Atari 2600
E.T. – The Extra-Terrestrial

Daten
Veröffentlichung Dezember 1982
Entwicklung Atari
Atari, Inc.
1265 Borregas Ave
Sunnyvale, CA 94089
Programmierung Howard Scott Warshaw
Titelmelodie John Williams
Produktcode CX2674
Genre Adventure
Medium Steckmodul
Steuerung Joystick
Spieler 1
Wertung ★★★★★
Produktion ca. 5 Millionen Spiele

Boxtext
Autsch! E.T. hat sich auf der Erde verlaufen und will nach Hause zurückkehren. Helfen Sie ihm, ein interplanetarisches Telefon zu bauen, damit er Hilfe herbeirufen kann, bevor seine Energie verbraucht ist. Seien Sie aber auf der Hut vor Regierungsagenten und neugierigen Wissenschaftlern, die die wertvolle Energie des E.T. abziehen werden, bevor er sein Ziel erreicht.

Trivia
E.T. – The Extra-Terrestrial basiert auf dem gleichnamigen Kinohit von Steven Spielberg aus dem Jahr 1982 (deutscher Titel: E.T. – Der Außerirdische) mit Henry Thomas, Dee Wallace und Peter Coyote in den Hauptrollen.

Es zählt zu den meistkritisierten Spielen für das 2600-System und gilt bei vielen gar als das schlechteste Videospiel aller Zeiten. Das Spiel wurde von Howard Scott Warshaw (u.a. Yars' Revenge, Raiders of the Lost Ark) entwickelt und vom Regisseur des Kino-Blockbusters, Steven Spielberg, abgesegnet. Üblicherweise betrug die Entwicklungszeit eines 2600-Spiels zu der Zeit etwa sechs bis neun Monate, in diesem Fall hatte Warshaw aber gerade einmal fünf Wochen Zeit, das Spiel fertigzustellen, da es rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 1982 im Handel sein sollte. Hauptkritikpunkt neben der technisch bedingt recht minimalistischen Grafik war der Ablauf des Spiels, vor allem die Kollisionsprüfung, bei der die Konsole ständig Spielfiguren und Hintergrundgrafik gegeneinander prüft. Da diese bei E.T. recht mangelhaft ausgeführt ist, passiert es oft, dass die Spielfigur in Löcher fällt, wo gar keine sind, oder in eben jenes Loch wieder zurückfällt, aus dem sie gerade erst herausgeklettert ist. Die Löcher zu umgehen ist aber keine Lösung, da sich dort Teile verstecken, die E.T. zur Erfüllung seiner Mission benötigt.

Anfangs verkaufte sich das Spiel gut und landete im Dezember 1982 und Januar 1983 jeweils in den Top 15 Video Games des Billboard Magazins, aber es wurde schon bald zu den Händlern zurückgebracht, da viele das Spiel als schlicht frustrierend schlecht empfanden. Dazu kam, dass schon im Vorfeld Händler zu viel bestellte Ware stornierten und Atari daraufhin einige Vertriebsverträge aufkündigte. Letztendlich blieben die Verkaufszahlen weit unter den Erwartungen der Atari-Manager. Laut Aussagen von CEO Ray Kassar im Jahr 1983 wurden 3,5 Millionen der bis dahin insgesamt vier Millionen produzierten Module als unverkauft oder Retoureware wieder zu Atari zurückgeschickt. Über den gesamten Produktionszeitraum bis etwa Mitte 1984 wurden rund fünf Millionen Module produziert.

Ungerechterweise wird deshalb ausgerechnet diesem Spiel und seinem Entwickler angelastet, die alleinige Schuld am Zusammenbruch der milliardenschweren Videospielbranche in Nordamerika zu haben, wofür aber für jemand, der logisch denkt, nicht nur ein einziges vermeintlich schlechtes Spiel verantwortlich sein kann. Vielmehr kamen diverse Ursachen, die hauptsächlich im Management von Atari zu suchen sind, zusammen und E.T. war letztlich nur noch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Warshaw wurde somit zum Sündenbock des Video Game Crash von 1983 gemacht und wird trotz Erfolgstiteln wie Yars' Revenge oder Raiders of the Lost Ark bis heute bei jeder Preisverleihung übergangen.

Gerüchten zufolge soll Atari 1983 etwa 700.000 unverkaufte E.T.-Module auf der Mülldeponie von Alamogordo, New Mexico, verscharrt haben, eine Zahl, die so nicht ganz stimmt. Entsorgungen fanden dort sehr wohl statt, da dort im September 1983 insgesamt vierzehn Trucks mit zu entsorgendem Material aus einer Lagerräumung der Atari-Niederlassung im texanischen El Paso vorfuhren. Allerdings bezieht sich die vorgenannte Zahl vielmehr auf diverse Videospiele, nicht nur auf E.T. – laut Aussagen des für die Entsorgungsaktion verantwortlichen Atari-Managers James Heller gegenüber Associated Press im Jahr 2014 wurden insgesamt etwa 728.000 Videospiele in Alamogordo entsorgt. Bei von Microsoft finanzierten Ausgrabungen wurden 2014 etwa 1300 Videospiele zu Tage gefördert, etwa zehn Prozent davon waren E.T.-Module, es wurden aber beispielsweise auch zahlreiche Pac-Man- und Centipede-Module ausgegraben.

Für die Namensrechte blätterte Atari bzw. die Konzernmutter Warner Communications laut einem Artikel der New York Times vom 13.12.1982 21 Millionen Dollar hin, was heute in etwa 63 Millionen Dollar entspricht.

Reportage „Atari: Game Over“

Regional vertriebene Versionen
Japan Atari E.T. The Extra-Terrestrial

Verpackung

Modul

Screenshot
Elk Attack Fatal Run

Letzte Seitenbearbeitung: 7. Dezember 2023