dem heutigen Fußgänger- und Radweg nördlich der Augsburger Straße. Vom Augsburger Tor ist heute nur noch der Name als Straßenname „Augsburger-Tor-Platz“
übrig.
Nutzungsgeschichte
Wie alle Neu-Ulmer Werke war die Halbbastion bis auf Wachmannschaften beim Augsburger Tor nie ständig belegt. Das Augsburger Tor wurde, nachdem ab 1910 die Augsburger Straße südlich des
Tors vorbeigeführt wurde, mit Holztoren versehen und als Feuerwehrgerätehaus genutzt. Auf den Sockel des inneren Anschlussblockhauses wurde im späten 20. Jahrhundert ein mehrstöckiger
Verwaltungsbau aufgesetzt, das abschließende Gesims des Sockels wurde an der Nordfassade dabei sichtbar gelassen.
Denkmalschutz und Eigentümer
Die verbliebenen Teile der Halbbastion, also der Blockhaussockel und die Reste des Glacis, stehen erst seit 2001 unter Denkmalschutz und gehören der Stadt.