400/800, XL, XE - Die 8-Bit-Computer 

Unter Warners Regie wurden trotz Nolan Bushnells Unmut darüber seit 1978 eigene Homecomputer mit den Codenames „Candy“ und „Colleen“ entwickelt. Aus den beiden Entwicklungen gingen die Modelle 400 und 800 hervor. Chefentwickler war der spätere Amiga-Entwickler Jay Miner, er ist unter anderem für die Custom-Chips ANTIC, POKEY und CTIA verantwortlich. Somit sind die frühen Atari-Computer quasi die Urväter des Amigas. Ab dem 1. September 1979 folgte ein erster Testverkauf bei der Kaufhauskette Sears, bevor beide Rechner im Dezember 1979 endgültig auf den Markt kamen.

1981 - mittlerweile hatte die Konkurrenz den enormen technischen Vorsprung in Sachen Custom Chips, Sound und Farbwiedergabe eingeholt - ging man an die Weiterentwicklung. Im Dezember 1982 wurde das Konzept als 1200 XL vorgestellt, der ab März 1983 in den USA für rund 900 Dollar erhältlich war. Leider brachte der 1200 XL einiges an Inkompatibilität gegenüber seinen kleinen Brüdern 400 und 800 mit. Als die Kunden das mitbekamen, wurden schnell die restlichen noch verfügbaren Rechner der Serie 400/800 gekauft. Atari reagierte und ließ die Produktion im Juni stoppen sowie die offiziellen Nachfolger 600 XL und 800 XL vorstellen. Im Oktober 1983 kamen diese nun wieder kompatiblen Modelle auf den Markt. Im gleichen Zug wurde an einer Profi-Serie gearbeitet, die vor allem in Büros eingesetzt werden sollte. Ein anderes Modell war der 1850 XL „Lorraine“, den man eigentlich in die 16/32-Bit-Sparte stecken muss. Atari war zu dieser Zeit Geldgeber des Joystick-Herstellers Amiga. Diese Firma wurde 1984 an Commodore verkauft und der 1850 XL wurde zum späteren Commodore Amiga 1000 weiterentwickelt.

Als am 2. Juli 1984 die Firma Tramel Technologies Ltd. die Heimcomputer- und Konsolenabteilungen Ataris von Warner Communications kaufte, wurden alle Projekte zugunsten eines neuen 16/32-Bit-Rechners gestoppt, einzig die Produktion des 800 XL lief neben der des 2600A weiter. Dennoch erschien neben dem ST im Juni 1985 auch die XE-Serie, die eigentlich nur modifizierte und günstig produzierte XL-Computer in ST-ähnlichem Gehäuse sind. Im November 1987 folgte mit dem XE Game System der letzte Ableger der Atari 8-Bit-Computer. Im Dezember 1991 wurde die Produktion schließlich gestoppt, der Support weltweitim Mai 1992 eingestellt. Die Rechte an der gesamten 8-Bit-Baureihe liegen heute bei Curt Vendel von der Atari Historical Society.


Letzte Bearbeitung: 26. Oktober 2015